Die einzelne
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Jährlich 9 X. WMHrl. 4^50^. vierteljährlich
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Kinrücknngs- gebühr
für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ die 4gefvaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.
Amtliches Srgan für Staöt- unS LanSKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 14
Dienstag den 18. Januar
1898
Amtliches.
LcrnöKvsis fortan.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrath samtcs.
Landwirthschaftlicher Kreisverein Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 22. Januar, nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus „zum goldenen Löwen" in Hanau. Freunde des Vereirs sind willkommen.
Tagesordnung:
1. Geschäftliche Mittheilungen.
2. Vortrag über die neue Landgemeindeordnung. Referent der Vorsitzende.
3. Bestellung von Saatkartoffeln.
4. Ergreifung von Maßregeln zur Vertilgung der die Winterfrucht schädigende Raben und Krähen.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekanntmachung des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Hanau am 13. Januar 1898.
Der Königliche Landrath v. S ch en ck.
Ticustuuchrichten aus bm Kreise.
Gesunden: Zwei rothe Blumen. Ein gelbes Armband. Ein Ziehbeutel und ein Portemonnaie mit je einigen Pf.
Zugelaufen: Ein junger gelber Hund m. Gesch!., mit rothbraunem Lederhalsband; Empfangnahme beim Fabrikarbeiter Konrad Brtz zu Langenfelbold. Ein schwarzer Spitz. Hund mit 4 weißen Pfottn und weißer Brust, m. Geschl.
Verloren: Ein Mttzgeistahl. Ein s. g. Strickhöschcn, bestehend aus silbernen Stieseln mit Keile; dem Wiederbringer eine gute Belohnung.
Hanau am 18. Januar 1898.
Tagesschau.
Bon der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober Kommando der Marine sind die Schiffe der 2. Division des Kieuzergeschwaders — S. M. SS. „Deutschland" und „Geston" —, Dimsionrchef Kontte-Ad- miral Prinz Heinrich von Preußen, Königliche Hoheit, in Aden angelcmmen und beabsichtigten, am 17. d. Mis. nach Colombo in See zu geben; S. M. S. „Nixe", Kommandant Korvelien-Kapitän Goecke, ist am 15. Januar in San Thomö (Westafrika) ongckomwen undwollle an demselben Tage nach
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Stadttheater in Hanau.
Hanau, 18. Januar.
Zu den Fächern, die für diese Saison eine genügende Besetzung an unserer Bühne nicht gefunden haben, gehört auch dasjenige einer Soubrette. Die Folge davon war, daß das Singspiel uno die Gesangsposse ganz aus dem Spielplan verschwanden. Da unsere Bühne nicht im Besitze einer ständigen Oper ist; so ist das Verlangen nach Stücken dieses Genres erklärlich und zur nöthigen Abwechselung sogar nothwendig. Unsere Direktion hatte dieses ja auch erkannt und Frl. Grohö von Darmstadt zur zeitweise» Vertretung dieses Faches gewonnen. Es scheint sich dieses Abkommen aber wieder zerschlagen zu haben, denn nach den beiden ersten Gastspielen der Künstlerin haben wir auf weitere bisher vergebens ge- Hofst. In der Rolle der „Emma" in L'Arronge's breiartigem Volksstück „Mein Leopold" stellte sich in Frl. Emmy Köller von Dresden (einer Schwester der hier engagirten Frl. Köller) eine Bewerberin um das Fach der Soubrette für die kommende Saison dem hiesigen Publikum vor. Wir fanden in Frl. Köller allerdings noch eine Anfängerin, die mit großer Befangenheit zu kämpfen hatte, aber die ganze Drcrchführung ihrer Rolle sowohl im gesanglichen Theil wie im Dialog, läßt ein recht hübsches Talent erkennen, das bei größerer Bühnensicherheit zu den schönsten Hofs-
