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Dienstag den 7. Dezember

Amtliches.

^anö&rei^ ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Zu Nieder-Rosbach, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 6. Dezember 1897.

Der Königliche Landrath

V. 126^2 v. Schenck.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit einigen Pfennigen. Ein Spazierstock mit Horngriff. Ein eigener Ulaneusäbel mit i Scheide, Koppel rc. Eine Pferdedecke,Schütz" gez.; Em 1 pfangnahme bei Konrad Bels zu Kesselstadt. Zwei Meine; Täfelchen Neusilber. Ein schwarzes wollenes Frauenhalstuch.i Verloren: Ein Kontobuch. Ein schwarzseidenes Um-! Hängetuch. Eine silberne Remontoiruhr mit Goldrand, nebst Reisekettchen.

Zugelaufen: Ein weißer Foxterrier mit braunen Ohren, m. Geschl.

Hanau am 7. Dezember 1897.

Bekanntmachung.

Alle Diejenigen, welche seit dem 1. Januar 1897 durch schriftliche Verträge oder Briefwechsel inländische unbewegliche Sachen verpachtet, afterverpachtet, vermiethet, aftervermiethet oder zur antichretischen Nutzung überlassen, oder dadurch ver­einbart haben, daß das Pacht-, Mieths- u. s. w. Verhältniß unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. bei nicht erfolgter Kündigung, als verlängert gelten solle, sind, wenn der Pacht­oder Miethszins bezw. die Nutzung nach der Dauer eines Jahres berechnet, mehr als 300 M. beträgt, ohne Rücksicht auf die Dauer des Vertragsverhältnisses nach § 48a des Tarifs zu dem Stempelsteuergesetz vom 31. Juli 1895 Gesetzsammlung 1895, Seile 413 verpflichtet, behufs Ver­wendung des gesetzlichen Stempels bis zum Ablauf des Mo­nats Januar 1898 demjenigen Königlichen Haupt-Steueramte oder Steueramte, in dessen Geschäftsbezirk die betreffenden^ Pacht-, Mieths- rc. Gegenstände sich befinden, oder einem benachbarten Stempelvertheiler Verzeichnisse der von ihnen abgeschlossenen Pacht-, Afterpacht-, MietHS-, Aftermieths- und antichretischen Verträge einzureichen. Formulare zu diesen Verzeichnissen können von allen Steuerstellen und Stempel­vertheilern unentgeltlich bezogen werden.

Die Verzeichnisse, welche am Schluß mit der vorgeschrie­benen Richtigkeitsversicherung zu versehen sind, können auch durch Beauftragte oder Vertreter aufgestellt werden; doch

Kleines Feuilleton.

Aus Kunst und Leben.

^ Theater-Notiz. Die beiden jungen talentvollen Schauspielerinnen, Frl. Klara und Selma Dönberg, die von ihrer Wirksamkeit amHanauer Stadttheater" her unseren Lesern gewiß noch in gutem Gedächtniß stehen, wurden auf 3 Jahre unter vortheilhafi en Bedingungen von Direktor Gregor für das Elberfelv-Barmener Stadttheater engagirt. Die Kritik spricht sich sehr günstig über das Spiel der Damen aus. So schreibt dieOberlausitzer Zeitung" gelegentlich des Auftretens des Frl. Selma Dönberg am Stadttheater in Freiberg i. S.:Was die Darstellung anbelangt, so können wir vor Allem unsere Bewunderung einem so seelenvollen Spiel gegenüber äußern, wie es Fräulein Selma«berg zu Aller Ueberraschung mit der Darstellung derTrilby" bot. Die junge Dame zeigte, daß sie ihrem Künstlerberufe mit außerordentlicher Hingebung und einem großen entwicklungs­fähigen Talente dient." Andere Zeitungen schrieben ebenso günstig über das Spiel der vielversprechenden jungen Künst­lerin.

