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AmikichdS Organ für Hiaöt^ unö Lanökreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Dienstag den 30. November ^^»«WMB^E&ffiMMWHBrcMil^^
1897.
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Amtliches. Handelskammer zu Hanan.
Oeffentliche Sitzung am Mittwoch den 1. De» zember, nachm. 41/« Uhr, im Sitzungssaale der Handels
kammer (Stadtschloß).
Hanau, 30. November 1897.
Die Handelskammer Canthal.
16843
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Eine silbei ne Damenuhr. Ein Portemonnaie mit ca. 4,50 M., 1 kleinen Messer und Papieren. Ein desgl. mit 5—6 Mk. Ein Paar braune Herrenhandschuhe. Gesunden: Ein Leihhausschein Nr. 12334. Ein schwarzer Damenschirm. Eine graue wasserdichte Pferdedecke. Eine wollene Kinderunterhose; Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister zu Niederdorfelden. Ein Paar schwarze wollene Herrenhandschuhe.
Vom Wasenmeister eingefangen: Ein grauer Wolfsspitz urb ein gelber Pinscher, beibe m. Geschl.
Zugelaufen: Ein weißer Foxterrier mit braunem Kopf, w. Geschl.
Aufgefangen: Ein Schaaf.
Hanau am 30. November 1897.
Tagesschau.
Von -er Morine. Laut telegraphischer Meldungen an das Ober Kommando brr Marine ist S. M. S. „Loreley", Kommandant Kapitän-Lieutenant von Witzleben, am 27. November in Smyrna angrkommen und beabsichtigt, am 30. November n»ch Konstantinopel in See zu gehen; S. M. S. „Kaiserin Anzusta", Kommandant Kapitän zur See Köllner, ist am 27. November in Aden eingctroffen und beabsichtigte, am 28. nach Colombo in See za gehen; S. M. S. „Wolf", Kommandant Korveiten-Kapitän Schröder (Johannes), ist am 27. Nsvember in St. D ncent angekommen und beabsichtigt, am 30. November nach Freetown in See zu gehen; S. M. S. „Charlotte", Kommandant Kapitän zur See Thiele (August), ist am 28. November in St. Thomas eingetroffen.
Generalsynode. Aus Berlin wird berichtet: In der gestrigen Sitzung der Generalsynode kamen die Vorgänge in Unreinen zur Sprache. Syn. Graf Zielen, der Vorsitzender des Je.usalem Vereins ist, berichtete, daß der Verein in Bethlehem ein zweites Waisenhaus für Kinder umgekommener
ländischen Banken abgeschlossen habe. Die Zinsen sollen Arm niet errichte. Es wurde einstimmig folgende Resolution 6 pCt. betragen und der Emissionspreis zu "95 festgesetzt angenommen: „Tiefrrgriffen von dem namenlosen Leiden, werden.
welche durch die grausamen Christenverfolgungen übet; die ---------
Brüder in Armenien ergangen sind und noch ergehen, wendet
fcttillc^n
Chinesische Missionen. Von Rudolf Langenbach.
(Nachdruck »erboten.)
Wiederum richtet sich die allgemeine Aufmerksamkeit dem großen Wunder- und Räthsellande im Osten zu. Aber dies- wal sind es weniger die gelben Zopfträger, die das Interesse erregen, als die Mânnrr unserer eigenen Raffe: die Mrs- sionare. Und wohl verdienen sie unsere Theilnahme, die da, uerstieut unter Millionen, oft inmitten einer fremden unö 1 kindlichen Bevölkerung ganz vereinsamt, still und rastlos eine ^roete Arbeit im Dienste btr Religion und Gesittung vollbringen, die, selbst von der Kultur geschieden, ihre ersten Segnungen und Erkenntnisse einem seit Jahrhunderten tn traurige Lethargie versunkenem Volke zu bringen bemüht sind. Die chimsische Mission ist frei von den bedauerlichen Zügen, von denen manche Blätter der Missionsgeschichte erzählen. Die Strenge und der Ernst ihrer Aufgabe hält sie, wie einst die Bekehrer, die in Germaniens dunkle Wälder eindrangen, frisch und gesund und die gewaltigen Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen hat, srählt ihr Wirken und ihren Charakter.
