Abonnements- Preis :
Jährlich 9 M. Halbjährl. 4^50^.
Vierteljährlich
2 M 25 ^.
Für auswärtige Wonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.
Die einzelne
Nummer kostet
10 ^.
Einrückungs- gcbühr
für Stadt- und Landkreis Hanau 10 ^ die ^gespaltene Garmondzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 ^.
Im Reklamentheil die Zeile 20 ^, für
Auswärts 30 ^.
Amtliches Organ für $faöf" unö Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 240.
Mittwoch den 13. Oktober
SW
1897.
—
Hierzu
Amtliche Beilage" Nr. 71
Amtliches.
Bekanntmachung.
Der Königliche Rentmeister Rechnungsrath Kiel zu Hanau hat unter seiner vollen persönlichen Verantwortlichkeit mit unserer Genehmigung seir en Privatgehilfen Gustav Dücker zur Ertheilung von Quittungen über Zahlungen an die Steuer- und Forstkasse dortselbst bevollmächtigt.
Cassel den 1. Oktober 1897.
Königliche Regierung,
Abtheilung für direkte Steuern, Domänen u. Forsten A.
J. V.:
__________Schmidt-Schwarzenberg._____14521
Dienstmichlichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Pferdedecke. Eine Sturmlaterne und eine Peitsche; Empfangnabme beim Herrn Bürgermeister zu Rückingen. Ein Zwicker; Empfangnahme beim Ortsvor- r stand zu Niederdorfelden. Eine Artillerie-Offiziers-Mütze; Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister zu Mittelbuchen. Ein Damen-Regenschirm. Ein Notizbuch, in Seidenpapier gewickelt. Eine Milchkanne. Ein schwarzes Strickzeug. Ein goldener Kinder-Ohrring. Ein Gebund Schlüssel (14 Stück).
1 Verloren in der Nacht vom 8./9. September cr. auf der Straße von Friedberg bis Burgräfenrod: Eine Wagenbremse.
Entflogen: Ein grüner Papagei.
Zugelaufen: Ein weißer Foxterrier mit gelbem Kopf und gelber Ruthe, w. Geschl.; Entgegennahme beim Wasenmeister zu Bruchköbel. Ein schwarzer Foxterrier mit braunem Kopf, m. Geschl.
Hanau den 13. Oktober 1897.________________
^taöt&rei# ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Oeffentliche Sitzung Ides Gemeinde-Ausschnfies
Donnerstag den 14. Oktober 1897, nachmittags 5 Uhr.
Berathungs-Gegen stände:
1. NachverwiÜigung von 3000 M. für tveilweisen Abbruch und Neubau des Hauses Nr. 3 Johanniâkirch- platz E-0. Tit. I 8 pro 1897/98.
2. desgl. von 3731.39 M. Ausbau der Waldstraße E.-O. Tit. II 5 pro 1897/98.
3. Veränderte Feststellung des Fluchtlinienplans zwischen Kinzigbrücke und Nußallee;
4. desgl. bezw. Sistirung des Fluchtlinienplans — verlängerte türkische Gärten von Bogen straße bis Wil- belmskrücke-Nordstraße —.
5. Nachverwilligung von 2002.95 M. Kosten der provisorischen Pumpstation E.-Ö. Tit. III 7.
6. Rechnung der Armenkasse pro 1895/96.
7. Erlaß einer neuen Umsatzsteuer-Ordnung.
8. Nachverwilligung von zus. 3095.55 M. Etatsüberschreitungen von je über 100 M. auf 8 versch. Titel des Ordinariums pro 1896/97;
9. desgl. von Etatsüberschreitungen auf 4 versch. Titel (gedeckt durch gegenüberstehende Einnahmen pro 1896/97 ;
10. desgl. von 450 M. Tit. II C. 8 pro 1897/98 Dienstkleidung rc. für stâbt. Beamte.
11. Rechnung der Stadtkasse — Abtheilung für Asservaten und Vorschüsse pro 1895/96.
12. Nachverwilligung von 506.13 M. Begräbnißkasse 1896/97;
13. desgl. von 122.99 M. höhere Töchterschule 1896/97 Tit. III 2 Sp.-E. B.
14. desgl. von 143.63 M. Kleinkinderschule Tit. V Sp.-E. F.
15. desgl. von 252.39 M. Gewerbl. Fortbildungsschule Tit. II 5 Sp.-E. H.
16. desgl. von 174 M. desgl. Tit. I 5 Sp.-E. H.
17. Wiederholte Vorlage, die eventuelle Uebernahme von Kosten bei Treppenverlegungen in den Straßen betr.
18. Trottoir-Erhöhung in der Bruchköbeler Landstraße 600 M. Tit. VI B. 4.
19. Nachverwilligung von 215 M. für Reparaturen (Neuhanauer Armenschulfonds);
20. do. von 7265.75 M. Ausbau der Körner- und Fallbachstraße E.-O. Tit. II 5d pro 1897/98;
21. do. von 2.15 M. Umsatzsteuer.
