Die einzelne
Nummer kostet
10 ^.
Nr. 266.
Wkaantmentl« Preis:
Jährlich 9 -X.
WHährl. 4 J4 50 4. Vierteljährlich 2 <* 25 ^.
Für auswärtige ■tennenten mit dem betrrffendm Postaufschlag.
trinrnlkungS- gelrühr
für Stadt- und Landkreis Hanau 10 ^ di« ^gespaltene Garmond- zeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für
Auswärts 30 ^.
Amtliches Organ für Staöt- unö LanöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Freitag den 12 November
1897.
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: regulativ; ferner den Ausschußberichten über die Vorlage bände von dem hiesigen Polizeipräsidenten gemachten Eröff OlüitlidhÉ ^ÉiL&älÉ^ ! vom 11. Oktober d. Js., betr. Aenderung der Instruktion —— k^.tt^ ^a N"k^â â^;^il^^ ro^arn^s.
i ^ur Ausführung der Schiffsvermessungsorvnung, über den
Hierzu
Amtliches, ^taöt^reiö âanau.
BekalliltAachunN» des Oberbürgermeifteramtes.
Bekanntmachung.
Die Stadthnuptkaffe (Stadtkämmerei) befindet sich von Sonnabend den 13. b. Mts. ab im Neustädter Rathhaus, 1 Treppe hoch Zimmer Nr. 10, und ist zum Verkehr mit dem Publikum un Werktagen vormittags
Entwurf einer Verordnung über die Ausführung der am 9. September 1886 zu Bern, abgeschlossenen Uebereinkunft wegen Bildung eines internationalen Verbandes zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst, und über den Entwurf
nötigen betreffend das Auftreten österreichischer Reichsrathsabgeordneter in einer Versammlung finden sich in einzelnen Blättern Bemerkungen, welche darauf abzielen, es seien dem
Polizeipräsidenten in dieser Angelegenheit seitens des Ministers dts Innern Maßnahnen angesonnen, für welche der Polizeipräsident die Verantwortung habe ablehnen müssen. Es er-
von Va9 Uhr bis Val Uhr geöffnet. Hanau am 11. Nove b-r 1897.
Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.
16061
Abbruch.
Der vor die Hausflucht des alten Realschulgebäudes vorspringende Theil des Hauses — Johanniskirchplatz Nr. 3 — soll abgebrochen und beseitigt werden.
Die Bedingungen liegen von heute an im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23 des Rathhauses, für Interessenten in den Vormittagsstunden von 10 —12Va Uhr auf, auch wird auf Wunsch weitere Auskunft an Ort und Stelle ertheilt.
Angebote sind verschlossen bis zum •
Sonnabend den 20. d. Mts., vormittags 11 Uhr,
eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen wegen Abänderung des scheint wohl kaum nöthig, diese Insinuationen als völlig aus Sparkassengesetzes vom 14. Juni 1895 die Zustimmung er- der Luft gegriffen zu bezeichnen.
theilt. Die Vorlagen, betr. die Entwürfe eines Gesetzes wegen Berlin, 11. Novbr. Nach der im Reichseisenbahnamt Aenderungen des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Straf- ausgestellten Statistik der auf den deutschen Eisenbahnen Prozeßordnung, sowie eines Gesetzes wegen Aenderungen der ausschließlich Bayern im September vorgekommenen Betriebs- Zivilprozeßordnung und eines zugehörigen Einführungsge- Unfälle sind 218 Unfälle zu verzeichnen, bei denen im Ganzen ■ setzes; betr. Ergänzung der Eingangsbestimmung unter Nr. 50 Personen getödtet und 135 verletzt wurden.
i XXXVc der Anlage B zur Verkehrsordnung für die Eisen- ■ Berlin, 11. Novbr. Der „Reichsanzeiger" veröffent- i bahnen Deutschlands in Bezug auf die Beförderung von licht eine kaiserliche Verordnung, wonach.der Reichs- ! Sicherheitssprengstoff der Güttlerschen Pulverfabriken; endlich tag am 3". November zusammentritt.
