4. Januar
Hanauer Anzeiger
Seite 5
Hessische Todtenschau.
(Schluß.)
A« 9. September zu Cassel der renitente Pfarrer und Metropolitan Georg Philipp August Schilling, §69 Jahre alt. Am 10. September zu Cassel der Pfarrer Lic. th. Heinrich Adam, 79 Jahre alt. Am 11. Sept. zu Fulda Kommerzienrath Franz Emil B e r t a. Am 12. September zu Koburg der Hauptmann a. D. Ludwig Freiherr von Danckelmann, 75 Jahre alt. Am 21. September zu Göttingen der Professor und Hofmaler Dr. Otto Heyden, 77 Jahre alt. Am 25. September zu Marburg der Pfarrer emer. Karl Theodor Ernst. Am 25. September zu Cassel der Erste Staatsanwalt Geh. Justizrath Wilhelm Schumann auS Hanau, 69 Jahre alt. Am 27. September zu Melsungen der Lehrer Konrad Hufschmidt, 65 Jahre alt. Im Oktober zu Marburg der praktische Arzt Dr. med. Moritz Gerhardt Thilenius, 59 Jahre alt. Am 6. Oktober zu Oedelsheim der Pfarrer Karl Theodor Kimpel, 54 Jahre alt. Am 6. Oktober zu Bieden- kopf der KreisphysikuS Dr.Kloß. Am 8. Oktober zu Straßburg der Ministerialrath Dr. Hermann Bickell, 53 Jahre alt. Am 8.'Oktober zu Marburg der Steuerrath Rudolf jJr m l e r, 65 Jahre alt. Am 8. Oktbr. zu Hanau Banquier M. Fürth, Mitglied der Handelskammer. Am 25. Oktober zu Marburg Dr. med. Friedrich Iu sti, 28 Jahre alt. Am 10. November zu Cassel der Oberstlieutenant z. D. Max Kraushaar, 57 Jahre alt. Am 1. November zu Exten der Pfarrer Friedrich Niemeyer, 65 Jahre alt. Am 10. No- wember zu Cassel der Rentner Felix Traube, 60 Jahre alt. Am 12. November zu Göttingen der Professor Dr. Hüter, 65 Jahre alt. Am 16. November zu Frankfurt a. M. der Professor Dr. Karl Jsrael-Holtzwart. Am 22. Dezember zu Karlsruhe der Major a. D. Geora von A p e l l. Am 28. November zu Meimbressen der Rittergutsbesitzer Gottlob Freiherr Wolff von Gudenberg. 42 Jahre alt. Am 5. Dezember zu Cassel der Professor Gustav Kaupert, '78 Jahre alt. Am 6. Dezember zu Oldenburg der Oberstlieutenant a. D. Hieronymus Schotten, 75 Jrhre alt. Am 17. Dezember zu Mittelbuchen Pfarrer Walt her, 75 Jahre alt. (C. A. Z.)
Marktberichte.
Frankfurt a. M.» 3. Januar. Es notiren je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mk. 20—20 25, kurhessischer M 20—20,25, norddeutscher —.—, russischer Mk. 20.50-21.75, Red- winter Mk. 21.25 21.75, Laptata Mk. —.—, Kansas Mk. 21.25 bis 21.75, Roggen, hiesiger Mk. 15—15.25, Mälzer Mk. —.—, russischer Mk. 15.25—15.75, Westernroggen Mk. 15.50—75, Gerste, hiesige Mk. 18.25—19.75, Pfälzer Mk. 19.50—20.25, fränkische —.—, Riedgerste Mk. 19—19 75, ungarische Mk. —.—, Hafer, hiesiger Mk. 14.25 bis 15, Württemberger Mk. —.—, bayerischer Mk. 14.25—15 25, russischer Mk. 14.50—15.75, amerikanischer Mk. 14.20—15, Mais, mixed Mk. 10.90-11, Donaumais Mk. 11—11.50, Laplata Mk. 11—11.50. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. — Mehl unverändert fest. Es notirt nach Qualität: Weizenmehl hiesiges Nr. 0 Mk. 29.75-30.75, feinere Marken Mk. 32.75-33.75, Nr. 1 Mk. ■28.75—29.75, feinere Marken Mk. 29.75—30.75, Nr. 2 Mk. 27.25 bis 27.75, feinere Marken Mk. 28.25-28.75, Nr. 3 Mk. 25 75—26.25, feinere Marken Mk. 26.75—27.75, Nr. 4 Mk. 24.25-24 75, feinere Marken Mk. 25—25.50. Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 23.75—24.75, Nr. 1 Mk. 21.25-22.25, Nr. 2 Mk. 16-00. Alles ver 100 Kilo inkl. Sack loco hier. — Futterartikel gesucht und theilweise höher. ES notiren: Weizenschalen Mk. 4.25—4,35, Weizenkleie Mk. 4.25—4.35, Roggenkleie Mk. 4.65-4.75, Futtermehl Mk. 5.50-6.75, Biertreber, getrocknet Mk. 4 75—5.00 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loco hier.
