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Amtliches Avgsn für StaSt- unS Lunö Kreis Hansu.

Erscheint täglich mit AnsKAhme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

M. 31

Montag den 7. Februar

1898

V. 1515/1514

Amtliches

v. Schenck.

^andMreto ^anau _ __________ ______ _ o ...... _

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtcs. achten ferner dahin ab, °bäß'unser" e^

In Rüdigheim und Rüdigheimerhof ist die Maul- und durch den Import amerikanischen ObsteS in eine unmittelbare Klauenseuche erloschen und sind die Sperrmaßregeln wieder 8'vße Gefahr gebracht worden sei." In einer Konferenz aufgehoben worden. i an betet hervorragender Sachverständiger und in dem Gut-

Hanau am 7. Februar 1898. achten des^Kaiserlichen Gesundheitsamtes ist dieser Auffassung

Der Königliche Landrath

Dicnstnachrichtcn aus dem Kreise.

Gefunden: Mitte September v. I. am s. g. Warte­baum, Gemarkung Windecken, ein zoldner Rmg mit Wappen (Stern). Ein Regenschirm (von der Post).

Verloren: Ein kleines braunes Käppchen ohne Schild. Eine silberne oxidirte Damenremontoiru r.

Zugelaufen: Ein großer schwarzer Hund mit weißer Brust und 4 gelben Beinen, m. Geschl.

Entlaufen: Am 2. d. Mts. eine Jagdhtndin, l*/i

Jahre alt, gelb mit weißer Stirn, weißer Brust und 4 weißen 1

Pfoten, an der rechten Seite der Stirnnaht befindet sich eine für den amerikanischen Differeuzialzoll auf deutschen Zucker.

erbsengroße haarlose Narbe; sie trug am Halsband die Frank­furter Steuernummer 546.

Hanau am 7. Februar 1898.

Schutz des deutschen Obstbaues.

Der amerikanische Obstbau leibst gegenwärtig empfindlich durch ein Insekt, die San Jose-Schildlaus. In dem Ende Oktober vorigen Jahres hier eingegangenen amtlichen Berichte des Ackerbauministeriums der Vereinigten Staaten wird ge­sagt,daß vielleicht kein Insekt im Stande sei, dem Obstbau der Vereinigten Staaten und der ganzen Welt größern Scha­den zuzufügen, als die San Jose-Echildlaus." Ihre Gefähr­lichkeit für den Obstbau steht dem der Reblaus für den Wein­bau . keineswegs nach. Sie befällt Zweige, Blätter und Früchte und findet ihren Nährboden nicht nur auf fast allen europäischen Obstarttn, wie Birnen, Pfirsichen, Pflaumen, Aepfeln, Kirschen, Nüssen, Himbeeren, Johannisbeeren u. s. w., sondern auch auf Laubbäumen und Blumen verschiedenster Arten (u. a. auf Ulmen, Linden, Erlen, Weiden, Rosen). Die von dem Insekt befallenen Pflanzen sterben in wenigen Jahren vollständig ab. Die Vermehrungsfähigkeit der Thiere ist außerordentlich; die Nachkommenschaft eines Weibchens vom Frühjahr bis zum Herbst ist auf 3000 Millionen Thiere berechnet worden. Zur Bekämpfung der Schildlaus sind in Amerika scharfe Gesetze erlassen.

Da Deutschland aus Amerika Obst bezieht, so hatte die

Reichsregierung Birnen, die aus Kalifornien stammten, unter-, ständen in irgend eine Maßregel einwillizen wird, die auch suchen lassen. Der Professor an der Landwirtschaftlichen nur bin Schein einer absichtlichen Verletzung oder Umgehung Hochschule in Berlin Dr. Frank fand nun an diesen Birnen der Handelsverträge hervorrufen könnte.

zahlreiche noch lebende und im vermehrungsfähigen Zustande

Feuilleton*

Frankfurter Dries.

Frankfurt a. M., 6. Februar.

(Dr. I. H. Tempel -f. VIII. Museums-Freitags-Konzert. SudermannsJohannes" im Schauspielhaus.)

