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ö. 'Novemver

Hanauer Anzeiger

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Küllmer gehörigen Wohngebäude am Kirchhof bezw. in der Kirchstraße auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte Weise Feuer ausgebrochen, welches binnen kurzer Zeit eine mit Stroh- und Futtervorrâthen gefüllte Scheuer vernichtete. Ebenso brannte der Dachstuhl eines Stallgebäudes ab, während es den ver­einten Anstrengungen der Feuerwehren gelang, die übrigen, theils sehr stark bedrohten Gebäude zu retten, wozu eines theiles der Umstand, daß das Feuer noch am Tage zum Aus­bruch gekommen war, sehr zu statten kam, anderseits aber auch die Möglichkeit den Brandberd in ein wahresKreuz­feuer" von Wasserstrahlen zu nehmen, indem der Angriff von der Kirchstraße, vom Kirchhof und vom Salzmann'schen bezw. Fischer'schen Garten aus erfolgte, so daß alle Spritzen in Thätigkeit treten konnten, wodurch die Gefahr nach einigen Stunden als beseitigt galt. Sämmtliche Anwohner hatten ihr Mobiliar in Sicherheit gebracht, wozu, soweit dies thunlich, in bereitwilligster Weise die Kirche zur Verfügung gestellt war.

Gieselwerder, 2. Novbr. Die Einwohner unseres Dorfes wurden durch das Läuten der Feuerglocke in Schrecken versetzt. Im Hause des Tagelöhners Gerke war Feuer ausgedrochen. Durch das schnelle Eingreifen einiger beherzter Leute wurde das Feuer wieder gelöscht. Entstanden war der Brand durch ein 2^/zjähriges Kind, welches Streich­hölzer in dem Schlafzimmer gefunden und das Bett ange­steckt hatte.

Aschaffenburg, 4. Novbr. Die Strafkammer des

45,000 Mk., dann folgt München mit über 23,000 und Hamburg mit über 12,000, sodann Leipzig und Hannover mit über 9000 und Köln mit beinahe 8000 Mk. Dies sind auch im allgemeinen die Haupt-Rennplätze, wo die besten Fahrer zu finden sind; auf den anderen Bahnen sind die Fahrer den ausgesetzten Preisen entsprechend weniger nam­haft. Den genannten folgen im Range 3 Rennplätze mit über 4000 Mk., 3 mit über 3000, 6 mit über 2000, 9 mit über 1000 und 15, welche weniger als 1000 Mk. au Preisen zahlten.

Prüfung von Saatgetreide durch die deutsche Landwirthschafts - Gesellschaft.

Die deutsche Landwirthschasts-Gesellschast hat in diesem Sommer zum ersten Mal eine Einrichtung ins Leben treten lassen, welche geeignet ist, den Verkebr in Saatgetreide immer mehr zu heben und zu sichern. Wie ein Thierzüchter es sich nicht verdrießen läßt, vor Erwerbung eines guten und werthvollen Zuchtthieres an Ort und Stelle zu reisen, sich das Thier dort anzusehen und sie Bedingungen, unter

hiesigen Landgerichts verhandelte gestern gegen die Händlerin Reb. Lamm und deren Tochter Mar. Wallach wegen Be­trugs. Die Angeklagten, von denen die Jüngere Mutter dreier Kinder ist, besuchten in betrügerischer Absicht eine Reihe von klösterlichen Instituten und gaben dort vor, die Jüngere beabsichtige demnächst in das betreffende Institut einzutreten I und 100 000 bis 150 000 M. und werthvolle Juwelen mitzubringen. Bald darauf legten sie Leinwandproben vor unter dem Vorgeben, sie hätten in Berlin ausstellen wollen, ihr dortiger Agent sei aber gestorben und sie seien daher ge­nöthigt, die Stoffe unterwegs zu verkaufen. Die meisten dieser Institute, wie A'chaffenburg, Fulda, Mainz und Speier fielen auf diesen Schwindel herein. So kaufte das Institut der Englischen Fräulein in Aschaffenburg für über 7000 M., doch stellte es sich heraus, daß die Waare durchweg minder- werthig war. Das Gericht hielt einen Betrug als gegeben. Der Staatsanwalt hatte 4 und 6 Jahre Zuchthaus bean tragt. Das Urtheil lautete auf je 2 Jahre 6 Monate Ge- fâr gniß und eine Gesammtgeldstrafe von 2600 M.

