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Nr. 253.

Donnerstag den 28. Oktober

1897.

Amtliches.

^anö^ret^ ^artatt.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtcs.

Unter dem Viehstande des Malers Wilhelm Ruth II, sowie des Landwirths Heinrich Schröder in Langendiebach ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen; es wird daher bis auf Weiteres die Orts- nnd Gemarkungs­sperre sür den Gemeindebezirk Langendiebach hierdurch angeordnet. Das Durchtreiben von Wieder­käuern (Rindvieh, Schafe, Ziegen) und Schweinen durch den Seuchenort und dessen Gemarkung ist sonach verboten.

Die Bestimmungen der Bundesrathsinstruktion zur Aus­führung des Reichsviehseuchengesetzes (Reichsges. Blatt für 1845, Seite 358 ff) § 58, 59 ff sind genau zu be­achten.

Die Herren Ortsvorstände wollen Vorstehendes sofort ortsüblich bekannt machen.

Hanau am 28. Oktober 1897.

Der Königliche Landrath v. Schenck.

Landwirthschaftttcher Kreis­verein Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 6. November, nachmittags 2 Uhr, im Gasthauszum goldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mittheilungen.

2. Ausnahme neuer fkitglieber.

3. Vortrag über Obstbau. Berichterstatter: Herr Philipp Jung in Butterstädierhöfe.

4. Vortrag über Lebensversicherungswesen. Berichterstatter; Herr Regierungs-Assessor Dr. Wenke.

Der Vorstand.

angefertigte Flurbuch und die dazu gehörigen Karten, sowie I durch die große Armee aufrechterhalten zu können glaubte, die Grundsteuervertheilungsnachweisung liegen vom 26. b. M. [ Ein Volk, das jetzt nicht achtunggebietend seine Flagge auf ab sechs Wochen lang an drei Tagen in der Woche, Diens- allen Meeren zeigt, scheidet aus der Reihe der großen Mächte, tag, Freitag und Samstag, während der Stunden von 812 ; gleichsam aus dem Zusammenhang der Dinge aus. Unser Uhr vor- und 26 Uhr nachmittags im Geschäftslokale des Heer verbürgt Deutschland seine Sicherheit und Unantastbar- Königlichen Katasteramtes I hier zur Einsicht der Betheilig- barkeit in Europa; unsere Bedeutung in der Welt wird aber in Zukunft mehr und mehr auf unserem Handel, der Ent­wickelung unserer Kolonieen, der Größe und dem Werth un­serer Flotte beruhen. Sie ist, wenn wir die Schiffe unserer Handels- und Kriegsmarine als eine Einheit zusammenfassen, das beste Werkzeug für unsere Zukunft im Kampf ums Da-

ten offen.

Hanau den 27. Oktober 1897.

15336

Der Oberbürgermeister Dr. Gebefchus.

$>tititMiii(f § sSCti>dilHiOtd sein. Ihr die Existenzberechtigung verkümmern, ihre noth- wendige Entwickelung unterbinden - nicht aus sachlichen m Würd ecken.

Gründen, sondern aus dem blöden Geschrei gegen denMili-

Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekanntmachung des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.

Hanau am 27. Oktober 1897.

Der Königliche Landrath v. Schenck.

jMaöt&reio ^anait.

Mallutmachungeu des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

DaS aus Anlaß des im Gemeindebezirke Kesselstadt zur Ausführung gekommenen Auseinandersetzungsverfahrens neu

Von dem Domanialgrundbesitz in der Gemarkung von Windecken sollen 3 ha 30 a 17 qm in verschiedenen Flurtheilen gelegene, bis Ende 1897 an Einwohner zu Windecken und Oftheim verpachtete Grundstücke in den bisherigen 14 Parzellen nochmals zur Verpachtung ausge­boten werden, und zwar auf die Zeit vom 1. Januar 1898 bis zum Schluß desjenigen Jahres, in welchem bi: Windecker Verkoppelung ausgesührt wird.

Zweiter Termin bierzu ist auf Sonnabend den 30. dieses Monats, nachmittags 2 Uhr, in das Rath­haus in Windecken anberaumt.

Auf angemessene Gebote wird der Pachtzuschlag im Termin ertheilt werden.

Hanau am 23. Oktober 1897.

Der Königliche Domänenrath

tarismus", aus der Abneigung des Partikularismus und des Pfahlbürgerthums gegen die Ausbreitung des deutschen Ein- fluffes in der Welt, hieße die alten Sünden und Verschul­dungen des uneinigen und zerrissenen Vaterlandes diesmal mit vollem Bewußtsein ihrer Schwere und Gefährlichkeit wiederholen.

