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Amtliches Organ für StaSL- unö LanöKreis Hanau.
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Nr. 233
Dienstag den 5. Oktober
1897.
Zug
Amtliches.
Wen aus dem Kreise.
Ein Ferkel, w. Geschl.; Empfangnahme
bei Heinrich Stroh zu Marköbel.
Gefunden: Eine Milchkanne. Eine wtiße Mahne. Eine gestrickte Jacke. Vier Photographien (Eirjährig-Freiwillige darstellend).
Hanau den 5. Oktober 1897. ,
^taötâreU ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Wir nehmen Veranlassung, an die Einwohnerschaft das dringende Ersuchen zu richten, sich bei vorkommenden Trauer-
fällen stets direkt •— nicht durch Vermittelung der Todten
frauen oder anderer Personen — an den Leichenkom- u , —u , , v
mistar Herrn Roetzsch (im Bureau des Königl.! Nachdem der Prinz in einer kurzen Erwiderung den Wunsch Standesamts) zu wenden, da nur in diesem Falle die ausgesprochen, daß der Segen Gottes stets auf diesem ge- städtische Begräbniß-Anstalt für sorgfältige und exakte Funk- weihten Hause ruhen möge, erschloß der Pastor die Kirche, tionirung der Begräbnis Einrichtungen garantiren kann. worauf die Festtheilnehmer eintraten und die Weihe vor Wir machen zugleich ausdrücklich darauf aufmerksam, daß sich (sing. .
Ueberfüllung des Postfachs. Wie offiziös ver-
in den für die Beerdigungen festgesetzten Taxen sämmtliche
hierbei entstehenden Kosten enthalten sind, und daß es Wrt wird, soll keinem Abiturienten mehr eine Zusicherung allen Angestellten der Begräbnitzanstalt bei auf Annahme zum Posteleven für das nächste Jahr gemacht Strafe idfarfiaer shtffaffutm hefbaiett ist. für werden.
Strafe sofortiger Entlastung verboten ist, für
ihre Dienstleistungen Trinkgelder irgend welcher Art von den Leidtragenden zu beanspruchen oder anzunehmen.
Hanau den 2. Oktober 1897.
Der Stadtrath.
Heraeus.
14030
Hanauer Ortskrankenkasse.
Da die Genehmigung des 5. Nachtrages zu dem Statut unserer Kasse erst heute eingetroffen ist und dieser Nachtrag zugleich mit dem heutigen Tage in Kraft tritt — es somit nicht möglich ist, das mit sämmtlichen Nachträgen zu vereinigende neue Statut sofort herauszugeben, wie es beabsichtigt war, — wird allen Betheiligten hierdurch zur Kenntniß gebracht, daß eine weitere „höhere" Mitglieder-Klasse geschaffen wurde, fernerhin daß sämmtliche Strafen, zum Theil auch die Eintrittsgelder, herabgesetzt, die Sterbegeldsätze dagegen nach Maßgabe der nachfolgenden Uebersicht geändert worden sind; ebenso wird das Krankengeld nunmehr dauernd vom zweiten Erkrankungstag ab zur Auszahlung gelangen.
Uebersicht.
Tagesverdienst
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Strafe
im 1. Fall
im
2. Fall
<46
<46
<46 3,91 oder mehr
I
0,72
4.-
2,20
100,-
4-
8,—
„ 2,75 bis <46 3,90
II
0,60
3,35
1,84
83,25
3,35
6,70
„ 2,25 , „ 2,74
in
0,45
2,50
1,38
62,50
2,50
5,-
, 1,26 „ „ 2,24
IV
0,31
1,75
0,97
43,75
1,75
3,50
Zu Klasse IV gehören ferner alle erwachsenen männl. Arbeiter mit weniger als <46 1,26.
Alle männlich. Lehrlinge Alle weiblich. Mitglieder über 16 Jahre
mit weniger als M 1,26
V
0,22
1,20
0,66
30,-
1,20
2,40
Alle weiblich. Mitglieder ) unter 16 Jahren V mit weniger als <46 1,15 j
Hanau am 4. Oktobe
VI
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0,18
97.
1.00
0,55
25,—
1.-
1
2,—
4019
Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkasse. Zimmermann, Vorsitzender.
Tagesschau.
Von der Marine. Laut telegraphischer Mittheilungen an das Oberkommando der Marine sind S. M. S. „Kaiser", Flaggschiff der Kreuzer-Division, Kommandant Kapitän zur See Zeye, mit dem Divisions-Chef, Kontre -Admiral von Diederichs an Bord, nnd S. M. S. „Irene", Kommandant Kapitän zur See du Bois, vorgestern in Kobe angekommen
und beabsichtigen, am 8. d. M. nach Nagasaki in See zu gehen; S. M. S. „Falke", Kommandant Korvetten-Kapitän Wallmann, ist gestern in Sydney eingetroffen und beabsichtigt, am 27. d. M. nach Apia in See zu gehen; S. M. S. „Habicht", Kommandant Korvetten-Kapitän Gercke (Eduard), ist am 1. Oktober in Kamerun angekommen; S. M. S. „Hyäne", Kommandant Kapitän-Lieutenart Becker, ist vorgestern in Rotterkam eingetroffen und beabsichtigt am 14. d. M. nach Wilhelmshaven in See zu gehen.
