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Amtliches Grgan für SkaöL- unS LauSKreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 257.

Dienstag drn 2. November

1897.

Amtliche Belage" Nr. 76.

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Amtliches.

^anö^reis ^txrxtxiLu

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Unter dem Viehbestände deS Mühlenbesitzers Georg Hein­rich Brückmann in Eichen ist die )t auL und Klauen­seuche ausgebrochen; es wird daher bis auf Weiteres bi? Orts- und Gemarkungssperre für den Gemeindebezirk Eichen hierdurch ungeordnet. Das Durchtreiben von Wiedertäuern (Rindvieh, Schafen, Ziegen) und Schweinen durch den Ort und die Gemarkung Eichen ist sonach ver­boten.

Die Bestimmungen der Bundesraths-Jnstruktion zur Aus­führung des ReicbsviehstuckengCetzès (Reichsges.-Bkatt für 1895, Seite 358 ff.) §§ 58, 59 ff. sind genau zu beachten.

Die Herren Orlsvorständ: wollen Vorstehend s sofort ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 2. November 1897.

Der Königliche Landrath v. Schenck.

4>taötUreio ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisternmles

Durch letztwillige Verfügung des verstorbenen Herrn Rentners Ferdinand De-ibel dahier sind den hiesigen Armen 500 Mark vermacht worden.

Diese wohlthätige Handlung wird hierdurch mit Dank­sagung zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Hanau den 30. Oftober 1897.

Der Oberbürgermeister

15600 Dr. Gebe s chus.

Tagesschau.

Von der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S.Pfeil", Kommandant Korvetien-Kapitän Gerstung, am 30. Oktober in Grimsby angekomnnn und beabsichtigte gestern wieder in See zu gehen.

Betreffs der russischen und galizischen Arbeiter, welche seit einigen Jahren in landwirthfchaftlichen Betrieben wieder beschäftigt werden kürfen, wird jetzt den Ortsbehörden eine Verfügung des Ministers des Innern an die Ober- Präsidenten bekannt gegeben, laut welcher in Regierungskreisen besonderer Weith daraus gelegt wird, nach Möglichkeit die Gefahren zu beseitigen, welche in nationaler Beziehung mit der Maßregel verbunden sein können. Es ist nämlich mehr­fach darüber Klage geführt worden, daß die zu diesem Zwecke erlassenen Anordnungen nicht mit der nöthigen Strenge durch­geführt werden, und daß namentlich infolge dessen die zu­gelassenen fremden Arbeiter das deutsche Staatsgebiet nicht wieder rechtzeitig verlassen. Im Hinblick hierauf weiden nun die Aufsichtsbehörden angewiesen, nachdrücklich darauf hinzu­wirken, daß die Zulassung russischer und galizischer Arbeiter lediglich in landwirthschaftlichen Betrieben, nicht aber auch in industriellen erfolgen, und daß die Bejchâftigung derselben nur eine vorübergehende fein darf.

Heilstätte für unbemittelte Tuberkulöse. Der Hamburgische Senat beaniragt bei der Bürgerschaft die Be- .willigung eines Sraalszuschusses für eine zu erbauende Heil- stätle für unbemittelte tuberkulöse Kranke. Ein Bürger Ham­burgs, der nicht genannt sein will, hat sich bereit erklärt, für die Erbauung dieser Heilanstalt 250 000 Mk. aus eigenen 1 Mitteln herzugeben. Tie Betriebskosten, soweit sie nicht aus eigenen Einnahmen der Anstalt Deckung finden, soll der Staat übernehmen.