Unter diesen Schwierigkeiten steht die Geistesart der Chinesen obenan. Sie kennzeichnen sich in religiöser Hinsicht durch einen vollkommenen Jndifferentiswus. Auf ihr Gemüth zu wirken ist darum sehr schwer. Wohl aber sind sie für praktische Vortheile und Argumente empfänglich und darum haben die Missionare bisher im allgemeinen unter dem Landvolke mehr Erfolg gehabt, wie bei der städtischen Bevölkerung. Denn die Bauern schreiben, z. B. in Ordos, das größere Gedeihen der Felder der katholischen Missionare.
sich die Generalfynode an alle Glieder unserer evangelischen Kirche, mit der Bitte, den Opfern der Verfolgungen die Hilfe christlicher Barmherzigkeit zu gewähren, der Kinder der Hin- gemortuten Eltern sich anzunehmen, die noch in der Verfolgung stehenden Brüder durch Bezeugung und Bethätigung der Gemeinschaft des Glaubens zu stärken, für sie um Bewahrung ihrer Treue und Ausharren in d"r Versuchung getreulich zu beten und mit ihnen den König der Könige und den Herrn aller Herren zu bitten, daß er die Herzen der Verfolger umwende und der Zut des Leidens ein gnädiges Ende machen wolle." In Sachen der Beschränkung der öffentlichen Lustbarkeiten wurde eine Resolution angenommen, die anerkennt, daß Manches gebessert worden sei, aber eine gründliche Regelung durch eine Aenderung des Vereinsgesetzes verlangt. Dann wurde eine Resolution beschlossen, die mit allen dem Staat zu Gebote stehenden Mitteln eine Verminderung der Schank und Gastwirthschaften verlangt. Es wurden dann die Beschlüsse der früheren Generalsynoden betr. eine Revision der Eidesoesetzgebung erneuert.
Zur Germanisirung der Ostmark. Da die nationalrevolutionären Bestrebungen in der Ostmark in neuerer Zeit immer größere Wellen schlagen, so hat die Staatsrezier- ung, wie die „D. W." aus guter Quelle vernimmt, sich dahin entschieden, es nicht bei einer Erhöhung des Ansiedelungsfonds um 100 Millionen Mark bewenden zu lassen, sie will sich vielmehr auch durch eine Vorlage an den Landtag die Waffen wieder erbitten, die sie durch die letzte Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts verloren hat, d. h., sie will einen Gesetzentwurf einbringen, der es ihr ermöglicht, öffentliche Versammlungen in polnischer Sprache nicht zuzulasseu.
Die dritte Million hat der Sammelfonds des Z N- tral Komitees für die durch Unwetter Geschädigten Deutschlands am letzten Samstag endlich überschritten. Am Montag erreichte der Uebe.schuy über diese beträchtliche Summe schon wieder den Betrag von 2873 Mk. Da d-r geschäfsführende Ausschuß bisher im Ganzen 2 487 209 Mk. auf die Nothstands-Distrikte vertheilt hat, so stehen jetzt noch 515 664 Mk. zur Verfügung. Ueber die Verkeilung dieser Summe soll in btr nächsten Sitzung des Zentral-Komitees Beschluß gefaßt werden, nachdem der geschäftsführende Ausschuß über die gejammte Hilfsaktion Bericht erstattet hat.