nun gen berechtigt. Im Besitze einer nicht sehr umfangreichen aber recht lieblich klingenden Stimme, deren einschinrichelnder Klang ihr am Sonntag rasch die Sympathie des Publikums gewann, führt Frl. Möller noch zwei Eigenschaften mit ins Treffen, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden kann: Jugend und natürliche Anmuth im Spiel. Vielleicht wäre es möglich, FrI Köller noch für die laufende Saison zu gewinnen, da sie, wie wir hören, ja anderwärts nicht gebunden ist, sicherlich wurde die Direktion sich den Dank des Publikums damit erwerben und so noch für den Rest der Saison die gewünschte Abwechslung des Spielplans bringen. Die übrigen Rollen wurden durchweg recht befriedigend dargestellt. Herr G ehrmann als „Gottlieb Weigelt" wußte sowohl dem Humor der Rolle kräftigen Ausdruck zu geben als auch warme gemüthrote Töne H> finden, um dem ernsten Theil seiner Aufgabe die gewünschte Wirkung zu sichern. Für den leichtsinnigen Referendarius „Leopold" fand sich in Herrn Dysing ein guter Darsteller und Frl. Brandow als „Clara"
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üNchliete sich durch die wohlthunide Einfachheit ihres Spieles aus. Den Weg gebt, der mit Vor füllt ngen des Alten Bundes in den Sängerin erbebt sich, . . . . bleibt aber bleich, lief ge- gcforderim einfachen Volkston hatte sich Herr Steingötter mit Glück leiten Bund hinerntrachüte, bah dieser Konflikt zwischen der röhrt, verblüfft stehen, während die Passagiere und Offiziere Ä?,^ M»* ■"* *” &wli«n. ^ KM-'A- W«W «”•«*««• ®“ *"»B lpi-K- *«»«•
Tyrkowski als „Mehlmayer" gefiel sich in einer Uebertreibung der' Liebe richt zeitig und Nicht deutlich genug IN den menschlichen )eiUat)e.
Monrovia in See gehen; S. M. S. „Charlotte", Komman dant Kapitän zur See Thiele (August), ist am 14. Januar in Les Capes (Haiti) angekommen und beabsichtigte, am 17. d. Mis. nach Havanna in See zu gehen.
Bismarcks Dank an die Kriegsveteranen. Auf die Ueberscndung des Ehrensiploms an Se. Durchlaucht den Fürsten Otto von Bismarck erwiderte der Fürst dem B. D. K.-V.: Friedrichsruh den 15. Dezember 1897. Dem geehrten Vorstände danke ick verbindlichst für die U.bkrsendung des reich und geschmackvoll ausgestalteten EhrendiplomS und bitte auch den Heiren Kameraden meinen herzlichsten Dank auszuiprechen. v. Bismarck.
Der Ausschutz für deutsche Rationalseste trat vorgestern im Reichstage zusammen. Der Do-sitzende Abgeordneter von Schcnckendcrff gab einen Ueberblick über die bisher gethane und die nunmehr in Angriff zu nehmende Arbeit. Er betonte, deß das Ziel der Nationalfeste die Stärkung des deutschen Einheitsgedankens und die Wege deutschen Volkschums durch Hebung der Volksgesundung und Solle traft sei. Hierauf wurde zur Wahl des Festortes ge- schlitlen. Noch eingehender Berathung erfolgte der Beschluß, daß mit Rüdesheim, d<m Kpffhäuser und mit Goslar in Verhandlung zu treten und die endgiltige Wahl dem Vorstände bis zum 15. März zu übergeben ist.
