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Hanauer Anzeiger

Seite 3

27. Oktober__________________

in Gegensätzen hoher Damen zu finden sei, wobei einander deutsch-badische und englisch-hessische Stimmungen gegenüber: stehen.

Berli«, 26. Oktbr. Die vielbesprochene Erwiderung des Zaren findet um so me^r Beachtung, als es jetzt bekannt wird, daß die Hofnachrichten in Karls ruhe regelmäßig vorher dem Großherzog zur persönlichen Begutachtung zu unterbreiten sind.

Breslau, 26. Oktbr. Zu dem badisch-russischen Zwischenfall erfährt derBresl. Gen.-Anz." aus Berlin, daß trotz der entgegen stehenden anderweitigen Meldungen in der That eine Verstimmung zwischen dem hessischen und badischen Hofe bestehe. Der Grund zu dieser Verstimmung sei in einem Vorfall zu suchen, der mehrere Jahre zurück- datirt. Danach hat ein Heirathsprojeke bestanden, die gegen­wärtige Zarin, damalige Prinzessin Alix von Hessen, mit einem badischen Prinzen zu verloben. Der badische Hof hätte aber s. Zt. gegen dieses Projekt Einspruch erhoben. Seit­dem herrsche eine Mißstimmung zwischen den beiden Höfen, die erst dadurch zum Ausdruck gekommen ist, daß das Groß­herzoglich hessische Paar sowie die Kaiserin von Rußland auf den Zaren dahin eingewirkt haben, den Großherzog von Baden nicht zu empfangen. Gleichzeitig wird bekannt, daß auch f. Zt. als die Prinzessin Alix zum russisch-orthodoxen Glauben übertrat, vom badischen Hofe mißbilligende Aeußerungen, ge­fallen sein sollen, die wiederum dem russischen Hose über­mittelt worden wären.

Darmffadt, 26. Oktbr. Alle in den Blättern ausge-

sind in hiesizeè Stadt etwas über 5000 stimmberechtigte in seinem ersten Drittel verbältnißmäßiz warm und regen­reich ist, kehren sich diese Verhältnisse im zweiten Drittel völlig um. Auf starke Schneefälle folgt bedeutende Kälte. Im dritten Drittel bleibt das Wetter mild, obgleich wieder­holt Schneefälle eintreten. Dezember : Der Monat beginnt mit strenger Kälte in Mittel- und Süddeutschland. Das erste Drittel ist gleichzeitig trocken. Im zweiten Drittel tritt ein Witterungsumschlag ein. Es wiro warm und regnerisch, doch nur vorübergehend. Auch das dritte Drittel zeigt das­selbe Verhalten und ist zuerst feucht und darauf bei andauern­der milder Temperatur trocken. Die Schneefälle sind über­haupt spärlich und treten nur nach dem kritischen Termine

Personen vorhanden.

* Manöver-Flurschäden. Die zur Abschätzung der Manöver-Flurschäden im Landkreise Hanau bestellten sieben Kommissionen haben nunmehr ihre Thätigkeit beendet. Die Totalsumme der festgestellten Entschädigungen wird sich dem Vernehmen nach auf 480490 000 Mk» belaufen. Im Stadtkreise Hanau stellt sich der Betrag der Flur­schäden auf ca. 1140 Mk.

* Das Empfangsgebäude vom Westbahnhof. Wir haben bereits vor längerer Zeit in kurzen Umriffen mitgetheilt, in welcher Art und Weise der Umbau des West- babnbof- Empfangsgebäudes geplant ist. Heute können wir das Gesagte etwas vervollständigen. Der links vom jetzigen Wartesaal 1. Klasse zur Errichtung kommende Wartesaal 3. und 4. Klasse wird 99,47 qm fassen. An den Wartesaal 3. und 4. Klasse schließen sich nach rechts Küche und der Raum für den Wirtb, dann folgt der Wartesaal 1. und 2. Klasse, der 63,18 qm groß werden wird. Der überdeckte Vorraum ist 66,90 qm groß gedacht. Die Fahrkarten-Aus- gabe bleibt auf der bisherigen Stelle, dagegen wird der Telegraphenraum für Expreßgut und Gepäck hergerichtet.

vom 23. etwas stärker auf.

