Erstes Blatt.
ALonvementS.
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für Sladr- und Landkreis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garmondzeile oder deren Raum, für Auswärrs 15 ^.
Im Reklamenrheil sie Zeile 20 ^, für Auswärts 30 ^.
Amtliches Organ für Hiaöl- unö LsnöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage
Nr. 249. Samstag den 23. Oktober . 1897.
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Amtliches.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Wagenrad ohne Velgen. Ein Soldbrief für Christian Guhner aus Schwabach. Ein Knaben- strohbut.
Verloren: Ein goldener Ring. Ein neues Handbeil, gez. Nr. 6 und fliegenden Löwen im Zirkel. Ein gelber wollener Teppich mit den Buchstaben A. H. gez.; dem Wiederbringer eine Belohnung.
Hanau den 23. Oktober 1897.
Aus angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.
Hanau am 18. Oktober 1897.
Der Königliche Domänenrath Bell.
14874
Verkauf von Bangnmdstücken und land-
wirthsthaftlichcm Gelände in der Gemarkung von Hanan.
Von dem in der hiesigen Gemarkung belegenen
d0-
Steckbrief.
1) Gegen den Taglöhner Peter Hornung, geboren am 11. Mai 1873 zu Rödelheim;
2) gegen den Backsteinarbeiter Adam Lindenberger, geboren am 16. Januar 1878 zu Lohrhaupten, Krers Gelnhausen;
3) gegen den Backsteinarbeiter Bernhard Roggenbuck, geboren am 19. November 1877 zu Flötenstein, Kreis Schlochau,
welche flüchtig sind, ist die Untersuchungshaft wegen Körperverletzung verhängt.
Es wird ersucht, dieselben zu verhaften und von der Verhaftung Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 14. Okiober 1897.
Königliche Staatsanwaltschaft.
mânen fiskalischen Besitz sollen die folgenden Grund-
stücke, als:
1. Karte C C Nr. 17 und 18 — .3 ha
der „Karabineracker" (auch L ndwehr gen.)
2. Karte W W Nr. 47 „auf dem Clausenwez".
3. Karte WW Nr. 106 „auf der Krebsbach".
4. Karte CC Nr. 57/33 der „Karabineracker", vor dem Nürnberger Thor zwischen dem Bahnkörper der Hanau-Friedberger Bahn und der Leipzigerstraße gelegen.
5. von Karte C C Nr. 183/32
59 a 97 qm Acker
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Grundstücks -Verpachtung in Hanau.
Von dem in der Gemarkung von Hanau belegenen domainensiskalischen Besitz sollen diejenigen Grundstücke, bezüglich deren im vorigen Termin der Pachtzuschlag nicht ertheilt worden ist, und zwar:
33 Parzellen bezwse. Pachttoose Ackerland, 4 „ „ „ Wiesen
(in der kl. Bulau und Kinzigwiese),
und 60 Parzellen bezwse. Pachtloose Bruchwiesen zur Gesammtfläche von 54 ha 79 ar 24 qm nochmals öffentlich meistbietend zur Verpachtung gestellt werden.
Zweiter Termin hierzu ist auf
Dienftsg den 26. dieses Monats, vormittags von 8 Uhr ab, in das Sälchen der Kaiser'fcken Bierwirthschaft in der Altstadt dahier anberaumt.
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Feurttstsn.
Das Lied von der Glocke^
eine Komposition Max Bruch's.
Alle Freunde guter Chormusik werden erfreut sein zu hören, daß der Oratorienverein für den kommenden Winter ganz besondere Anstrengungen gemacht hat, neben älteren Ton- werken auch solche aus neuester Zeit aufzuführen, soweit sie eine besondere Beachtung verdienen. Es sei vorausgeschickt, ' daß für die drei diesjährigen Abonnementskonzerte in Aussicht genommen sind: Schiller'S Lied von der Glocke, Musik von Max Bruch (neu), Requiem von Cherubini, Hymne an die Nacht von August Scharrer (neu) und Bach's Johannespassion in verstärkter Chorbesetzung.
Das 1. Konzert wird die erste Novität, Schillers Glocke, komponirt von Bruch, bringen.
Wem spräche nicht der herrliche aus dem Leben genommene und fürs Leben geschriebene Schiller'sche T'xt sofort aus der Seele! Und welchen Vortheil zur Ausnahme der neuen Musik bietet nicht eine Dichtung, welche abgesehen von allen rein poetischen Vorzügen auch noch den aufweist, allgemein bekannt, ja im edelsten toinne populär zu sein. Hierdurch ist der Hörer in den Stand gesetzt, die Musik Vruch's um so leichter mit der Poesie verschmelzen zu lassen, als ja die letztere bereits fein geistiges Eigenthum ist.