Pforzheim, 3. Novbr. In der vorigen Woche kamen nur fünf neue Typhus-Erkrankungen aus der Stadt und zwei aus dem Landbezirk zur Anzeige und in der laufenden Woche sind schon elf neue Fälle angezeigt worden ^acht aus der Stadt, drei vom Landbezirk). Am 17. Ok­tober erkrankten drei Kinder einer Familie und wurden ins Kinderspital Silrah verbracht. Gestern wurden auch die Eltern der Kinder und eine Schwester typhuâkrank, sodaß nun die ganze Familie von sechs Köpfen an dieser Infektions­krankheit darniederliegt. Die Hausfrau einer angesehenen Familie der Oststadt wurde plötzlich irrsinnig und mußte ins Spital überfühlt werden.

denen es dort gehalten wird, vielleicht auch den Nachwuchs, den das Thier dort erzeugt hat, sich anzusehen, so dürfte es auch Pflicht eines Pflanzenzüchters sein, wertwolle Samen schon auf dem Halme zu beschauen, um festzustellm, ob der Same rein gebaut wird, ob er von Unkraut und von Pflan­zenkrankheiten frei, unter welchen Bedingung er dort ge­wachsen ist u. a. m. Da nun der einzelne Landwirth nur selten in der Lage sein wird, eine derartige Reise zu dem Anbauer von Saaten, die er zu kaufen beabsichtigt, zu machen,

beriethen durch die ablehnende Haltung der Berliner Pro­duktenhändler die Vorbedingung fehle. Die Konferenz war in dieser Hinsicht ergebnißlos.

Berlin, 5. Novbr. DenBerl. Pol. Nachr." zufolge bestätigt es sich, daß die Regierung entschlossen ist, die Theil­nahme österreichischer Abgeordneter an der seitens des All­deutschen Verbandes für den 12. November geplanten Kund­gebung zu Gunsten der Deutschen in Oesterreich zu ver­hindern. Beim Sprachenstreit handelt es sich um eine innere Angelegenheit Oesterreichs und müsse eine Einmischung als überaus mißlich bezeichnet werden.

Berlin, 5. Novbr. Geheimrath Dr. Virchow wurde gestern während einer Vorlesung in der Universität von einem Schwâcheanfall betroffen. Er mußte die Vorlesung abbrechen und nach Hause fahren. Der Grund des Un­wohlseins soll lediglich Ueberarbeitung sein.

Berlin, 5. Novbr. Das Disziplinarverfahren gegen den Kriminalkommissar v. Tausch wird eifrigst sortgeführt. Täglich finden jetzt Ladungen neuer Zeugen statt, k Bisher sind nur Beamte vernommen worden.

Koburg, 5. Novbr. Der Referendar Klappenbach wurde wegen Untreue und Unterschlagung von über 2000 Mk. zu P/2 Jahren Gefängniß n eru r t geilt.

Hamburg, 5. Novbr. Infolge anhaltenden Ostwindes ist der E lb w a ss er st an d so niedrig, daß der Verkehr für große Schiffe völlig unterbrochen ist. Dem in der gestrigen Nacht abgegangenen SchnelldampferNormannia" gelang es nicht, Finkenwärder zu passiren; er mußte umkehren, um günstigen Wasserstand abzuwarten.

"Wien, 5. Novbr. Die Abgeordnetenhaus­sitz un g dauert noch fort.

Wie», 5. Novbr. In den Abendstunden wiederholten sich im Abgeordnetenhause die Skandalszenen der letzten Sitzung. Gestern wurden mehrere Stunden geheim berathen und erst gegen ^2? Uhr die Verhandlungen wieder öffentliche. Lueger, welchem zuerst das Wort ertheilt wurde, konnte seine Rede nicht beginnen, trotzdem er es zwei Stunden lang ver­suchte. Wolff und Schönerer sprachen abwechselnd ohne das