Frankfurt a. M.» 3. Januar. Amtliche Notirung der Vieb- rnarkt-Preise. Zum Verkauf standen: 418 Ochsen» 37 Bullen, 577 Kühe und Färsen, (Stiere und Rinder), 223 Kälber, 224 Schafe und Hämmel und 1181 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht : Ochsen: a. vollfleischige, ausgewästete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren Mk. 66—68, b junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 60—64, c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 56—58, d. gering genährte jeden Alters Mk. 50—54. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwerthes Mk. 56—58, b mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mk. 51—53, c. gering genährte Mk. 41—45. Kühe und Färsen: (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes Mk. 58—60, b. vollfleischige, aus gemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren Mk. 52 bis 54, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 46—48, d mäßig ge- uährte Kühe und Fmsen (Stiere und Rinder) Mk. 42—44, e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 32—36. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast) und beste Saugkälber Mk. 75—77, b. mittlere Mastrind gute Sangkälber Mk. 70—72, c. geringe Saugkälber Mk. 60 bis 65, d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) Mk. —.—. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel Mk. 54—56, b. ältere Masthämmel Mk. —.—, c. mäßig genährte Hämmel und Schafe <Merzschafc) Mk. 45—50. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1V< Jahren Mk. 64 bis 65, b fleischige Mk 63—64, c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber Mk. 50—56, d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) Mk. —.—. Aus Oestrreich standen 60 Ochsen zum Ver- ■fauf.
Vermischte Nachrichten.
k Ein schrecklicher ttnglücksfall ist es, über den die nachstehende amtliche Meldung aus Duisburg berichtet: Donnerstag Abend lOVs Uhr wurde ein von Sterkrade nach Oberhausen fahrender Jagdwagen auf der Kreuzung mit der Bahnlinie Osterfeld—Sterkrade (Emscherthalbahn) von der Maschine eines Zuges gefaßt und beiseite geschleudert. Von den Insassen des Wagens wurde getödtet: Oberförster Mer- rem ausHamm bei Düsseldorf; schwer verletzt^ und inzwischen verstorben ist Hermann Wuppermann aus Düsseldorf. Des Weiteren wurden noch 4 Personen verletzt, worunter Land gerichtsdirektor Wolff aus Düsseldorf. Die angestellten Untersuchungen ergeben, daß der Bahnwärter von^Posten 17 die unmittelbar neben feiner Bude befindlichen schränken nicht geschlossen hatte, obwohl er durch das Läutwerk von der be- norstehendtn Ankunft des Zuges rechtzeitig benachrichtigt war.
Der Wärter war zur Zeit des Unfalles 2V2 Stunden im Dienst nach vorhergegangener ILstündiger Ruhe.