* Um eines Huhnes willen! Die Ehefrau N. zu Dörnigheim war mit einem Strafmandat von 2 Mk be­dacht worden, weil sie am 1. Psingstfttertag d. J. gegen Abend ein dem Einwohner Karl B. dortselbst gehöriges Huhn

* Familien-Ausffug

daranf hinzuweisen, daß der VereinEinheit" am Sonntag den 31. Oktober einen Familien-Ausflug nach Kesselstadt in die Säle zumSchwanen" veranstaltet. Der Verein hat es sich auch diesmal zur Aufgabe gemacht seinen Freunden

sprochenen Ansichten über die Ursache der Karlsruher Hofnach- . . _

richt beruhen auf vagen Vermuthungen. Es liegt und Gönnern durch ein reichhaltiges Programm einige ange- keinerlei Grund vor, an Differenzen zu denken. Prinz >ehme Stunden zu bereiten zumal der unterhaltende Theil in sehr bewährten Händen liegt. Bemerken wollen wir noch,

Adolf von Schaumburg-Lippe und Gemahlin reisten nach Baden-Baden ab.

Wien, 26. Oktbr. Der Präsident des Abgeordneten­hauses Katrein hat heute sein Amt als solcher nieder ge­legt. Seine Demission hat sowohl innerhalb als außer­halb des Parlaments ungeheures Aussehen erregt. Ueber die Ursache der Demission sind verschiedene Versionen im Um­lauf, alle darauf hinausgehend, daß die Regierung energische Maßregeln gegen die Obstruktionsparteien beabsichtige, mit denen Katrein nicht einverstanden ist. Jedenfalls hat sich

doß der VereinEinheit" in den ersten Monaten nächsten Jahres das 6. Stiftungsfest begehen wird.

6 Stiftungsfest. Der GesangvereinMelomania" hielt am Sonntag in den Sälen derCentralhalle" sein 7. Stiftungsfest ab. Das Vorstandsmitglied Herr Karl Herkert begrüßte in kurzen aber warmen Worten die anwesenden Gästen, welche sich sehr zahlreich eingesunken hatten, worauf zur Eröffnung der ChocDie Ehre Gottes" von Beethoven, gesungen wurde. Unter der vortrefflichen Leitung seines

Dirigenten Herrn Jean B r o d t legte der Verein wieder ein

in ârgerniß erregender Weise mit der Peitsche mißhandelt und über die Gartenplânke geworfen haben sollte, daß es halb todt liegen blieb. Die Frau beantragte gerichtliche Ent­scheidung gegen den Strafzettel und erzählte bei der münd­lichen Verhandlung gestern vor dem Schöffengericht, an dem bezeichneten Tage sei das Huhn ihres Nachbars B. in ihrem Garten gewesen und habe das Laud zerkratzt; sie wäre ba= Wir wollen nicht verfehlen rauf mit der Peitsche in den Garten gegangen und habe mit derselben hin und her gewedelt, um das Huhn zu verscheuchen. Dieses wäre mit lautem Geschrei nach dem Lattenzaun hin­gelaufen, habe barunter durchzukriechen versucht und sei zwischen den Latten stecken geblieben. Sie habe es hervor­gezogen und dem in dem angrenzenden Garten stehenden Schreiner L. über die Planke in die Hand gegeben, der es nachher seinem Eigemhümer, dem Karl B., überbracht habe. Ihr, die aus Rücksicht auf die Gärten ihrer Nachbarn extra keine Hühner halte, sei mit der Anzeige ein Streich gespielt worden von dem L. und dem Karl B., mit denen sie in Feindschaft lebe. Nun erzählte aber eben der L. eine ganz andere Geschichte. Er habe am 1. Pfingstseiertag gegen Abend ein großes Geschrei gehört, sei darauf in den Garten geeilt und habe da gesehen, wie die Frau das Huhn mit der Peitsche furchtbar geschlagen und dann über den Zaun geworfen hätte, wo es halb todt liegen geblieben wäre. Er habe es aufgehoben und dabei an dem Huhn ein blu-

nunmehr die innerpolitische Situation bis aufs Aeußerste u a .

