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gebühr

für L.ad. - i ud Land­kreis Hanau 10 ^ die 4gespalrme Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 H.

Amtliches Axgau für StaöD unS LanöKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 1.

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 1.

Amtliches.

S1<rd1^eis ^anait.

Bekavvtmachuugeu des Oberbürgermeisteramtes.

Ocffciltliche Bekanntmachung.

Steuerveranlagung für das Stenerjahr 139399.

Auf Grund des § 24 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni 1891 wird hiermit jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagte Steuerpflichtige in der Stadt Hanau aufgefordert, die Steuererklärung einkcmmen nach dem vorgeschriebenen Formular in der Zeit vom 4. Januar bis 20. Januar 1898 dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wiffen und Gewissen gemocht sind.

Die obenbezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, auch wenn ihnen eine besondere Aufforderung oder ein besonderes Formular nicht zugegangen ist.

Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und desyuev zweckmätzrg mittelst Einschreibebriefes. Mündliche Erklärungen werden im Rathhaus Zimmer Nr. 16 während der Stunden von 1012l/s Uhr vormittags zu Protokoll entgegen genommen.

Die Versäumung der obigen Frist hat gemäß § 30 Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes den Verlust der gesetzlichen Rechtsmittel gegen die Einschätzung zur Ein­kommensteuer für das Steuerjahr zur Folge. Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Ver- schweigung von Einkommen in der Steuererklärung sind im § 66 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht.

Zur Vermeidung von Beanstandungen und Rückfragen ersuche ich, die den Angaben der Steuererklärung zu Grunde liegenden Berechnungen auf den Seiten 3 und 4 der Steuer­erklärungsformulare mitzutheilen.

Für die Berechnung des Abzugs für Unterhaltung und Abnutzung der Gebäude kommt wieder wie in ben Vorjahren ein Normalsatz von zusammen 1% des

Fenilletsn

Sta-ttheater in Hanau.

Hanau, 3. Januar.

Eine schöne Sitte ist es, die erste Stunde des neu beginnenden Jahres im Kreise seiner Freunde und lieben Bekannten zu verbringen; die frohe Stimmung wird erhalten und gefördert durch eine zufammen- «ebraute Bowle, deren Geist alle trüben Gedanken zu zerstreuen im Stande ist und frohere Hoffnungen für die Zukunft aufleben läßt. Die Novität, welche die Direktion unseres Stadttheaters am Neujahrstagc dem Pu­blikum vorsetzte, war auch so eine Art von zusammengebrauter Bowle mit kräftigen Essenzen, die Figuren, die uns darin entgegentraten, waren uns alte liebe Bekannte und die humorvollen Situationen hatten längst in anderen Lustspielen ihre zündende Wirkung bewährt; keine Wunder also, wenn die Zuschauer in eine frohe animirte Stimmung versetzt wurden und das hübsch zusammengestellte Lustspiel eine frohe Aufnahme fand. Hofgunst" betitelt sich die lustige Handlung und ihr wesentlicher Inhalt ist, daß das junge unverdorbene Tochterchen eines Landedelmannes an den Hof eines Fürsten versetzt wird, durch ihr frisches natürliches Wesen das Verträum deS jungen Fürsten gewinnt, diesem zu einer Gemahlin verhilft, sich dabei aber kompromitirt und durch die siltm strenge Mutter des Fürsten wieder vom Hofe verbannt wird und zu ihrem Barer zurück­kehren muß. Damit aber das kecke Fräulein, das in der Hofluft nicht zu leben verstand, auch ihre Belohnung erhält, wird ihr ein Bräutigam in dem ritterlichen und fchmucken Premierlieutenant von Halden, der fcfyon im ersten Akt um ihre Hand geworben aber einen Korb bekommen hatte. Warum nun das Fräulein,Vicky" heißt sie mit Namen, im letzten Akre anderen Sinnes geworden ist, bleibt ein Geheimniß des Verfassers und wir wollen uns auch nicht die Mühe nehmen, es zn ergründen. Anch weitere recht schwache Seiten hat das Lustspiel aufzuweisen und sein Ver­fasser Herr Thilo von Trotha wird auch nicht das Verdienst in An­spruch nehmen wollen, Originelles geschaffen zu haben, aber für leichte angenehme Unterhaltung hat er bestens gesorgt und diese Anerkennung soll ihm nicht vorenthalten werden. Ueber die Darstellung läßt sich fast durchweg nur Gutes berichten; das flotte Zusammenspiel machte dem vorzüglichen Regietalent des Herrn Steingötter wieder alle Ehre, auch nls Darsteller desLeo von Halden" war er ein flotter Offizier und trug sein Bestes zum Gelingen des Ganzen bei. Das in den Mittel­punkt der Handlung gestellte kleine Frl.Vickp" fand in Frl. Krause eine ganz reizende Verkörperung. Die entzückende Munterkeit ihres

