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Utovemk«»- Preis:

jährlich 9 *.

Mbjährl. 4^50^. Vierteljährlich

2 M 25 A

Für auswärtige Mmnmten mit dem betreffenden Psstaufschlag.

«rinrückungs- gebühr

für Stadt- und Land­kreis Hanau 10 ^ die 4gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.

Jnr Reklamentheil die Zeile 20 ^, sät

Auswärts 30 ^.

Vie einzelne

Nummer kostet

Amtliches Organ für Hiaöt- unS LanöKreis Hanau.

10 ^.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

Nr. 271.

Frritag den 19. November

1897.

Amtliches.

cSattöRreis ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

^" In Seligenstadt (Kreis Offenbach) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöft- und Gemarkungssperre angeordnet; in Bieber (Kreis Offenbach) ist diese Seuche erloschen und ist die Sperre aufgehoben worden.

In Düdelsheim (Kreis Büdingen) ist diese Seuche eben­falls ausgebrochen und Gehöftssperre angeordnet worden. Hanau am 18. November 1897.

Der Königliche Landrath

V. 11939/40 v. Schenck.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gesunden: Ein Stück Seifig geschnittener schwarzer Sammt. Ein kurzes weißes Handtuch.

Verloren: Ein neuer brauner gewebter Damenhand­schuh (linker). Ein braun und weiß geschecktes Kinder­krägelchen von Eisvogel.

Hanau am 19. November 1897.

^taöt&reiö ^)ctnau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.

ZI a <H w c t furt g

der Johanni- und Martini-Durchschnitts Marktpreise in Hanau sür das Jahr 1897.

a. Johanni:

1. Weizen

â

100

Kilogramm 16

Mk.

31

Pf.

n

w

1 Hektoliter

13

19

ft

2. Roggen

W

100

Kilogramm 12

50

tt

II

ft

1 Hektoliter

9

ff

33

tt

3. Gerste

ff

100 Kilogramm 15

>1

84

tt

II

ff

1 Hektoliter

10

ff

45

tt

4. Hafer

st

100

Kilogramm 15

w

19

st

II

ff

1

Hektoliter

6

ft

80

ff

5. Kartoffeln, ordinäre

ff

100

Kilogramm

4

ff

15

W

6. englische

ff

100

st

8

ff

53

ft

7. Welschkorn .

ff

100

st

14

tt

05

ff

8. Roggenstroh

ff

50

st

2

ff

64

st

9. Haferstroh .

ff

50

st

1

st

72

ff

10. Gerstenstroh

ff

50

st

1

ff

65

ft

11. Heu .

w

50

ft

3

u

51

ff

12. Buchenscheitholz .

ff

1

Raummeter

9

ff

15

ff

13. Eichenscheitholz

ff

1

6

95

ff

14. Tannenscheitholz .

ff

1

ft

7

ff

75

II

Fenilletsn.

Philipp I. von Kanan-WünMbrrg.

(Schluß.)

1484.So viele Reisen unser Graf die Tage seines Lebens gethan, so hatte er gleichwohl noch eine vor, welche alle vorigen an Entlegen- und Beschwerlichkeit weit überstiege. Ich meine die ins gelobte Land. Er glaubte nicht, daß er ruhig sterben könnte, wo er nicht die Stätte gesehen, wo Christus vor ihn geboren, gelitten und nach seinem Tod hin­gelegt worden. Dieser Weg wäre damals langsam ( selten) ohne Reisende. In diesem Jahre nähme auch Gras Johann von Solms und mit ihm Bernhard von Breitenbach, Kämme­rer und Domdechant zu Mainz, welcher hernach eine Be­schreibung davon herausgeben, den Zug dahin. Des Breiten- bachs Aussatz habe nicht bei der Hand. Unser Graf hat ebenfalls, was ihm das merkwürdigste gedäucht, entwerfen lassen". Er machte sich Ende April aus den Weg und war nach 3/* Jahren, Ende Januar 1485, wieder in Hanau. Gewissen Geistlichen zu Jerusalem hatte er eine Uhr ver­sprochen; eine solche kaufte er um 12 Gulden und schickte sie dahin.