so hat die Gesellschaft dafür Sorge getragen, auf Antrag des Anbauers die Saaten ihrerseits durch einen Sachverständigen; unter den oben angedeuteten Gesichtspunkten auf dem' Felde besichtigen zu lassen. In diesem Sommer Habens die erstmaligen Besichtigungen stattgefunden, und die deut- 1 sche Landwirthschafts - Gesellschaft bietet nunmehr in den Saatliften ihrer Saat stelle diese von besichtigten Feldern! stammenden Samen als von der GesellschaftAnerkannte Saaten" an. Bei der Besichügung sind im besonderen stfi- £ßort ^ haben gegen Lueger, wobei von beiden Seiten die g-stellt worden: der Name, dre charakteristischen Kennzeichen ^^en Schimpfwörter fielen. Der Tumult wurde immer der Saatort, die Herkunft derselben, die Behandlung t ^^^er. Deutsch-nationale und Christlich-soziale nannten sich

znr Aussaat verwendeten Samens, dre Beschaffenhesi des ^^^tig Schandbuben, Schurken, Lausbuben u. s. w. vorgestellten Feldes, die Höhenlage, das Klima der Gegend, 3 3 ä 7 - - - -

die allgemeinen Boden- und Wirthschaftsverhältnisse, die Gewinnung und Behandlung des Samens nach der Ernte, sowie endlich auch das Freisein des Feldes von Unkraut und von Pflanzenkrankheiten. Im übrigen ist die ganze Einrich­tung in Verbindung gebracht mit den Wirthschaftsbestchtig- ungen, welche die deutsche L.G. von vier zu vier Jahren

Lueger wurde politischer Hanswurst Wiens geheißen. Um

vorzunehmen pflegt. Es wird nämlich von vier zu vier Jahren ein Preisausschreiben erlassen für Saatzochtwirth-j schäften, die von Sachverständigen besichtigt und beurtheilt werden. Auch gelegentlich dieser Besichtigungen kann die An­erkennung einzelner Saaten erfolgen.

Mitternacht hatte sich der Sturm etwas gelegt, die Sitzung dauert aber trotz allseitiger Ermüdung noch fort.

Wien, 5. Novbr. Im Abgeordnetenhause ver­kündigte der Präsident um 2 Uhr nachts, daß der Schluß der Debatte angenommen worden sei. Er forderte zur Wahl der Generalredner auf. Die Sitzung dauert fort, weil die Mehr­heit unbedingt die erste Lesung vertheidigen will.

Graz, 5. Novbr. In Tirol konstituirte sich ein poli­tischer Verein für Deutsch-Tirol, welcher Liberale und Nationale umfassen wird.

Budapest, 5. Novbr. Die ungarische Regierung hat den dringenden Wunsch, daß in Oesterreich die Ent-

Der deutsche Radrenn-Sport im Jahre 1897. Welch' große Rolle in Deutschland die Radrennen im heutigen Sportwesen spielen, zeigt uns eine Statistik in der jüngsten Nummer der Radwelt. Danach wurden in diesem Jahre in 5 Städten, darunter Berlin, Hamburg und München mit je drei und Darmstadt mit zwei Rennbahuen, im Ganzen 242 Renntage, gegen 180 im Vorjahre, abgehalten. Davon fanden im April 10, im Mai 52, im Juni 42, im Juli 40, im August 56, im September 35 und im Oktober 7 Renntage statt. Von diesen 242 Renntagen en fallen auf Berlin allein 37, Hamburg 22 und München 19; es folgen dann 2 Städte mit je 8, 4 Städte mit je 6, 3 Städte mit je 5, 5 Städte mit je 4, 13 Städte mit je 3, 15 Städte mit je 2 Renntagen und endlich 20 Städte mit nur je einem Renn­tag. Diese 242 Renntage hatten wiederum 1255 einzelne Rennen (im Vorjahre 1011), welche von 1094 Rennfahrern bestritten wurden. Abzüglich von 6 Damen und 108 Aus­ländern, welche die deutschen Bahnen aufsuchten, bleibn noch 980 deutsche Rennfahrer, gegen 710 im Jahre 1896. Die Rennfahrer theilen sich nun wieder in sogenannte Herrenfahrer oder Amateure, welche nur für Ehrenpreise starten, und Be­rufsfahrer, welche die Geldpreise einheimsen. An die Ama­teure wurden 2742 Ehrenpreise vertheilt, während an die Berufsfahrer 162,880 Mark zur Vertheilung kamen. Da nun an 28 Rennplätzen nur Ehrenpreise und nur an einem nur Geldpreise zur Vertheiluug kamen, so ergaben sich für einzelne Städte sehr hohe Summen, welche dem Rennsport geopfert wurden. An erster Stelle steht Berlin mit über

