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Nr. 277.

Freitag den 26. November

1897

Amtliches.

^anö&rei# ^anaxu

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

An die Herren Borsitzenden der Einlommenfteuer- Voreinschätzungslommisswnen des Landkreises.

Da die Vorarbeiten für die Einschätzung zur Einkommen­steuer pro 1898/99 seitens der Gemeinde- und Gutsvorstände bis zum 29. d. Mts. beendet sein werden, wollen Sie sich von diesen das gelammte VeranlagungsMaterial (Personen- verzeichniß mit Gemeindestenerliste, Staatssteuerliste und -Rolle) vorlegen lassen und dasselbe der im Artikel 41 der Einkom­mensteuer-Anweisung vom 5./8. 1891 vorgeschriebenen Prüfung unterziehen, auch die Ergänzung und Berichtigung desselben herbeiführen.

Hierauf ist die Boreinschätzung umgehend in die Wege zu leiten.

Als Sitzungsort für die Voreinschätzungskommission bestimme ich den Wohnsitz des Vorsitzenden und als Termine für die Vornahme der Voreinschätzung

1) für den IV., VII und VIII. Bezirk (HÜttengesätz, Bruchköbel und Rüdigheim) : den 6. Dezember;

2) für den V., VI. und X. Bezirk (Kilènnstävten, Wachenbuchen und Kesselstadt): den 7. De­zember;

3) für den II. und III. Bezirk (Eichen und Ostheiw): den 8. Dezember;

4) für den XIII., XIV. und XV. Bezirk (Langen­diebach, Langenselbold und Niederrodenbach): de« 9. Dezember;

5) für den I. und IX. Bezirk (Windecken und Groß­auheim): den 19. Dezember;

6) für den XL und XII. Bezirk (Fechenheim und Bergen): den 11. Dezember d. J.

An diesen Tagen muß dieselbe in den genannten Bezirken stattfinden. Zu diesem Termine haben Sie die Mitglieder der Kommission gegen Empfangsbescheinigung oder mittelst eingeschriebenen Briefes einzuladen. Die stellvertretenden Mitglieder dürfen nur herangezogen werden, wenn ein Mit« glied fei es ein gewähltes oder ernanntes durch Tod oder aus anderen Gründen ausgeschieden oder dauernd an der Mitwirkung bei den Geschäften behindert ist. Der Zweck der Einladung ist kurz anzugeben.

Ueber die Sitzung ist ein Protokoll aufzunehmen, wozu das in meiner Verfügung vom 26. November 1891 mitge­theilte Schema benutzt werden kann; dasselbe ist von Ihnen und den Mitgliedern zu vollziehen. Bei Eröffnung der Sitzung sind die Kommissionsmitglieder mittelst Handschlags iE®

Feuilleton.

Mian Sande^son KonM.

Hana«, 26. November.

Auf ihrer diesjährigen Konzert-Tournee beehrte Lillian Sanderson auch unsere Stadt mit ihrem Besuch und ver­anstaltete gestern Abend im Saale derCentralhalle" einen Liederabend, der leit er nicht in dem Maße besucht war, wie es die wirklich einzigen Leistungen der Sängerin verdient hätten. Lillian Sanderson nimmt unter den Konzertsängerinnen der Gegenwart eine besondere Stellung ein; sie verdankt ihre großen Erfolge nicht etwa ungewöhnlichen Stimmmitteln, son ern vor allen deren meisterlichen Verwendung, wozu ihre ' Usg -c.ch-eie musikalische Intelligenz, die Wärme und Jnner- üchkeit ih-er Auffassung und die Eindringlich leit ihrer Dar- steb-lng i*e Mäßigen. Ihre Kunst, den sprachlichen und musikalischen Ausdruck nicht blos in technischer Hinsicht, son­dern in wahrhaft durchgeistigter Weise Eins werden zu lassen, r ist woh kaum zu übertreffen. Hierbei bildet das lebhafte Mieneuß ?l er Sängerin nicht etwa - ne blos äußerliche Zuthat, son n es erscheint als die durchaus unwillkürliche psychischen Erlebens und Empfi nbe . M Tie .erin bre zunächst dir Balla eDie rothe . Hanne" un ^i; mlegerin" von Schumann zum Vortrag. Es raren des Heben den sâr gHuu men Mozart'schen H Lieden di g a^poysier Stück des Programms. Der tote 8 Ton ihres namentlich h den tieferen Lagen außerordentlich klangâen, zwischen Mezzo.sopran m b Alt flehenden O.g m R kam da zw voll n GeW , und ° v V einigung feinster I D tailchuralteristik nut echter W§ t eit des Empfind us üb * eine b. stricken e Wirkung aus. Von Mozart b rchte üw Künstlerin zum VortragAre .",Das Viilchen" und

an Eidesstatt auf Grund des § 52 Abs. 1 des Einkommen- weise ich die Herren Vorsitzenden auf meine Bekanntmachung ~ i vom 8. d. Mts., J. St. 2597, in Nr. 79 und 80 der

steuergesetzes zu verpflichten und auf die Strafbestimmungen im § 69 des Gesetzes aufmerksam zu machen.