Ein bescheidener, liebenswürdiger Mensch und hochgeachteter Gelehrter ist gestern Vormittag hier gestorben, D r. I. H. Tempel. Der Verblichene, der einer alten Frankfurter Familie entsproßte, hat ein Alter von 61 Jahren erreicht. Im Frankfurter Kunstleben und litterarischen Verkehr spielte Tempel einst eine achtungsgebietende Rolle. Sein eminentes Wissen auf dem Gebiet der dramatischen Litteratur, seine Thätigkeit als Rezensent derFrankfurter Zeitung" und des Intelligenz-Blatt" verschafften seinem Namen einen guten Klang. Auch als Heranbilder und Lehrer tüchtiger Bühnen- kräfte war der Verstorbene lange mit großem Erfolg thätig; viele Künstler verdanken dem bescheidenen Gelehrten reiche und werthvolle Rathschläge für ihre Bühnenlaufbahn. Das Andenken des trefflichen Mannes und liebenswürdigen Künstlers fei gesegnet! Sonstige bemerkenswerte Ereignisse der litterarischen Woche waren das achte MuseumSkonzert und die Erstaufführung des langbestrittenen Sudermann- schen DramasJohannes". Beethovens gewaltige neueste Symphonie", diese monumentalste Schöpfung des Meisters, verlieh dem letzten Museumskonzert besondere Be­deutung. Die großartige Komposition fand unter der sieg­gewohnten Leitung des Herrn Kapellmeister K o g e l eine in allen Theilen wohlgelungeue, präzise Wiedergabe. Auch

befindliche Schildläuse und stellte durch mikroskopische Unter­

suchung fest, daß die ansgefunsenen Insekten echle San Jose- Schildläuse sind. Der genannte Professor gab sein Gut­

in allen Punkten beigesreten. Es lag somit die Nothwendig­keit zur Ergreifung schleuniger Abwehrmaßregeln vor. Der

Bundesrath hat daher die Einführung lebender Pflanzen und frischer Pflanzenabfälle gänzlich, die Einfuhr von Obst und Obstabfällen unter der Voraussetzung verboten, daß bei einer an der Eingangsstelle vorgenommenen Untersuchung der Sendung das Vorhandensein der San Jose-Schild­laus festgestellt wird.

In Amerika hat sich über diese Maßnahme zum Schutze unsers Obstbaues ein Sturm der Entrüstung erhoben. Einige Senatoren haben das Verbot direkt als einen Vertragsbruch bezeichnet; die Maßnahme ziele nur auf die Ausschließung bei amerikanischen Obstes hin, das mit dem deutschen in Wett-

bewerd trete; das Verbot sei zweifellos eine Wiedervergeltung

Auch in deutschen linksstehenden Blättern werden ähnliche Anschauungen vertreten. Der sozialdemakratischeVorwärts"

redet sogar von einemagrarischen Vorstoß gegen Amerika."

Es bedarf demgegenüber kaum einer besondern Ver­sicherung, daß es sich bei der Maßnahme des. Bundesraths lediglich um einen Akt der Abwehr handelt; es soll der Ruin unsers Obstbaues verhütet werden! Die Ver­wüstungen, die die gleichfalls aus Amerika eingeschleppte, in ihrer Gefährlichkeit aber erst später erkannte Reblaus angerichtet hat und die sich in dem europäischen Weinbau schon jetzt auf Milliarden von Mark belaufen, sind ein warnendes Beispiel der »erhängn ißvollen Folgen nicht rechtzeitig ergriffener Schutzmaßregeln, während anderseits die Fernhaltung des Kolorado-Käfers durch das in der kaiserlichen Verordnung vom 28. Februar 1875 auSgesproche»e Verbot der Einfuhr von K«rt»ffeln auS Amerika beweist, daß rechtzeitig getroffene Abwehrmittel von durchgreifender Wirk- samkeit sein können. Ueberdies beträgt die Obst-Einfuhr aus Amerika nur den vierzehnten Theil unserer Gesammt-Einfuhr an Obst, und welcher deutsche Obstzüchter hätte wohl jetzt noch nennenswerte Vorräthe an Obst und damit ein Interesse an der etwa eintretenben geringen Steigerung des Obstpreises! Und wenn die Amerikaner sich gegen das so gefährliche I«- fikt durch Gesetze schützen, warum sollen wir nicht auch da­gegen vorgehen? Vor allem aber weiß jeder Mann, der deutsche Verhältnisse auch nur einigermaßen kennt, daß der gegenwärtige Reichskanzler Fürst Hohenlohe unter feinen Um-