Zuv Affaire Dreyfus. Trotz der Einjchüchterungs- versuche desJntransigeant",ßibre Parole" und anoerer Hetzblätter nimmt die Dreyfus-Angelegenheit eine günstige Gestalt für den Teportirten an.Journal des Debats", Tewps" undGaulois" fordern bereits eine Revision des Prozesses und geben die Möglichkeit eines Rechtsirrthums zu. Senator Scheure Kestner widerspricht der Meldung, daß sein Auftreten eine Folge von Machenschaft der Familie Dreyfus sei; er habe niemals ein Mitglied der Familie Dreyfus ge­kannt. Inzwischen ist Scheure-Kestner vom Justizminister und vom Kriegsminister empfangen worden. Auch Meline wird eine Besprechung mit dem Senator haben. Neuerdings er­zählt Rochefort imImran sigeant", eines Tages habe er den Besuch des Majors Torrinelti erhalten, des Direktors

des Militârgefâmniss s, wo Driyfus in Untersuchung ge essen bat. D r Major bat inständigst, er solle an der Campagne für die Revision des Prozesses tyeilnebmen. Rochefort fragte den Major : Wenn Sie an die Unschuld Dreyfus glauben, warum verhelfe,-. Sie ihm nicht zur Flucht!" Der Major antwortete:Ich war überzeugt, das Kriegsgericht werde ihn freisprechen." In der nächsten Kammersitzung wollen einige Deputirle der äußersten Linken das Ministerium über das Vorgeh n Scheurer-Kestners interpeUirfn.

Beschlagnahme derLuftigen Blätter" in Frankreich. Die französische Regierung hat wieder einmal den Anlaß ergriffen, für ein deutsches Witzblatt unbezahlte Reklame zu machen, indem sie in den Pariser Zeitungskiosken zwei Nummern terLustigen Blätter" mit Beschlag belegte, worin einmal der Präsident Faure als ungeschickter Reiter des Revanche-Pferdes lächerlich gemacht wird und dann der Katzenjammer der Republik nach den Ruffensesten in drastischer Weise zum Ausdruck gelangt. Es sind in den französischen Blättern schon sehr oft respektlosere Karrikaturen erschienen und unbehelligt geblieben als die ziemlich harmlosen Bilder derLustigen Blätter".

PEtische And NnpsMsche Nachrichten (Lepeschen-Bureau Herold.")

Berlin, 1. Novbr. Am vorigen Mittwoch ist im kaiserlichen Gesundheitsamt eine im Auflage des Reichsamts des Innern zur Berathung über die Frage der Einführung eines Staats-Examens für technische Chemiker einbe- rufene Kommission untcr dem Vorsitz des Direkiors des Ge­sundheitsamts Dr. Köhler zusammengetreten. An den Ver­handlungen nahmen außer den Regierungsvertretern hervorragende Thecknehmer des chemischen Unterrichts an der Universität und der technischen Hochschule theil. Die Ergebnisse der Berathungen, welche, wie dieNordd. Allg. Ztg." berichtet, bis auf Weiteres geheim zu halten sind, werden zunächst von der zuständigen Behörde eingehenden Erwägungen unterzogen werden. Eine abschließende Ent­scheidung darüber, ob und eventl. welche Maßregeln zu treffen sind, um die in ter Konfererenz anerkannten, bei der Vor­bildung und Ausbildung der Chemiker zu Tage getretenen Mängel zu beseitigen, werde in allernächster Zeit kaum zu erwarien sein.

Berlin, 1. Novbr. Das Endresultat der R ei ch s tags- Ersatzwayl in West-Priegnitz ist derKreuzztg " zufolge Folgender: v. Saldern (kons.) 5043, Schultz (Volksp.) 3148, Hinze (Soz.) 2015, Wohlfahrt (Avtis.) 1909 Stimmen. Zerst litten waren 10 Stimmen. Die Entscheikung wird alw, wie bereits bekannt, erst in der Stichwahl zwischen Saldern und Schultz falle.

Berlin, 1. Novbr. Ueber die Marine-Vorlage wird derPost" aus Stuttgart geschrieben, daß man auch in dortigen Regierungskreisen, wie in denen anderer größerer Bundesstaaten den Flottenplänen des Staatssekretärs Tirpitz sehr wohlwollend gegenübersteht. Man habe ihre Berechtigung an der Hand des von Bertin aus mitgeiheilten sachlichen Materials rückhaltlos anerkannt und h-gt die Hoffnung, daß, sobald die Einzelheite r der Vorlage veröffentlicht werden, auch eine Mehrheit der Volksvertretung für die geforderten Neu­bauten zu haben sein werde.