Die Voreinschätzung ist thunlichst an einem Tage auszuführen. Die Veranlagung der nicht einkommen­

steuerpflichtigen Personen, welche gemäß dem Erlasse des Herrn Finanzministers vom 19. Juni 1892 bei der Be­rechnung der Reisekosten und Tagegelder außer Betracht zu laffen ist, bat getrennt von der Voreinschätzung der ein­kommensteuerpflichtigen Personen stattzufinden.

Wenn die Voreinschätzung der letzteren Personen bei mindestens 8stündiger Arbeit mehr als einen Tag in Anspruch nimmt, so ist dieselbe an unmittelbar darauffolgenden Tagen fortzusetzen und zu beendigen.

Vom Vorsitzenden der Voreinschätzungskommission ist in diesem Falle auf den Liquidationen zu bescheinigen, daß die auf die Veranlagung der nicht einkommensteuerpflichtigen Personen verwendete Zeit außer Ansatz geblieben ist und wieviel Stunden die Voreinschätzung der einkommensteuer- pflichtigen Personen an jedem Tage gedauert hat.

Auswärtige Mitglieder erhalten, sobald sie einen Weg von über 2 km zurücklegen müssen, für die Hin- und Rück reise nach der Verordnung vom 4. Juli 1892

Tagegelder im Betrage von 2 M. 50 Pf.,

für 1 km Landweg 10 Pf. und

1 km mit der Eisenbahn 5 Pf.

Den am Sitzungsorte oder in geringerer Entfernung als 2 km vom Sitzungsorte wohnhaften Mitgliedern stehen Versäumnitzgebühren bis zur Höhe von 2 M. 50 Pf. für den Sitzungstag aus der Staatskasse zu. Auf den für die Mitglieder der Kommission aufgestellten Liquidationen ist der Stand oder das Gewerbe des Mitgliedes anzugeben.

Ich bemerke hierbei, daß den Kommissionsmitgliedern von ^inberfen, Fechenheim und Langenselbold, da diese 3 Orte je einen Einzelvoreinschätzungsbezirk bilden, nach dem Finanz- ministerial Erlasse vom 28./5. 1894 (Ausf.-Anweisung vom 5./8. 1891 S. 151) ein Anspruch auf Versäumnißgebühren nicht zusteht.

Die vorschriftsmäßig ausgestellten Reisekosten- rc. Liqui­dationen, wozu die Formulare bei der hiesigen Waisenhaus- Buchdruckerei zu haben sind, sind von Ihnen mit der Be­scheinigung der Richtigkeit zu versehen und unterschriftlich von den Mitgliedern vollzogen, in doppelter Ausfertigung mit den Voreinschätzungsarbeiten einzujenden.

Die Einsendung des gefammten Materials erwarte ich alsbald nach Beenvigung des Geschäfts, spätestens zum 15. Dezember er.; eine Fristverlängerung findet unter keinen Umständen statt.

Bezüglich des für das Veranlagungsjahr 1898/99 zu ermittelnden und in die Staatssteuerliste einzustellenden Ein­kommens aus Landwirthschaft, Handel und Gewerbe rc. ver-

Warnung" und wußte der Innigkeit und musikalischen schlichten Schönheit der beiden ersteren Lieder ebenso gerecht zu werden, wie dem schalkhaften Humor des letzteren. Weiter errang die Sängerin besondere Er­folge mit zwei Kompositionen von Hans Hermann nämlichLegende" undKindlicher Trost", die sie mit kind­licher Naivetät entzückend darbot. Außerdem verzeichnete das Programm noch Luder von Emil Heß (Der verrückte Geiger"), Bungert (Der Sandtr äaer" undBonn") sowie von Moszkowski (Schlaflied"), Rubinstein (Der Asra"), Zarzyki (Zwischen uns"); kiele gaben der Sängerin Ge­legenheit, ihre unübertreffliche Kunst inbivivualisirenden Vor­trages glänzend zu entfalten und die Zuhörer zu begeisterten Beifallskundgebur gen zu veranlassen. Ein noch jugenvlichrr Pianist, Herr Arthur Speed, führte die Begleitung der Gesangsnummern mit feinem musikalischem Verständniß sicher und korrekt aus. Er trat aua> als Solist hervor und be­kundete eine hoch entwickelte technische Fertigkeit. In seinem Spiel müßte er sich jedoch roch mehr bestreben, Licht und Schatten richtiger zu vertheilen Md durch plastische Ausge staltuug der musikali, chm P^riodit das Tonwerk als einen scharf geglichertm O ganism« s erscheinen zu lassen. Er brachte zum Vortrag eine Novellele von Schumann, Jm prompte As-dur und Ballade As-dur vor Chopin, Barcarole von Rubinstein, c cherzo-Sommernachtstraum von Mendels­sohn und Thème narié von Paderewski. Auch seine Dar- .bietungen fan^m recht beifällige Aufnu-me.