Heftige Erdstöße um Eisleben. Die Nacht vom 31. Dezember bedeutete eine schwere Heimsuchung für Eisleben. Es wurden in der Zeit von Vgl bis V26 Uhr 14 gewaltige Erdstöße vernommen, von denen der erste und der letzte am intensivsten waren und in den Wohnhäusern die Wicthschaftsgeräthe ins Schwanken brachten. Welchen Schaden die Häuser erlitten haben, läßt sich zur Stunde noch nicht ermessen, sicher ist, daß die Grundmauern vieler Gebäude erschüttert sind. Die Erdstöße begannen schon abends VglO Uhr und dauerten fast ununterbrochen bis um Mitte des anderen Tages. Die Einwohnerschaft war in großen Aengsten, und die Stadtverwaltung denkt allem Ernstes daran, für eventuelle Fälle Baracken zu erbauen als Unterkommen für die durch die Erschütterungen aus ihren Häusern Vertriebenen. Möge der Himmel die alte Lutherstadt im neuen Jahre in seinen Schutz nehmen.
Erstickt. In Goldberg (Schlesien) ist in der Nacht zum zweiten Feiertag die Frau eines Hutmachers mit ihren drei kleinen Kindern erstickt. Im Zimmer war während der Nacht Feuer ausgebrochen. Der Mann war zu den Feiertagen zu Verwandten gereist.
Berloos«ngen.
Meininger 4proz. Prämien - Anleihe. Gewinn- ziehung vom 3. Januar 1898. Serie 1160 Nr. 21 ä 240 000 Mk. Serie 1795 Nr. 16 L 30 000 Mk. Serie 1092 Nr. 3, Serie 1398 Nr. 18, Serie 2279 Nr. 9 je 3000 Mk. (Ohne Gew.)
Etnhlweitzenbnrg * Raab - Grazer Prämien- Obligationen. Ziehung am 1. Januar 1898. Gezogene Serien: Nr. 606 1757 1951 2235 2598 2684 2702 2962 3431 3752 4972 5027 5618 5721 5904 7026 7710 7898 8034 8285 8484 9449 10093 10549 10905 11053 11116 11757. Die Prämienziehung findet am 1. April statt. -----------
Schiffsbericht.
HgMbttrg, 1 Januar. Der Dampfer „Arcidia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist- vorgestern in Boston eivge- trossen.
Bremen, 1. Januar. Der Dampfer des Norddeutscher Lloyd „Kaiser Wilhelm II.* ist vorgestern in New-Dork eingetroffen.
LorrÄon, 31. Dezbr. Der Castle - Dampfer „Norham Castle" ist auf der Ausreise vorgestern in Kapstadt angtkom- mm
New-York, 29. Dezbr. Der Dampfer „Westernland" von »er „Red Star State* ist von Antwerpen gestern hier angekommen.
Der Dampfer „Sicilia" ist am 28. Dezember wohlbehalten in New Dock angeksmmen.
Philadelphia, 30. Dezbr. Der Dampfer „Pennland" von der American Linie in Liverpool ist gestern hier eingetroffen.
Die Lage in Ostasien.
Zu der aus London gemeldeten, aus Paris aber abge- leugneten französischen Flaggenhissung auf der chinesischen Insel Hainan erhält die „Voss. Ztg." die nachfolgende Mittheilung: Eine Depesche der „Daily Mail" hält die Meldung aufrecht, daß die Franzosen Hainan besetzt haben; Admiral 'feboüiere habe Berathung mit dem französischen Vertheidigungsausschusse in Haiphong (Tonkin) gepflogen, in der die Besetzung der Insel beschlossen wurde, und sei dann über den Tonkingols gedampft und habe die französische Flagge auf Hainan gehißt. Sodann fei das Telegraphenamt in Hoihau beschlagnahmt worden. Die ganze Angelegenheit sei geheim gehalten worden und die Besetzung Hainans gleichzeitig mit der russischen Besetzung Port Arthurs erfolgt.