Mendelssohn-Bartholdi'sErste Walpurgisnacht", eine selten auf Konzertprogrammen erscheinende Touschöpfung, ein Werk voller musikalischer Reize, fand bei liebevoller Aus­führung großen Beifall. Der schwierige Schlußchor dern:ueste» Symphonie wurde exakt zu Gehör gebracht. Besonderes Lob gebührt auch den Solisten, den Damen F an Fleisch, Fräulein N a t h an, sowie den Herren Sisterman 8 und unserem veliebten Operntenoristen Herrn Max G i e ß w e i n. Unsere Theater haben seit Kurzem eine dankenswerte Neueinrichtung gebracht. Versuchsweise beginnen allwöchent­lich einige Vorstellungen eine Stunde später, wie zur gewohnten Zeit, nämlich um halb acht Uhr. Bei lange dauernden Stücken läßt sich diese Verschiebung freilich nicht gut bewerkstelligen, und war es nur recht und billig, daß die über dreieinhalb Stunden dauernde gestrige Erstaufführung der Suder- mann'schenTragödieJohannes" zur gewohnten Zeit ihren Anfang nahm.

Das Stück stellt riesige Anforderungen an den gesammten Bühnenapparat; in fünf Akten und einem Vorspiel agiren über 50 sprechende Personen und ein ganzes. Troß von Statisten und Figuranten. Wenn das Werk" gestern hier großen Beifall fand, liegt dies jedoch weniger an seinem inneren Werthe, denn dieser ist trotz der geschickten und bühnenwirk­samen Mache kein sehr großer, als an dem berühmten Namen des Verfassers derEhre", vonSodomS Ende" und so manchen guten Stücken. Die Charaktere dieser neuesten Schöpf­ung des Meisters sind nicht logisch genug entwickelt, die Hand­lung ist trotz alles äußeren Gepränges höchst dürftig, und selbft^die Sprache weist leinen einheitlichen Styl auf. Für die Schaulust hat Sudxrmann viel, sehr viel gethan, für das Gemüth des Hörers ist er indessen viel schuldig geblieben.

Deutscher Reichstag.

(Sitzung vom 5. Februar.)

Der Reichstag nahm heute den Freundschafts- und Handels­vertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Oranjefreistaat in erster und zweiter Lesung an und ging dann zu der ersten Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Aushebung der Kautionspflicht der Reichsbeamten, ausgenommen die Reichs­bankbeamten, über. Staatssekretär Frhr. v. Thielmann führt aus, die Kautionsbestellung sei für die Beamten eine große Last und bringe dem Reichsfiskus keinen Nutzen, da derjenige Theil der Defekte, der durch die Kautionen gedeckt werde, viel geringer sei, als die Verwaltungskosten. Nur für die Reichsbankbeamten sei der Kautionszwang beibehalten worden; hier handle es sich nicht um die Sicherheit für Reichsgelder, sondern für Privatgelder. Abg. R i ck e r t (freis. Ver.) spricht seine Genugthuung über die Einbringung dieses Gesetzes aus. Abg. v. Cuny (natlib.) tritt ebenfalls für die Vorlage ein, die darauf in erster und sogleich in zweiter Lesung angenommen wird.

Es folgt der Gesetzentwurf, betreffend die anderweite Fest­setzung des Gesammtkontingents der Brennereien. Staats­sekretär Frhr. v. Thiclmann betont, daß seit Erlaß des Branntweinsteuergesetzes der Konsum aus mehrfachen Gründen erheblich zurückgegangen sei. Es sei eine bekannte Thatsache, daß, wenn durch billigen Zucker Kaffee und Thee versüßt werden könne, der Konsum von Branntwein und Bier zurück- gehe. Die einzige Maßnahme, die das Reich hierbei treffen könne, sei eine anderweite Festsetzung des Kontingents.