betr. den Entwurf einer Bekanntmachung über die Beschäftigung Berlin, 11. Novbr. Die „Post" meldet aus Merse- ; von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien, bürg; Zuverlässigen Nachrichten zufolge ist Regierungspräst- ' mürben den zuständigen Ausschüssen überwie'en. Schließlich bent Graf Konstantin Stolberg-Wernigerode zum Oberwurde über eine Reihe von Eingaben Beschluß gefaßt. Präsidenten von Hannover ernannt worden.
-------- Berlin, 11. Novbr. Zu der Meldung des „Berl.
' Tagebl." von einem Ueb erfüll auf den Leiter der deutschen
VOldif^ rrnd iUl^SMnf^C -âÄMcht-W Schule in Palhoca in Brasilien, R. Roth, erfährt die „Nordd.
(Depeschen-Burean .Herold/' Allg. Ztg." von maßgebender Stelle, daß Nachrichten des
Berlin, 11. Novbr. Reichskanzler Fürst Hohen- kaiserlichen Vertreters in. Brasilien in diesem Falle bisher lohe ist heute Vormittag wieder hier e ngettoffen. ! nicht vorliegen, jedoch sei die Gesandtschaft in Rio de Janeiro
Berlin, 11. Novbr. Der „Reich arznger" vi-röffent- telegraphisch angewiesen worden, den Sachverhalt festzustellen licht die Abberufung des Bot cha'ters bei der Pforte, und, falls Roth Reichsangehöriger sei, die erforderlichen
Freiheirn von Verwendung.
aurma-Jeltsch, behufs anderweiler dienstlicher; Schritte bei der brasilianischen Regierung zu thun.
Berlin 11. Novbr. Wie die „Post" meldet, ist die
bei oben genannter Amtsstelle einzureichen, zu welcher Zeit ,
daselbst die Eröffnung derselben im Beisein erschienener Be- Frage der Entsendung eines Kriegs sch iff es nach theiligter erfolgen wird. Port au Prince noch immer nicht entschieden, die Blätter-
Hanau am 9. November 1897.
Berlin, 11. Novbr. In der heutigen Nachmittags- ziehung der preußischen Klassenlotterie fiel das große Loos im Betrage von 500 000 M. auf die Nr. 141279.
Wien, 11. Novbr. Baron Banffy ist aus Budapest hier eingetroffen. In unterrichteten Kreisen wird bestätigt, daß seine Anwesenheit mit der inneren politischen Lage und mit der Frage der Delegationen zusammenhängt. Nach der Audienz beim Kaiser wird Banffy mit Badem und Golu- chowSky konferiren.
Graz, 11. Novbr. Erbprinz Danilo von Montenegro, welcher an einem hartnäckigen Halsübel leidet, unterzog sich
Meldung, wonach bte Ent endung des K euzeis „Gesim" nach
Mittel-Amerika feststes, das Schiff für zwei J^hre Fahrt ausgerüst t und die Abfahrt von Kiel am 10. Dezember er- I folgen soll, bestätigt sich nicht. Wah scheinlich sei, daß die „Gefion" an bte Stelle der „Kaiserin Augusta" nach dem Pyräus gehen werde. Toch sch ini eine Ent cheidung hierüber Gefunden: Ein französisches Buch von 1795. Ein ° ebenfalls noch nicht gefällt Tie Verhandlungen mit Haiti gelber Damenhandschuh (rettet). Ein s. g. Krimmermuff, über die Zahlung einer Entschädigung an Lüders wer en der
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Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.