Hoihau ist der 6 km von Kinngtschau, der Hauptstadt Hainans, gelegene Hafen mit dem Fremdenzollamt. Kontre- Admiral Gigault de la Bedolliöre ist der Oberbefehlshaber der Seedioiston des äußersten Ostens und untersteht dem Generalgouvernement von Französisch-Jndo-China zu Saigon. So bleibt abzuwarten, welche Meldung sich schließlich als zutreffend erweisen wird. Vorerst ist nicht unwahrscheinlich, daß auch der neuen Nachricht der „Daily Mail" eine entschiedene Ableugnnng von Paris aus folgen wird. Inzwischen ist die englische Presse in auffällig ruhiges Fahrwasser eingelenkt. Sie beginnt die Politik der Unthätigkeit zu rühmen. — „Daily Graphic" veröffentlicht eine, seiner Erklärung nach ihm von maßgebender Stelle zugegangene Mittheilung, worin es heißt, daß das britische Geschwader angewiesen sei, sich in Tschemulpo zu versammeln, um die britische Diplomatie bei der Wahrung der Rechte des Finanzraths Brown zu unterstützen. Betreffend Port Arthurs heißt es in der Mittheilung weiter, daß China die britische Regierung offiziell von den Bedingungen in Kenntniß gesetzt habe, unter denen die Besetzung des Hafens durch Rußland erfolgt sei. Dieselbe bilde keinen Grund zu einer Beschwerde von Seiten Englands, da die Russen sich verpflichtet hätten, mit dem Ende des Winters den Hafen zu räumen. (??) Was Kiaotschau betreffe, so stimmten das Auswärtige Amt und die Admiralität darin überein, daß die deutsche Okkupation die britischen Interessen in den chinesischen Gewässern in keiner Weise bedrohe.
Ueber die Bewegungen des britischen Geschwaders in Ost- asien liegt folgende Meldung vor:
Tokio, 31. Dezbr. Nach hier eingegangenen Nachrichten befinden sich z. Zt. sechs britische Kriegsschiffe vor Tschemulpo.
Wir brauchen aber die politische Lage trotz all dieser maritimen Schaustellungen der Herren Briten wohl noch keines
wegs tragisch zu nehmm. Auch die nachstehende Londoner Meldung kann noch keineswegs davon überzeugen, daß es den Engländern mit ihrer scheinbaren Entrüstung und patriotischen Entschlossenheit wirklich Ernst ist:
Die Meldung, daß Rußland den chinesischen Zolldirektor Hart durch einen Russen ersetzen wolle, erregt in Londoner diplomatischen Kreisen Beunruhigung, da dies sicher zu einem englisch-russischen Konflikt führen würde. Vor Tschemulpo liegen jetzt acht britische Kriegsschiffe und vier Torpedoboote. Zwei japanische Kreuzer sollen auf dem Jangt tse Kiang sein. Bureau Dalziel meldet aus Shanghai, alle russischen Schiffe haben Wladiwostok verlassen, dessen Hafen durch Eisbrecher offen gehalten wird. — In einer Wahlrede in Aork erklärte Admiral Lord Charles Beresford, die Lage in Ostasien für alarmirend; er befürwortete ein englisch-japanisches Bündniß und den Erwerb einer FlottenbasiS für England in der Nähe des Golfs von Tschusan.
Der Petersburger Vertreter des „Daily Telegraph" theilt in einer langen Depesche die Aeußerungen eines russischen Diplomaten mit:
Die Entwickelung der ostasiatischen Frage hänge gänzlich von der Fortdauer der freundschaftlichen Beziehungen Rußlands zu der japanischen Regierung ab. Japan sei darüber durchaus im Klaren, ein voreiliges Eingreifen von dieser Seite daher nicht zu erwarten, da es gute Beziehungen zu Rußland, dem dahinter stehenden Frankreich und Deutschland zu schätzen wisse. Außerdem dürfte Japan überzeugt sein, daß Rußland nicht gegen japanische Jntereffen angehen werde und Japan bei einer möglichen Theilung Chinas, von der übrigens einstweilen aus allen möglichen Gründen keine Rede sei, nicht zu kurz kommen lassen würde. Japan sei überzeugt, daß e8 durch Zusammengehen mit Rußland, Frankreich und Deutschland Ziele in China erreichen könne, die ihm sonst unzugänglich wären.