verschärft und es stehen hochernste Ereignisse bevor. Der glänzendes Zeugniß ab, daß auch er es versteht Feste zu tendes Bein wahrgenommen, auch wären ihm am Rücken die

Absicht der Rechten, den klerikalen Dr. Ebenhoch ober Dr. feiern. Sämmtliche Chöre wurden mit bester Schulung zu Federn ausgefallen. Sein Sohn und seine Tochter bestätigen

Fuchs zum P^sidenten aufzuftellen, wird sowohl seitens der Gehör gebracht, sodaß von Seiten des Publikums lebhafter' ihm seine Erzählung. Es folgten dann die von der Ange-

Jungtschechen wie auch seitens der Deutsch Liberalen heftigste Beifall gezollt wurde. Die Lachmuskeln wurden von Herrn klagten angeführten Zeugen, die Eheleute M., welche bei ihr

Opposition entgegengesetzt werden. Badeni dürste kein an­derer Ausweg übrig bleiben, als das Abgeordnetenhaus aus­zulösen.

Rom, 26. Oktbr. Hier steht ane Minister krisis in Aussicht. Wenigstens stehen Veränderungen im Mini­sterium bevor. Zanardelli soll in dasselbe eintreten. Rudini verlangt die Errichtung eines Kolonial-Ministeriums.

Paris, 26. Oktbr. DemJournal" zufolge joU man in St. Louis (Senegal) pessimistische Nachrichten aus dem Hinterlande von Dahomey erhalten haben. Man soll vor dem Ausbruch eines allgemeinen Konfliktes stehen. Der Kolonien-Minister, welcher sich augenblicklich noch in Senegal befindet, hat sofort eine Abtheilung Dahomeytruppen nach den bedrohten Gegenden abgesandt.

Witterungsbericht.

Voraussichtliche Witterung: Ohne wesentliche Aenderung.

Aus Stadt- und Landkreis Hanau.

Nachdruck unserer Lokalartikel nur mit QuellmangabeHan. Anz." gestattet.

* Stâdteor-MlNg. Nach den von hiesiger Stadt­verwaltung auf Gestellten Listen für die Stadtverordnetenwahlen

K. H erkert, welcher den komischm Theil übernommen hatte, im Hause wohnen. Dieselben berichten genau so wie die beständig in Bewegung gesetzt. Den Glanzpunkt des Abends Frau, wovon das wesentlichste das ist, daß die Ehefrau N. bildete ein TheaterstückDes Sängers Fluch", Schwank mit das Huhn nicht geschlagen, sondern milder Peitschenur Gesang; den mitwirkenden Damen Frl. Paul und Schnee, gewedelt habe, um es zu verscheuchen. Auch habe sie das sowie den Herren Herkert, Rix und Weber gebührt Huhn nicht hinüber geworfen, sondern dem L. in die volle Ar Erkennung. Nicht weniger Beifall errang eine hums- Hand gegeben, der es dann dem Karl B. mit dem Be- ristische ^vo-SzmeDie Gardinenpredigt", in welcher sich merken überreicht habe, Vr solle die N. nur anzeigen, die Fräul. Paul und Herr Fritz Herkert durch ihr flottes wollten sie mal drankriegen, er sei Zeuge. Das Zusammenspiel ihrer Aufgabe gut entledigten. Den Schluß' Gericht hielt die Aussagen des L. für die richtigen und ver-

der Unterhaltung bildete ein lustiges GesammtspielDer neue urtheilte die Ehefrau N. zu 2 Mk. Geldstrafe und iu die Kosten. Die Strafakten sollen der Kgl. Staatsanwaltschaft

Diener", wo sich die Heiterkeit im Publikum aufs höchste steigerte; dm mitwirkenden Personen Fräul. Schnee, sowie den Herren Wolf, Weber, Werner, Diel, Köhler und Boos, wurde stürmischer Applaus zu Theil. Nicht vergessen wollen wir die Konzertstü-cke des MusikoereinsEin­tracht", Dirigent Herr Gottfr. Roye, welche exakt ausge­führt wurden. Ein wohlarrangirter Ball, bei welchem das

übergeben werden, da das Gericht die Eheleute M. des Meineides für dringend verdächtig erachtet.