22. Herrichtung von Laternen in Straße 17 vor dem Mühlthor.
23. Beitritt der Stadt als Patron der historischen Kommission.
24. Wiederverpachtung von 4 Grundstücken.
25. Formelle Nachverwilligung von 5762 50 M. pro 1896/97 Gelände-Erwerb für die Kleinbahn betreffend Uebertrag auf E.-O. III 7c pro 1897/98;
26. desgl. von zus. 113519.75 M. betreffend E.-O. 8a, E.-O. 8a2, E.-O. 86, E.-O. 10, E.-O. 13 pro 1896/97.
27. Mittheilung von 2 Eingaben der Handelskammer, betr. die Fortsetzung der Kanalisation des Mains. 14524
Anleihen der Stadt Hanau.
Ziehung vom 30. September 1897.
Auszahlung am 31. März 1898.
I. Anleihe vom 30. September 1880 (Privilegium vom 30. Juni 1880) I. Reihe zu 4% (XVII. Ziehung):
Lit. A. No. 103, 132, 148 â 1000 Mk.
„ B. „ 23, 77, 92, 98, 126, 221, 269, 290 â 500 Mk.
„ C. „ 79, 123, 176, 254, 256, 297, 302, 333, 470, 473, 581, 769 â 200 Mk.
Rückständig: Lit. C. Nr. 760 â 200 Mk.
II. Anleihe vom 1. April 1888 (Privilegium vom 30. Juni 1880) II. Reihe zu 31/ao/o (VIII. Ziehung):
Lit. A. Nr. 5, 77, 134 â 1000 Mk.
„ B. „ 97, 128, 260, 296 â 500 Mk.
„ C. „ 79, 116, 285, 310, 349, 376, 400, 779 â 200 Mk.
Rückständig: Lit. C. Nr. 54 è, 200 Mk.
III. Anleihe vom L Oktober 1889, II. Serie zu 31/»°/o (VIII. Ziehung):
Lit. A. Nr. 120 â 2000 Mk.
„ B. „ 157, 176, 182, 288 â 1000 Mk.
„ C. „ 291, 313, 329, 343 â 500 Mk.
„ D. „ 256, 265, 308, 395, 407, 417, 427, 485 â 200 Mk.
Rückständig: Lit. D. Nr. 372, 426 â 200 Mk.
IV. Dieselbe Anleihe, I. Serie (VI. Ziehung): Lit. A. Nr. 94 â 2000 Mk.
„ B. „ 76, 98 â 1000 Mk.
„ C. „ 113, 150 â 500 Mk. „ D. „ 40, 133, 155, 175, 211 â 200 Mk.
Hanau den 4. Oktober 1897.
Der Stadtrath
14522 Heraeus.
3V|o Anleihe der Stadt Hauau vom 31. Aezembkl 1836.
Ziehung am 30. September 1897. Auszahlung am 31. Dezember 1897.
Lit.A. Nr. 144, 169 â 500 fl.
„ B. „ 342, 396, 804, 822, 885, 963, 989, 1031, 1051, 1107 â 100 fl.
Rückständig: Lit. B. Nr. 674 und 838 â 100 fl.
Hanau den 4. Oktober 1897.
Der Stadtrath 14523 Heraeus.
Kleines Feuilleton.
Litterarisches.
Dr. A. Winkler, Bibliothekar, und I. Mittelsdorf, Architekt. Die Bau- und Kunftdentmäler der Stadt Hanau. Festschrift zum 300jährigenJubiläum der Gründung der Neustadt Hanau. I. Theil. Hanau 1897. Kommissionsverlag von G.M. Alberti, Hosbuchhanblung. 213 und X S. gr. 8°. M. 5.—
Unter den zahlreichen litterarischen Erzeugnissen, die aus Anlaß der 300jährigen Gedenkfeier der Gründung der Neustadt Hanau das Licht der Welt erblickt, nehmen die .Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Hanau' von Winkler und Mittelsdorf einehervorragende Stelle ein. Ein abschließendes Urtheil ist allerdings erst nach dem Erscheinen des 2. Theiles möglich, ein vorläufiger aber um so eher gerechtfertigt, als der erste Band den wichtigsten Theil des Werkes umfaßt und außer einem genügenden Ueberblick über die Geschichte der Altstadt eine eingehende Darstellung der Baugeschichte der Neustadt Hanau enthält, dazu sämmtliche Kirchen und die öffentlichen Profangebäude behandelt. Ueber Anlage und Ausführung des Buches haben die Verfasser sich im Vorwort verbreitet: .Im ganzen anschließend an die in den letzten 20 Jahren ausgebildete F,rm der Deukmälerinventarisotion ist das vorliegende Buch zugleich nach zwei Gesichtspunkten hin besonders ausgearbeitet worden. Einmal waren wir bemüht, nicht bloß das thatsächlich noch Porhandene, Gegenwärtige protokollarisch zu verzeichnen, sondern auch im Ganzen wie im Einzelnen das Vergangene, Verschwundene und Vergessene wieder zu zitieren, zu beleben und der geschichtlichen Darstellung einzureihen. Dann wurde ein besonderes Gewicht auf die abbildliche Seite des Buches gelegt und möglichst Alles, was von geschichtlicher und künstlerischer Bedeutung, bildlich und zeichnerisch dargestellt, dagegen die Beschreibungen mehr auf die nothwendigste Erläuterung beschränkt. Gerade das Wesentliche eines Kunstwerkes» seine künstlerische Er- scheinnng, seine Formensprache, vermag nur das Bild, nie dar Wort wiederzugeben; je subtiler und umständlicher eine Wortbeschreibung ist, um so unfruchtbarer, vorstellungsloser wird sie sein .... Daß tvir dabei ein Gewicht auf die zeichnerische Vermittelung der Objekte oeleat haben, beXarf wohl nicht besonderer Rechtfertigung." Die