Dies ist alles, was wir bei Bernhard von der Reise nach Jerusalem lesen, und viel mehr erfahren wir darüber auch nicht in dem Tagebuch, das im 3. Bande des Hanauer Magazins von 1780 wortgetreu abgedruckt ist. Dasselbe schweigt von der Hinreise bis Jaffa, meldet nur kurz, daß die Rückreise wieder dort zu Schiff (Galeen, Galcon, Galea) angetreten wurde und über Cypern nach Venedig ging, vermeidet alle näheren Schilderungen und enthält nichts weiter als eine endlose Aufzählung von Oertlichkeiten, wo etwas, was in der

b. Martini:

1. Weizen ft

â

ti

100 Kilogramm 19

Mk.

ti

34

64

Pf.

1 Hektoliter 15

2. Roggen

ti

10 ' Kilogramm 14

ti

91

tt

ti

tt

1 Hektoliter 11

ft

13

tt

3. Gerste

ti

100 Kilogramm 18

tt

97

fi

ti

ti

1 Hektoliter 12

II

51

ti

4. Hafer

tt

100 Kilogramm 14

If

69

tt

tt

tt

1 Hektoliter 6

II

58

5. Kartoffeln, ordinäre

tt

100 Kilogramm 4

M

65

n

6. englische

II

100 10

ff

40

«

7. Welschkorn .

ti

100 16

II

10

tt

8. Roggenstroh.

II

50 2

II

44

tt

9. Haserstroh .

M

50 1

ff

95

tt

10. Gerstenstroh.

tt

50 1

ff

80

ti

11. Heu

tt

50 3

ff

55

ti

12. Krauthäupter

tt

100 Stück 10

ff

75

tt

13. Buchenscheitholz .

ti

1 Raummeter 9

II

30

ti

14. Eichenscheitholz

1 7

ff

25

II

15. Tannenscheitholz . 1 7

Hanau am 18. November 1897.

Städtische Polizeioerivaltung. Der Oberbürgermeister.

I. V.: Heraeus.

ff

55

16314

Tagesschau.

Landwirthschaft und Heer. Professor Lujo Bren­tano hat neulich statistisch versucht, die Zahl der Ausge­hobenen im Verhältniß zur Bodenfläche als charakteristisch zu behandeln; demgegenüber veröffentlicht dieKreuzztg." eine andere Statistik. Sie vergleicht die Bevölkerungszahl in den einzelnen Provinzen mit der Zahl der wirklich in das Heer eingesüllten Mannschaften. Zu Grunde gelegt sind die Ein­stellungs-Ergebnisse der Jahre 18931896. Nach dieser Statistik kamen auf 10 000 Einwohner durchschnittlich jähr­lich eingestellte Mannschaften in der Provinz Ostpreußen 66,71, in Westpreußen 59,72, in Pommern 58,17, in Posen 60,12, in Mecklenburg Schwerin 55,71, in Schleswig-Holstein 51,12, in Bayern 51,31, im Reichsdurchschnitt 48,35. Hinter dem Reichsdurchschnitt blieben etwas zurück Hannover mit 45,41, Westfalen mit 45,54, Rheinland mit 45,89 Einge­stellten auf 10 000 Einwohner. Weit hinter dem Durch­schnitt blieben zurück Berlin und Brandenburg und das Königreich Sachsen mit 38,82 Eingestellten. Die Provinz Ostpreußen liefert also verhältnißmâßig fast doppelt soviel Rekruten wie Berlin und Brandenburg.