Berlin, 1; Novbr. Der Staatssekretär Kontreadmiral Tirpitz wird nach den bisherigen Dispositionen sich Mitt­woch nach München begeben, um sich dort dem Prinzregenten vorzustell n, der inzwischen dorthin zurückgeketzrt sein wird.

Berlin, 1. Novbr. DemBerl Lokalanz." zufolge soll der diplomatische Konflikt zwischen Deutschland und der Re- publ k Haiti durch die Entlassung des Herrn Lüders aus der Hast tereits beigelegt sein.

Berlin, 1. Novbr. Die Militär-Strafprozeß- Reform wird, wie diePost" erfährt, im Laufe dieser oder der nächsten Woche das Plenum des Bundesraths wieder beschäftigen und voraussichtlich ohne weitere Schwierigkeiten in der vom Ausschuß vereinbarten Form angenommen wer­den. DiePost" schi eibt weiter: Die Frage, ob betreffs des obersten Gerichtshofes ein Restrvatrecht Bayerns besteht o.er nicht, wird dabei kaum noch weiter in die Diskussion gezogen werden, da eine Bestimmung hi rüber vor der Hand aus dem Gesetzentwurf eliminirt worden ist. Man kann dem- geuäß annehmen, daß die Vorlage in einer Fassung an den Reichstag gelangen wird, die auch dort eine Mehrh-it finden wird.

Halle, 1. Novbr. Gestern Abend gegen 9^2 Uhr fuhr auf dem Bahnhöfe Eilenburg eine leere Lokomotive einem Persmenzu^e in die Flanke. Hierbei wurden zwei Wagen umgeworfen, vier Reisende und der Lokomotivführer des

Zuges schwer, 23 Personen leicht verletzt. Die Schuld an dem Unglück trifft den Führer der leeren Lokomotive.

Halle a. S 1. Novbr. Die bei b m Eisenbahn-Zu­sammenstoß Verunglückten sind zumeist Landleute aus bet Umgegend von Halle. Lebensgefährlich verletzt ist Nie- nand.

Wien, 1. Novbr. Hier zirkulirt das Gerücht, daß Graf Badeni bereits in der gestrigen Audienz beim Kaiser feine Demission unterbreitet habe. Diese Gerüchte werden j-doch von unterrichteter Seite als verfrüht bezeichnet. Der ungarische Ministerpräsident Baron Banffy, welcher heute aus Budapest hier eintrifft, wird sofort vom Kaiser empfangen werden. Von dieser Audienz dürfte es abhângen, ob Badeni seine Demission geben wird. Im Laufe des heutigen Tages sollen vom Kaiser Vertreter sämmtlicher gemäßigten Parteien empfangen werden. Die Krone nimmt den Standpunkt ein, daß die Ausgleichsfrage mit Ungarn als äußere Angelegen­heit aufzufassen und endlich von der Sprachenfrage zu trennen sei. Deshalb erwartet die Krone das Zusammenwirken aller gemäßigten Parteien zur befriedigenden Lösung des den ge­jammten Staat betreffenden Ausgleichs. Andererseits soll die Krone geneigt sein, eine gesetzliche Lösung der Sprachen- frage berbeizuführen. Für den Fall des Rücktritts Badeni's soll Fürst Lobkowitz mit der Bildung des Kabinets betraut werden.

Budapest, 1. Novbr. Die Reise Banffy's nach Wien wird mit der Sanktion des Ausgleichsprovisoriums in Verbindung gebracht. Ungarischerseits wird der Gesetzentwurf bereits morgen zur Sanktion unterbreitet mit dem Vorbehalt, daß er auch in Oesterreich zu Stande kommt. Falls die Annahme in Oesterr ich durch Zwangsmittel erfolgt, wird die Opposition in Ungarn eine Landesbewegung gegen die Gültig­keit einleiten.

Fünfkirchen, 1. Novbr. In der Menagerie von Koczka wurden die Geschwister Koczka während der Produk­tion im Tigerkäfig von einem Tigerweibchen in lebensgefähr­licher Weise verletzt. Sie konnten noch lebend den Käfig verlassen.

Marktberichte.