Montag den 3. Januar

Feuerversicherungs-Taxwerthes in Abzug, Gebäudesteuer ist nicht mehr abzugsfäbiz.

Hanau am 6. Dezember 1897.

Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagurgs-Kommission für den Stadtkreis Hanau

7 Dr. Gebe schus.

Aileihkn der Stadt Hanau. Ziehung vom 30. September 1897. Auszahlung am 31. März 1898.

I. Anleihe vom 30. September 1880 (Privilegium vom 30. Juni 1880) I. Reihe zu 4°/» (XVII. Ziehung):

Lit. A. No. 103, 132, 148 ä 1000 Mk.

B. 23, 77, 92, 98, 126, 221, 269, 290 ä 500 Mk.

C. 79, 123, 176, 254, 256, 297, 302, 333, 470, 473, 581, 769 ä 200 Mk.

Rückständig: Lit. C. Nr. 760 ä 200 Mk.

II. Anleihe vom 1« April 1888 (Privilegium vom 30. Juni 1880) II. Reihe zu SW/o (VIII. Ziehung):

Lit. A. Nr. 5, 77, 134 ä 1000 Mk.

B. 97, 128, 260, 296 L 500 Mk.

C. 79, 116, 285, 310, 349, 376, 400, 779 ä 200 Mk.

Rückständig: Lit. C. Nr. 54 ä 200 Mk.

III. Anleihe vom L Oktober 1889, II. Serie zu 31/s°/o (VIII. Ziebung):

Lit. A. Nr. 120 ä 2000 Mk.

B. 157, 176, 182, 288 ä 1000 Mk.

C. 291, 313, 329, 343 ä 500 Mk.

D. 256, 265, 308, 395, 407, 417, 427,485 ä 200 Mk.

Rückständig: Lit. D. Nr. 372, 426 ä 200 Mk.

IV. Dieselbe Anleihe, I. Serie (VI. Ziehung): Lit. A. Nr. 94 ä 2000 Mk.

B. 76, 98 ä 1000 Mk.

C. 113, 150 ä 500 Mk.

D. 40, 133, 155, 175, 211 ä 200 Mk.

Hanau den 4. Oktober 1897.

Der Stadtrath

4 Heraeus.

Dicustuachlichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Cträngchen schwarze Wolle. Ein Opernglas mit Futteral. Eine Milchkanne. Ein Notizbuch.