DerPolitik der Sammlung" redet derSchwäbische Merkur" vom nationalliberalen Standpunkt das Wort, indem er u. a sagt:Die Gegner der Politik der Sammlung von rechts und links haben mit mehr oder weniger bewußter

häufigen Zusatz:Da ist Ablaß von Pein und von Schuld" oderAblaß sieben Jahr und sieben quadragena."

Vom Jahre 1484 ist außerdem noch bei Bernhard er­wähnt: Vor die 8. Martins Capelle im Schloß zu Hanau erhielte man von vielen Cardinäten einen Ablaßbrief (wäh­rend der Abwesenheit deS Grafen).

Nach der Rückkehr setzte Philipp sich ernstlich vor, die hiesige Kirche in eine Stiftskirche zu verwandeln (was 1493 geschah) und ließe Anstalten zu Erbauung eines hohen Ehm s nebst 5 neuen Altären in demselben machen, welche etliche Jahre darauf geweiht wurden.

1487. Nach Aachen thäte er aus besondern! Eifer eine Wallfahrt. Aus geistliche Dispensationen wendete er um diese Zeit sehr vieles. Der Cardinal Raymundus war in hiesiger Gegend, und diese Gelegenheit wollte er nicht fahren lassen. Derselbe ertheilte ihm Freiheit, einen Altar mit sich herum zu führen; wegen anderer verlangten Privilegien schriebe er sei­netwegen an den Papst.

1490. Mit geistlichen Ablassen hatte er niemals genug; der Cardinal Raimundus schwatzte ihm in diesem Jahr wie­der einen um die Gebühr auf. Er führte dieser Briefe auf Pergament gedruckt viele bei sich, nur daß vor die Namen der Pesonen, denen er sie ertheilte, ein spatium gelassen wäre, darin man dieselbe nachdem schrieb.

1491. Der Pfaffen vergäße unser Graf um diese Zeit auch nicht. Eine Kammerrechnung gibt nachstehendes an Hand: Acht Gulden gab mein Herr den Priestern zu Hanau, daß sie jährlich uf aller Seelentag die Herrn von Hanau in der Kirchen darin sie begraben liegen (nämlich Reinhard II. und III.), mit singenden und lesenden Messen begehen srllten."

1494 wird die berüchtigte Wolfgangskapelle nur kurz er­wähnt :Den liederlichen Brüdern zu Wolfgang in dem Wald Bulau vor Hanan »ereignete er die Kapelle^ mit allen Ge-

Selbsttäuschung die Aeußerungen vereinzelter Preßstimmen aus der nationalliberalen Sphäre für die Meinung der nationalliberalen Partei als solcher ausgegeben. In Wirk­lichkeit haben die berufenen Organe nationalliberaler Partei­verbände, soweit solche bisher zum Wort gekommen sind, aus­drücklich die Nothwendigkeit des sestgeschlossenen Zusammen­gehens mit allen staatserhaltenden Kräften, also sicherlich auch mit den Parteien der Rechten, ausgesprochen. So ist es soeben noch durch den Gesammtvorstand des nationalliberalen Landesvereins im Königreich Sachsen geschehen. Es ist zu erwarten, daß die harte Lehre des Wahlausfalls in der West- prieguitz die Wendung auch bei den preußischen Konservativen zum Durchbruch bringt".

Französisches Urtheil. Unter der UeberschriftDie bayerischen Partikularisten und die bayerische Armee" spricht die französische MilitärzeitschriftL'Avenir Militäre" vom 2. November folgendes Urtheil über die be­kannten Verhandlungen der bayerischen Abgeordnetenkammer aus:Ein so frivoler Angriff auf die Einheit der deutschen Armee und ihre Vertheidigung des Vaterlandes verdiene die allgemeine Verachtung. Es wäre zu wünschen, daß die Arme ebenso wie alle Vaterlandsfreunde ihre Verachtung nicht verbergen würden. Die bayerische Armee könne sich mit einem Gefühle berechtigten Stolzes des großen Unter­schiedes bewußt sein, der zwischen ihrem heutigen Werthe als Kriegsinstrument und demjenigen bestehe, den sie während der kläglichen Zeit des Bundes hatte. Während der Manöver des Jahres 1897 waren die den Kriegsanforderungen mög­lichst genäherten Anstrengungen für manche Truppen außer­ordentlich; aber sie alle seien stolz, unter der Leitung des Kaisers geübt zu haben. Frankreich glaube nicht mehr an einen Mangel in der soliden Verbindung der deutschen Kontingente, denn Frankreichs Nachbarn im Osten der Vo­gesen kennen nur noch eine geeinigte deutsche Armee, und die Kaisermanöver der letzten Jahre, insbesondere jene im Jahre 1897, hätten nur diese Ansicht verstärken können."

