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Amtliches Argan für Staöt- unö Lsnökreis Hanau
Erscheint täglich reit Azssrrahvre der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Im Reklamenthn!
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W. 40
Donnerstag den 17. Februar
1898
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 15
Amtliches. ^anö&ret0 ^anau. Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtcs. Die Herren Bürgermeister lade ich hiermit zu einer Konferenz auf
Montag den 21. Februar b. Js., nachmittags 2 Uhr, in den Sitzungssaal des Kriisausschuffes hier ein.
Hanau am 3. Februar 1898.
Der Königliche Landrath
A. 399
In Groß-Steinheim, Kreis Offenbach, ist die Maul- Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftsperre angeordnet worden.
und
In Lieblos, Kreis Gelnhausen, und in Büdesheim und Ober-Wöllstadt, Kreis Friedberg, ist diese Seuche erloschen. Der Kreis Friedberg ist jetzt seuchenfrei.
Hanau am 17. Februar 1898.
Der Königliche Landrath
V. 1839/1840/1838. v. Schenck.
MMMM
16. Füll, Philipp, Metzgermeister,
1520
17. Hüther, Albert, Schreiner,
1507
18. Körner, Friedrich, Hofschreinermeister,
1414
19. Meyer, Joh. Dietrich, Gastwirth,
1202
20. Luch t, Karl, Dachdeckermeister,
1108
21. Bier, Jakob, Rentner,
1051
22. Ohl, Karl E., sen., Spenglermeister,
1019
23. Bailly, Jean, Kaufmann,
1011
24. Brö g, Gottfried, Cigarrenhandler,
984
25. Reuber, Georg, Lehrer,
839
26. Baue r, Jean, Kaufmann,
688
27. Bernges, Otto, Fabrikant,
679
28. Klais, Alexander,
549
29. Müller, Kaspar, Schneidermeister,
489
30. Henrich, Vincenz, Maschinenfabrikant
261
31. Eberhard, Karl, Rcchtsanwalt,
256
32. Treusch, Georg, Kaufmann,
222
33. K e u n e ck e, Friedrich, Bauunternehmer
71
34. Holzschud, Thomas, Kunstgärtner,
69
35. Hirschmann, Moritz, Kaufmann,
52
36. Wörner, Conrad, Fahrradhändler,
40
37. Bracker, Christian, Oekonom,
4
KtctHMvers ^anait.
LcLalMtMachungeu des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Bei der vom 7.—12. Februar ds. Js. stattgefundenen Wahl der Stadverordueien für die III. Wahlabtheilung sind von 3181 Wählern insgesammt 38172 Stimmen abgegeben worden. Von diesen entfielen auf die Herren:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
Seitz, Heinrich L, Oekonom, 1604 Baad er, Friedrich, Bierbrauereibesitzer, 1563
Au lamm, August, Goldarbeiter, Craß, Karl, „
Hock, Adam, Kaufmann, Kiefer, Friedrich, Privatier, Glaser, Karl, Kettenfabrikant, Hoch, Gustav, Schriftsteller, Daßbach, Matthias, Cigarrenmacher, Hoffmann, August, Möbelhändler, Koburger, Peter, Kurzwaarenhändler,
12. Jost, Heinrich jun., Kaufmann, 13. Bürkle, Wilhelm, Schreiner,
1560
1556
1548
1536
1535
1535
1532
1526
1524
1522
1522
14. Büttenklepper,August,Goldarbeiter, 1522
15. Gräbener, Konrad, Cigarrenmacher, 1522
.......
Stimmen,
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38. Jünger, Georg, Bijouteriefabrikant,
39. Schulz, Adam, Former,
40. Zeh, Jakob, Gastwirtb,
41. Knell, Christian, Silberwaarenfabrikant
42. Lohne, August, Metzgermeister,
43. Brenner, Otto, Kaufmann,
44. Franz, Bernhard, Zimmermeister,
45. Gaufs, Jean, Bierbrauer,
46. Goldbach, Georg, Schlosser,
47. Graf, Ferdinand, Fabrikant,
48. Greif s, Salli, Kaufmann,
49. Heidolph, Ottomar, Graveur,
50. Hoffmann, August, Etuisfabrikant,
51. Kaiser, Wilhelm, Bierbrauereibesitzer,
52. Meyer, Otto, Apothckenbesitzer,
53. Müller, I.
54. Schwabe, Julius, Kaufmann,
55. Treusch, Adolf, Spezereihändler,
56. Weber, Fritz, Kaufmann,
57. Wörner, W.,
58. Wolf, W.,
59. Zilg, Adam Josef, Hofschloffermeister,
3
3
3
2
2
1
1
1
1
1
1
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erhalten haben, zur engeren Wahl zu bringen. Wir stellen deshalb die vorstehend unter Nr. 2 bis einschließlich Nr. 23 genannten Herren hierdurch zur engeren Wahl. Die Wahl kann nur auf 11 dieser 22 Herren gerichtet werden; Stimmen, welche auf andere Personen fallen, sind ungültig.