* Frankfurter Konzerte Der Frankfurter Männer- gesangverein hielt im großen Saale des Zoologischen Gartens am Samstag Abend sein diesjähriges Winter-Konzert ab. Der Erfolg war, wie noch immer bei den Veranstaltungen dieses Vereins, in künstlerischer Hinsicht em hervorragender, Herr Musikdirektor H. Winkelmann, der umsichtige Chorleiter des Vereins, hat keine Mühe gescheut, um den ausgezeichneten Ruf deS Sängerchors zu erhalten und zu vermehren. Das zeigte der bei jeder Nummer sich steigernde Applaus. Das Programm wurde mit dem Pilcherchor aus dem Tannhäuser wirkungsvoll eröffnet. Die Vetper von Beethoven war un­

bleiben die eigentlich Verpflichteten für die gesetzlichen Stempel- abgaben sowie für die verwirkten Strafen persönlich verhaftet.

Die Stempelpflicht wird dadurch erfüllt, daß die Ver­pflichteten oder Beauftragte unter Zahlung des Stempelbe­trages die ausgesüllten und mit der Richtigkeitsversicherung versehenen Verzeichnisse den zuständigen Steuerstellen einreichen oder mit eingeschriebenem Brief durch die Post einsenden, oder die in den Verzeichnissen zu machenden Angaben vor der zuständigen Steuerbehörde zu Protokoll erklären.

Den gesetzlichen Stempel, welcher für jedes Jahr nach der Dauer des Vertragsverhältnisfes in demselben zu berechnen ist und Vio vom Hundert des Pacht-, Miethszinses, der antichretischen Nutzung beträgt, können die Steuerpflichtigen fu^- entere Jahre im Voraus entrichten.

Die zur Führung der Verzeichnisse Verpflichteten haben dieselben nach der Absteinpelung 5 Jahre lang aufzubewahren. Doch können sie deren amtliche Aufbewahrung bei den Steuer­stellen beantragen und wird ihnen in diesem Fall aus Ver­langen Empfangsbescheinigung ertheilt.

Zuwiderhandlungen werden nach den §§ 17 und 18 des Stempelsteuergesetzes vom 31. Juli 1895 geahndet.

Hanau den 4. Dezember 1897.

Königliches Haupt-Steuer-Amt. 17190

Das Reichstagspräsidium beim Kaiser.

Das Präsidium des Reichstags, die Herren Frhr. von Buol, Schmidt-Elberfeld und Dr. Spahn, wurde Sonntag Mittag 12 Uhr vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen.

Die Herren hatten sich mit dem fahrplanmäßigen Zuge, vormittags 11 Uhr, nach Station Wildpark begeben, von wo sie in Königlichen Hofwagen nach dem Neuen Palais geführt und alsbald vom Kaiser empfangen wurden. Der Kaffer be­grüßte die Herren aufs Freundlichste, lud sie zum Niedersetzen ein und wies auf die bedeutungsvollen Aufgaben hin, die auch der bevorstehenden Tagung des Reichstages gestellt seien. Der Kaiser erinnerte daran, daß gerade am Sonntag sein einziger Bruder Abschied genommen vom Großherzog von Baden und rsn der Kaiserin Friedrich, um demnächst in den asiatischen Meeren seine Kraft einzusetzen im Dienste deS Vaterlandes. Der Kaiser betome seinen entschiedenen Willen den Missionen den kräftigsten Schutz angedeihen zu lasten. Der Mo­narch zeigte sich sehr unterrichtet über die chinesischen Verhältnisse und gedachte mit Anerkennung des Bischofs Anzer. Auch auf die Vorgänge in Haiti kam der Kaiser zu sprechen und streifte im Fortgang der zwanglos geführten Unterhaltung die ver­schiedensten politischen und mirthschaftlichen Fragen, die Lage in Oesterreich, die letzten Streiks in England u. A. Der Kaiser äußerte sodann seine Befriedigung darüber, daß im Reichstage der Wichtigkeit der Vorlage entsprechend, das

