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Die einzelne Nummer kostet 10 ^.

MouvemeutS«

Preis:

Jährlich 9 M.

Mjährl. 4 Ji 50 & Vierteljährlich 2 M 25 ^.

Für auswärtige éennenten mit dem betreffenden Postauffchlag.

EinrückungS- gebühr

für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond« zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.

Amtliches (Ngan für öfaâf- unö Lauökreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

K. 304. Mittwoch den 29. Dezember

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1897.

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Amtliches.

Dienstilachrilhtcn aus dem Kreise.

Gefunden: Ein weißes Taschentuch mit Monogramm.

Welt unsereHeldenthaten" zu verkünden. Doch, um Dich nicht länger auf die Folter zu spannen, höre: Wir lagen

anfangs dieser Woche S. M. SchiffeKaiser",

Wilhelm" undCormoran"

Prinzeß

an Zahngebiß vom rechten Unterkiefer. Ein an brauner Glacehandschuh (linker). Ein Theil

Notizbuch, von einem

ganz friedlich in Shanghai

Schlittschuh.

Verloren: Ein Frachtschein. Ein Untersatz von einer

tegulatoruhr.

Hanau am 29. Dezember ^1897. 4

^taöt&rete ^anau.

Bekauutmachunqea des Oberbürgermeisteramtes.

und dachten nächstens nach Hongkong zu gehen, da kam am Dienstag (9. November) der Befehl, am nächsten Tage in See zu gehen. Vorher wurden allerlei geheimnißvolle Vor­bereitungen getroffen. Wir beschafften eine Menge Geld, ; nahmen Dauerproviant für 25 bis 30 Tage an Bord u. s.

w. Das Ziel der Reise war Niemand bekannt. Wir gingen

am Mittwoch in See und nahmen nach einigen Winkelzügen, die wohl die uns beobachtenden Engländer täuschen sollten, 1 ausgeprägten Kurs nach Norden. Während der Fahrt wurde füberhaft gearbeitet. Sämmtliche Seitengewehre wurden ge- ; j^ärft, scharfe Patronen gefettet, die Boote mit allem zur

Bekanntmachung.

Nach Anordnung des Herrn Regierungs-Präsidenten ist, Kanbung Nöthigen versehen der Zweck blub noch immer ie Liste der Stimmberechtigten für die Wahlen zur Stadt- ^â^^- ^^ Ostern Sonnabend, 13. November erordneten-Dersammlung der Stadt Hanau in der Zeit vom ^^ ^H der Kommandant die ganze Besatzung auf dem . bis einschließlich 15. Januar 1898 offenzulegen. Die Achterdeck antreten und las uns einen Divisionsbefehl vor, iste liegt im oberen Rathhaussaale werktäglich während der ®er âs^//

' " - - v -Auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers habe ich den mir

Fahnenwache und dem Donner der Salutgeschütze unserer Schiffe die deutsche Kriegsflagge an demselben Flaggenmaste empor, an dem zuvor der weiße Drache im blauen Felde niedergegangen war. Unsere Landungsdivision hält die Forts besetzt, wo man übrigens eine Unmenge Granaten und Pulver, indeß ungehütet und verwahrlost, gefunden hat, und wir an Bord sind gerüstet, um nöthigenfalls jeden Augenblick unsere Geschütze spielen zu lassen. Daß wir so ganz unangefochten uns des neuen Landes, der ersten deutschen Besitzung in Ost­asien, freuen sollen, will uns noch nicht so recht in den Kopf, denn es scheint ein fruchtbares, gesegnetes Fleckchen Erde zu sein. Aber ehe sie uns die deutsche Kriegsflagge dort an Land niederholen, müssen sie uns manchen Blutstropfen opfern, denn wir geben das Errungene nicht so leichten Kaufes aus wie die Chinesen. Das ist einmüthige Gesinnung bei uns allen.

Stunden von 10 bis 1 Uhr und von 3 bis 7 Uhr zu Jeder- , . . _. _ t t . .

lanns Einsicht offen; während des genannten Zeitraumes unterteilten Schiffen der Kreuzerdwision den Auftrag zu über- MN nach § 22 Abs. 3 der Städteordnnng vom 4. Avâ°âln, sur die lungst erfolgt- schändliche Ermordung deutscher 897 jeder SlimmbereLtigte gegen die Richtigkeit der Liste Misttonare zu Schanlung von China die noch ausstehende - - Genugthuung zu erzwingen. Zu diesem Zwecke haben Sie

ei dem Stadtrathe Einspruch erheben. Hanau am 22. Dezember 1897.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

.die Kiaulschou-Lay zu besetzen und die Aufgabe der Uuter- inehmung mit allen Ihnen zu Gebote stehenden Mitteln

Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschufies

Donnerstag den 30. Dezember 1897,

nachmittags 5 Uhr.