Politische und unpolitische Nachrichten

(Depeschen-Bur eau .Herold.")

Berlin, 18. Novbr. Der Bund esrath hat den Ausschußantrag zu dem Entwurf eines Gesetzes über die Ent­schädigung der im Wiederaufnahme Freigesprochenen die Zu­stimmung ertheilt.

Berlin, 18. Novbr. Bei der Unterredung, die der Kaiser im Reichskanzlerpalais mit dem Fürsten Hohen­lohe, dem kommandirenden Admiral von Knorr, dem Staats­sekretär Tirpitz und dem Chef des Marine-Kabinets Freiherrn von Senden-Bibran Montag Nachmittag hatte, sind wie die Post" erfährt, Fragen zur Sprache gekommen, die in Ver­bindung mit den deutschen Interessen in China und Haiti

VerdiensteS Willen des lieben heiligen Wolfgangs." Näheres ist im Hanauer Magazin Band III und bei Junghans an­gegeben. Die Kapelle war von einem Hoftrompeter Erasmus Hasenfuß angelegt, der dann zum Forstmeister ernannt wurde. 4 Mönche bewohnten dort ein kleines Kloster und betrieben eine viel besuchte Wirthschaft, in der es nicht sein herging, besonders bei der Kirchweihe. Auch ein Scheibenstand war da, zum Vergnügen des Grafen, der ost dahin kam.

Erst unter dem folgenden Grafen Reinhard IV. gedenkt Bernhard in seiner Historie wieder dieser Mönche im Jahre 1502:Die Brüder zum Wolfgang hatten an seinem Vatter ihre einzige Stütze verloren, der ihnen bei aller ihrer verüb­ten Gottlosigkeit durch die Finger gesehen. Diese konnte er nicht dulden. Sie hatten einen freien Weinschank und dahin zöge sich, zumalen auf Sonn- und Festtägen allerlei liederliches Gesindel, welches in den Waldungen ärgerliche Schandthaten triebe. Er gienge damit um, dieses Wespennest zu zerstören. Er incorporirte das Closter dem Hanauischen Hospital und sollten die Brüder sich in demselben zu Tod essen." Der Erzbischof von Mainz aber widersetzte sich dieser Maßregel und noch 1520 wurden die Privilegien des Klosters bestätigt. Erst der Bauernkrieg machte ihm ein Ende. Bernhard sagt 1525;Den Brüdern des sogenannten Wolfgangsklosters ginge man auch zu Leibe. Das Maß ihrer Bosheit war voll, und da meinten die Unterthanen zu Nieder-Rodenbach ein gar gut Werk zu thun, wann sie den Garaus mit ihnen spielten und den Ort ihres Aufenthaltes ruinirten. Der Schultheiß des gedachten Orts führte seine Gemeindexin."

Die Geräthe und Mobilien wurden mitgenommen, natür­lich auch vieles demolirt, die Glocke kam auf die hiesige Marienkirche, wo sie 1860 zersprang und umgegossen wurde. 1527 wurde weiter geplündert und völlig zerstört. Jetzt stehen nur noch Mauern vom Thurm. Die Försterwohnung * * ----c ------ »n -1 i-ri r < ,