S Schöffengericht. (Sitzung vom 26. Oktober). Ein Bettler W. erhält 6 Wochen, ein Bettler L. 14 Tage Haft. Nach verbüßter Haftstrafe werden beide der Landes­polizeibehörde überwiesen. Lotteriekollekteur E. von Braun-

Tanzbein in seine Rechte treten konnte, bildete den Schluß schweig ist des Vertriebs von im preußischen Staate nicht ge- der schönen Festlichkeit. inehmigten Lotterieloosen beschuldigt. Er erhält 150 Mk.

* Falb's Wettervorhersage. Ueber die Witterungs- ! Geldstrafe. Gärtner W. hier war in einem Garten in Verhältnisse der Monate November und Dezember läßt sich s der Haingasse mit Birnenabnehmen beschäftigt. Um den Baum Falb wie folgend vernehmen: November: Während der Monat herum lagen in ziemlich großer Anzahl Steine, die von den

zu weitläuftig säen. Ich verspüre es besser in eine beson­dere Abhandlung von Hanauischen Münzen." Dieser Dor- fatz kam jedenfalls nicht zur Ausführung, und das ist sehr zu bedauern, denn B. hätte gewiß noch vielerlei benutzen können, was jetzt verloren -ist, vor allem Kammerakten. Endlich erfahren wir noch durch ihn selbst von einer Schrift, die er sich nicht allein vorgenommen, sondern auch wirklich versaßt hatte. Er spricht kurz davon, daß die Ritter von Cronberg eine längst bezahlte und quittirte Summe wiederholt verlangten, was ihnen große Beschimpfung einbrachte 1486 und schließt mit den Worten:In meinem geschriebenen Tractat de ministerialibus (Dienstmannen) bei dem Satze: daß die Ritterschaft nicht langsam ( nicht selten) unbillige Foderungen gemacht, habe nach allen Umständen, v die hie zu weitläuftig fallen, davon gehandelt."

Ein Werk aber und zwar das wichtigste, das B. ge­schaffen hat, ist vor dem Untergang bewahrt geblieben und verdient besondere Aufmerksamkit. Es ist ein dicker einzelner Foliant, von ihm betitelt, ohne daß sein Name genannt ist: Historie der Herrn und Grafen zu Hanau. Derselbe befand sich im hiesigen gräflichen Archiv bis 1874, wo dieses nach Marburg versetzt wurde, und es fügte sich ganz sonderbar, daß bis ins vorige Jahr kein einziges Mitglied unseres Hanauer Vereins von dem Vorhandensein eines solchen Buches auch nur eine Ahnung hatte. Das ist in der Zeit des letzten Kurfürsten nicht zu verwundern, denn da waren die Archive unzugänglich, das hiesige aber ganz besonders, streng gehütet von dem Repositar Heynemann. So viel ich weiß, war der Einzige, der mit Erlaubniß des Ministeriums das Archiv einmal benutzen durfte, mein Kollege Dommerich, ums Jahr 1859. Sonst war es fest verschlossen mit eisernen Thüren wie eine Familiengruft; es war auch niemand da, der wußte, was darin enthalten war. Die Urkunden waren zwar, jedenfalls schon durch Bernhard, sorgfältig geordnet und

verzeichnet, aber Heynemann sah nichts davon an, wollte und konnte keine Auskunft geben. Eine Wendung trat erst ein, als der Staatsarchivar Dr. Könnecke 1874 mit ausgedehnter Vollmacht hierher kam, um das gräfliche Archiv sowohl als auch das des hiesigen Konsistoriums (neben dem Rathhaus, jetzt Amtsgericht) abzuholen und dem großen Staatsarchiv der Provinz Hessen einzuverleiben.