Frankfurt a. M 1. Novbr. Der heutige Viehmarkt war mit 384 Ochsen, 28 Bullen, 742 Kühen, Rindern und Stieren, 296 Käl­bern, 913 Hämmeln, 1353 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt- Ochsen 1. Qualität Mk. 6971, 2. Qualität Mk. 63 bis 65, Bullen 1. Qualität Mk. 5355, 2. Qualität Mk. 48-50, Kühe, Rinder und Stiere 1. Qualität Mk. 56-60, 2. Qualität Mk. 4246. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber 1. Qualität 7276 Pf.» 2. Qualität 6266 Pfg., Hämmel 1. Qualität 5 557 Pf., 2. Qualität 4248 Pf., Schweine 1. Qualität 6566 Pf., 2, Qualität 6364 Pf. Alles per V» Kilo Schlachtgewicht.

Frankfurt a. M., 1. Novbr. Es notireu nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mk. 19.75, kurhessischer Mk. 19.50-19.75, norddeutscher Mk..-, russischer Mk. 20.50-21.50, Nedwinter Mk. 21 - 21.50, Laplata Mk.., Kansas Mk. 21.20 bis 21.50, Roggen, hiesiger Mk. 14.7515, Pfälzer Mk.., russischer Mk. 1515.75, Westerroggen Mk. 15.2575, Gerste, hiesige Mk. 18.2519.50, Pfälzer Mk. 1919.50, fränkische -.-, Riedgerste Mk. 1919 75, ungarische Mk.., Hafer, hiesiger Mk. 14 bis 14.50,- Württemberger Mk.., bayerischer Mk. 1415.25, russischer Mk. 14.25-16, amerikanischer Mk. 14.1014,60, Mais, mixed Mk. 9.659.90, Donaumais Mk. 1010.50, Laplata Mk. 1010.50. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. Mehl weit höher und fest. Es notirt nach Qualität: Weizenmehl hiesiges Nr.t 0 Nik. 30.5031.50, feinere Marken Mk. 32.50-33.50, Nr. 1 Mk. 28.50-29.50, feinere Marken Mk. 29.50-30.50, Nr. 2 Mk. 27 bis 27.50, feinere Marken Mk. 2828,50, Nr. 3 Mk. 25 50 bis 26, feinere Marken Mk. 26.5027.50, Nr. 4 Mk. 24-24 50, fernere Marken Mk. 24.7525.50. Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 2 3.50-24.50, Nr. 1 Mk. 21-22, Nr. 2 Mk. 17-18. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loco hier. Futterartikel lebhafter. Es notireu: Weizenschalen Mk. 3.904.10, Weizenkleie Mk. 3.854, Roggenkleie Mk. 4.75-4.95, Futtermehl Mk. 5.506.75, Biertreber, getrocknet Mk 4 755.25 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loco hier. ____________

Drahtnachrichten desHan. Anz."

Berlin, 2. Novbr. Wie die .Nationalztg." hört, wird imAb- geordnetcnhause eine Regierungsvorlage erfolgen, welche eine bedeutende Neubewilligung für die Fortführung des Ansiedelungs­werkes in Posen und Westpreußen bezweckt, da die im Jahre 1886 bewilligten 100 Millionen Mark nahezu verbraucht sind.

Berlin, 2. Novbr. Der »Voss Ztg." wird aus Wien tele- graphirt: Die Meldung von einem Kronrath, der unter dem Vorsitz des Kaisers stattgefunden hätte, ist unrichtig. Die Lage wird hier als unverändert bezeichnet. Unterrichtete Kreise versichern jetzt, von einer Ministerkrisis könne keine Rede sein, so lange nicht das Schick­sal des Ausgleichsprovisoriums entschieden sei. Banffy hatte gestern eine Unterredung mit Badeni, die auch der Feststellung des Zeit­punktes für die Einberufung der Delegationen galt. Vorläufig ver­lautet, daß die Delegationen in der Mitte des November zusammen­treten sollen.

Berlin, 2. Novbr. Vor einigen Tagen wurde hier eine Fa lschmünzerba nd e aufgehoben, die seit Monaten in verschie­denen Gegenden eine große Anzahl falscher Thalerstücke in Umlauf