Die Einweihung der Kanal - Dankeskirche, welche vorgestern in Holtenau stattfand, gestaltete sich zu einer erhebenden Feier. Prinz und Prinzessin Heinrich waren mit Gefolge mittels Salonpinasse dazu eingetroffen. Pastor Hellwag überreichte den Schlüssel zur Kirche dem Staatsminister Dr. Bosse, welcher denselben unter einer kurzen Ansprache, in welcher er sich an Prinz Heinrich wandte und diesen bat, dem Kaiser den Dank für die Förderung dieses geheiligten
Andenkens zu übermitteln, dem Ortsgeistlichen zurückreichte.
Der Bund der Industriellen hielt gestern Vormittag unter dem Vorsitz des Kommerzienraths Wirth aus Rixdors in Berlin seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete ten Bericht über die bisherige Thätigkeit des Bundes. Der Bund hat einen Zuwachs von 1000 Mitgliedern zu verzeichnen. Auch in der Art und Weise der Organisation sind Fortschrüte gemacht worden, es galt namentlich der Kon'olidnung der bisher gen offenen Einrichtlungen. Der Bund hat noch verschiedene Eingaben an die Regier ungsressorts gerichtet. Der Bund hat beschlossen, eine Zentralstelle zur Vorbereitung der Handelsverträge zu bilden, die sich an die gemeinsamen Zentralstellen angliedern soll. Re- gierungsrath Lewald sprach über die Pariser Weltausstellung 1900. Er gab ein Bild von dem ganzen Plan und schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die Anmeldungen rechtzeitig eingehen würden und zwischen dem Reichskommissar und den Ausstellern ein Einvernehmen erzielt werden würde. Die Ausstellung würde alsdann Deutschland zur Ehre gereichen, und wir würden mit friedlichen Lorbeern heimkehren. — Es wurde der Vortragende beauftragt, dem Gedanken der Einsetzung eines Komitees zur Unterstützung der Reichsregierung nahe zu treten.
Die Sozialdemokraten haben mit ihren Gründungen kein Glück. Vor Jahresfrist wurde über die Gründung der „Süddeutschen Schuhfabrik" berichtet, welche von streikenden Arbeitern der SLmalzriedt'schen Schuhfabrik in Leonberg ausging. Dieses genossenschaftliche Unternehmen, das unter Leitung des sozialdemokratischen Agitators und Buchbinders Balluff stand, ist nun eingegangen. Trotz aller Anstrengungen der am Geschäft theilhabenden Arbeiter gerieth die „Süddeutsche Schuhfabrik" immer tiefer in Schwierigkeiten, und das Ende vom Liede meldet das Leonberger Lokalblatt mit der kurzen Notiz: „Wie wir hören, hat Herr Lederfabrikant Käs von Backnang (demokratischer Landtagsabgeordneter) die „Süddeutsche Schuhfabrik" mit allen Aktiven und Passiven (zu 55 Proz.) übernommen."
Politische und unpolitische Nachrichten
(Depeschen-Bureau , Herold.")
Berlin, 4. Oktbr. Der Kaiser hörte heute Vormit-
tag den Vortrag des Chefs Lucanns.
Berlin, 4. Oktbr. Der
heute hierher zurückgekehrt.
Berlin, 4. Oktbr. Wie
Meldung der „Köln. Ztg.",
des Civilkabinets Dr. von
Botschafter v. Bülow ist
die „Post" erfährt, ist die
wonach der Prinz von Wales beabsichtige, dem Fürsten von Pleß auf Schloß Fürstenstein in Schlesien einen Besuch abzustatten, unzutreffend. Der Prinz von Wales hat nach Beendigung seiner Badekur Deutschland bereits wieder verlassen.
Berlin, 4. Oktbr. Der Zustand des Direktors des Abgeordnetenhauses, Geh. Regierungsrath Kleinschmidt, gab Ende voriger Woche abermals zu ernsten Befürchtungen Anlaß. Der Kranke leidet, wie die „Post" vernimmt, infolge von Nikotinvergiftung an einer akuten Herzschwäche. Am
gestrigen Sonntag machte sich jedoch eine kleine Besserung bemerkbar.
Berlin, 4. Oktbr. Zu dem demnächst bevorstehenden Revirement in der diplomatischen Vertretung des deutschen Reiches erfährt das „Berl. Tagebl." von angeblich gut unterrichteter Seite: Die noch immer von einem Theil der Presse aufrecht erhaltene Version, daß der derzeitige Gesandte in Kopenhagen, v. Kiderlen-Wächter, als Botschafter nach Petersburg gehe, ist durchaus unbegründet, dagegen steht Staatssekretär Marschall allen gezentheiligen Meldungen zufolge immer noch aus der Liste.