(Schluß folgt.)

Die Vstr-e -es Uationalgefühls durch die Muttersprache.

Wortrag, gehalten in der 27. Jahresversammlung des Hessischen Volksschullehrervereins von A. Eckhardt in Hanau.

(Fortsetzung.)

Des Deutschen Geschichte ist des Deutschen Charakter. Besonders stark spricht sich derselbe in den großen Entwicke- lungsmsmenten seines Volkes aus. Diese im Geschichtsunter­richt eingehend beleuchtet, werden durch lebensvolle, in schönem Stil gehaltene Schilderungen im Lesebuch an Klarheit und Anschaulichkeit wesentlich gewinnen. Treten hierzu Lebens­bilder von solchen Männern und Frauen aus unserer deut­schen Geschichte, die uns deutsche Art und Weise, deutsche Natur und Charaktereigenthümlichkeiten, scharf und stark aus­geprägt, entgegenhalten, und die als Vertreter deutschen We­sens wie farbenvolle Bilder vor dem inneren Auge der Kin­der erscheinen, dann werden die Herzen unserer Jugend in der Liebe zu Land und Volk zn edler Begeisterung entflammt und echt nationale Gesinnung in ihnen erzeugt werden.

Aber ebenso wie mit der Geschichte, so soll auch mit dem Volke selbst, so wie es heute ist und lebt, und mit der Natur und Gestaltung des Landes, das sie bewohnt, die deutsche Jugend gründlich bekannt gemacht werden. Vaterhaus welch süßer Klang! Heilige Stätte, die uns unvergeßlich

bleibt, ob wir auf reichem Sammetpfühl, ob wir auf feuch­tem Strohlager dort die glücklichen Stunden der Kindheit verträumten ! Hier war es, wo wir die ersten irdischen Wohltaten empfingen, wo uns unverfälschte Liebe und Treue in so reichem Maße begegneten. Alles ist uns hier lieb und theuer. Schwankenden Schrittes schleicht sich der müde Greis noch einmal hinzu, um einen letzten Blick zu werfen in die trautesten Räume seines Pilgerlebens. Die schattige Linde, der murmelnde Bach, der sonnige Hügel, die grüne Wiese: o sie alle sind trauliche Zeugen genossener Freuden der Kind­heit. Nirgends singen die Vöglein so schön, nirgends leuch­tet die Sonne so klar, wie in der trauten Heimath. Unge­ahnt zieht die Liebe zur Heimath in unser Herz. Hat das Kind ein Gefühl dafür, wer es gut mit ihm meint, und wo es sicher und geborgen weilen darf, so soll auch der Jüng­ling, der Mann erkennen, daß sein Vaterland ihm mehr ist, als jede andere Scholle auf Gottes weiter Erde. Vom Dufte der Poesie und vom Zauber der Geschichte durch­drungene Schilderungen von Land und Leuten, die uns mit den Schönheiten der Natur, dem Reichthum an herrlichen Gütern, die die Bewohner durch treue Arbeit dem heimischen Boden entlockt, bekannt machen, werden Herz und Gemüth des Kindes bewegen und ihm den Werth seines Vaterlandes über alles erhöhen, ja es mit Freude und Stolz erfüllen, in einem solchen Lande zu wohnen, einem solchen Volke ange­hören zu dürfen.

Vor allem aber hat der Unterricht in der Muttersprache diejenigen nationalen Schriftsätze zu beachten, aus denen durch das Mittel der Sprache der deutsche Geist in seiner Wahr­heit, Größe, Macht und Fülle, in seiner Tiefe und Innig­keit uns vor Augen tritt. Ich meine die Dichtung, und zwar sowohl die Volks-, als auch die Kunstdichtung.

Das Deutsche Volkslied, das deutsche Volksmärchen, die deutsche Sage und das deutsche Sprichwort: diese vier poeti-