Ein schwarzer Herrnhut. Eine Brille mit Futteral. Verloren: Ein Leihhausschein Nr. 10648. Hanau am 12. November 1897.
hier einer Operation, welche gut verlaufen ist. Der
„Post" zufolge fortgestzt. Es scheint immerhin nicht ausge ^Erbprinz hat sich bereits nach Montenegro zurückbegeben, schloffen, daß eine solche «chließlich doch noch ohne Eingreifen Warscha«, 11. Novbr. Auf der Weichsel herrscht
eines Soifsis erfolgen werde.
Berlin, 11. Novbr. Der Wirkl. Geheimrach Dr.
j starkes Eis treiben. Die Schifffahrt wurde infolgedessen : eingestellt.
Rio de Janeiro, 11. Novbr. Im hiesigen Gefängniß ist eind Revolte ausgebrochen. Truppen mußten ein- ! schi eiten. Der Kongreß hat den Kriegszustand erklärt. Die
Horstmann, der älteste der Vortragenden Râihe impreußi- l ü 0 M e ö schen Justizministerium, hat seine En lassung nachgesucht, um
Der Bundesrath hat in seiner gestrigen Sitzung den in den Ruhestand zu treten.
Ausschnßanträgen, betr. die Kosten der Schiffsbeschädigung Berlin, 11. Novbr. Tie „Nordd. Allgem. Ztg." Behörden find überzeugt, daß das Attentat aus den Präst- durch Zollfahrzeuge und betr. den Entwurf eines Holzlager- schreibt offiziös: Bei B.spnchung der dem alldeutschen Ber- denken von einem Komplot ausgegangen ist.
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Fenilletsn.
Die Kohème.
Szenen aus Henry Murgers .Vie de Botzème" in vier Bildern von G. Giacosa und L. Jllica. Musik von Giacomo Puccini.
Erste Frankfurter Aufführung am 11. November 1897.
(Eigener Berich t des „Hanauer Anzeiger/)
Als vor einigen Jabren der damals noch gänzlich unbekannte, junge italienische Komponist Puccini mit seinem dramatischen Erstlingswerk der phantastischen Oper „Die Willis" vor die Oeffenttichkeit trat, setzte man große Hoffnungen aus die musikalische Weilerentwickelung dieses aufstrebenden hochialentirien Musikers. Puccini hat inzwischen viel gelernt. Die geniale Leichtfertigkeit seines „Willis" ist nun in der „Solème" einer gi ögeren musikalischen Vertiefung, einer abgeschlosseneren Form gewichen. Heute darf sich der junge Tonsetzer getrost als ebenbürtiger Rivale neben seinen Landsleuten Mascagni und Leoncavallo sehen lassen, denen er, was Erfindungsgabe, Orchestration unb Tonmalerei betrifft, sogar in mancher Beziehung überlegen ist. Die heute zur Aufführung gebrachte Oper „Die Bohème" fand bei wahrhaft glänzender Ausstattung einen Künstler säen Erfolg, wie ihn seit den glücklichen Zeiten eines „Hänsel und G,etel" kaum ein Werk mehr gefunden hat. Auch die strengste Kritik muß heute dem genialen Komponisten Puccini bewundernd Lorbeeren streuen. Das Libretto ist nach dem bekannten Roman bt§ im vorigen Jahre verstorbenen französischen Schriftstellers Henry Murger mit Geschick bearbeitet; die Verfasser verstanden es vorzüglich, das dramatisch Wirkungsvolle des Romans in bte knappere Form einer Bühnendichtung zu zwängcn. Es war überhaupt ein glücklicher Gedanke, das wechselvolle Leben des vagabundirenden Künstlervölkchens auch einmal aus
die Bretter zu bringen; ein geschickter Komponist, in Verbindung mit erfahrenen Bühnenpiaktikern hat hier ein Wirk geschaffen, das in mehr als einer Beziehung neu und ongi ill ist.
