^PrÄ?^
Jährlich 9 * DWährl. 4u*5Ö*
Vierteljährlich 2 M 25 4.
Für auswärtige Momenten mit de» betreffenben PEaufschlag.
Lie einzelne
Nummer kostet 10 ^.
Kinrückung«.
gebühr
für Stadt- und Landkreis Hanau 10 4 d« gespaltene Garmond« zeüe oder deren Raum, für Auswärts 15 ^
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, fâ,
Auswärts 30 ^.
Amtliches Grgan für Staöt^ unS LauSKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 294.
®^™®™
Donnerstag den 16. Dezember
1897.
MS
WMM^EW^MWi
Dicnstnirchrilhten aus dem Kreise.
Gesunden: Ein Buch der spanischen Sprache. Eine Sturmlaterne. Eine braune Plüschkappe.
Auf dem Main zugeschwommen: Eine weiße Gans; Empfangnahme bei Andreas Rüffer zu Keffelstadt.
Verloren: Am 11. ds. Mts. eine Quittungskarte Nr. 2, auf den Namen Albert Schleiden, Maler, aus Groß' Salze, lautend.
Hanau am 16. Dezember 1897.
des Absatzgebietes infolge der Ueberschwemmung Westeuropas beiholen. Es werde nicht lange dauern, dann müsse man mit amerikanischem und rumänischem Getreide stören um so diese polnischen Arbeiter ansässig machen und sei die Poloni- mehr das Gleichgewicht der russischen Volkswirthschaft, als das sirung im Gange. Es sei zu hoffen, daß die beabsichtigte Zarenreich nicht über eine sicher stabilirte Kapitalkraft ver- Vermehrung des Ausiedelungssonds im Abgeordnetenhause befugt. Daher das eifrige Bestreben der russischen Regierung, willigt werde. Betreffs der Arbeiten des wirtschaftlichen die einheimische Industrie zu fördern und ihr Absatzgebiete zu Ausschusses bittet Redner, bei der Feststellung neuer Handelssichern, die sie zugleich politisch und militärisch beherrscht., Verträge nicht wieder so summarisch zu verfahren, wie dies bei Persien und China sind die beiden Länder, die Ruß- der Festlegung der jetzt bestehenden Verträge in der Thatge- land für seine Industrie zu erobern sucht, und zwar indem schehen sei. Redner erinnert an das nachabmenswerehe Vor-
Nach China.
Ein glänzendes Marineschouspiel entfaltet sich heute im Kieler Hosen: das Geschwader von Panzerschiffen und Kreuzern, dos zur Verstärkung unserer Flottenabtheilung in den chinesischen Gewässern bestimmt ist, geht, mit dem Oberbefehlshaber und Admiral Prinzen Heinrich an Bord und unter dem Geleit des Kaisers, in See. Es war hohe Zeit, daß Deutschland im fernen Osten aus seiner Rolle bescheidener Zurückhaltung heraustritt und mit Ernst und Nachdruck seine Interessen wahr nimmt. Eine reale Machtentfaltung ist erforderlich, vm den Chinesen zu imponiren und sie an europäische Grundsätze des Völkervirkehrs zu gewöhnen. Die deutsche Regierung und die Volksvertretung haben sich bisher nur dazu aufschwingen können, unsere ostasiatischen Dompferlinien zu subventioniren. Wenn aber der deutsche Kaufmann über einige ckinifische Küstenplätze hinaus in die reichen Provinzen des Inneren vordringen und mit den anderen europäischen Nationen, die intensiv an der Ausbeutung Chinas betheiligt sind, Rußland, England und Frankreich, ernstlich in Wettbewerb tieien soll, dann muß die deutsche Flotte einen festen Stützpunkt an der Küste haben, der von deutschen Kriegsschiffen geschützt ist und unveräußerlich in deutschem Besitz bleibt.
es zunächst Verkehrslinien dorthin eröffnete. Für die Handels- g^en der leitenden Männer in Frankreich. Dort sei die politische Umspannung Persiens dient die transkaspische, für Regierung vom Parlamente vor Kurzem ermächtigt worden, die Chinas die transsibirische Bahn. Weil Rußland seine provisorische Zölle gegen Amerika einzuführen. Was zum ganze Kraft auf diese großen Ziele konzentrirt, vermeidet es Schluffe unsere wichtigste Vorlage, die Flottenvermehrung, sorgfältig jeden Anlaß, der zu einem Kriegsausbruch in der betrifft, so ist gewisse Hoffnung auf eine Verständigung vor- Türkei führen könnte, und ist aus einem Feind zu einem Handen.