Die ostasiatische Lage. Prinz Heinrich ist dem Vernehmen nach der Ueberbringer eim 8 Geschenkes des deui- schen Kaisers an den Kaiser von China. — Der Bericht der Hamburger Handelskammer, in dem lebhaft für die Vermehrung der Flotte plaidirt wird, sagt über die Expedition nach China : „Von dem kräftigen Einschreiten der deutschen Kriegsflotte anläßlich der Ermordung deutscher Missionare in der Provinz Shanlurg und von der Besetzung des für maritime Zwecke vozüglich gelegenen Hafens von Kiaotschau befürchten wir auf Grund der Erfahrungen keine dauernde Störung unserer Handelsbeziehungen zu den Chinesen, erhoffen davon vielmehr eine Kräftigung b^ deutschen Ansehens und Einflassts und eine erwünschte Sicherung deutscher Interessen in jenen Gewässern." — Die militärische Besetzung von Kiaotschau bildet fortgesetzt diN Gegenstand von Kombinationen in einer ganzen Reihe von Blättern. Einzelne sprachen bereits von der Bildung einer besonderen ,,Schutztruppe für Kiaotschau!" Hierzu schreibt die „Post": Die Verhandlungen über die Organisation der künftigen Besetzung Kiaotfchaus zwischen dem Auswärtigen Amt und dem Reichsmarineamt sind noch gar nicht abgeschlossen. Als Thatsache darf heute lediglich gelten, daß die Entsendung des sich gegenwärtig auf dem Wege nach OLafien bistr.dlichen SccbmaiÜor s eine provisorische Maßregel ist; das Seebataillon ist für die Vertheidigung der
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humoristischen Eigenschaften der Partie. Die Familie des Stadtrichters „Zeruikow" wurde durch Herr, Bernhard und Frau Lehm an n sowie den Damen Köller und Rudow gut bargesteUt. Ein recht flottes Dienstmädchen war Frl. Walther als „Minna" und Hera: Göbel stellte den vazu nöthigen Unteroffizier „Krümel" ebenfalls mit Humor dar. Die weiteren kleinen Partien wurden befriedigend dargestellt. Herr G eh rmann hatte mit bestem Erfolg für ein flottes Zusammenspiel gesorgt und Herrn Kapellmeister Gaßmann sei Anerkennung für die gefällige Durchführung des gesanglich-musikalischen Theiles des Abends. Daß „Mein Leopold" immer noch eines der beliebtesten Zugstücke bildet, bewies das ausverkaufte Haus.
Zum Schluß sei auch an dieser Stelle auf das nächsten Freitag stattfindende Benefiz für Herrn Steingötter hingewiesen. Herr Steingötter ist der meistbeschäftigte Darsteller unserer Bühne und seiner vorzüglichen Regiesührung verdankt das Publikum eine Reihe wohlgelungener Vorstellungen.
Aus Kunst und Leben.
Sudermanns „Johannes" ist am Samstag Abend gleichzeitig im Seilinei „Deutschen Theater" und im Dr es- i derer Hoftheater aufgtführt worden. Ueber die Ausnahme, welche die vielbesprochene Novität in Dresden gefunden hat, lie^t uns ein Bericht nock nicht vor. In Berlin hat die selbe jedoch stark enttäuscht.. Paul Schleuther urtheilt darüber in der „Voss. Ztg.": Das stimmungsvolle Vorspiel, das den Täufer in seinem tärenen Gewand durch die Wüste wandernd f zeigt, ging ohne starken Eindruck vorüber. Die folgenden drei Akte, die sich in Jerusalem zu tragen, enegten nur in einzelnen Szenen,' wo Johannes entweder Pharisäern ober i der Herodesfamilie gegenüber steht, eine tiefere Wirkung. Das Publilum schien sich durch dieFülle der Gesichte zu verwirren und bli b streckenweise den Dingen fremd. Eine gewisse Unklarheit der Motive, ein Mangel an zierlicherer Entwickiungs-
traft, etwas Monotones in ter Figur des Helden mag dazu u... — mitgerohh haben, daß dieser Mann, der nur einen halben zusichen.
heimischen Küste unentbehrlich. Uebrigens herrscht heute an maßgebender Stelle noch nicht einmal Klarheit darüber, ob auch in Zukunft eine Zahl von 1500 Mann zur Besetzung nothwendig sein werde ober nicht.
Politische und unpolitische Nachrichten.
(Depeschen-Bureau „Herold".)f
Berlin, 17. Januar. Die Audienz, welche die Präsidenten der beiden Häuser des Landtages gestern beim Kaiser hatten, währte nur wenige Minuten. Der Kaiser begrüßte die Herren in freundschaftlichster Weise und beglückwünschte besonders Herrn Kröcher als neu gewählten Präsidenten, indem er die frühere vortreffliche Geschäftsführung des langjährigen Präsidenten von Köller rühmend hervorhob. Der Kaiser gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch Herr von Kröcher sich bald in das neue Amt eingelebt haben werde, was ihm ja durch die Thätigkeit des Abgeordnetenhauses, über welche der Kaiser sich sehr anerkennend aussprach, leicht gemacht werde. Im Uebrigen wurden politische Fragen nicht erörtert und die Herren alsbald verabschiedet.