Manchem ist nml die Komposition Andreas Romberg's bekannt, welcher 1821 gestorben, dir Glocke zuerst in Musik gesetzt hat. Seine stimmungsvolle Musik, rin Abbild der populären Musikrichtung j ner Zeit, hat sich noch bis auf unsere Tage erhalten, ist aber im Ganzen genommen, heute schon recht verblaßt. Ihre sehr einfache Struktur zeigt viel **»* liv» 4r»v\t€rftö ^XS t-nkttithHnrsd O itfta ti Amov»tf»<4i ^-h ^aiha
6.
Acker „im neuen Mühlfeld", dem Kleinbahnhof gegenüber, eine Theilfläche von
Karte Y Y Nr. 20 „die Teiche" zusammen
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7/
34
17
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34
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Acker
— 7 ha 34 a 08 qm
wovon die Flächen unter 4—6 Baugrund sind,
auf das Metstgebot zum Verkauf gestellt werden, und zwar
unter Ausbietung der Stücke 1, 4 und 5 alternative in messenen Parzellen und im Ganzen.
Oeffentlicher Termin zu diesem Verkauf ist auf
Montag den 25. ds. Mts., vorm. von 10 Uhr ab
ange-
in den unteren Saal des Neustädter Rathhaufes dahier anberaumt.
Auf angemessene Gebote erfolgt der Kaufzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.
Auf Verlangen haben die Bieter ihre Zahlungsfähigkeit
nachznweisen.
Hanau, am 16 Der
Oktober 1897.
Königliche Domänenrath.
Bell.
Tagesschau.
Geschenk der Kaiserin Friedrich. Der Schöpfer des Kaiser Friedrich Denkmals in Wiesbaden, Bildhauer Uphues-Berlin, hat von der Kaiserin Friedrich ein kostbares Geschenk als besondere Anerkennung für die vortreffliche Ausführung des Denkmals erhalten: ein Etui mit den in Silber ausgeführten Reliefbildern des Kaisers Friedrich und der Kaiserin Friedrich. Auf der Rück'eite des Reliefs sind das preußische und das englische Wappen in feinster Arbeit gra- virt. Das Etui trägt die Namenszüge des Kaiserpaares mit dem Datum „18 Oktober 1897".
Regicruttgsjubiläum. Das auf Ende Oktober nächsten Jahres fallende sünfundzwanzjährige Regierungsjubiläum des Königs Albert wird bereits mit dessen 70. Geburtstage am 23. April gefeiert. Aus vielen Orten kommen schon jetzt die Nachrichten über Vorbereitungen zu diesem Feste, namentlich über Gründung von Stiftungen, die an das Jubiläum erinnern sollen. Besonders festlich wird natürlich die Doppelfeier in der Residenz begangen werden, und ist das Programm bereits im Allgemeinen festgestellt. Die 4 Tage, vom 21. bis 24. April, währenden Veranstaltungen umfassen ein Ballfest der Stadt Dresden in dem Ausstellugspalaste für den König und den Hof, Gala-Oper, Fackelzug, Huldigung, Beglückwünschung durch Landtag, Behörden u. f. w., wozu das Erscheinen des Kaisers und anderer Fürstlichkeiten erwartet wird, ferner Königsparade, einen glänzenden Rout bei Minister v. Metzsch und zum Schlüsse einen Hofball.
Das Befinden des Königs Otto von Bayern. Im bayerischen Finanzausschuß erklärte auf verschiedene Anfragen der Staatsminister Freiherr v. Crailsheim, daß das Befinden des Königs Otto im Wesentlichen unverändert geblieben sei, ferner daß der Prinzregent eine Aenderung der Regentschaft nicht wünsche und an dem gegenwärtigen Verhältniß nichts geändert sehen wolle.
Zur Organisation des Handwerks. Ter Minister für Handel und Gewerbe hat die Regierungspräsidenten beauftragt, den unteren Verwaltungsbehörden zu empfehlen, den Bestrebungen der Handwerker, die darauf gericht:t sind, ihre Organisationen zu vervollständigen und sich mit der Bildung neuer steht Innungen oder Zwangsinnungen zu beschäftigen, nach Kräften entgegenzukommen. Im preußischen Handelsministerium rechnet man damit, daß die Normalstatuten für die künftigen Innungen noch vor Ablaut dieses Jahres fertigg^fteCt sein werden.