Freund des Sultans geworden, wie umgekehrt England in Abg. Bebel (Soz.): Graf Kanitz habe geäußert, der seinem Bestreben, dem russischen Rivalen in Asien Verlegen- russische Handelsvertrag sei nur mit Hilse der sozialdemokra- heiten zu bereiten, aus seiner früheren freundlichen Haltung tischen Stimmen zu Stande gekommen. Die Art des Bei- am Bosporus zu einer feindseligen übergegangen ist, falls auf der Rechten veranlasse ihn, zu bemerken, daß die Daß Deutschland in China den Russen unbequem wird, fozialdemokl mischen Stimmen mindestens ebenso viel werth ist kaum zu befürchten. Aber auch die Gefahr, daß das seien, wie die der Rechten. Die Behauptung, daß zu wenig deutsche Vorgehen in China die französischen Interessen schä- für die Ueberschwemmten geschehen sei, müsse er »oll aufrecht digt, ist nicht groß. Frankreich bohrt den chinesischen Koloß
im Süden von seinen Besitzungen in Tonkin aus an, und : die Tonkingrenze ist von Schautung und Kiau-Tschau durch
erhalten. Das gespendete Geld im Betrage von 2 Millionen sei lediglich aus Sammlungen hervorgegangen. Seit 100 Jahren hätte ein Kulturstaat wie Preußen bereits Millionen opfern müssen, um solche Katastrophen abzuwenden. Die
16 Breitengrade getrennt. Auch Frankreich baut zunächst
Eisenbahnen von Tonkin aus, um den Handel in den chine-! |lt |tcyt llMl UU|
fischen Provinzen Kwangsi und Jünnau an sich zu reißen und dem Papier. Den Schaden hätten die Gesellen und Arbeiter; ihn^^on^ seinem jetzigen Wege den Westfluß abwärts an die aber die Meister mästeten sich, wie sie selbst gelegentlich eines Vereinsfestts zugestanden hätten. Redner vertheidigt sodann
Bäckereiverordnung werde nicht durchgeführt, sie stehe nur auf
Küste abzulenken. Die französischen Kapitalisten werden bei diesen Unternehmungen in verständnißvoller Weise von den gesetzgebenden Körperschaften ihres Landes unterstützt.
Durch die französischen Südchinabahnen würde die Be-
nochmals das Vorgehen der Bergarbeiter im Saargebiet. Der Ausstand sei lediglich wegen Nichtbewilligung durchaus berechtigter Forderungen eingetreten. Die Strafe für die nicht wiederangestellten Arbeiter habe in keinem Verhältniß zu deren geringem Vergehen gestanden. Das sei eine Ungerechtigkeit gewesen. Diese Arbeiter hätten vielmehr Gnade verdient wie j-ne hochgestellten Sittlichkeitsverbrecher, die ihre Mitmenschen im Duell ermorden. Den Kriegsminister fragte er, wie will man denn jetzt noch die Rüstungen rechtfertigen, nachdem die
deutung von Canton und Hongkong für den chinesischen Ein- und Ausfuhrhandel bedeutend herabgedrückt werden und England, das diese Plätze beherrscht, ist daher auch in China der natürliche Feind Frankreichs. England steht in seiner Jsolirung dort einem deutsch-russisch-französischen Dreibunde gegenüber, der schon einmal beim ............ rv. #lv uvll|(U,T(l u^I1Hl!)l)(/ 11UWVIU1 U1C
Frieden von Schimonoseki seine Kraft erprobte, als er Japan - Monarchen wiederholt gegenseitig sich ihre friedlichen Absichten
Zu einem solchen Stützpunkt ist kein Pletz geeigneter als die gerät mi[e Kiau Lschar -Bucht an ter Südküste der kohle- und erzreichen Halbinsel Shantung. Die Bucht wurde vor einigen Jahren von den Russen oufgenommen, die sie zu einem russischen Kriegshasen machen wollten. Schon aus diesem Umstand geht hervor, daß die örtliche Wahl der deut- 1 H_______D_o,_.l_„.a ,.^ ..... (...... ,.^....