Spieles, die natürliche Anmuth und Schalkhaftigkeit, mit der sie ihre Rolle ausstattcte, ließen den großen heiteren Erfolg des Stückes begreif­lich erscheinen. Der Fürst des Herrn Dysing hätte etwas weltmännisch gewandter zur Darstellung kommen dürfen, während Frau Lehmann in der Rolle der Fürstin Mutter vorzüglich wirkte. Um volle Anerkennung zu finden, hätte Herr Li nzen als Baron Hohen- stein etwas weniger Abhängigkeit vom Souffleurkasten verrathen dürfen. Eine recht wirksame Darstellung ward dem Kammerherrn von Roden durch Herrn Hille, auch die übrigen Hofherren fanden gute Verkörperung durch die Herren Walter und Gehrmann und den neuengagirten Herrn Meynadi er, der sich durch gefälliges Spiel und hübsche Sprache auszeichnete. Unter den übrigen Darstellern sei noch besonders Frl. B randow als Gräfin Birkenseid nnd Frl. Köller als Baroneß Hertha Wallberg genannt. Die Novität fand eine überaus günstige Aufnahme.

Der zweite Theaterabend des Jahres brächte uns die erste Vorstellung in dem geplanten Sudermann-Cyklus; zur Aufführung gelangte Snder- manns Erstlingswerk, die vielgerühmteEhre". Auf die Handlung des Stückes brauchen wir nicht näher einzugehen, sie ist bekannt genug und wiederholt besprochen worden. Was die Bedeutung Sudermann's für das litterarische Leben, besonders für die dramatische Produktionsweise der letzten Jahrzehnte betrifft, so kann kein Zweifel herrschen, daß er der deutschen Schaubühne neue Kraft und neues Leben Angeführt. Daß unsere Direktion uns das gesammte geistige Schaffen dieses Mannes auf dramatischem Gebiete vor Augen führen will, verdient volle Anerkennung und der erste auSverkaufte Theaterabend gab auch Zeugniß davon, daß man im Publikum das Unternehmen würdigt. Auch die Darstellung, die unter der Regie des Herrn Linzen von statten ging, war eine recht lobenswertste. Herr Singen zeichnete sich auch in der Wiedergabe des Kommerzienraths Mühlingk durch fein abgetönte Eharakteristik aus. Vervollständigt wurde die Familie des Vorderhauses in vorzüglicher Weise durch Frau Lehmann (Amalie), Frl. B r a n d o w (Leonore) und Herrn Meynadier (Kurt). Die Familie des Hinterhauses fand imlistischc Verkörperung durch Herrn Gehrmann und Frau Millar als Ehe­paar Hcinecke; die schöne Sünderin Alma fand in Frl. Krause eine Darstellerin, die sich durch verstäudnißvolles Eingehen in die Anforderungen der RoRe auszeichnete. Eine schöne Leistung, gepaart mit Natürlichkeit und T^perament, war derRobert" des Herrn Dysing; besonders im drillen' 91« wußte er die Gefühlsausbrücke glaubhaft und wahr auszu- drückest ünd die oft vermißte Wärme in seinem Spiel kam hier und da zum Durchbruch. Das Ehepaar Michalskp fand ebenfalls vortreffliche Darstellung durch Frl. Walt her und Herrn Walter. Der dankbaren

1898.

Zwei Hundemaulkörbe. Ein Paar schwarze Kinderhandschuhe. Ein Portemonnaie mit einigen Pfennigen.

Zugelaufen: Ein rehbrauner Pinscher m. Geschl.

Verloren: Ein gehäkeltes'Halstuch.

Hanau am 3. Januar 1898.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-BureauHerold".)

Wien, 2. Januar. Die Neujahrsbetrachtungen der Blätter sind vorwiegend pessimistisch. Die Blätter konstatiren, daß die Aussichten für das Jahr 1898 infolge des Kon­kurrenzkampfes Amerikas gegen Europa und wegen des Zwie­spaltes der Nationen und Konfessionen in Europa ebenfalls ungünstig sind.

Wien, 2. Januvr. Baron Gantsch hat außer den deut­schen auch die böhmischen Parteiführer nach Wien berufen be­hufs neuerlichen Konferenzen und Anbahnung eines modas vivendi, besonders in der Sprachenfrage.

Venedig, 2. Januar. Die Regierung befahl die Aus­rüstung des KriegsschiffesBauson", welches bestimmt ist, nach China zu gehen.