Kus ârM «mb Ksberr.

" Wettheloerd. Zur . rtangung von SkizZeu für die am: 3 eines große

Firma Wilhelm Zimmermw i-. Co. gehörigen $ilim am ^amnnâechet» zu Caste. wWd rin Wierbewrib unte. de», im RM ru.it bezirk C- ssel arsâffigm oder in ter Resi­

Amtlichen Beilage zum Anzeiger.

Hunau am 22. November 1897.

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer-Veranlagungskommission für den Landkreis Hanau.

J.St. 2692 I. V.: Dr. Becker, Reg.-Assessor.

Unter den Schafheeroen der Gemeinden Eidengesäß und Geislitz, Kreis Gelnhausen, ist die Räude festgestellt worden.

Hanau am 26. November 1897.

Der Königliche Landrath.

J. V.: Schneider, Kreissekretär.

Die Räude unter der Gemeindeschafbeerde in Langen­selbold gilt gemäß § 130 der Bundesrathsinstruktion zur Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes als erloschen. Hanau am 26. November 1897.

Der Königliche Landrath.

J. V.: Schneider, Kreissekretär.

Nachdem die Rothlaufseuche unter dem Schweinebestande des Pächters Göbels in Mainkur erloschen ist, sind die unter dem 12. November d. Js. angeordneten Sperrmaß­regeln wieder ausgehoben worden.

Die Herren Ortsvorstände wollen dies sofort ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 25. November 1897.

Der Königliche Landrath.

V. 12257 I. V.: Schneider, Kreissekretär.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Spazierstock (auf dem Landrathsamt stehen geblieben). Eine Peitsche.

Verloren: Eine Genehmigungs-Urkunde vom Herrn Oberpräsidenten zu Cassel, dd. vom 23./4. 1896, betreffend Veranstaltung von Sammlungen für die Kinderheilanstalt Bad Orb.

Hanau am 26. November 1897.

Kiautschau.

Es ist ganz begreiflich, daß in weiten Kreisen zuverlässige Nackrichten über die Aktion, welche unsere Kreuzer-Division in Ostasien zur Erzielung einer ausreichenden Sühne für chinesische Missethaten unternommen hat, mit Spannung er­wartet werden. Indessen sollte dies nicht dazu führen, daß die Presse allerlei unbeglaubigte Nachrichten aufnimmt und sich mit i uen in längeren Erörterungen beschäftigt. So hat man z. B. behauptet, es stede eine Intervention der Ver-

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denzstadt Cassel geborenen Architekten ausgeschrieben. Für die besten Entwürfe sind 5 Preise ausgesetzt worden, näm­lich: ein 1. Preis von 2500 Mt., ein 2. Preis von 1500 Mk., ein 3. Preis von 1000 Mk. und zwei Preise von je 500 Mk. Außerdem behält sich die den Wettbewerb eröff­nende Firma vor, noch weitere Entwürfe zum Preise von je 300 Mark anzukaufen. Das Preisrichteramt haben die nach­stehend genannten in Cassel wohnenden Herren übernommen; 1. Architekt Jul. Eub ll, 2. Stadtbaurath Höpfner, 3. Bankier G. Plaut, 4. Regierungs- und Baurath Rüppel, 5. Direktor der Kunst- und Baugewerbrschule Professor Schick, 6. Zimmer­meister Wilh. Zimmermann. Die Beringungen und Unter- la.eu des Weitb.wervs sind unentgeltlich von der irma Wilh. Zimmermann u. Co. in Cassel zu b ziehen und die Entwürfe bis spätestens zum 1. Apr il 1898 an Herrn Sta b baurath Höpfner in Cass l einzusenden.

Ei« amerikanischer Schäfer Thomas. Der schlefiiche Sonderling, der als Schäfer Thomas sich in einer Prophetenrolle gefiel, bat sein Geqer ück in den Bereinigten Staatm gefunden.Der alte Moor" heißt der weise Mann, ganz wie der Alte im Hungertiurm in>illers Räubern. Es sind nette Sacher?, die er uns fürs nächste Jahr weis­sagt. ,,Böse Geschicke gehen über die ganze Welt hin. Sterne und Kronen uno Häupter werden fallen. Die vermoderten (Brrr!) Staaien Europas nicht allein, auch Amerika wird Unglück triffeu, u. d De Schirm zen wer - t mit den Weißen blutig kämpfe . Die Südstaaten werden im Blute schwimmen, roth werden sich sie Wogen des mexikan schm GolfeS färben." B sonders bir August scheint schlimm wer m zu sollen. Ruin, Tod, Pest, ^usammenbni ist in der Luft. Alle guten Bürger mögen ihr Haus bestellen, London wird eine furchtbare Revolution sehen und der russische Zac wird dem Tode nahe sein!" Alles abe- wird in U . Schatten ge­stellt durch ein Greig im Nev.mbe^. Dann werden nâm-