Berlin, 17. Januar. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt offiziös: In der englischen Presse war vor Kurzem die Meldung aufgetaucht, daß ein Besuch des Kaisers in Cowes für den kommenden Sommer mit der englischen Königs amilie verabredet worden sei. Diese Nachricht beruht ihrem ganzen Inhalte nach auf freier Erfindung.
Berlin, 17. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Unterstaatssekretärs Rassiga unter Belassung seims bisherigen Ranges zum Präsidenten des Oberlandesgerichts Kolmar, und des Direktors Dr. Petri zum Unterstaatssekretär im Ministerium von Elsaß-Lothringen.
Berlin, 17. Januar. In der Budgetkommission des Reichstages erfolgte heute die Berathung der Etats für das Reichspostamt und der Telegraphenverwaltung. Bei dieser Gelegenheit kamen die Reformen zur Sprache, die von dem neuen Chef geplant sind. Auf Anregung des Dr. Hammacher entwickelte Staatssekretär von Podbielski seine Anschauungen über Hinaussetzung des Maximalgewichtes der einfachen Briefe und theilte mit, daß dem Bundesrath eine diesbezügliche Vorlage zugegangen fei, die demnächst den Reichstag beschäftigen werde. Was den Telegraphenverkehr anlange, so erfordere dieser zweifellos einen Zuschuß. Bezüglich des Fernsprech- wesens bedauerte der Staatssekretär, daß die zur Zählung der Gespräche nothwendige Erfindung noch nicht gemacht sei. Er könne es nicht verantworten, einem Theil der Bevölkerung Zubußen zuzumuthen, die dem anderen zugute kommen. Bezüglich des Privatpostwesens erklärte Podbielski, er strebe die Durchführung des Monopols wenigstens für geschlossene
Gründea erkennbar und faßbar wurde. Am stärksten wi.kten diejenigen Szenen, in welchen sündhafte Li.be bald lockt, bald droht und dann vernichtenv Ach selbst vernichtet. Der Tanz um das Haupt des Johannas und dann der Einzug des erwarteten Höheren unter Palmen und Jubelgesängen gaben prachtvolle bildliche Eindrücke, und alles, was überhaupt nach- wirkt, saßt sich in einzelne Szenmbilder zusammen. Die G-- stalt des Wüstenpredigers steht in rauhem geistigen Kontrast zu diesem sinnlichen Glanz; aber zu wenig klar und zu wenig fest geht er seinen Weg des Todes, der ins ewige Leben und in die ewige Liebe führt. Die Urtheile der übrigen Blätter befinden sich der Hauptsache nach mit der Meinung S chlenthers in Uebereinstimmung.
Galanterie auf hoher See. Unter diesem Titel
erzähierr Pariser Blätier folgendes Vorkommniß: „Eine der hervorragendsten Sängerinnen Frankreichs teerte kürzlich auf einem deutschen Schiffe aus Amerika zurück. ,Als sie eines Abends das Programm des Dinerkonzertes überflog, sah sie auf demselben einen Triumphmarsch aus dem Kriege von 1870 angetünbigt. „Ich bin sicher", sagte sie zu einer neben ihr sitzenden gleichsalls französischen Dame, „daß diese Unkorrekt- tzett uns gegenüber keine beabsichtigte ist, aber das ist mir gleichgültig. ' Ich bin zu sehr Pattiotin, um nicht sofort beim Anstimmen dieser Triumphsymphonie eine Kundgebung nach meiner Art zu machen. Sie werden sehen." Der Kapiiän, der dieses Zwiegespräch zufällig mitangehört und die Aufregung der Dame 'bcmerkt hatte, warf einen Blick auf das Programm und gab, ohne Aufsehen zu erregen, dem Steward mit leiser Stimme einen Befehl. Im Augenblick, da die deutschc Hymne erschallen sollte, schickte sich die französische Sängerin, die nur mit Mühe ihre Aufregung verbarg, an, von der Tafel auf- Der erste Ton klingt durch den Saal, die