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für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ di« Igespaltene Garmond­zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

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Erscheillt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nummer kostet 10 ^

Nr. 276. Donnerstag den 25. November

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1897.

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Hierzu Amtliche Beilage" Nr. 82.

Amtliches. (Jtaötârd^ ^anau. ZämitiuachungeN des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Am 1. Dezember ds. Js. findet im Deutschen Reiche eine allgemeine Viehzählung beschränkteren Umfanges statt. Zu diesem Zwecke wird in der Zeit vom 28. bis 30. No­vember ds. Js. in jedem Hause eine Zählkarte zur Aus­füllung abgegeben werden. An die Einwohnerschaft richte ich die dringende Bitte, die Herren Zähler durch möglichstes Entgegenkommen in der Erfüllung ihres mühevollen Ehren­amtes unterstützen zu wollen, und bemerke ich noch ausdrück­lich, daß die Viehzählung nicht zu irgend welchen steuerlichen, sondern lediglich zu statistischen Zwecken erfolgt.

Die Abholung der Zählpapiere geschieht am 1. Dezember ds. Js., und ersuche ich, dieselben zu diesem Zeitpunkte voll­ständig und wahrheitsgetreu ausgefüllt bereit zu halten.

Hanau am 20. November 1897.

Der Oberbürgermeister.

J. V.: Heraeus. 16565

Oeffentliche Sitzung -es Gemeinde-Ausschusses

Freitag den 26. November 1897, nachmittags 5 Uhr.

Berathungs-Gegenstände:

[ 1. Etat der Stiftungen und Nebenfonds pro 1898/99.

2. Kleinkinderschule, Einnahme 5530 M., Ausgabe 8400 M., Zuschuß 28 70 M.

3. Verkauf einer Grundstücksparzelle an der Akademie­straßenfront.

4. Aufstellung einer neuen Laterne am Sandeldamm und Erhebung der Laterne an der Turnhalle zur Richtlaterne.

5. Erlaß der Wasserleitungskosten an den Skt. Josef Spar- und Bauverein im Betrage von 150 M.

B. Nachverwilligung von 944 M. aus den Spezial Etat der .nandelslchule pro 1897/98.

7. Desgl. von 47.89 M. auf Tit. I b 3 Sp.-E. Schlachthof.

8. PiüsUlig der Rechnung der Koch- und Haushaltungsschule pro 1896/97.

9. Desgl. der Handelsschule pro 1896/97.

10. Rechnung der gew. Fortb.-Schule pro 1896/97 zur Kenntniß.

11. Zuführung der Wasserleitung zu den Hanauer Eiswerken am Teich.

12. Annahme eines Legats.

13. Nachverwilligung von 115 M. für Reinigung der Turn­halle.

14. Herstellungen und Einrichtungen im oberen Nathhaussaal, Kosten 5000 M., E.-O. I 13 pro 1897/98. '

15. Nachverwilligung von 4000 M. für Nothstandsarbt., Tit. XII 3 pro 1897/98.

16. Etat des Stadtschlosses pro 1898/99,

17. Nachverwilligung von 1200 M. zur Errichtung eines Schuppens an der gelben Mauer, E. O. Tit. I 13 pro 1897/98.

18. Desgl. für Straßenpflasterung im Betrage von 2000 M., Tit. 6 b 3 pro 1897/98. 16577

19. Desgl. von 50 M. für Reinigung der gew. Fortb.-Schule, Tit. I 6 a Sp.-E. H. pro 1897/98.

20. Desgl. von 96 M. auf Tit. 73 Sp. E. F. pro 189 7/98, Vertretung einer Handarbeitslehrerin.

21. Verwilligung von 600 M. für Verlegung der Treppen in der Fahrstraße, Tit. E.-O, 41 pro 1897/98.

22. Etat der gew. Fortb.-Schule pro 1898/99, Einnahme 7950 M., Ausgabe 23t00 M., Zuschuß 15 850 M.

Berkaus von Baugrundstücken in der Gemarkung von Hanau.

Von dem domänensiskalischen Gelände Karte FF. Nr. 183/32im neuen Mühlfelde" der hiesigen Stadtgemarkung soll eine, dem hiesigen Kleinbahnhofe gegenüber, an der städtischen Straße daselbst gelegene Theilfläche von 34 a 20 qm auf das Meistgebot zum Verkauf gestellt werden, und zwar alternalive in fechs gleich großen Bauplätzen und im Ganzen.

Oesfentlicher Termin hierzu ist auf

Montag den 29. dieses Monats, vormittags 11 Uhr, in das Sälchen der Kaiser'schen Bierwirthschaft in der Altstadt dahier anberaumt.

Auf angemessene Gebote erfolgt der Kaufzuschlag sogleich im Termin.

Auf Verlangen haben die Bieter ihre Zahlungsfähigkeit nachzuweisen.