Vom deutschen Bundesschietzen. Aus Nürnberg wird berichtet: Eine von etwa 125 Personen besuchte Ver­sammlung der Garantiefondszeichner für das 12. Deutsche Bundesschießen nahm eine Resolution an, welche erklärt, daß der Zentralausschuß es bei der Ausrichtung des Festes an

der nöthigen Umsicht habe fehlen lassen und in geradezu un­verantwortlicher Weise einzelne Etatspositionen in einer Höhe überschritten habe, die unbedingt zu einem ungünstigen Ab­schluß führen mußten. In dieser Erwägung beschließt die Versammlung, daß dem von ihr eingesetzten Revisionskomitee _____________ sämmtliche aus das Fest bezüglichen Korrespondenzen, Proto-

~ - solle, Pläne und Rechnungen, sowie die Geschäftsbücher aus-

zufolgen sind, und daß nach stattgehabter Revision und Be- Die Bedeutung der Flotte für Deutschlands richterstattung an die Garantiefondszeichner diese sich je nach Zukunft. Für die Behauptung seiner Weltstellung, lesen ^Befund weitere Schritte vorbehalten. Es wurden zwei- bis

wir in derNational-Zeitung", braucht Deutschland eine dreigliedrige Kommissionen für je einen der Festausschüsse ge- Flotte. Für den Krieg allein ist sie so wenig bestimmt wie; wählt. Diese Kommissionen sollen die Rechnungen, Belege rc. das Heer. Flotte und Heer sind auch Erziehungsmittel prüfen und dann in Bälde eine neue Versammlung einbe- des Volkes und repräsentiern nach außen seine Macht und rufen. Ferner sind sie ermächtigt, die Arbeiten des Zentral­

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Größe. Niemand kann mehr daran denken, mit unseren ausschusses zu kontrolliren.

Die Sozialdemokraten, die so manchen Unfug mit

Volksheeren Kabinetskriege wie im vergangenen Jahrhundert L zu führen. Aber kein Staat würde ohne Heer, auch wenn ihren angeblichauf den Redaktionstisch gewehten" geheimen er vor einem Angriff seiner Nachbarn sicher wäre, ohne Sorgen; Aktenstücken verübt haben, werden nun selbst durch eine von in die Zukunft blicken. Erst die Rüstung gibt seiner Freund- j anarchistischer Seite bewirkte Veröffentlichung des Briefes fchaft Werth und seinem Ansehen den Rückhalt. Was von eines der Ihrigen, nämlich des Reichstagsabgeordneten Möller, dem Heere gilt, gilt in dem universalen Zeitalter auch von Vertreter des Kreises Waldenburg und Vorstand des Deut- der Flotte. Die Erde ist zu einem großen, im wirthschaft- ' schen Bergarbeiter-Verbandes, in peinlichster Weise blosgestellt, lichen wie im politischen Sinne fortan untrennbaren Ganzen Der Bries ist gerichtet an den Genossen Otto Hue, Redakteur geworden. Land und Meer bedeuten nicht mehr zwei ver- derBergarbeiter-Zeitung". Es handelt sich dabei um einen schiedene Welten, wie noch im Anfang dieses Jahrhunderts,! veröffentlichten Aufruf mit der Behauptung, daß die Bergleute wo Napoleon sein kontinentales Kaiserreich ohne Flotte, einzig Deutschlands vor einem großen Strike ständen. Herr Möller

FemMetsn.

Johann Adam Kernhard, der erste Hanauer Geschichtsforscher.

(Schluß.)

Herr Dr. Suchier schilderte nun die erschwerenden Um­stände, unter denen er das Hanauer Archiv kennen lernte, und fuhr in seinem Vortrag wie folgt fort: Die Menge der Archivalien war außerordentlich groß, das Einpacken mußte rasch geschehen, und so kam es, daß der Bernhard'sche Foliant nicht näher angesehen wurde und unbeachtet nach 7 Marburg gelangte, wo dann Jahre vergingen, bis sich aus dem gewaltigen Chaos eine neugeordnete Welt entwickelte. Wahrscheinlich fand das Werk lange Zeit keine nähere Prüfung und Berücksichtigung, weil sich sein Verfasser nicht genannt hatte. Hätte man gewußt, daß es von Bernhard war, so wäre es gewiß viel eher bekannt geworden und hätte bei unseren Hanauer Forschungen, wie ich aus Erfahrung weiß, großen Nutzen gestiftet. Ich vermuthe, daß Archivrath Reimer der Erste war, der sich ernstlich damit beschäftigte, als er es übernahm das große Hanauer Urkundenbuch ab­zufassen, von dem der vierte und leider letzte Band eben vollendet ist.