Berlin, 4. Oktbr. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Abberufung des Gesandten am mecklenburgischen Hofe und den Hansastâdten, Legationsrath Graf von Wallwitz, behufs anderweiter dienstlicher Verwendung.
Karlsruhe, 4. Oktbr. Heute begann hier in der technischen Hochschule ein sozialwissenschaftlicher Kursus. Etwa 200 Theilnehmer sind anwesend. Veranstaltet ist der Kursus von der evangelisch-sozialen Vereinigung für Baden und der evangelisch-sozialen Konferenz für Württemberg. Professor Erkner Karlsruhe sprach über Unternehmer- und Arbttter-Verbände, Finanzassessor Dr. Losch-Stuttgart über Bevötkerungs Probleme, Professor Dr. Weber-Heidelberg über Agrarpolitik, Privatdozent Tröltsch-Tübingen über die Handwerkerfrage.
Beuthcn, 4. Oktbr. In der vergangenen Woche wurden nach amtlicher Mittheilung 62 Ty phuse rkrank- ungen polizeilich gemeldet. Die Gesammtsumme der Erkrankten beträgt 1346, worunter 69 Fälle tödtlich verliefen. Ein Assistenzarzt des Professor Fluegger hat nunmehr im Wasser der Karsten-Centrum-Grube, welches von der Stadt bis vor Kurzem benutzt wurde, Typhuâbazillen gefunden.
Hamburg, 4. Oktbr. In der heutigen ersten Hauptversammlung des sozialdemokratischen Parteitages erstattete zuerst der Abgeordnete Pfannkuch das Referat über den bereits vor einigen Wochen im Druck erschienenen Geschäftsbericht. In ter sich daran anschließenden Debatte wurde von dem Referenten darüber Klage geführt, daß seitens der einzelnen Parthieorte zu wenig Geld an die Centralstelle abgeführt und zuviel für lokale Parteizwecke zurückbehalten werde. Die Abführung betrage im Durchschnitt noch nicht 5 Prozent. Ferner führt Redner Klage über die zunehmende Verschließung von Versammlungslokalen und Erschwerung der Flugblättervertheilung an Sonntagen durch die Polizei. Eine stärkere Centralisation der Partei sei angesichts der nächstjährigen Wahlen durchaus nothwendig. Abgeordneter Gerisch erklärte, keinen vollständigen Kassenbericht ablegen zu können, da trotz wiederholter Aufforderung bisher nur 45 Prozent der Vertrauensmänner ihre Abrechnung eingesandt hätten.
Köln, 4. Oktbr. Die nach Anlegung des Brandes im hiesigen Sommertheater einem Restaurateur gewordene brieflich e Drohung, in den nächsten Tagen würden weitere Brände ausbrechen, ist gestern zur Wahrheit geworden. Gestern Abend stand plötzlich ein großer zu dem bekannten Wattler'schen Fischerhause gehöriger, mit Menschen dicht besetzter hölzerner Tanzsaal in Flammen. Das Feuer nahm eine große Ausdehnung an. Die zahlreichen in der Nähe liegenden Vergnügungslokale waren stark gefährdet; indessen gelang es der Feuerwehr von Köln und Mülheim, welche rasch zur Stelle war, durch energisches Eingreifen den Brand zu lokalistren. Zahlreichen Personen, sowie der Musikkapelle gelang die Rettung durch die hofwärts gelegenen Fenster. Einige Personen wurden leicht verletzt. Das Feuer war an zwei mit Petroleum getränkten Stellen ausgebrochen. Unter den Bewohnern jenes Stadttheils herrscht eine unbeschreibliche Aufregung.
Wien, 4. Oktbr. Die „Neue Freie Preffe" meldet aus Athen: Die Bildung des neuen Kabinets ist als ein großer Erfolg des Königs und als ein Beweis seiner Geschicklichkeit in inneren politischen Fragen anzusehen. Es ist ihm nicht nur gelungen, tüchtige Männer als Minister zu gewinnen, sondern auch ein Kabinet zu bilden, welches De- kyannis nicht sofort zu stürzen wagen wird. Ein großer Erfolg sei auch die anscheinend erfolgte Spaltung der Partei Delyannis, die aus dringendes Bitten des Königs erfolgte. Daß Streit das Finanzportefeuille übernehme, werde in Europa den besten Eindruck Hervorrufen. Der nme Finanzminister sei nicht nur ein Mann von Sachkenntniß, sondern es lägen ihm auch die Delyannischen Winkelzüge vollständig fern.
Rom, 4. Oktbr. Die italienischen Truppen verbleiben bis zum 23. Dezember in Cafsala. Sollten die Engländer die Räumung dieses Platzes früher wünschen, so erfolgt dieselbe binnen 24 Stunden.
Madrid, 4. Oktbr. Das neue Kabinet wird heute definitiv gebildet werden und den Eid leisten. Die Unter-