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Amtliches (Argan für Staöi- unö LanöKreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 239.
Amtliches.
SlerötKveis ^artaxt.
Belamtmachiingiu des Oberburgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Der für das Gelände nordöstlich der Aepfelallee von den städtischen Körperschaften beschlossene und entworfene Baufluchtlinienplan, wovon die Parzellen Nr. 31, 32, 33, 34, 35,-36, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 62, 61, 60, 59, 58, 57, 56, 55i, 55h, 55g, 161/55b, 165/551, 164/55f, 163/55e, 162/55c, 160/53 rc., 159/53 rc., 158/53 rc., 157/53, 151/63, 156/63, 155/63, 154/63, 153/63, 152/63, 148/63, 150/63, 149/63, 55 a, 55 HH, 224/36, 10, 201/7 GG getroffen werden, hat die Zustimmung der zuständigen Behörden gefunden. Auf Grund des § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 wird vom 13. d. Mts. ab auf 4 Wochen der betreffende Plaü zu Jedermanns Einsicht auf dem Stadtbauamt II (Langstraße 41) in den Vormittagsstunden von 10—12 Vs Uhr offen gelegt. - Einwendungen können dortselbst zu Protokoll gegeben oder aber auch während der genannten Frist schriftlich an mich eingesandt werden.
Hanau den 8. Oktober 1897.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Heraeus. 14411
KrKanntmachung.
Die Gebäude des Althanauer Hospitals, Hospitalstraße 46 (Altstadt), sollen an die städtische Tiefkanalisation angeschlossen und die hierzu erforderlichen Arbeiten und Lieferungen im Submissionswege vergeben werden.
Plan, ArbeitsauSzug und Bedingungen liegen von heute an im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23 (Rathhaus), für Bewerber zur Einsicht aus, und ist daselbst der Arbeitsauszug gegen Entrichtung von 1 M. Schreibgebühren erhältlich.
Angebote mit entsprechender Aufschrift sind verschlossen und unterschrieben bis zum
Donnerstag den 14. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, bei der oben bezeichneten Amisstelle einzureichen, woselbst die Eröffnung der eingegangenen Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. 14304
Hanau den 7. Oktober 1897.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Heraeus. *
Lagesschau.
Don der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S. „Charlotte", Kommandant Kapitän zur See Thiele (August), am
Kleines Feuilleton.
Aus Kunst und Leben.
Hanan, 12. Oktober.
Konzert. Gestern Abend fand in den Sälen der CentralhaUe das erste der sechs Abonnementskonzerte statt, die unter dem Namen „N o b e l k o n z e r t e" für die gegenwärtige Saison hier geplant sind. Wenn diese eigenartige Bezeichnung, wie eine Briefkastennotiz in diesem Blatte jüngst andeutete, darin begründet ist, daß nur „Nobeles" in diesen Konzerten geboten wird, so klingt sie subjektiv von vornherein wenigstens etwas überhebend, und objektiv im Hinblick aus die Konzerte, welche seither hier von einigen Gesangv:r- einen in jedem Winter regelmäßig, von anderen aus besonderem Anlaß veranstaltet wurden, geringschätzend. Gerade diese konzertgebenden Vereine haben sich seither in edlem Wetteifer bestrebt, einmal selbst mit möglichst vollendeten Darbietungen vor das Publikum zu treten und sodann durch Gewinnung nur erster hervorragender Künstler, Vokal- und Instrumental- solisten, ihren Konzerten einen erhöhten Reiz zu verleihen, sodaß dieselben in ihrer Gediegenheit und Feinheit den „Nobelkonzerten" ebenbürtig an die Seite gesetzt werden können, bezüglich der Mannigfaltigkeit des musikalischen Genusses ihnen sogar vorauSstehen. — Kommen wir nun nach dieser kurzen Vorbemerkung auf das gestrige Konzert näher zurück. Zunächst konnte man ein Programm nur gegen Hinterlegung eines Nickels erhalten, eine Noblesse, welche seither hier bei derartigen Konzerten zu unserer und wohl auch des Publikums Freude nicht geübt wurde. Das Programm bot als erste Nummer das Violin-Konzert in D-moll von Wieniawsky, vorgetragen von Herrn Adolf R e b n e r aus Wien. Der jugendliche Künstler verfügt bereits über eine hochentwickelte
Dienstag den 12. Oktober
8. Oktober in Madeira angekommen und beabsichtigte, vorgestern nach Las Palmas in See zu gehen; S. M. S. „Nixe", Kommandant Korvetten- Kapitän Goecke, ist am 9. Oktober in Madeira angekommen und beabsichtigt, am 12. Oktober nach Las Palmas in See zu gehen.