Brasilianische Anleihe. Nach einer Meldung der „Times" vom 27. November aus Rio Janeiro bringt das dortige „Jornal do Commercio" die Nachricht, daß die Re- gerung eine internationale Anleihe im Betrage von 60 Millionen Milrers mit sechs inländischen und vier aus-
die auch hier zugleich als tüchtige Landwirthe sich bewähren, dem besonderen Schutze des Christengottes zu und sind deshalb geneigt, sich ihm zuzuschwören. Auch im Gebiete der Stadt Pan-tu verdankten die Missionare ihre günstigen Ergebnisse weniger der hingebenden Hilfe, die sie während einer furchtbaren Hungersnoih den Darbenden leisteten, als dem Zufalle, daß ihre Felder weniger, als der Anderen, unter der allgemeinen Dürre gelitten hatten: das kostete dem Regendrachen viele seiner Anhänger. Dieser nüchtern-praktische Sinn verräth sich in jeder Beziehung. Wenn die in China allmächtigen Gelehrten gegen das Christenthum kämpfen, so geschiedt es aus dem einfachen Grunde, weil mit der neuen Religion rhre ganze auf den konfucianischen und sonstigen klassischen Schriften beruhende Gelehrsamkeit werthlos wäre. Ein L'tterat sagte dem Missionar Piton geradezu, er sei bereit, sich zu den Christen zu halten, wenn er ihm eine Stellung als Lehrer bei ihnen verschaffe. Unter diesen Umständen ist es natürlich sehr schwer, das Gemüth der Chinesen wirklich
evangelischen Missionen zusammen über 20,000 Schüler.
...... , ________Sie bringen ärztliche Hilfe und verbreiten ärztliche Kennt- zu erfassen, und der Missionar muß vor allem Geduld und niffe. Sie begründen Findelhäuser, Waisenanstalten, vielfach auch Ajyle und Heilstätten für die unseligen Opfer des Opiums und sind unablässig bemüht, gegen die Opiumvergiftungen zu kämpfen. Ergreifend ist die Schilderung der Geraldine Guineß, wie in Aang-tschau die Schwestern in einer
wieder Geduld haben. Da sitzt er in einem kleinen Kreise und liest und erklärt die Parabel vom verlorenen Sohne.
Die Meisten hören gleichgiltig zu und eine Frage beweist ihm, daß sie nicht einmal wissen, wovon die Rede ist. Dazwischen aber fragt ihn plötzlich Einer: „Aus was für Stoff ist der Ueberrock des Herrn? Und ein anderer: „Ist es w»hr, daß in Eurem Lande die Frauen sich die Männer wählen?" Und auf all' diese und viele anderen Fragen muß er ruhig und gefällig antworten, wenn er sein Spiel sich nicht selbst ganz verderben will.
Aber ab und zu findet sich doch einmal Einer, der die Sache auch ernster auffaßt. Taylor, der Schöpfer der China- Jnland-Misston, erzählt, wie nach einer Predigt in Ning-po ein Mann mittleren Alters hervortrat und erklärte: „Ich babe Itrnni» rtnrli kor nn^^k-r. Ä.r..jt.x —!- -“ ' ™
Ländliche Fortbildungsschulen.
Der Landwirthschaftsminister hat an sämmtliche Landwirthschaftskammern, an den Zentralausschuß der Königlichen Land- wirthschastszesellschaft zu Hannover, an den Vorstand des landwirtschaftlichen Provinzialvereins für Westfalen und Lippe zu Münster i. W., an das Präsidium des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen zu Bonn und an die Zentralstelle des Vereins zur Beförderung von Landwirthschaft und Gewerbe in Hohenzollern zu Sigmaringen, einen Erlaß, betr. die ländlichen Fortbildungsschulen, gerichtet, dem Folgendes zu entnehmen ist:
Alljährlich ist durch den Regierungspräsidenten eine Uebersicht über den Stand der im Regierungsbezirke vorhandenen ländlichen Fortbildungsschulen während des abgelaufenen Rechnungsjahres aufzustellen und bis zum 1. Juni j. J. an das Ministerium einzureichen. Der Uebersicht ist ein bestimmtes Formular zu Grunde zu legen, worin nicht nur die durch Staatsmittel unterstützten, sondern alle ländlichen Fortbildungsschulen sufzunehmen sind.