Verfasser haben ihrer Aufgabe nach der textlichen wie abbildlichen Seite hin vollkommen Genüge geleistet Die Quellen, die litterarischen wie die in Stein und Erz, sind treu benützt. Die Darstellung ist, einige stilistische Härten abgesehen, im allgemeinen flüssig, die Griffelführung des Zeichners flott. Ganz frei von Irrthümern und Versehen ist die Arbeit nicht; es wäre aber kleinlich, wollte man ihren Werth darum geringer schätzen. Nur der nörgelnde Geschichts- dilettantismuS, anmaßend, aber unhistorisch durch und durch, ohne eine Spur großer Gesichtspunkte, reitet auf Zahlen und Namen und weiß nicht, daß der Werth eines Werkes in erster Linie von dem Gesichtswinkel bestimmt wird, unter dem man Menschen und Dinge, Himmel und Erde betrachtet. X. Y. Z.
Aus Kunst und Leben.
Wasser vorweltlicher Ozeane. Die Salzlager sind Sedimente, die sieb am Boden der Meere früherer geologischer Epochen gebildet haben. Der Geologe Professor Lossen drückte dies einmal, als er mit Studiengenossen im Staßfurter Salzbergwerk weilte, mit den Worten aus: „Meine Herren, über uns schlagen die Wogen des Salzozeans zusammen." Vor einiger Zeit hat man nun in Sibirien nicht nur die Salzsedimente, sondern auch Wasser der Salzozeane, in denen sie niedergeschlagen wurden, gefunden. Es ist nämlich zu Stoupk unweit Jekaterinoslaw ein völlig farbloser, durchsichtiger Steinsalzblock mit einem Hohlraum in der Mitte gehauen worden; dieser Hohlraum ist zum Theil mit Wasser gefüllt, das beim Hin- und Herbewegen des Blockes auf- und niederschwankt.
Die „Holzkanonen" der „I alia". Gelegentlich der letzten Anwesenheit des Admirals Cannevaro in Rom wird an eine Anekdote wieder erinnert, die sich an den Namen Cannevaros knüpft. Es war im Jahre 1886, als die Großmächte bekanntlich das griechische Kriegsfeuer mit einer Flottenlundgebung im Piräus dämpften. Dort lagen auch zwei große italienische Panzerschiffe, darunter die „Italia" unter dem Kommando Cannevaros. Nun besaß
dieses riesige Schlachtschiff vier Riesenkanonen, die zwar drohend aus den Lucken schauten, aber natürlich niemals in Tätigkeit traten, da die Salutschüsse von den kleineren Geschützen abgegeben wurde«. So kam es, daß der griechische Witz Heraussand, He vier Riesenkanonen seien aus Holz, also bloße Theaterwaare, und diese lustige Darstellung kam schließlich in der griechischen Presse und in allerlei Karrika- turen zum Ausdruck. Ob diesem Treiben der Herren Hellenen riß schließlich dem Kommandeur der Italiener der Geduldsfaden, und er beschloß, sich bei nächster Gelegenheit fürchterlich zu rächen. Diese Gelegenheit trat gar bald ein, und zwar am Gedächtnißtage von König Georgs Thronbesteigung, an dem sämmtliche Schiffe der internationalen Flotte die üblichen hundert Schüsse atzugeben hatten. Jetz gab Cannevaro den teuflischen Befehl, zu dieser kleinen Festkanonade die ... . „Holzkanonen" zu verwenden, die denn alsbald loszudonnern begannen, daß alle Fensterscheiben im Piräus zersprangen und die Bevölkerung, im Glauben, es werde scharf geschossen, nach Athen floh. Erst als eine Abordnung an Bord erschien und inständig bat, die Ungethüme ruhen zu lassen, ließ der italienische Kommandeur das Feuer der „Holz- kanonen" einstellen. Seit jenem Tage aber haben die biederen Hellenen Cannevaro „auf dem Striche".
Albumblätter.
Das ist die wahre Liebe, die immer und immer sich gleich bleibt,
Wenn man ihr alles gewährt, wenn man ihr alles versagt. * *
*
Wissen ist Macht, Glauben ist Kraft, Mit beiden der Schwächste Wander schafft.