In vier stimmungsvollen, abwechselungsreichen Bildern spielt sich die einfache Handlung ab. Vier arme Künstler führen im Quartier latin in Paris, in enger Freundschaft verbunden, ein echtes und rechns Zigeunerleben. Aber die Mifèren des Lebens drücken sie nichz nieder. In die ärmliche Wohnung des Poeten Rudolph kommt an einem bitterkalten Weihnachtsabend die St'ck.rin Mimi und im Dunkel des Zimmers finden sich ihre Seelen in Liebe zusammen. Doch Mimi steht schon am Rande des Grabes, sie siecht langsam an der Schwindsucht dahin. Die Dichter haben es meisterhaft verstanden, porträtähnliche Charaktere zu schaffen. Es ist wahrhaft rührend, wie in der Stunde der schwersten Noth ein Jeder gerne bereit ist, das Letzte seiner kleinen Habe zu opfern, um der Todtkranken Erleichterung zu verschaffen. In einer ergreifenden Szene haucht Mimi ihre Seele in den Armen des Geliebten aus. — Die Musik weist einige große Schönheiten auf; freilich werden musikalische Pedanten bei Puccini die massenhafte Anhäufung „verbotener Quinten" schwer tadeln. Der Komponist ist jedoch hierbei so originell und dezent verfahren, daß das Ohr hierdurch niemals beleidigt wird. Hervorragende Stellen der Partitur bilden namentlich: das entzückende Liebesduett im ersten Bild, die lyrischen Stellen des dritten Bildes, sowie die geradezu ergreifende Sterbeszene.
Das schwierige Werk war vorzüglich einstudirt. Alle Mitwirkendm waren sichtlich mit Lust und Liebe bei der Sache, allen voran glänzte Frau Jäger in der schwierigen Parthie der Mimi. Von den übtigen Mttwirkenden zeichneten sich die Herren Gießwein, Hau brich, Pröll und Reitz in größeren Rollen vortheilhaft aus. E. L.
Gin Rundgang durch die Herbstmesse.
Hanan, 12. November.
Unsere diesjährige Herbstmesse weicht in ihrer Art nur wenig von den sonstigen Messen ab, sofern man nicht das Ausbleiben des sprichwörtlich gewordenen „Meßregens" als eine Abweichung betrachten will und resultirt daher auch aus letzterem Umstand der weitaus stärkere Besuch der Messe. Was wir schon seit einer langen Reihe von Jahren in der Messe zu finden gewohnt sind, grüßt uns auch Heuer wieder in den bekannten grellen Farben des Jahrmarktes und doch übt dieses altbekannte, hundertmal gesehene Bild immer wieder den gleichen Zauber aus auf Große und Kleine, auf Vernünftige und — minder Vernünftige, die schaaren- weise auf den Meßplatz strömen, um die grellen Bilder der Schaubuden zu betrachten oöer die gefüllte Börse durch allerlei ' nützliche und weniger nützliche Einkânfe zu erleichtern. Und worin liegt nun diese Anziehungskraft der Messe? Vortheile sind es nicht, die man dort sucht oder findet, Annehmlichkeiten sind es meistens auch nicht, es ist eben das Bewußtsein, daß Messe ist, die das Publikum anlockt und tiefer Magnet ist stark genug, um seine Kraft zu erproben und diese Kraft kann ihm selbst ein Zeitgeist nicht rauben, der nicht gerade übermäßig glimpflich im Aufräumen alter Traditionen verfährt. In diesem Punkte sind wir eben alle Kinder und dies wird eine CharaktereigenthümlichkUt der ' deutschen Nationalität bleiben, so lange sich der Deutsche eben seine Nationalität bewahrt.
„Bitte, mein Herr, schießen Sie 'mal!" klingt der lockende Sirenenruf aus den festlich aufgeputzten Buden und der nicht seltene Knall einer Flobert- oder Luftbüchse verräth, daß nicht Jeder einer solchm Lockung widerstehen kann. Wozu auch smöde Vorbeigehen? Die Thonpfeifen sind so leicht zu treffen und die schwarzen Eisenölkchwände