Abg. Graf St o lberg (kons.) führt aus, das vorliegende Gesetz bringe der Landwirthschaft Nachtheil, da das Kontingent eixgeschränkt werden solle. Andererseits sei die Einschränkung des Kontingents nothwendig angesichts des Konsumrückgangs. Der Grund für diesen Rückgang sei einerseits die Verthcuerung des Branntweins, andererseit die steigende Wohlhabenheit der arbeitenden Klassen, die jetzt bessere Gettänke vorzögen. Man müsse versuchen, den Spiritus noch zu anderen Zwecken zu verwenden, als zum Gettänk, vor allem zur Beleuchtung.

Staatssekretär Frhr. v. Thielmann hebt hervor, daß die Vergütung für Leuchtspiritus von IV, auf 2 Mk. erhöht worden sei. Sobald es gelinge, auch kleinere Lampen für den Hausgebrauch herzustellen, werde die Petroleumfrage auf die beste Art gelöst werden.

Abg. S z m u l a (Ctr.) weist auf die Mißverhältnisse der jetzigen Vertheilung des Kontingents hin. Abg. B a r t h (frei). Ver.) meint, bei allen wirthschaftlichen Gesetzen der letzten Zeit habe die Landwirthschaft stets den Hauptvortheil gehabt. Das Wort Liebesgabe sei berechtigt, denn von den 70 Mk. Verbrauchsabgabe für den Hektoliter Spiritus flössen 20 Mk. in die Taschen der Brenner. Wenn das vorliegende Gesetz unverändert angenommen werde, habe der Reichstag bei der Neuvertheilung des Kontingents nie mehr ein Wort mitzureden. Abg. Gamp (Reichsp.) hält die ganze Liebes- gabentheorie für überwunden, nur noch wenige Leute, die die

Großes Lob gebührt dem Regisseur, Herrn Quincke, der wirklich Außerordentliches geleistet hat; auch den Haupt­darstellern wollen wir die wohlverdiente Anerkennung nicht versagen, jeder Einzelne gab sich redlich Mühe, aus seiner schwierigen und meist undankbaren Aufgabe zu machen, waS daraus gemacht werden konnte. Sudermann hat mit seinem Johannes wohl bewiesen, daß er ein trefficher Kenner alles dessen ist, was sich als bühnenwirksam und packend erweist, seine Stärke liegt indessen mehr und fast ausschließlich im modernen Salonstück oder dem soziale« Drama. Ein inter- sssanter Versuch war es immerhin! Und damit nehmen wir Abschied von diesem W-rke; sein Kommen haben wir mit Spannung erwartet, sein Gehen bedauern wir nicht. E. L.

Frankfurter Dheater-R-pertoir.

Opernhaus. Dienstag, den 8. Februar:Bolöme". Mittwoch, 9.: 5. Abonnementskonzert unter Mitwirkung des Pianisten Herrn Gabrilowitsch. Donnerstag, 10.; Don Juan". Freitag, 11.:Der Zigeunerbarou". Samstag, 12.:Der fliegende Holländer", Sonntag, 13., nachmittags SVi Uhr:König Löwe". Abends 7 Uhr:A Basso-Porto. Hierauf:Die Nürnberger Puppe".

Schauspielhaus. Dienstag, den 8. Fekruar: Zum ersten Male:Lästige Schönheit". Hieraus: Neu ein- ftutirt:Durch's Ohr". Mittwoch, 9.:Johannes". Donnerstag, 10.:Ewige Liebe". Freitag, 11.;Hans Huckebein". Samstag, 12.: Zum ersten Male wiederholt: Lästige Schönheit". Hierauf:Durch's Ohr". Sonntag, 13., nachmittags 31/» Uhr:Bartel Puraser". Abends 7 Uhr:Die Einberufung". Montag, 14.:Johannes".