streitig das Beste, was den Zuhöh-rn geboten wurde. Es gelangten noch Lieder von Brahms, Limbert, Pauli, Silcher und Södermann zum Vortrage, die alle, besonders die Volks­lieder, mit stürmischem Beifall ausgenommen wurden. Frau Balser-Landmann, Knnzerttângerin aus Hanau, und der Herr Konzertmeister Alois-Bruck, Lehrer am Raff-Konservatorium, waren die Solisten des Abends und wie wir gleich anfügen wollen, ganz bedeutende Solisten. Frau Balser-Landmann brachte mit ihrer herrlichen Sopranstimme Lieder von Meyer beer, Bungert, Bronsart, Eckert, Wittich und Winkelmann zum Vortrag. Mit dem Vereinsmilglied Herrn Anton Diel­mann sang sie ferner das Duett aus Haydns Schöpfung; Holde Gattin. Von Herrn Bruck, einem Meister der Violine, hörten wir die Fantasie-Appassionate von Vieuxtemps und eine Romanze von Winkelmann. Der reiche Beifall veran­laßte auch ihn zu einer Zugabe.

* Gesangwettstreit. Es wird uns mitgetheilt, daß außer dem Prinzen Heinrich von Preußen nun auch der Erbgroßherzog von Baden, z. Zt. Kommandeur des 8. Armee­korps in Koblenz, einen Ehrenpreis für den zu Pfingsten 1898 stattfindenden Gesangswettstreit in Kreuznach ge­stiftet hat.

Verstorben. Der bekannte Bildhauer Profeffor Kau­pert ist 76 Jahre alt in seiner Vaterstadt Cassel in der Nacht zum Sonntag infolge eines Schlaganfalls plötzlich verstorben.

Sich vergleichen." Um die Mitte unseres Jahr­hunderts stand im Amtsorte G. bei F. der Amtmann W. wegen seiner Strenge in ganz besonderem Respekt; aber auch Furcht flößte seine Justiz ein, so daß die Bauern nach seinem Tode biS in die Neuzeit sagten, er gehe nachts im Amthause wannern." Geht da einmal zur Sommerzeit ein Tourist durch diesen Ort; aus einem größeren Gebäude vernimmt er ein doppeltes Mordjo- und Zetergeschrei. Er fragt einen

Flottengesetz zuerst und bereits für Montag aus die Tages­ordnung gestellt worden sei. Er vertraue, daß die Be­rathungen des Reichstages zu einem guten Ende führen, daß der Reichstag sich von der Nothwendigkeit der geforderten Vermehrung der Flotte überzeugen werde. Auf die Zwischen­bemerkung eines Mitgliedes des Präsidiums, daß in parla­mentarischen Kreisen Bedenken obwalten, in der letzten Session der Legislaturperiode dem neuen Reichstag zu präjudiziren und Schiffâbauten für einen längeren Zeitraum zu bewilligen, erwiderte der Kaiser, der kommende Reichstag werde den ge­genwärtigen keinesfalls desavouiren, wenn dieser die Ueber­zeugung gewonnen, daß die beantragte Flottenvermehrung in sieben Jahren durchgefü^rt werden müsse und dieser Ueber­zeugung entsprechend seine Beschlüsse fassen. Der Kaiser wies auf die allgemeine Weltlage hin, die keinen Aufschub zulasse. Die Audienz dauerte über eine halbe Stunde. Zum Schluß wurden die Herren mit freundlichem Händedruck verabschiedet. Unmittelbar darauf wurden die Herren von der Kaiserin empfangen, welche in liebenswürdiger Unterhaltung von ihrem diesjährigen Sommeraufenthalt in Tegernsee sprach und die Herzlichkeit der Bewohner pries. Die hohe Frau kam sodann auf die zahlreichen Unglücksfälle der letzten Zeit zu sprechen und auf die große Noth, welche die Ueberschwemmungen her- beigesührt. Mit Königlichen Hofwagen wurden die Herren schließlich wieder nach der Bahnstation zurückbefördert.

Tagesschau.