Frankreichs Außenhandel. Die Einfuhr Frankreichs vom 1. Januar bis 30. September belief sich auf Fr. 2897955000 gegen Fr. 2 858 920 000 in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Ausfuhr betrug in derselben Zeit
147701 Fr. 2 714 089 000 geaen Fr. 2 501662 000 im Vorjahr.
auf Melodiebildung. Vergleichen wir damit die ganz neuere Kompositionsweise, so erkennen wir hier eine viel schärfere Charakterisirung poetischer Vorgänge, als dies Romberg zu Wege gebracht hat. Ermöglicht wird diese zunächst durch größere Ausbeutung der musikalischen Mittel, der sich eine stärkere Empfindung zugesellt. Wenn sich nun in unserem Fall in Max Bruch ein bedemender Tondichter gefunden hat, Schiller's Gedicht in musikalische Form einzukleiden, so ist im G anzen genommen dieser Versuch noch immer ein Problem geblieben und zwar deshalb, weil Schiller's Gedicht als Ganzes sich in die musikalische Empstndungssphäre nur schwer einordnet. Cs würde zu weit führen, wollten wir an iwem Beispiel die Grenzen der Poesie und Musik abzustecken versuchen, nur soviel sei gesagt, daß es uns scheint, als ob die reflektirenden Stellen des Geditt-tes in der glanzvollen Sprache Schiller's der Musik überhaupt nicht bedürften. Immerhin, Bruch bat den Versuch unternommen und uns damit ein Werk hinterlassen, welches, wenn auch nicht in allen Theilen gleichwertig, so doch im Ganzen die Züge edler Popularität aufwerst. Die Melodiebildung ist eingänglich und namentlich die zarten Stellen sind von besonderem Reiz. Aehnlich wie Romberg hält Bruch die Worte des Meisters durch gleiche oder ähnliche Motive wie mit einem Faden zusammen.
Bruch benutzt die dem Geoichte voranstehenden Worte: Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango und schafft durch deren unisono-Vortrag im Chor eine machtvolle düstere Einleitung. Durch die abwechslungsreiche Verwendung des Chores, der 4 Solostimmen, namentlich aber durch das Solo quarte t und dessen Zusammenstellung mit dem Chor werden große Wirkungen erzielt. Die ganze Komposition ist ein Muster von Klangschönheit in den Singstimmen. Sollen wir besondere Stellen als musikalisch bemerkenswerth her- MA^^n^nw Ja tot fioi fnrotamoiip her (Xfinr nnapsâbrt' Denn mit der
Freude Feiert'arg.-, der in ruhiger Bewegung einherschreitend eine weiche schöne Melodie vor uns anebreitet. Sehr charakteristisch ist der Sturmchor: Hört ihr's wimmern hoch vom Thurm ? Bis in's Einzelste hinein ist die musikalische Darstellung des Straßengetümmels, der Feuergluth, der krachenden Balken u. A. getroffen. Die ganze lebhafte Unruhe ist in der Musik beinahe handgreiflich wiedergegeben und steigert sich machtvoll bis zu einem Höhepunkt, woraus dann Chor und Orchester plötzlich abbrechen. Darauf ein außerordentlich wirksamer Kontrast! Langgehaltene, düstere Akkorde erklingen zu den Worten: Hoffnungslos weicht der Mensch der Götterstärke. Von überaus zartem Klang ist das Terzett für Sopran-, Alt- und Tenorsolo zu dem Text: Holder Friede, süße Eintracht, mit seiner Begleitung in sanft aufsteigenden arpeggier- ten Akkorden, wobei noch an 2 Stellen die ersten Takte der Weihnachtsmelodie: „Stille Nacht" eingestreut sind. Ein imposanter Schlußchor zusammen mit den 4 Solostimmen beschließt in würdiger Weise das schöne Werk.
Möge es bei seiner Aufführung im November d. J. eine gute Aufnahme bei allen Musikliebenden finden.
Aus Zurrst und Leben.
„Allweg Hoch Zollern", die vaterländische Bühnendichtung in 3 Abtheilungen von Wilhelm Clobes, welche bereits anläßlich der diesjährigen Centenarfeier Kaiser Wilhelms des Großen auf einer Reihe deutscher Bühnen mit glänzendem Erfolge bei Presse und Publikum in Szene gesetzt wurde, hat der Theaterverlag von Wilhelm Köhler in Minden in Westfalen käuflich erworben und ertheilt ferner der Verlag das Aufführungsrecht. Des Verfassers dramatisches Märchen in 4 Akten: „Der Findelhanns" erlebt in dieser Saison am Stadttheatr in Gleiwitz, dann an den Bühnen in Kattowitz und Oppeln seine Premièren. Die Musik zu der poesievollen Märchendichtuna bat .fSprr .^nripssmptftpr ^tnMirhmibt komvonirt.