fchcn Festsetzung ander chinesischen Küste nicht ohne russisebes Halt gebot, und der durch die gegebene Lage der ostasiotischen versichert haben? Was wollen wir denn mit Flotte, Ar- Einverstândniß erfolgt sein kann. Diese Hypothese erhält Verhältnisse zu weiterem Anwachsen bestimmt scheint. Um sich! tilleriereorganisation und Armeesorderungen? Niemals sei der eine weitere Begröntung dadurch, daß sich die russische seiner Rivalen zu erwehren, müßte das europäische schon mit Sozialdemokratie ein kräftigeres Agitationsmittel geliefert Machtsptöre über die Halbinsel Shantung, die von Süden ^em ostasiatischen Großbritannien einen Bund schließen und worden, als gestern durch die Auslassungen des Staats- her den Golf von Tschili abschließt, erstreckt. Von Norden ^'nninn^'c‘n'nnti ^^ nis brieten Nnnk.s^o^se-" $>na «u^a- s,»,«i^..c— —- m-f-<—"- ^— m ..... »
her wird bei Golf durch die vorspringende Halbinsel Liaotung abgeschlossen, die beim Friedensschluß von Shimonoseki durch die vereinten Bemühungen Rußlands, Deutschlands und Frankreichs den Japanern wieder entrissen wurde, um an China zurückgkgkbkn und der russischen Machtsphäre einverleibt zu werden. Nack der in wenigen Jahren zu erwartenden Vollendung der rstsibirischin Bahn und Fertigstellung der Anschlußlinien, die durch die Mandschurei nach Peking führen, wird der ganze Norden Chinas in handelspolitischer Beziehung Rußland unterworfen sein. Für Deutschland gilt «& sich einen Antheil an dem Gewinn zu sickern, den die Erschließung der chinesischen Nori Provinzen über die Unternehmung? kräftigen Völker ausschütten wird.
Angesichts der Ausfahrt des Kieler Geschwaders taucht das Bild der Wikingersahrten auf, die ebenfalls von den nordischen Häfen ausgingen, jener kühnen Normannenschaaren, die auf ihren hohen Schiffen alle Meere durchkreuzten und sich im sonnigen Süden neue Reiche gründeten. Etwas von der stählernen Natur dieser Recken des Nordens lebt auch in unseren Matrosen und den Eeebataillonen. Die verweichlichten Mongolen werden trotz ihrer Ueberzahl gegen die selbstbewußte Kraft unserer Marinesoldaten nichts auszurichten vermögen. Aber die deutsche China-Expedition ist kein regelloser Freibeuterzug, in dem nur bie peri änliche Kraft den Ausschlag gibt, wie bei den norman- v!i >en Kriegssahrten. Sie ist vielmehr planmäßig angelegt, wird mit allen Mitteln moderner Schiffsbau- und Kriegs- technik arisgeführt und entspringt dem durchaus staatsmännischen Gedanken der Zweckmäßigkeit. Die aufstrebende deutsche Industrie muß sich neue Absatzgebiete schaffen, wenn sie nicht binnen Kurzem von fremden Jndustrieen überflügelt und erdrückt werden, soll. Welcher Markt aber bietet günstigere Chancen als das Reich der Mitte mit seinem Menschen- gewimmel von 4C0 Millionen! Rußlands ganze asiatische und damit auch europäische Politik ist durch den Gesichtspunkt bestimmt, seiner Industrie weite und sichere Absabge- biete zu verschaffen. Schon seit Jahren befindet sich die russische Landwirthschaft in einer Periode fortschreitenden Nieder-
England-Japan sich als dritten Bundesgenossen das alters- sekrelärs Grafen von Posadowsky. Ter Arbeitermangel auf schwache und noch kürzlich im Kriege mit Japan gedemüthigte ^dem Lande habe seinen Grund darin, daß die Arbeiter un- China mit seiner erstarrten und vermodernden Kultur an-; menschlich behandelt werden und übermäßig arbeiten müßten, gliedern. Für Deutschlands Weltmachtstellung verspricht aber Das einzige Mittel zur Errettung dieser Arbeiterklasse sei die das Einvernehmen mit Rußland und Frankreich mindestens wirtschaftliche und politische Vernichtung ihrer Herren. Ganz ebenso förderlich zu werden, wie das Bündniß mit Oesterreich besonders gelte dies für das Land östlich der Elbe. Redner und Italien. Während der alte Dreibund lediglich der Ver- wendet sich sodann gegen das Preßbureau des Reichsmarine- theidigung einer erworbenen Stellung und der Erhaltung des amts und die Preßaktion für die Flctte. Auf diese Weise europäischen Friedens gilt, eröffnet der neue noch unfertigeisuche man in patriotischem Interesse die Arbeiterschaft zu Dreibund viel weitere Horizonte und bildet die Bedingung plündern.