Vom nächsten Rechnungsjahre ab soll den zuständigen Stellen auf ihren Antrag zur Bewilligung von Staats- beihülfen an ländliche Fortbildungsschulen ein Kredit zur Verfügung gestellt werden. Bei Einreichung der Uebersicht ist die Höhe der hierzu erforderlichen Summe zu bezeichnen und kurz zu begründen.
Bei der Bewilligung der Staatsbeihülfen sind folgende Bestimmungen zu beachten:
1. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, daß die Er richtung und Unterhaltung der ländlichen Fortbildungsschulen den betheiligten Interessenten, bezw. den Gemeinden oder weiteren Kommunaloerbänden obliegt.
2. Soweit deren Mittel zur Bestreitung der entstehenden Ausgaben nicht ausreichen, kann eine staatliche Beihülfe gewährt werden, die nach dem Grade des Bedürfnisses abzumessen ist.
3. Die Staatsbeihülfe soll höchstens 2/s der durch Schulgeld nicht gedeckten Ausgaben betragen. Hierbei sind aber die für Hergabe, Heizung, Beleuchtung und Reinhaltung des Schullokals erforderlichen Aufwendungen, die unter allen Umständen von den Gemeinden bezw. Interessenten vorweg zu übernehmen sind, unberücksichtigt zu lassen.
4. Bei Abmessung der Staatsbeihülfen ist es zulässig: a) als Lehrerhonorare je nach den örtlichen Verhältnissen 1 bis 1,50 M. für jede Stunde; b) für Lehr- und Lernmittel einschließlich der Bibliothek bis 2 M. für jeden Schüler und, sofern der Betrag von 20 M. nicht erreicht wird, diese Summe; c) für Auszeichnungen fleißiger Schüler durch Ge- währung von Prämien 50 Pf. für jeden Schüler, als Min- destbetrag ohne Rücksicht auf die Schülerzahl 10 M. in Ansatz zu bringen.
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schon vor mir that, aber ich habe sie nicht gefunden. Ich bin weit gereist, aber ich habe nicht gefunden. Ich habe keine Ruhe beim Konfuzianismus, Buddhismus, Taoismus gefunden. Aber ich finde Ruhe in dem, was ich heut Abend gehört habe." Diese Bekehrten wirken natürlich unter ihren Landsleuten weiter, und so haben die Missionen schließlich unter kluger Benutzung aller Umstände bereits recht ansehnliche Resultate erreichen können. So betrugen z. B. im Jahre 1893 die evangelischen Kommunikanten in ganz China zusammen etwa 55,000; und die katholische Mission von Süd-Schantung — eben die, dessen Mitglieder jetzt vergewaltigt worden sind, — hatte im Jahre 1891 allein 10,500 Katechumenen. Aber das Werk der Missionen stricht viel weiter. Sie gründen überall Schulen. Die Missionare von Süd-Schantung hatten 1891 125 Schulen mit 1910 Schülern; die Baseler Mission unterrichtet etwa 600 Zöglinge, alle
Nacht mehrmals herbeigeholt werden, um Frauen zu helfen, die verzweifelt über ihr verfehltes nutzloses Leben ihm durch Opium ein Ende versucht zu machen hatten. Die London- Mission hat in Amoy den Kampf gegen die Fußverkrüppelung bei den Frauen ausgenommen und sie hat es erreicht, daß in einer Versammlung, zum ersten Male in China's Geschichte, Frauen öffentlich eine große soziale Angelegenheit besprachen. Endlich aber (but not least) geben die Missionare überall durch ihre ernste und sittliche Lebensaufführung dem im allgemeinen moralisch zuchtlosen Volke das Beispiel und Vorbild