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®kw8eme«tl« Preis:

Jährlich 9 * WHährl. 4^50^ vierteljährlich 2 ^ 25 4.

Für auswärtige HBaementen mit dem betreffenden Psstaufschlag.

Die einzelne

Klammer kostet 10 A

Hinrâckungs- gebühr

für Stadt- und Land« kreis Hanau 10 ^ die -ègespaltene Garmond­zeile ober deren Raum, für Auswärts 15 4«

Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für

Auswärts 30 ^.

Amtliches Organ für StaSt- unö LanöKeeis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 288

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Donnerstag den 9. Dezember 1897.

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Amtliches.

Stadt- und Landkreis Hanau.

Es ist hier bekannt geworden, daß im Stadt- und Land­kreise Loose der Klassenlotterie zum Bau der Festhalle für die Schlesischen Musikfeste in Görlitz, sogenannteGörlitzer Loose", verkauft werden. Der Vertrieb dieser Loose ist nur für die östlichen Provinzen, nicht auch für Hessen Nassau behördlich zugelassen. Gegen den Weiterverkauf der Görlitzer Loose wird daher polizeilich eingeschritten werden, worauf ich das bethei- ligte Publikum sowie die Verkäufer der Loose hiermit auf-

merksam mache.

Die Ortspolizeibehörden werden hierdurch angewiesen, kommenden weiteren Vertrieb alsbald anzuzeigen.

Hanau am 7. Dezember

und Gensdarmen des Kreises einen etwa zu ihrer Kenntniß der mehr erwähnten Loose mir

1897.

Königliche Polizeidirektion.

P. 12807 v. Schenck.

^anö&rcw ^anau.

Manntmachungen des Königlichen Landrathsamtes. Veranlagungsbezirk Hanan Land.

Oeffentliche Bekanntmachung. Cmkommonftouorvsranlagimg für das

Steuerjahr 1898 99.

Auf Grund des § 24 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni 1891 (Gesetzsamml. S. 175) wird hiermit jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagte Steuerpflichtige im Land­kreise Hanau aufgesordert, die Steuererklärung über sein Jahreseinkommen nach dem vorgeschriebenen Formular in der Zeit vom 4. bis einschließlich 20. Januar k. I. dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll unter der Versicherung abzugeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind.

Die obenbezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, auch wenn ihnen eine besondere Aufforderung oder ein Formular n'cht zugegangen ist. Auf Verlangen werden die vorgeschriebenen Formulare und die für deren Ausfüllung maßgebenden Bestimmungen von heute ab kostenlos verabfolgt. /

Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die P^st ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders * L

deshalb zweckmäßig mittelst Einschreibebriefes.

Erklärungen werden von dem Unterzeichneten in seinem/Amts lokal, Paradeplatz 1, während der Geschäftsstunden /von 10

Die Versäumung der obigen Frist hat gemäß § 30 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes den Verlust der gesetzlichen Rechtsmittel' gegen die Einschätzung für das Steuerjahr zur Folge.

Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Verschweigung von Einkommen in der Steuerer­klärung sind im § 66 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht.

Zur Vermeidung von Beanstandungen und Rückfragen empfiehlt es sich, die den Angaben der Steuererklärung zu Grunde liegenden Berechnungen an der dafür bestimmten Stelle (Seite 3 und 4) des Steuererklârungssormulars, oder aus einer besonderen Anlage mitzutheilen.

Herrn Dr. Weitz Herr Dr. Bergmann treten wird und kann mit der Umschreibung der Legitimationskarten sofort begonnen werden.

Nach Vorstandsbeschluß und auf Vereinbarung mit den Herren Kassenärzten kann für die Folge der Arzt nur noch vierteljährlich gewechselt werden und findet die Umschreibung der Legilimationskarten nur in der Zeit vom 1. bis 15. des letzten Monats im Kalendervierteljatzr statt.

Hanau den 9. Dezember 1897.

Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkasse.

Zimmermann,

Vorsitzender. 17288

Hanau

der

J. St. 2751

am 7. Dezember 1897.

Der Vorsitzende Einkommensteuer-Veranlagungskommission für den Landkreis Hanau.

J. V.: Dr. Becker, Reg.-Assessor.

^taOt&reie e^anaue

ZâMtMachMZLN des OöeMrgermeisteramtes.

Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschufies Freitag den 10. Dezember 1897, nachmittags 5 Uhr.

Berathungs-Gegenstände:

1. Umbau des Stalles in der Kanalthormühle M. 8000, E.-O. Tit. I pro 1898/99.

2. Ergänzung der Straßenbezeichnnngen II. Rate M. 500, E.-O. pro 1898/99.

3. Verbindungsweg ErbsengaffeJohanniskirchplatz M. 1750, it. I pro 1898/99.

4. Herstellung von Schulräumen in Erbsengasse und Alt-

5.

6.

stâd Rachdans für die gewerbliche Fortbildungsschule M/I3 000, E.-O. Tit. I pro 189 4/9 9.

t der städt. Badeanstalt pro 1898/99, E. 8227.90, . 9417.90, Zuschuß 1190.

tat der Handelsschule pro 1898/99, E. 4970, A. 7970, Zuschuß 3000.

Etat des stâdt. Wasserwerks pro 1898/99, E. u. A. 92 075. . Etat des Schlachthofs pro 1898/99, E. u. A. 18 700.

9. Etat der Armenverwaltung pro 1898/99, E. 36 300,

A. 70 450, Zuschuß 44150.

17280

X Hanauer Ortskrankenkasse

Am,s- Bekanntmachung.

bis 12 Uhr vormittags zu Protokoll entgegengeuomyien.

Es wird den hierorts wohnenden Mitgliedern bekannt 1 gegeben, daß an Stelle des mit Jahresschluß ausscheidenden

Feuilleton. /

Die Endstation eines Ofeantradets. -

Ein trotz seiner diminutiven Größe hochinteressanter Ort ist Hazel Hill in der britischen Kolonie Neuschottland. Denn

dieses Dorf mit kaum 150 Einwohnern kann sich rühmen, die Endstation des großen, von England ausgehenden, trans­atlantischen Kabels zu bilden. Mehr als $00 deutsche Meilen beträgt hier die Entfernung zwischen Aufgabe- und Empfangs­station. Und doch wissen die Bewohnet, obgleich in Hazel Hill natürlich keine Zeitung existirt, vielleicht mehr von den in der Welt passirenden Ereignissen, als die Mehrzahl der Bewohner unserer großen Städte.

Mit der größten Leichtigkeit können sich die 150 Ein­wohner von Hazel Hill in Gedanken in das Herz einer großen Stadt versetzen. An Neuigkeiten fehlt es niemals. Während der Londoner oft stundenlang warten muß, bis ihm eine aus telegraphischem Wege übermittelte Nachricht in seinem Leib­und Magenblatt zu Gesicht kommt, erfährt so ein glücklicher Dorfbewohner jenseits des Ozesms jedes wichtigere durch den Draht übermittelte Ereigniß in wenigen Minuten. Pferde­wetten werden ost schon 30 Sekunden, nachdem der Sieger bekannt geworden, zum AuStrag gebracht und wenn die Leute in London sich um ein Extrablatt reißen, pflegt die Nachricht sür Hazel Hill schon alt und unverdaulich zu sein. Ueber die Rede eines bedeutenden Staatsmannes

wird in der kleinen gemüthlich diSkutirt,

neuschottischen Telegraphenstation schon wenn in der Metropole selbst außer den _____^.. ^,.....,^,,,

die dieselbe milangehört haben, nc^ch niemand den Inhalt kennt.

wenigen Glücklichen

Natürlich sind die Presse-Nachrichten überwiegend in Hazel Hill. Das Tagkwerk beginnt urp 2 Uhr nachmittags.