Telegrammwechsel mit dem Fürsten Bismarck. Aus Hamburg wird geschrieben; Der Ausschuß der Deutschen Turnerschaft sandte folgendes Huldigungs-Telegramm an den Fürsten Bismarck: „Dem treuesten, an Leib und Seele gefestigten deutschen Mann, der seinem Volke das höchste Gut, ein Vaterland, gegeben, Gruß und Dank und heiße Wünsche für noch langes Leben und für Hüten seines Werkes! Wir geloben, alle Zeit treu zu bleiben! Der in Hamburg versammelte Ausschuß der Deutschen Turnerschaft. Dr. Goetz (Leipzig-Lindenau), Prof. Dr. Rühl (Stettin), z. Zt. Hamburg, Hotel Echadendorf." Daraus erfolgte die Antwort: „Friedrichsruh. Verbindlichsten Dank und Gut Heil! v. Bismarck.
Die Verhandlungen der bayerischen Kammer über die großen Kaisermanöver dieses Jahres sind erst nach viertägigen Debatten zum Abschluß gekommen, eine Thatsache, welche dem Kriegsminister Freiherrn von Asch zu der mit allgemeiner Heiterkeit aufgenommenen Bemerkung Anlaß gab, daß durch die Besprechung der Angelegenheit, die fast ebenso lange gedauert habe wie die Manöver selbst, die Kosten derselben jedenfalls nicht geringer geworden seien. Vorher war u. A. auch behauptet worden, die Kosten der diesjährigen Truppenübungen beliefen sich auf zehn Millionen Mar k, was der Kriegsminister als eine willkürliche Annahme zurückwies. Frhr. v. Asch schloß mit folgenden Sätzen: „Es wird nicht abgeleugnet werden können, daß die Ausführungen des Herrn Dr. Schädler weit über den Rahmen der gestellten Interpellation hinausgingen und daß im Hause in der Diskussion gegen die Militärverwaltung, gegen Preußen, gegen Kaiser und Reich Ausfälle gemacht wurden, die mit den Strapazen des Manövers und deren Folgen wohl nur in sehr losen Zusammenhang gebracht werden können. Wer den Verhandlungen hier mit Aufmerksamkeit gefolgt ist, wird erstaunt sein, daß in so wenigen Tagen des Manövers so viel Unheil über das Land gebracht werden konnte! Jedenfalls wird die Besprechung nicht jene Befriedigung hervorgerufen haben, die nach den großen Manövern in einem großen Theile der Bevölkerung Platz gegriffen hat. Keinesfalls aber, meine Herren, werde ich mich daran hindern lassen, meine Aufgabe dahin zu erfüllen, dafür Sorge zu tragen, daß der Grad der Kriegstüchtigkeit, den die Armee bis jetzt erlangt hat, erhalten bleibt zum Wohle und zum Schutze des Vaterlandes!" — Damit wurde die Besprechung der Interpellation für beendet erklärt.
Rückkehr der griechischen Prinzen Still und bescheiden kehren die griechischen Prinzen jetzt, nachdem sich
Technik, besitzt besonders eine sichere und elegante Bogen- führung und wurde dieser schwierigen Komposition hinsichtlich der Auffassung ebenso gerecht, wie hinsichtlich der speziellen Ausführung. Dem belebten ersten und namentlich dem dritten Satz entsprach durchaus das Spiel des Herrn Redner, und das Adagio des Mittelsatzes zeichnete sich durch seelen- vollen Vortrag aus. Gleichwerthig in dieser Hinsicht war der im weiteren Verlaufe des Konzertes folgende Vortrag des „Andante religiöse" von Thomö, das freilich bei einem langsameren Tempo noch mehr zur Geltung gekommen wäre, und des „Elsentanzes" von Popper, in dem vor Allem die Virtuosität des Künstlers sich in vortheilhaftem Lichte zeigte. Auch dem strengeren Style eines Bach zeigte sich der Vortragende gewachsen, was er in der auf rauschenden Beifall hin gespendeten Zugabe, dem Air von Bach, bekundete. Weiter wirkte er in dem Konzert mit Fräulein Fritzi Scheff von der Hofoper in München. Die Stimme dieser gleichfalls noch jugendlichen Künstlerin ist nicht eben groß, aber nichtsdestoweniger besitzt ihr Vortrag einen künstlerischen Reiz, der sie über manche Sängerin mit blendenderem Material emporhebt. Die Hauptdomäne der Künstlerin ist der Koloraturgesang, wovon sie gestern in der Arie der Rosine aus dem „Barbier von Sevilla" (Una voce poco fâ), sowie in einem Chanson éspagnole erstaunliche Proben ablegte, aber auch ihre sonstigen. Liedervorträge, wie „Murmelndes Lüftchen" von Jensen, „Ständchen" von Strauß, „Wildfang" von Taubert und „Nachtigall" von Liebling zeichneten sich durch Innigkeit und äußere Lebendigkeit vortheilhaft aus und fanden den rauschenden Beifall der Zuhörer, wofür sie mit der Zugabe des reizende« Geburtstagsliedes „Guten Morgen sollt' ich sagen" dankend quittirte. Ferner trat noch auf der Tenorist Herr Max G i e ß w e i n von der Oper in Frankfurt a/M." Der Sänger brachte mi seinem umfangreichen Organ von sympathischer Klangfarbe, guter Mittellage und entsprechender
1897.
die Volksaufregung über den rühmlosen Feldzug etwas gelegt hat, in die Heimath zurück. Nach einem Telegramm aus Athen ist Prinz Georg nach achtmonatiger Abwesenheit dort wieder eingetroffen. Der Prinz, welcher am Bahnhöfe von den Ministern empfangen wmde, begab sich alsbald nach Tatoi, dem Landsitz der Königlichen Familie. Der Kronprinz und Prinz Nikolaus kamen in Laurium an und begaben sich von dort direkt nach Tatoi, also mit Vermeidung der Hauptstadt, in der sie wohl unliebsame Demonstrationen befürchteten.