Paris, 2. Januar. Im Eingänge des Hafens von Cette ging der französische DampferLombard" unter. Der Kapitän und 5 Mann sind ertrunken.

Paris, 2. Januar. Gestern Abend war hier das Ge­rücht vom Tode des Fürsten Bismarck verbreitet. Auf der deutschen Botschaft erklärte man nur, daß ein gleiches Gerücht in London und Berlin verbreitet wurde. In letzter Stunde traf jedoch von der deutschen Botschaft in London die Nach­richt ein, daß dieses Gerücht unbegründet sei.

Paris, 2. Januar. DemEcho de l'armee" zufolge sind in mehreren Dragoner - Regimentern neue Gewehr­patronen probeweise eingeführt worden. Mit denselben sollen bei der Infanterie bereits gute Resultate erzielt wor­den sein.

Warschau, 2. Januar. Die Polizei entdeckte eine Ge- Heimdruckerei, in welcher die in letzter Zett verbreiteten revo­lutionären Ausrufe gedruckt worden sind. Viele Verhaftungen sind vorgenommen.

Hessische Todtenschau.

An hervorragenden hessischen Persönlichkeiten starbm im Laufe des Jahres 1897: Am 1. Januar zu Bruchköbel der Metropolitan Schminke, 70 Jahre alt. Am 13. Januar zu Fulda der Oberstlieutenant a. D. Kleckl. Am 17. Januar zu Marburg der Privatdozent Dr. jur. Otto Mueller, 41 Jahre alt. Am 25. Januar zu Marburg der Dr. jur. Julius Wolfs, 69 Jahre alt. Am 25. Ja­nuar zu Caffel die Schrrftsteüerm Frida Storck, 46 Jahre UBHffl&aMMMBHHMHMMMMMBBflMMMfUBU.

Parthie des Grafen Traft entledigte sich Herr Steingötter in durch­aus befriedigender Weise. Frau Hille und die Herren Tyrkowski, Hilden und Achenbach vervollständigten das gute Ensemble.

Vermischte Nachrichten.

Hamburger Stadtthcater. Zu einer Sitzung des Verwaltungsraths der Hamburger Stadtthealer-Gefellschast, zu welcher die Herren Franz Bittong und Max Bachur zuge­zogen waren, wurde diesen die Direktion des Stadttheaters unter Zusicherung eines großen Garautiefonds für fünf Jahre argetragen. Ueber die Annahme der Anerbtetuvg haben beide sich kurze Bedenkzeit Vorbehalten.

Der Sänger warf die Harfe weg. In der Wiener Hosoper gab es bei der kürzlichenTannhäuser"- Aufführung einen Skandal, da das Publikum entschieden gegen die Cloque für einzelne Sänger und gegen das Klatschen bei offener Szene in Wagner'schen Opern protestirte. Nach dem Liede ReichmannsAn den Abendstern" applaudirten Reichmanns Freunde demonstrativ, worauf das übrige Pub­likum um so lauter zischte und mit Zwischenrufen protestirte. Reichmann warf erregt die Harfe zu Boden und rief in8 Publikum:Man stört die Vorstellung, ich kann nicht weiter singen!* Damit verließ er die Bühne.

Eine Stadt ohne Hnnde. Auf Anordnung deS Bezirksthierarztes mußten in Pisek in Böhmen sämmtliche ^unde getödtet werden. Im Oktober wurden von einem tollen Hunde ein Hirtenknabe, vier Stück Kühe vnd einige Hunde Ibissen. Der Schäserjunge starb an den Folgen der Hrndrwuth und auch die vier Kühe mußten gekeult woben. Da nun in letzter Zeit in Pisek neuerdings mehrere Hunde wuthkrank wurden vnd somit eine entsetzliche Gefahr für die Bewohner der Stadt bestand, griff der Bezirksthier- arzt zu der erwähnten summarischen Maßregel und ließ alle Hunde der Stadt vrrtilgm.