^anan am 23. November 1897.

Der Königliche Domänenrath

Bell. 16585

Rekrutenvereidigung

Kaiser Wilhelm erscheint alljährlich persönlich bei der Vereidigung der Garde- und Marine-Rekruten, und die ernsten Worte, welche er dabei an sie zu richten pflegt, übertragen sich mit eindringlicher Gewalt auf die Soldaten­herzen und verfehlen auch niemals ihre zündende Wirkung auf das deutsche Volk. So hat unser Kaiser auch jetzt i wieder die Rekruten der Gardetruppen eindringlich ermahnt, als Christen ihres Eides zu gedenken:wer kein braver Christ ist, der ist kein braver Mann und auch kein braver preußischer Soldat!"

Es ist erklärlich, daß solche Worte die demokratischen Zeitungen mit Unruhe erfüllen. Dieselben sind denn auch sofort darüber hergefallen und suchen mit Spitzfindigkeiten und aus den Lehren der Geschichte zu beweisen, daß die nicht zur christlichen Religionsgemeinschaft gehörenden Ele­mente genau ebenso gut für den Heeresdienst befähigt sind, wie die Christen.

Richtig ist wohl, daß die Heere der Römer und Türken auch Großthaten vollführt haben, und daß mancher berühmte General ein schechter Christ gewesen ist. Aber die Voraus­setzungen für den Heeresdienst waren in früheren Zeiten wesentlich andere, wie in der Gegenwart, und als Kehrseite der Medaille stehen den Großthaten nicht christlicher Truppen überall die Greuel der Zügellosigkeit und Unmenschlichkeit gegenüber.

In unserer Zeit wird nur ein von wahrhaft christlichem Geiste erfüllter Soldat auf der Höhe seines Beruses stehen; denn die Grundsäulen der Tüchtigkeit einer Armee und der Unabhängigkeit des Vaterlandes, die Gottesfurcht, Königs- tnue und Mann-szucht, werden am wirksamsten gestützt durch i die christliche Gesinnung und christlichen Gehorsam. Sie jun heute ungleich mehr gefährdet, wie in früheren Jahren, denn auf Schritt und Tritt steht sich aegenwärtig der junge Sol­dat umgeben von nachtheiligen Einflüssen und Versuchungen. Ueberall stellt sich ihm das Beisp el der Zuchtlosigkeit ent­gegen, überall sind die Elemente der Zerretzung beschäftigt, seine Liebe zum Vaterlande und seine Hingabe an den Heeres­dienst zu mindern und ihn womöglich für ihre staatsverderb­lichen Zwecke zu gewinnen.

Da ist es eine dankenswerthe That unseres Kaisers, daß er die Rekruten an ihren christlichen Glauben erinnert und damit auf eine Grundlage stellt, auf der sie sowohl während des strengen Heeresdienstes, als auch im späteren Leben einen festen Boden unter sich und einen sicheren Halt habm. Das deutsche Heer ist die Hochschule für die breiten Volksmoss n, und der in ihm herrschende christliche Geist bürgt dvsür, daß die ruhmreichen Ueberlieferungen der preußisch deutschen Heeresgeschichte bei den deutschenRegimentern

Feuilleton

Grimmelshausens Mater.

Ueber Hans Jacob Christoph von Grimmels­hausen, den berühmten Verfasser desAbentheuerlichen Simplicisfimus", ist in den letzten Jahren manches früher Un­bekannte sestgestellt worden. Das genannte Buch, der erste deutsche Originalroman, besonders wertbvoll durch naturwahre Zeitschilderungen in köstlich-naivem Humor, erschien zuerst 1669, rief alsbald eine Menge Nachahmungen hervor und hat in neuester Zeit, durch eine große Zahl Neuausgaben und Bearbeitungen verbreitet, erst die rechte Würdigung gefunden. Der wahre Name des Autors, welchen er bekanntlich in fei­nen zahlreichen Schriften unter neun verschiedenen Anagram­men wie z. B. German Schleifheim von SulSfort, Samuel Greifnson von Hirchfeld, Melchior Sternfels von Fuch-haim u. s. w. verst.ckte, ist erst seit 1837 bekannt und seit Dr. Dunkers Veröffentlichnng (Zeitschr. für hcsf. Gesch. IX 1882) ist es zweifellos, daß er wirklich aus Gelnhausen stammte, woselbst sein Großvater Christoph von Grimmelshausen, Cent­graf zu Reichenbach, 1571 ein Haus erkaufte. Nach einem von Archivrath Dr. Könnecke 1889 zu Marburg gehaltenen Vortrage (Hessenland 1889 S. 226) sind der Urgroßvater, Großvater und Vater deS Dichters als Gelnhâuser Bürger nachweisbar.

Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen ward um 1625 zu Gelnhausen geboren und aus Grund von Stellen in seinen Schriften nahm man früher allgemein an, daß er ohn. alle Schulbildung ausgewachsen, 1635 von den Hessen eufgegriffen, in seiner Jugend als Musketier den 30jährigen Krieg milmachte und 1643 noch ein junger Soldat war, in­deß läßt sich Wahrheit und Dichtung nicht genau unterschei­

den und einige dieser Annahmen sind inzwischen durch neuere Forschungen widerlegt. Urkundlich steht fest, daß er zuletzt als bischöflich straßburgischer Schultheiß (Prätor) zu Renchen (in seinen daselbst tzerausgegebenen Schriften Rheinec, Cern- heim, Her einen genannt) lebte und dort am 17. August 1676 starb, nachdem er, von lutherischen Eltern stammend, vor 1646 zum katholischen Glauben übergetreten war.

Neuerdings theilt nun Dr. W. Grotefend in Nr. 18 der ZeitschriftHessenland" vom 16. September d. J. aus alten Rathsprotokollen der Stadt Gelnhausen mit, daß einCaspar Christoph Grimmelsheuser an jetzo Capitain d'armes in der Gravlichen Guarnison zu Hanau" dieses Amt seit 1638 be­kleidete und 1640 von Gelnhausen, woselbst er vorher als städtischerWachtmeister" angestellt gewesen war, abzog, um die Bürgerschaft in Hanau anzunehmen. Wie Dr. Grotefend mit Recht annimmt, kann dies nur der Vater des Dichters sein, welch letzterer, wie schon nach seinen Schilderungen im Simplicisfimus zu vermuthen war, jedenfalls einige Zeit in Hanau gelebt hat. Die Mutter Grimmelshausens scheint um 1645 wieder nach Gelnhausen zurückgekehrt zu sein, vielleicht weil ihr Mann vorher zu Hanau verstorben war. Es wäre jedenfalls interessant, wenn sich durch Nachforschungen in den städtischen Archiven und älteren Kirchenbüchern etwas Nähe­res über Grimmelshausens Eltern in Hanau feststellen ließe. H. H-n.

Aus Kunst und Leben.

Hochzeitsmedaille. Dem amtlichen Preisausschreiben für den Entwurf einer Hochzeitsmedaille oder -Plakette liegt die Absicht zu Grunde, die einheimische Medailleurkunst zu fördern unb durch Stellung einer Aufgabe, welche das Interesse weiter Kreise zu erregen geeignet erscheint, die Aufmerksamkeit der Künstler sowie die Theilnahme des Publikums einem Kunstzweige zuzuwenden, der in Deutschland in früheren

Zeiten mehr als jetzt gepflegt und im Volke beliebt war Nach Inhalt des Preisausschreibens beabsichtigt der Kultus­minister, für einen oder mehrere preisgekrönte Entwürfe den zur Ausführung der Medaille erforderlichen Prägestempel her­stellen zu lassen. Es wird dadurch den Privatleuten Gelegen­heit gegeben werden, nach Vereinbarung mit dem Künstler Exemplare der Medaille oder Plakette zu mäßigem Preise zu erwerben und mit der in jedem Falle besonders einzu- gravirenden Inschrift bei Hochzeiten als Geschenk für die Eheleute oder als Erinnerungsgabe für deren Angehörige zu verwenden. Eine amtliche Verleihung der Medaille ist nicht in Aussicht genommen.

EinenErholungsort für Eisenbahner" beab­sichtigt der etwa 10 000 Mitglieder zählendeVerband der mittleren Beamten des Stations- und Abfertigungsdienstes preußischer Staatsbahnen" zu gründen. Als Ansiedelungsort wurden die Ortschaften Braunlage, Schierke oder St. Andreas­berg im Harz in Vorschlag gebracht. Mit einer Anlage­summe von 300 000 Mark, die durch Aktien aufgebracht werden soll, gedenkt man eine Erholungsstation mit etwa 100 Betten einrichten zu können. Dort sollen kranke und beurlaubte Verbandsmitglieder und auch sonstige Eisenbahn­beamte billigen Aufenthalt finden.

Fingerringe mit Goldketten. Man schreibt der Frkf. Ztg." aus Mailand: Wie man weiß, lieben es die Italienerinnen, mit vielem Schmuck zu prunken. Nicht selten sieht man italienische Damen, deren Finger 20 und mehr Ringe tragen. Nun lassen sich aber Ringe bekanntlich nur am unteren Glied des Fingers anstecken, da sie von den beiden oberen heruntergleiten würden, und die Italienerinnen hatten deshalb bisher den Schmerz, von jedem ihrer Finger zwei Drittheile nicht mit Ringen schmücken zu können. Diesem Uebelstande hat ein findiger neapolitischer Goldschmied abgeholfen. Er verkauft Ringe, die für das mittlere Glied