BermiMte ^lâHvichteN. scheidung in irgend einer Richtung hin zu einem Zeit-

Keffelexplosion. Ein Telegramm aus Warschau meldet: punkte falle, der ihr die Möglichkeit gebe, schlimmstenfalls In der Gouvernementsstadt Minsk hat in der Maschinen-' noch parlamentarisch und selbstständig vor Ende 1897 wegen fabrik von Koziella & Kantorowicz eine furchtbare Kessel- Erhaltung der gemeinsamen Einrichtungen Vorkehrungen zu explosion stattgefunden. Fünfzehn Arbeiter sind todt, viele treffen. Dieser äußerste Zeitpunkt ist allerdings noch nicht schwer verletzt. Die ganze Fabrik liegt in Trümmern. j gekommen. Nach den augenblicklichen Dispositionen sollen Eine gerechte Str fe erlitt der Stenograph Franz die Delegationen unter allen Umständen einberufen werden, in Gleiwitz, der von der dortigen Strafkammer zu 300 Mk.! Antwerpen, 5. Novbr. Ein Theil der Diamant- Geldstrafe verurtheilt wurde, weil er einem Lieutenant beim arbeiter hat, nachdem ein Einvernehmen mit den Arbeit- Betreten eines RestaurantsGuten Abend, Brüsewitz" zu- gebern erfolgt ist, die Arbeit wieder angenommen, gerufen hatte. Paris, 5. Novbr. Entgegen allen Erwartungen wurde

Auf der Dresdener Internationalen Kunst» weder tm Senat noch in der Kammer eine Interpellation

Paris, 5. Novbr. Entgegen allen Erwartungen wurde

Ausstellung sind für 370 000 Mk. Kunstwerke verkauft über den Fall Dreyfus-Scheurer eingebracht. Man sagt, daß worden, und zwar zum größten Theil an Privatpersonen. (eine Berathung in dieser Angelegenheit zwischen dem Prä- --------- ; sidenten der Republik und dem Minister stattgefunden habe. Schiffsbericht. Madrid, 5. Novbr. Es heißt, daß die jetzige Cortes

Hamburg, 2 Novbr. Der DampferFlandria" Anfang^Dezember au fg e löst werden Die allgemeinen von der Humdurg-Amerika-Linie ist vorgestern in Colon Neuwahlen wurden Anfang Februar, d.e Eröffnung der neuen einactroffen. Kammer Anfang Marz erfolgen.

Breme», 3. Novbr. Der Dampfer des Norddeutsche«! Loudon, 5 Nov.Daily News meldet aus Ostende, LloydFriedrich der Große" ist gestern in Albany einge- ^ß oav Typhusfleber unter den russischen Soldaten -- auf Kreta ausgebrochen sei.

London, 5. Novbr.Daily Telegraph" meldet, daß

troffen.

Philadelphia, 1. Novbr. Der DampferRhynland" . m.,, , n>- . ..

von der American Linie in Liverpool ist gestern hier einge- Sultan am ^angenen Mittwoch L r 0 e st g^n die I b 1 V * Ernennung des Obersten Schaffer zum Gouverneur von ____________________________________________ Kreta erhoben habe.

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Athen, 5. Novbr. In ihrer letzten Konferenz prüften die Finanzoertreter das Gesetz gegen den Schmuggel, Berlin, 5. Novbr. In der gestrigen Konferenz im veranlaßten die Einsetzung kontrolirender Finanzinspektoren in Handelsministerium zur Getreidepreisnotirungs-der. Provinz und schlugen die Gründnng von Schulen für fr a g e setzte dieselbe im Laufe des Nachmittags ihre Be- Zollbeamte vor. Die Regierung will bei den Großmächten rathungen fort. Die Verhandlungen über eine offizielle Ge- gegen die Beschuldigung der Türkei, daß sie den Auf- treidepreisnotirung werden eine Fortsetzung nicht finden, da stand vou Kreta unterstütze, protestiren.

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Drahtnachrichten desHan. Anz."

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