Die ^engere Wahl findet in der Zeit vom Montag den 7. März bis einschließlich Donnerstag den 1V. März ds. Js., täglich von vormittags 10 Uhr bis mittags 1 Uhr n. nachmittags von 4—7 Uhr statt; Wähler, deren Name mit den Buchstaben A—K beginnt, wählen im unteren Saale, Wähler, deren Name mit den Buchstaben L—Z beginnt, wählen im oberen Saale des Neustädter Rathhauses.
Wir laden die stimmberechtigten Bürger, welche ver III. Wahlabtheilung angeboren, zu dieser Wahl hierdurch ein.
Hanau, 15. Februar 1898. 2404
Der Wahlvorstand.
Dr. G e b e s ch u s.
Kleines Feuilleton
Aus Kunst und Leben.
Der Patriotismus im Theater. Wie unsere Leser aus der vorgestrigen telegraphischen Nachricht wissen, kam es bei der Aufführung des „Lohengrin" im Grozer Theater nach den Worten: „Für deutsches Land das deutsche Schwert, so sei des Reiches Kraft bewährt!" zu einer gewaltigen nationalen Kundgebung. Das Publikum erhob sich, die Frauen schwenkten die Taschentücher, und minutenlanges Heilrufen durchbrauste das Theater. Dieser Vorgang erinnert an eine andere Scene, in welcher das Publikum einer österreichischen Provinzhauptstadt auch seiner deutschen Gesinnung Ausdruck gtben wollte. Es war in Brünn während der Aufführung von Lortzings Oper „Unfeine", als der Sänger der Lötstelle „Wie sie uns pressen, drücken, schrauben — Den deutschen Sinn soll nichis uns rauben."
mit demonstrativem Beifall bejubelt wurde. Aber auch Beispiele, wo die Künstler und nicht das Publikum auf der Bühne demonstrirten, gibt es. Als Albert Niemann noch in Hannover engagirt war, wurde Marschners „Templer und 3üb1n" zu der Jett gegeben, als während der schleswig-bol- steinischen Verwickelungen die englische Politik sich höchst perfide benahm. Da war es, als Niemann als „Jvanhoe das herrliche Lied „Du stolzes England freue Dich" anstimmen sollte. Er sang die Strophen so hinreißend wie immer. Dann aber fügte er eine Strophe eigener Erfindung hinzu, die mit den Worten begann: „Du stolzes England, schäme Dich! sind das Publikum jubelte, obwohl der König in seiner loge saß, der als englischer Prinz geboren war. — Eine besonders pieiätwie Ovation bereitete auch Jffland der angebeteten Königin Luise. Als im März des traurigen Jahres 1807
zusammen: 38 172 Stimmen.
Da nach dem vorstehenden Wahlergebniß nur Herr Heinrich Seitz I. die erforderliche absolute Stimmet Mehrheit cr- balten hat, so sind nach § 28 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 für die weiter zu wählenden 11 Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung diejenigen 22 Personen, welche die höchste Stimmenzahl die Franzosen Berlin besetzt hüllen und streng verboten hatten, den Geburtstag der damals in Ostpreußen weilenden Königin zu feiern, trat Jffiand, der in einem seiner Stücke am Ge burtstage der Königin eine harmlose Rolle zu spielen hatte, auf die Bühne, einen großen Blumenstrauß in der Hand. Er
Dom Bund der Landwirthe.
Die Hauptversammlung des Bundes der Landwirthe hat kürzlich unter der Theilnahme von wohl 6000 Mitgliedern stattgefunden. Alle Gaue des deutschen Vaterlandes waren auf derselben vertreten. Auch der Süden und Westen hatte zahlreiche Vertreter entsandt, und gerade dieser Umstand verlieh der Versammlung ein besonderes, von den vorjährigen etwas abweichendes Gepräge.
Aus dem Geschäftsberichte des Bundes-Direktors, Dr. Diedertch Hahn, verdienen insbesondere einige ziffernmäßige Angaben allgemeine Beachtung. Der Bund zählt zur Zeit rund 187 000 Mitglieder, von denen 91000 östlich der Elbe, 9 600 westlich derselben wohnen. Davon sind 1500 Großgrundbesitzer, während dem mittlern Besitze 28500 und dem kleinen Grundbesitze 157000 angehören Man ersieht aus diesen Ziffern, daß der Bund nicht, wie von gegnerischer Seite stets behauptet wird, eine Vereinigung von Großgrundbesitzern, sondern ganz überwiegend eine solche von kleinern Besitzern ist. Man ersieht aber ferner daraus auch, daß der Schwerpunkt des Bundes gegenwärtig nicht im Osten, sondern westlich der Elbe ruht. Das Gerede pon dem Ostelbierthum des Bundes hält demgemäß vor den Thatsachen nicht stand. Von Interesse waren ferner die Angaben über die umfassende Organisation des Bundes und die weitverzweigte Thätigkeit, welche derselbe nicht blos in politischer Hinsicht, sondern auch zum Zwecke der wirthschaftlichen Hebung seiner Mitglieder, beispielsweise auf dem Gebiete des Versicherungswesens entfaltet.