für eine erfolgreiche ostasiatische Eroberungspolitik im fried-, lichen Sinne. Der Kaiser verdient den Dank der Nation,
. ~ . Akg. Hasse (ratl.) bedauert die Zurückhaltung, die sich
. Der Kaiser verdient den Dank der Nation, der Reichstag in der Bihandlung auswärtiger Tinge auferdaß er die Initiative zu dem kühnen Wogniß ergriffen hat,' legt hake. Er hoffe im Namen der Mehrheit zu sprechen, das dem deutschen Unternehmungsgeist weite und ungeahnte! wenn er der Sympathie für unsere Blutsverwandten und Bahnen weist. Den Kriegsschiffen, ihrem Oberbefehlshaber, Volksgenossen in Oesterreich Ausdruck gebe. Die Deutschen den Offizieren und Mannschaften aber, die heute die Fahrt in Oesterreich könnten vorbildlich sein im Kampfe für die nach dem fernen Osten antreten, wünschen wir Glück auf höchsten Güter einer Nation. Noch viel bedauerlicher, als den Weg. bie erwähnte Hurückbaltuna. sei die Beickirr.nfuna unserer
Deutscher Reichstag.
11. Sitzung vom 15. Dezember.
Am Bundesrathstische Staatssekretär Graf Posadowsky, Staatssekretär v. Thielmann und Kriegsminister v. Goßler.i
Präsident v. Buol eröffnet die Sitzung nm 1 Uhr 45 Minuten.
die erwädute Zurückhaltung, sei die Beschimpfung unserer Volksgenossen am gestrigen Tage von welfischer Seite. Er hoffe, der Reichskanzler werde das Haus dahin beruhigen, daß Keiner das Recht habe, die Rede des Kaisers in Pestda- I, hin auszulegen, als habe man ein Interesse daran, ein ganzes
(Volk dem Verderben preiszugeben.
Abg. Czarlinski (Pole) wendet sich gegen den Hun-
—" dertmillionenfond.
Om feiertiger Antrag des Abg. Rickert auf Ein- Direktor im Reichsmarineamt, Kontre- Admiral Büchse!: stellnng des Strafverfahrens gegen den Abg. Pachnicke wird Die Behauptung Bebels, der Staatssekretär des Reichsmarine- debattelos genebmigt. amts habe eine gewisse Zeitung empfohlen, sei an sich richtig.
Es folgt Fortsetzung der ersten Berathung des Reichs- Es sei Recht und Pflicht des Staatssekretärs gewesen, eine haushaljsetats. solche Zeitung, welche das Interesse der Marinearbeiter^ver-
Abg. Graf Kanrtz (korff.) wendet sich gegen die Aus- trete, zu empfehlen. Es sei übrigens kein Pfennig für das suhrungen bes Akg. Richter betreffend die Ausführung des Blatt gegeben worden.
Börfingesttz-s. Retner wiederholt, das Verbot des Getreide-; Abz. Hahn (b. k. F.) beschwert sich über mangelnden terminhantels sei ein wohlüberlegter Schritt zur Gesundung Schutz der Deutschen im Auslande und nimmt Bezug auf des Börsenhandtls gewesen. In Süddeutschland kenne man den Fall Roth in Brasilien. Redner wendet sich gegen die den Terminhsndel gar nicht, in Bayern z. B. wolle man Handelsverträge und fordert die Grenzsperre gegen die Vieh- von demselben gar nichts wissen. , einfuhr. Keinem Laude gegenüber seien wir gebunden, nur
Der Reichskanzler hat den Saal betreten. Oesterreich gegenüber. Gegen die nordischen Reiche, vor
Abg. Eros Kanitz sortsahrend, beklagt den Arbeiter- Allem gegen Dänemark, müsse eine Quarantäne von 80 bis
«^ £" „taK, Wrd^rdf. „b he Em,ch.âku°g mMgdMf hi Londe. ^T^ « Ä>bâ h»i ät^ ägisthä' 3™^S