30 Beamte sind an ihren Apparaten mit dem Absenden oder Entziffern der Neuigkeiten beschäftigt. Ein einziger geübter Telegraphist ist in Stande, 80 bis 90 Botschaften in einer Stunde, oder 500 in einem Tage zu entziffern.

Am meisten ist während der Börsenzeit zu thun. In dieser Zeit strömen hunderte von kurzen Börsennachrichten aus den verschiedensten Bureaus zusammen. Es scheint manchmal, als ob die ganze Bevölkerung der großen Städte Börsen- sprkularionen macht. Wenn die Geschäfie aber auch noch so wichtig sein mögen, gegen 5 Uhr weichen sie den diplomatischen Depeschen. Handels- und Privatsachen nehmen die Zeit bis gegen 9 Uhr in Anspruch. Dann ist es bis Mitternacht ziemlich still, worauf die Presse-Nachrichten einzutreffen be­ginnen. In einer Nacht werden hiervon oft 10 000 Worte telrgraphirt, worunter natürlich viel abgedroschenes Stroh vorkommt. Hoffentlich widersährt dieser kleinen Abhandlung mit Rücksicht hierauf nicht die Ehre, telegraphirt zu werden.

Manchmal beginnen die Angestellten wohl auch unter einander mit ihren Kollegen jenseits des Ozeans mit Hilfe des Telegraphen eine freundschaftliche Unterhaltung; kleiner Klatsch wird ausgetauscht, ja die bekannten Injurien, die vom Tetephondienst nun einmal unzertrennlich scheinen, gehören auch hier keineswegs zu den Seltenheiten. Wird ein solcher Un­fug vom Inspektor bemerkt, so werden die eifrigen Korre­spondenten allerdings mitunter gezwungen, für ihre Unter­haltung zu zahlen. Und so etwas kann, das Wort zu einem Shilling gerechnet, ein theurer Spaß werden.

Infolge stetiger Uebung sind die Telegraphen-Beamten fast stets nach längerer Zeit im Stande, anzugeben, welcher ihrer überseeischen Kollegen die Depesche abfertigt. Man sieht, das Leben eines Kabelbeamten in solch einem kleinen Rest ist wirklich garnicht so uninteressant.

Tagesschau.

Bon der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober Kommando der Marine ist^S. M. S.Knserin Augusta", Kommandant Kapitän zur See Koellner, am 7. Dezember in Colombo angekommen und beabsichtigt, am 9. Dezember nach Singapore in See zu gehen.

Freiwillige für China. Auf Befehl des Kaisers ist bei allen Infanterie-Regimentern der Armee angefragt worden, ob sich Jemand von den zur Zeit dienenden Ge­freiten oder Gemeinen als Freiwillige für die Marine-In­fanterie melden wolle. Hierbei sind folgende Bedingungen zu berücksichtigen: 1. Dienstzeit bei der Marine drei Jahre, ein­gerechnet die schon verflossene aktive Dienstzeit; 2. die sich meldenden Leute müssen unverheirathet sein; 3. die Freiwilligen müssen auf Grund einer genauen ärztlichen Untersuchung sür vollständig gesund und felddienstfähig befunden werden und müssen sich 4. für den Tropendienst eignen. Die ange­nommenen Freiwilligen scheiden mit ihrem Uebertritt zur Marine aus dem Landheere aus. Den Truppen-Komman- deuren ist anbefohlen worden, die Meldungen an die General­kommandos zu beschleunigen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Freiwilligen als Nachschub für China Verwendung finden.