Berathungs- G e g e n st ä n d e:

1. Umbau des Stalles in der Kanalmühle M. 8000, E.-O.

18119 durchzusetzen."

Unser Kommandant wies auf die Bedeutung dieses Be- ' fehls hin, und es war ein feierlicher Augenblick, als das

brausende Hurrah aus Hunderten rc- Kehlen das Gelöbniß der Treue zu Kaiser und Reich bis zum Tode über das Meer dahinscholl. Du hättest die Begeisterung unserer Leute sehen sollen, Du hättest sehen sollen, wie sie nachher von den an Bord als nothwendige Bemannung des Schiffes zurück-

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3.

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7.

Tit. I pro 1898/99.

Herstellung von Schulräumen in Erbsengasse und Alt-! städter Rathhavs für die gewerbliche Fortbildungsschule M. 13.000, E.-O. Tit. I pro 1898/99.

Freilegung der Ramsaystraße, Kosten M. 3250, E.-O.

Tit. II 5 pro 1898/99.

Aeußere Herstellung der Oberrealschule M. 4200, Tit.

E.-O. pro 1898/99.

Bauliche Herstellungen in der Aula der Oberrealschule, Tit. E.-O. pro 1898/99.

Die Baulinienfeststellung in der Akademiestraße betr. Siehe E.-R. 316.

Etat des Wasserwerks pro 1898/99, E. u. A. M. 92075.

bleibenden Kameraden Abschied nahmen z. B. mit den Worten:Du, Karl, hier sind die Schlüssel, Du weißt ja, das Bild unten in der Kleiderkiste, das schick' meiner Mutter, wenn ich dort bleibe" und Du müßtest zeitlebens diese goldenen Kerls gern haben. Nun, so schlimm, wie Viele dachten, ist es nicht geworden. Aber das konnte ja Niemand

im Voraus wissen, und die Mittel waren da, von uns das Lebenslicht auszublasen. Freilich, waren eben in den Händen von Chinesen.

Von hier ab nimmt nämlich die Sache komödienhaften Verlauf. Als heute (Sonntag,

um manchem diese Mittel

einen etwas

14. Novbr.) unsere kombinirten Landungsabtheilungen mit voranschreitender

8. Rückerstattung von zus. M. 2400 zu viel erhobener Umsatzsteuer.

Musik im Sektionsmarsch von der Landungsstelle aus ab­rückten, da marschirten die Bewohner des Landes, offenbar froh über die hübsche Abwechslung, nach dem Takte der Musik vergnügt neben den Unserigen ter. Die 2- bis 3000

Mann starke chinesische Besatzung, die gerade militärische

9. Abänderung des Statuts, die Lungenheilstätte betr. «Z SSL , ^'^' " ""^^c

10. Tie Desivfizirung der Kanäle und bffentlichen Pissoirs!k^^''.urachte,^räumte umerwurstg den Exerzierplatz, weil

betreffend.

11. Erneuerung der Schulbänke in den 3 Mädchenschulen,

i sie glaubte, wir wollten auch ein wenig exerziren. Und ehe die Chinesen überhaupt eine Ahnung davon bekamen, was

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13.

14.

15.

I. Rate M. 3600 pro 1898/99.

Rechnung der Kleinkinderschule pro des Wasserwerks der Badeanstalt

1896/97.

16.

Ankauf von 160 qm Grundstücksparzellen in die Lam- boystraße fallend, M. 6 pro qm.

Etat der Knaben- und Mädchenvolksschule pro 1898/99,

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18.

19.

20.

Knabenschule E. 18600, A. 70750, Zusch. 52150.

Mädchenschule E. 22650, A. 77650, 55000.

Etat der Kaben- und Mädchenmittelschule pro 1898/99, Knabenschule E. 10600, A. 50550, Zusch. 39950.

Mädchenschule E. 10300, A. 43900, " 33600.

Etat der höheren Töchterschule pro 1898/99, E. 29150, A. 59600, Zusch. 30450.

Etat der Oberrealschule pro 1898/99, E. 65500, A. 122 500, Zusch. 57000.

Etat des Gaswerks, E. u. A. 474 800.

18203

Ueber die Besetzung von Kiantschon

liegt heute ein interessanter Privatbrief aus der Feder eines zur ostastatischen Kreuzerdivision gehörigen Teutschen vor, der in überaus anschaulicher und stellenweise recht humoristischer Darstellung ein lebendiges Bild von dem Verlaufe der denk würdigen Expetition entwirft. Ter Brief lautet nach der Köln. Ztg. wie folgt:

Wir haben heute hier ein ganzes Kapitel Geschichte ge­macht. Während ich diese Zeilen schreibe, arbeitet der Tele­graph schon nach allen Weltgegenden, um der staunenden

wir vorhatten, waren die wichtigsten Punkte des ganzen Ge­bietes besetzt. Der Oberbefehlshaber wurde herangeschleppt, und die kaiserliche Verfügung wurde ihm durch Dolmetscher vorgelesen. Der arme Kerl wurde kreidebleich. Wir stellten ihn vor die Wahl, entweder frei mit seinen Leuten abzuziehen und uns die paar Forts einzuräumen oder es auf einen Kampf mit unserer gelandeten Division und unseren Panzer­schiffen, von denen die schweren Geschütze klar zum Feuern drohend herüberschauten, ankommen zu lassen. Bedenkzeit drei Stunden. Na, der Mann that, was vom Standpunkte der Vernunft und der Menschlichkeit aus das einzig Richtige war, was er freilich, vom Standpunkte unseres militärischen Ehr­gefühls betrachtet, nie und nimmer thun durste: Er holte schließlich seine Flagge nieder, gab seinen Offizieren und Mannschaften den Befehl zum Abrücken und ging den dornen­vollen Weg, der ihn eigentlich zur Rechtfertigung vor seinen Kaiser führen sollte, meistens aber zur Hinrichtung führt. Der arme Mensch kann einem wirklich leid thun. Nun, viel­leicht thut er doch noch, was er angeblich aus Rücksicht auf seine Familie nicht thun darf, nämlich er stellt sich unter unseren Schutz und wird deutscher Unterthan. Noch schlimmer daran sind übrigens die armen chinesischen Soldaten, die heute Nacht unter freiem Himmel schlafen müssen. Die armen Kerls sind, mit dem Bündel unter dem Arm lumpig und ohne Nahrung ausgezogen. Wo sollen sie hin? fragen wir uns, wenn wir selbst nicht Rath schaffen. Freilich noch schlechter wäre es ihnen ergangen, wenn es zum wirklichen Kampfe gekommen wäre. Um 3 Uhr nachmittags stieg unter den Klängen der Nationalhymne, den Ehrenbezeugungen der

Politische und ««politische Nachrichte«.

(Depeschrn-Bur eau .Herold.")

Berlin, 28. Dezbr. Zu der gestrigen Mittagstafel beim Kaiserpaar war auch Staatsminister von Bötticher ge­laden.

Berlin, 28. Dezbr. Das Requiem für die verstorbene Fürstin Hohenlohe fand heute Vormittag um 10 Uhr in der Hedwigskirche in feierlicher Weise statt. Der Kaiser ließ sich dabei durch den Prinzen Friedrich Leopold vertreten, welchem sich seine Gemahlin angeschlossen hatte. Sämmtliche fremde Fürstlichkeiten waren offiziell vertreten. Von der Familie erschien nur der Erbprinz und die Erbprinzessin. Das diplo­matische Korps war, soweit es in Berlin anwesend, voll­zählig zur Stelle, ebenso die Vertreter der Reichsämter und zahlreiche Offiziere.

Berlin, 28. Dezbr. Der aus Rom wieder hier ein- getroffene Bischof Anzer ist vom Kaiser für heute Abend nach dem neuen Palais zur Audienz geladen worden.

Berlin, 28. Dezbr. TerReichsanzeiger" veröffent­licht die Verleihung des Kronenordens 1. Klasse an den bis­herigen Unterstaatssekretär Freiherrn von Rotenhan.

Berlin, 28. Dezbr. DerDeutschen Tageszeitung" zu­folge ist in den Kreisen, die davon unterrichtet sein könnten und müßten, nichts davon bekannt, daß, wie eine hiesige Korre­spondenz zu melden wußte, die preußische Staatsregierung die Absicht habe, dem Landtag noch in dieser Session eine neue Novelle zum Vereinsgesetz zugehen zu lassen.

Prag, 28. Dezbr. Der Bürgermeister von Wschowitz sammt seinen beiden Knechten wurde verhaftet. Die Ver­haftung soll mit den Exzessen gegen die dortige deutsche Schule in Verbindung stehen. Auch soll der Bürgermeister an den Diebstählen, welche in letzter Zeit auf dem Staalsbahnhofe verübt wurden, beiheiligt sein.

London, 28. Dezbr. Eine Wiener Timesmeldung be­sagt, zwischen Berlin und Wien sei ein Meinungsaustausch über die Besetzung Kiau Tschau's gepflogen worden. Dem Vernehmen nach war das Ergebniß, daß jede Aenderung der bisher von Oesterreich im fernen Osten verfolgten zurück­haltenden und beobachtenden Politik unnöthig erachtet werde.

Gibraltar, 28. Tezbr. Gestern Nachmittag landete Prinz Heinrich von Preußen und stattete dem englischen Gouverneur einen Besuch ab. Dieser gab abends zu Ehren des Prinzen ein Diner. Das deutsche Geschwader hat heute bereits die Reise fortgesetzt.

Witter««gsberrcht.

Voraussichtliche Witterung: Zunehmende Bevölkerung; ' dann etwas wärmer.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 28./12.

Sehr trocken Beständig

Schön Veränderlich

Regen (Wind)

Viel Regen Sturm

29./12.