Im vorigen Dezember gelangte endlich das wichtige Buch zu unserer Kenntniß und zugleich in unsere Hände. Das ging seltsam zu in folgender Weise. Herr Dr. Winkler hatte bei den Vorstudien zu seiner verdienstlichen Festschrift zu der Jubelfeier der Neustadt auch Herwigs Programm von 1869 benutzt und darin als eine Schrift von Bernhard er­wähnt gefunden:Historie von Hanau, der Wetterau und den umliegenden Gegenden, im Manuskript dem Landgrafen Wilhelm VIII. überreicht, auf der Casseler Bibliothek befind­

lich." Diese Angabe ist aber nicht ganz richtig. Strieder, auS dem sie entlehnt ist, sagt wörtlich:es verstrichen sechs Jahre (171218), bevor er zu einer Bedienung gelangte, während welcher Zeit er seine in jüngeren Jahren ange- fangene Sammlung zur Historie von Hanau, der Wetterau und den umliegenden Gegenden fortsctzte" und setzt in An­merkung hinzu:Auf der Casselischen Bibliothek befindet sich davon ein Exemplar im Manuskript, das aus des Höchstseel. Landgrafen Wilhelms VIII. Kabinetsbibliothek, wohin es Bernhard eingereicht hatte, von dem jetzt (1781) regierenden Herrn (b. i. Friedrich II.) dahin abgegeben worden ist." Dieses Exemplar war also keine Historie, wie Herwig an­führt, sondern nur eine Sammlung zur Historie, Collec- tanea, Auszüge aus Schriften verschiedener Autoren. Meh­rere solche Bände (Reinschrift, schön eingebunden) wurden vor einigen Jabren auf Gesuch des Herrn Dr. Eisenach hier­her geschickt; ich sah sie im Gymnasium und erinnere mich noch, daß viel Genealogisches darin stand; wenn ich nicht irre, waren auf einem die Buchstaben I. A. B. (Joh. Adam Bernhard) eingedruckt.

Dr. Winkler, der sich auf Herwig verließ, bat die Landes­bibliothek um Uebersendung von Bernhards Historie, bekam aber zur Antwort, ein solches Werk sei nicht in Cassel, son­dern in Marburg. Ein Gesuch beim Marburger Archiv hatte nun den überraschenden Erfolg, daß der betreffende Foliant an uns, den Vorstand des Geschichtsvereins, geschickt wurde. Dr. Winkler fand zwar für seinen Zweck (Bau- und Kunstdenkmäler) wenig darin; desto größer aber war die Ausbeute für Herrn Zimmermann und mich. Wir erkannten alsbald, daß das Werk außerordentlich reichhaltig war, und säumten beide nickt, stire Vorzüge in unseren Festschriften besonders hervorzuheben. Wir bedauerten rur, daß wir diese Fundgrube für künftige Studien bald zurückschicken müßten, und wünschten sehnlich, daß wir uns e ne dopte daran ver­

schaffen dürsten. Daß auch dieser Wunsch in Erfüllung girr«, verdanken wir unserem thätigen Sekretär Dr. Eisenach und dem freundlichen Entgegenkommen in Marburg und Casfel. Es wurde uns gestattet das Ganze abschreiben zu lassen. Das war keine kleine Arbeit, die ein halbes Jahr erforderte.

Der Foliant hat alten stark beschädigten Einband von Pappe; die Rückseite zeigt rothe Farbe. Die Farbe der Vorderseite dagegen ist abgeblaßt, gelblich gewor­den, woraus zu ersehen, daß das Buch lange Zeit nicht stand, sondern lag. Seitenzahlen sind angegeben bis 739, sie beginnen aber nicht mit 1, sondern mit 57. Da sind zu Anfang oben 5 Zeilen bis zur Unkenntlichkeit gestrichen; dann folgt die ÜberschriftHistorie ber Grafen und Herrn von Hanan", von Bernhard eigenhändig verbessert inH. der Herrn und Grafen zu H." Die 56 Seiten davor sind wahrscheinlich von ihm selbst als überflüssig abgetrennt. Wir haben noch mehr weggelassen und die Abschrrst erst p. 78 beginnen lassen, weil bis dahin nur unhaltbare Angaben stehen, die für die Geschichtsforschung keinen Werth haben. Die entschiedene derbe Art, womit Bern­hard aern dem Verkehrten gegenübertritt, äußert sich gleich beim Beginn der Historia ridicula, wie er die alten Ge- lchllchtsregißer nennt. Er sagt nämlich:Denen zu gefallen, welche noch heut zu Tage an das alte Lumpenzeug der fabel­haften Traditionen, offenbar falschen Urkunden und booenlosen Torneanunten (Turnürbücher) aewöbnt,will mich bei diesem Ab­satz ganz kurz aufhalten und dieUnrichtigkert offenbaren". Gleich daraus verrath eineAeußerung schon ganz deutlich, daß I. A. Bern­hard der Verfasser ist, nämlich ; Ich habe einen so chen Vor­wurf (deß die Grafen von Hanau die Geschicktsfälschungen gern gesehen hätten) in Antiquit. Wetterav. schon abgenützt. Ties sein bekanntes Werk (1731 mit seinem Namen er­schienen) wird öfter von ihm zilirt, wie auch seine Kirchen-