Petition der Postunterbeawten. Für die Petition, welche die Postunterbeamten an Reichstag und Bundesrath zu richten gedenken, sind nunmehr die Unterschriftbogen aus­gegeben worden. Nach langen Erörterungen hat man sich über folgende neun Petitionspunkte geeinigt:1. Beseitigung sämmtlicher Schädigungen, wie sie die Beseitigung des Dienst- altersstufenspstems gezeitigt hat, insbesondere gleichmäßige An­rechnung der Dienstzeiten, eiuerlei, ob die Anstellung vor oder nach dem 1. April 1895 erfolgt ist (Militärpostillondienst- zeit u. s. w.). 2. Gewährung eines Anfangsgehalts von 1000 Mark und eines Höchstgehalts von 1800 Mark für etatsmäßige Postschaffner und Briefträger. Erhöhung des Höchstgehalts der Landbriefträger auf 1200 Mark. 3. Aen­derung der Grundsätze für die Besoldung der Posthilfsboten.

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Stadttheater in Hanau.

Hanau, 9. Dezbr.

Die Abendvorstellung des letzten Sonntags brachte in dem ernsten vieraktigen SchauspielMaria und Magdalena" von Paul Lindau ein Werk, das zur Zeit seines ersten Erscheinens auf den Bühnen lebhafte Aufregung hervorzurufen im Stande war. Meist als eine litterarische That ersten Ranges gefeiert, fehlte es auch nicht an heftigen An­feindungen, die aber nichi im Stande waren, den Triumphzug des Stückes über die deutschen Bühnen zu hindern. Jetzt ist sein Verfasser- stark in das Hintertreffen gerathen, andere ^nächtigere Geister haben ihn aus dem Vordergründe des litterarischen Lebens verdrängt nnd nur- selten noch bietet der Spielplan der Theater Gelegenheit, eines seiner- Werte zu sehen. Tie romanhafte, auf unwahrscheinlichen Voraussetzungen beruhende Handlung des SchauspielsMaria und Magdalena" war es wohl auch weniger, die den großen lebhaften Erfolg desselben machte, als vielmehr dir scharfe Art und Weise wie Lindau hier das Treiben gewisser Gesellschaftstypen geißelt. Es ist die geistreiche Arbeit eines gewandten Feuilletonisten, gebannt in den Rahmen der Bühne. Den Darstellern hat es überaus dankbare Rollen geschaffen, was auch als ein Vorzug des Stückes gelten mag. Mit Vergnügen wird sich mancher Theater­besucher der früheren Aufführungen des Stückes hier erinnern, in welchen der verstorbene Direktor Rath Frey aus dem Kommerzienrath Werren ein wahres Kabinctsstück humorvoller Charakterisirungskunst machte. Was die Aufführung vom Sonntag betrifft, so waren die Leistungen der Mitmirkenden nicht durchweg befriedigend. Frl. Brand o w alsMaria Verrina" war ja vorzüglich, wie wir es von der talentvollen Künstlerin nicht anders erwarten konnten. Mit tiefer Empfindung fprach sie das herrliche Gedicht von GoetheAn den Mond", das zu einem wirksamen Abschluß etwas gewaltsam in die Handlung eingefügt ist. Der dritte Akt fand die Darstellerin auf der Höhe ihrer Aufgabe, hier wirkte sie durch echte Leidenschaft, durch Innerlichkeit und lebenswarme Auffassung. Weniger wollte uns Frau Lehmann alsMagdalena" gefallen. Die Dame konnte sich nicht frei von einer gewissen deklamatorischen Behand­lung ihrer Aufgabe machen. In der großen Szene des dritten Aktes fehlte ihr die Kraft um die Leidenschaft in diesem Frauencharakter auch so znm Ausdruck zu bringen, daß sie als Eingebung des Augenblickes gelten konnte. Auch derGeheimrath Werren" des Herrn Hille konnte uns nicht befriedigen. Der Darsteller faßte seine Aufgabe zu geckenhaft auf, und war zu sehr auf deren komische Wirkung bedacht, was keinesfalls die Ansicht des Dichters ist, der die Schwächen dieses IX.R m* AftevS «uw^-^-^ -*