Politische und unpolttische Nachrichten
(Depeschen-Bur eau .Herold.*)
Berlin, 11. Oktbr. Trotzdem Staatsminister von Bo etlicher in der Linkstraße in Berlin eine Wohnung gemiethet hat, wird angenommen, daß er in nicht ferner Zeit ein Oberpräsidium übernehmen wird.
Berlin, 11. Oktbr. Dem „Reichsanzeiger" zufolge sind nach der im Reichs-Eisenbahn-Amt aufgestellten Nachweisung auf den deutschen Eisenbahnen ausschließlich Bayern im Monat August ds. Jahres folgende Betriebsunfälle zu verzeichnen: Entgleisungen auf freier Bahn 14, Entgleisungen in Stationen 21. Zusammenstöße auf freier Bahn 3 und in Stationen 20. Sonstige Betriebsunfälle 158. Bei den Unfällen wurden 11 Reisende getödtet, 64 verletzt, 35 Bahnarbeiter und Bahnbeamte im Dienst getödtet, 79 verletzt, 2 andere Beamte im Dienst verletzt, 16 fremde Personen einschließlich der nicht im Dienst befindlichen Beamten und Arbeiter getödtet, 17 verletzt.
Berlin, 11. Oklbr. Nach einer an die Konsuln der Vereinigten Staaten von Amerika ergangenen amtlichen Verordnung kann von dem Erforderniß des persönlichen Erscheinens der Exporteure oder deren Agenten vor dem Konsul zwecks Beglaubigung der Faktura für die nach den Vereinigten Staaten einzuführenden Waaren ausnahmsweise abgesehen werden.
Berlin, 11. Oktbr. Wie die „Voss. Ztg." aus Rom telegraphirt wird, gilt Zanardellis Eintritt in das Kabinet als ziemlich sicher. Um weitere Veränderungen im Ministerium, die dessen Grundlage nach links erweitern sollen, zu erleichtern, dürfte Rudidi den Rücktritt des Kabinets anbieten.
Berlin, 11. Oktbr. Die internationale Lepra- Konferenz ist heute im Festsaale des kaiserlichen Gesundheitsamtes feierlichst eröffnet worden. In Vertretung der Reichsbehörde war Staatssekretär Posadowsky, für das preußische Medizinal-Ministerium u. A. Minister Dr. Bosse erschienen. Die Teilnehmer und Mitarbeiter der Konferenz halten sich vollzählig eingefunden. Offiziell vertreten waren u. A. Hawaii, Portugal, Griechenland, Türkei, Rumänien, Chile, Bulgarien, Columbien, Japan, Britisch-Westindien, Dänemark, Vereinigte Staaten von Amerika, Norwegen, kraftvoller Höhe die Arie aus „Joseph in Egypten" von Mehul, sowie die Lieder „Es blinkt der Thau" von Rubinstein und das bekannte „Wanderlied" von Schumann wirkungsvoll zum Vortrag, was auch ihm reichen Beifall einbrachte, wofür er sich durch Zugabe des „Winterliedes" von Koß erkenntlich zeigte. Die Klavierbegleitung der Molin- und Liedervorträge lag bei Herrn Albert Mischel aus Frankfurt a/M. in guten Händen, wenn sie auch hier und da etwas duftiger aussallen durfte.
„Agnes Jordan", ein neues, mit lebhafter Spannung erwartetes Schauspiel von Georg Hirschfeld, ist • am Samstag Abend im Berliner Deutschen Theater gegeben, jedoch ziemlich unverblümt abgelehnt worden, nachdem die beiden ersten Akte beifällig ausgenommen worden waren.
Die Wiener Hofoper hat in Herrn Mahler einen neuen Direktor erhalten. Der abgehende Direktor Jahn erhielt das Komthurkreuz des Franz-Josef-Ordens.
Kammersänger Franz Naval in Berlin wurde durch Vermittelung des Herrn Jmpressario Wiese auf fünf Jahre, von 1898 ab, unter glänzenden Bedingungen an die Wiener Hofoper engagirt.
Sudermann s „Heimath" in Madrid. Unter dem Titel „Magda" gelangte Sudermann's Schauspiel „Heimath" jetzt im Madrider Prinzesa-Theater zur ersten Aufführung in Spanien. Zwei Journalisten aus Barcelona, die Herren Costa und Jorda, haben eine vortreffliche Uebersetzung des deutschen Dramas geliefert. Das Werk sand bei dem kunstverständigen Theile des Publikums eine sehr günstige Aufnahme, obwohl sich der Beifall nicht laut und mit elementarer Gewalt äußerte.