Petersburg, 3. Jan. Diplomatische Kreise bezeichnen die russisch-englischen Beziehungen wegen des agressiven Vorgehens Englands in Ostasien als sehr gespannt. Die Blätter drohen England, falls es Rußland in Ostasien Schwierigkeiten bereite, daß Rußland Konflikte herbeirufen würde, die in der Erhebung eines allgemeinen Aufstandes aller England bisher unterworfenen asiatischen Völker bestehen würde. Man spricht von einer weiteren Vermehrung der russischen Kriegsschiffe in den chinesischen Gewässern.
Drahtnachrichten des „Han. Anz."
Wien, 4. Januar. An der gestrigen Besprechung mit Baron Gautsch nahmen nur die deutsch-fortschrittlichen Abgeordneten theil. Die Berathung soll auf ausdrücklichen Wunsch der Leitung der deutschen Volkspartei stattgefunden und einen unverbindlichen Charakter getragen haben. Von beiden Seiten wurde über den Verlaus Stillschweigen zugesagt, doch werden die deutsch-böhmischen Vertrauensmänner und die übrigen deutschen Abgeordneten über das Ergebniß der Berathungen am nächsten Samstag in Prag berichten. Die Eröffnungen Gautsch's sollen keinen ungünstigen Eindruck hervorgerufen haben. Sie betreffen, wie verlautet, eine Aktion der Regierung bezüglich der Sprachenfrage im böhmischen Landtage.
Budapest, 4. Januar. In der politischen Situation ist keine Aenderung eingetreten. Man glaubt annehmen zu dürfen, daß die äußerste Linke längstens übermorgen die Obstruktion aufgeben wird, woran dann die Generaldebatte über das Ausgleichsprovisorium anschließen wird.
Rom, 4. Januar. Bei der feierlichen Eröffnung der diesjährigen Session des obersten Gerichtshofes sprach sich der Generalstaatsanwalt Pascole über die Agitation der Klerikalen sehr scharf aus.
Nizza, 4. Januar. Im Laufe dieses Monats wird der Zarewitsch und das griechische Kronprinzenpaar hier erwartet.
Madrid, 4. Januar. Die Wey'.er-Affaire nimmt eine seltsame Wendung. Es scheint sicher, daß General Weyler den Zeitungen durch Mittelspersonen die Protestschrift zukommen ließ. Die Verfolgung wird dadurch erschwert, daß Weyler dem Senat angehört, das Parlament jedoch noch nicht aufgelöst ist und ernste Schritte daher erst nach erfolgter Kammerauflösung möglich werden. Mit Weyler's Protestschrift erscheint thatsächlich die Aera der Pronuyciamento wieder eröffnet.
Madrid, 4. Januar. Nach einer Nachricht des „Heraldo" aus Havanna hat der einheimische Ministerrath sich gestern mit der Ernennung des Unterstaatssekretärs beschäftigt. Gene- ralPanto, welcher in Havanna angekommen, hatte mit dem Marschall Blarco eine längere Unterredung.
London, 4. Januar. Die britische Regierung sandte, dem „Manchester-Guardian" zufolge, eine Depesche an die chinesische Regierung des Inhalts, sie könnte keine von China irgend einer Macht in irgend einem Hafen gewährten L-pezial- rechte anerkennen und beanspruche in jedem Falle dieselben Rechte auf Grund der Meistbegünstigungsklausel. Dies bezieht sich auch auf die Konzessionen für Bergbau, Eisenbahnen u. s. w. England würde eventuell Gewalt anwenden, um überall die gleichen Rechte zu erzwingen. Falls Deutschland die Konzession einer Flottenstation in Kiaotschau erhalt, werde England dann die Verpachtung von Landgebieten in demselben Hafen behufs Anlegung einer Flottenstation erzwingen. Japan soll China und den anderen Mächten eine ähnliche Erklärung überre cht haben. In diplomatischen Kreisen wird die Echtheit der Note wenigstens in dieser Form bezweifelt.
Kairo, 4. Januar. Mehrere englische Offiziere, welche die englische Expedition begleiteten, kamen zurück, weil sie befürchten, daß das schlechte Klima für die Truppen ein mörderisches sein werde.