Durch alle Reden zog sich wie ein rother Faden die Betonung der Nothwendigkeit einigen Zasammenhaltens der
Bwerber von heutzutage bedeutend nervöser als die galanten Ritter von ehemals, die kamen, sahen uud siegte», zu sein. Von den jetzigen Liebhabern sind 22 pCt. entsetzlich aufgeregt, wenn der entscheidende Augenblick heranrickt. Das Benehmen der jungen Damen ist nicht minder auffallend. Sobald die Männer sie auffordern, ihr Loos zu theile», fallen von jedem Hundert mindestens 81 ohne ein Wort der Entgegnung in die ausgebreiteten Arme ihres Erkorenen, 68 pCt. errötben sehr vortheilhaft und ziehen sich wie verängstigt vor der Kühnheit des Mannes, furchtsam in sich zusammen, eine aus jedem Hundert fällt mehr oder weniger auf ein Sopha und kämpft anscheinend mit einer Ohnmacht, unb 4 pCt. sind thatsächlich über den gemachten Heirathsantrag erstaunt. Da- gegtN wissen 80 von 100 ganz genau, weshalb der Herr gekommen ist und betragen sich den Umständen angemessen, und 60 pCt. sehen dem Freier sogar ziemlich keck in die Augen. Das Originellste aber ist, daß aus jedem Hundert sicher ein junges Mädchen, noch ehe der Jüngling mit feinem Geständ- niß zu Ende ist, fortläuft, um die herrliche Neuigkeit brühwarm den Freundinnen wiederzuerzählen. Sollen wir dem Statistiker glauben oder wollen uns unsere jugendlichen Leserinnen Gelegenheit geben, uns selbst von der Richtigkeit jener Angaben zu überzeugen?
Eine frohe Botschaft für die Taubstumme«. Es wurde neulich kurz berichtet, daß man in Frankreich einen Apparat zur Derbindunz von Mikrophon und Phonograph hergestellt hat und daß derselbe unter anderem auch eine Bedeutung für den Taubstummen-Unterricht besitzen sollte. Es
verbeugte sich gegen die leere Königliche Loge und drückte mit inniger Geberde den Strauß an seine Brust. Jeder verstand die zartsinnige Huldigung, die mit Begeisterung ausgenommen wurde, Zffland aber einen harten Verweis von der französischen Kommandantur eintrug. Das Thema des Patriotismus im Theater ist übrigens so anziehend, daß man weiteren Beispielen gern entgegensehen kann.
Die. Statistik der Liebeserklärung hat Jemand kürzlich zusammengestellt, der mit Siegfrieds unsichtbar machender Tarnkappe ausgerüstet, sehr intime Vorgänge belauscht haben muß. Er theilt mit, daß die Zahl der jungen Leutchen, die ihre Auserkorenen im Augenblick, wo sie ihnen ihre Liebe gestehen, umarmen, ungefähr 36 pCt. ist. Im Gegensatz dazu küssen 67 pCt. der Werbenden ihre Schätzten im kritischen Moment auf den Mund, 4 pCt. lassen Küsse auf das Haar regnen und 2 pCt. begnügen sich mit einem einfachen Handkuß. Zu GroßmutterS Zeiten war es Sitte, daß sich die liebeskranken Jünglinge bei ihrem Antrag auf die Kniee nikderließen, doch diese Mode scheint im Aussterben begriffen zu sein; denn, wie unser Statistiker versichert, fallen gegenwärtig nur 3 p«t. der Verliebten auf ein Knie und nur 2 pCt. wagen es, sich vor der Angebeteten auf beide niederzulassen. Man gibt für das Abnehmerr dieser ritterlichen Sitte einen höchst eigenthümlichen, sonderbaren Grund an, nämlich den, daß die S chneider, der jetzigen Mode gemäß, die unteren Kleidungsstücke der Herren derartig erg anpassend „bauen", daß es mit höchster Gefahr für einen schmachtenden Seladon verknüpft ist, wenn er in Gegenwart seiner Schönen auf beide Kniee niederplumpsen will. Andererseits scheinen die1 Apparat geweckt wurde, sondern daß sich auch das zunehmende
liegen jetzt bereits Nachrichten über erfolgreiche Versuche dieser Art vor, die ein großes Interesse beanspruchen dürfen. Der Physiolog- @eD6 hat mit dem von Dussand erfundenen Apparat bei taubstummen Kindern derartige Erfolge erzielt, daß nicht nur das Gehör bei diesen Kindern durch den