Von der Marine. Laut telegraphischer Meldungen an das Oberkommando der Marine ist S. M. S.Falke", Kommandant Korvettenkapitän Wallmann, am 10. November in Apia angekommen; S. M. S.Oldenburg", Kommandant Korvettenkapitän Wahrendorff, ist am 5. Dezember in Ply­mouth angekommen und beabsichtigt, am 7. d. nach Gibraltar in See zu gehen.

Die deutsche Reichsregierung hat sich der vom Tschechenpöbel bedrohten bezw. geschädigten Reichsangehörigen in Wien mit Nachdruck und Erfolg angenommen. Der Prager Hilfsverein der deutschen Reichsangehörigen erläßt einen Aufruf an diejenigen Angehörigen des Deutschen Reiches, die während der jüngsten Ereignisse an ihrem Besitzthum ge­schädigt wurden, mit dem Ersuchen, sich mit dem Verein zu ihrer Schadloshaltung in Verbindung zu setzen.

Die italienische Minifterkrisis. DieAgenzia Stefani" veröffentlicht folgende Note:Infolge der Abstim­mung der Kammer, betreffend den Gesetzentwurf über das Aufrücken in der Armee, hat das Ministerium angesichts der Lage gestern Vormittag dem König die Demission überreicht. Der König hat sich vorbehalten, seinen Entschluß bekannt zu geben." DieAgenzia Stefani" fügt hinzu, der König werde sicherlich di Rudini mit der Neubildung des Kabinets betrauen. Die Kammer werde sich heute infolge der Krise vertagen.

^ B^ ^M^^ MK* Vorbeigehenden, ob das wohl das Schulhaus sei.Nein/ erwidert das Bäuerlein,das ist unser Amtshaus, der Herr Amtmann wird wieder Zwei vergleichen, die jedenfalls alle beide Unrecht haben. Die kriegen jetzt so lange ihre Hiebe, bis sie sich die Hände geben und sich vergleichen.

Zur Dienstbotenfrage. Nach den Ermittelungen des Statistischen Amts in Charlottenburg kommen in Berlin auf je 1000 Einwohner 38 Dienstboten. Von den deutschen Großstädten hat Frankfurt a. M. die meisten Dienstboten, 73 auf 1000 Einwohner; ihm folgt Stuttgart mit 71. An dritter Stelle steht Charlottenburg mit 70 Dienstboten unter je 1000 Einwohnern, sodaß ungefähr jeder vierzehnte Char­lottenburger in häuslichen Diensten steht, während in Berlin auf je 26 Bewohner ein Dienstbote kommt. Frankfurt, Stuttgart und Charlottenburg werden auch nicht annähernd von irgend einer andern Großstadt des Reichs in der Zahl ihrer Dienstboten erreicht. Am nächsten kommen München und Bremen mit je 50 Dienstboten auf 1000 Einwohner. Mehr als Berlin haben ferner noch Breslau mit 48, Han­nover und Nürnberg 47, Hamburg 45, Braunschweig 43, Dresden, Königsberg und Stettin 41 und Köln 39. Berlin steht somit an fünfzehnter Stelle unter den 28 Städten mit mehr als 100,000 Einwohnern. Weniger Dienstboten als Berlin haben Dortmund, Barmen, Aachen, Düsseldorf, Elber­feld, Altona, Leipzig, Danzig, Magdeburg, Crefeld und Halle. Am wenigsten hat Chemnitz; nämlich 22 auf 1000 Einwohner.

Mehr Kleingeld. Dem Reichstag wird eine Re­gierungsvorlage zugehen, die eine Vermehrung der Ausprägung von Silberscheidemünzen bezweckt. Bekanntlich ist der im Münzgesetz auf 10 Mk. pro Kopf der Bevölkerung festgesetzte Betrag noch nicht erreicht. Für die neue Prägung sollen die Restbestände cm österreichischen Thalern verwendet werden. Namentlich sollen Fünsmarkstücke geprägt werden.