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Amtliches Organ für Ktaöt- unö LanöKreis Hanau.

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Xr. 229.

Donnerstag den 30. September

1897.

Amtliches

W

der berühmten Depesche an den Präsidenten der Republik Grenzfestungen im Besitz hatten. Dieselben wurden sofort

Transvaal. Dem gegenüber wird an unterrichteten Stellen nach Turin transportirt. _ - erklärt, daß es nicht in der Absicht der deutschen Politik liegt,

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes, in dieser Angelegenheit zu interveniren. Wohin sich das

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die von den größere ^Maß ^ von^ Sympat^ un^ dem entsprechend von

Ortsvorständen zu den Vorabschätzungen berIRanööer glur- " '

schaden heranzuziehenden Ortseingesessenen für ihre Be­mühungen Gebühren aus der Staats: (Reichs-)Kasfe bean-

^anö^ret^ ^anatt

Antipathien bei der Streitfrage zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien neigt, mag nicht leicht zu entscheiden sein, und jeder kundige Beurtheiler wird dabei vielfach feiner

Schwerin, 29. Septbr. Das Hofmarschallamt erhielt aus Cuxhaven eine Depesche, daß die Leiche des Herzogs Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin gefunden

sprachen können.

Ueber die Höhe der Gebühren wird demnächst weitere Be­kanntmachung erfolgen.

Hanau den 28. September 1897.

Der Königliche Landrath

v. Schenck.

Dienstnachrichtcn aus dem Kreise.

Gefunden: eine Spannkette, ein noch brauchbarer Regenschirm (auf dem Stadtbause hier stehen geblieben), ein kleines Vorhemd, 2 Briefmarken (von der Post).

Verloren: ein Portemonnaie mit 2 Mk. und ein gol­dener Ring, ein Zwicker (in Heldenbergen).

Hanau den 30. September 1897.

Tagesschau.

Wie wird die künftige Schlachtffotte ausschen? Als etwa vor Jahresfrist die Panzerschiffe 2. KlasseKönig Wilhelm",Kaiser",Deutschland" aus der Reihe der Panzer­schiffe gestrichen und als Kreuzer 1. Klasse der Flotte einver­leibt wurden, da hieß es bereits, daß ein Einheitstyp für die Schlachtschiffe angestrebt werde. Dieses Bestreben, das die Marineverwaltung unter Herrn Hollmann hatte, erfüllt auch unsere jetzige Marineverwaltung unter Herrn Tirpitz. Wir haben also jetzt nur noch Panzerschiffe 1., 3. und 4. Klasse; die der 4. Klasse (Siegfriedklasse) haben ein Deplazement von je 3495 Tonnen, sie indiziren 4800 Pferdekräfte. Schlacht­schiffe im eigentlichen Sinne des Wortes sind sie nicht, sie find, wie seiner Zeit auch im Reichstage ausdrücklich konstatirt wurde, bestimmt, den Nordostseekanal zu schützen. Diesen Zweck erfüllen sie vollkommen; und sie werden ihn auch noch in einer Reihe von Jahren erfüllen. Eine cura posterior ist es, Untersuchungen darüber anzustellen, ob, nachdem diese Schiffe veraltet und unbrauchbar geworden, ähnliche Küsten­panzer gebaut werden sollen. Wir glauben wohl kaum. Die Schlachtschiffe 3. Klasse (Baden",Bayern",Sachsen", Württemberg",Oldenburg") sind veraltet; sie sind zwar etwas modernisirt, aber sie befinden sich auf dem Aussterbe­etat ; es bleiben also nur noch die Panzerschiffe 1. Klasse übrig; als Einheitstyp für die zukünftige Schlachtflotte ist ModellKaiser Friedrich III." in Aussicht genommen. Er hat 11081 Pferdekräfte, einen Besatzungsetat von 655 Mann. Er gilt als der vollendetste Schiffstyp, und wenn man in 5 Jahren, seit 1892, wo man die Pläne zuKaiser Friedrich III." sestlegte, und heute immer noch der Meinung ist, daß an diesem Typ nichts zu ändern ist, so zeigt dies eben, welch ein vollendetes Schlachtschiff wir inKaiser Friedrich III." haben. Das Ziel also wird erstrebt, daß unsere zukünftige Schlacht­flotte sich nur aus solchen Schiffen zusammensetzt; das ist der Einheitstyp unserer Flotte. Wenn nun immer noch von ge­wisser Seite Nachrichten lancirt werden, unsere Marinever­waltung denke daran, mit der französischen oder sogar eng­lischen Flotte zu konkurriren, so ist das leeres Geschwätz. Unsere Marineverwaltung und bas Oberkommando der Ma- rine wollen nur eine kleine, aber leistungsfähige Flotte haben, aber die so hoch ausgebildet ist, daß sie sich überall Respekt verschaffen kann; befindet sich unsere kleine Flotte auf der Hohe, so wird das auch in England Eindruck machen, aber materiell und personell sind wir nicht in der Lage, eine Flotte wie nie französische oder gar wie die englische zu schaffen. Uur aus Unkenntniß aller Verhältnisse kann solche Behaup­tung aufgestellt werden. Die Marineverwaltung und das Oberkommando legen ungemeinen Werth darauf, daß sie bei ihren Flottenplänen die Nation hinter sich haben, daß Letztere erkennt, daß der beschrittene Weg der richtige ist, daß materiell und personell nichts verlangt wird, was nicht sehr qut qe- leistet werden kann.

Deutschland und die kubanische Frage. Die in ftanzösischen und belgischen Blättern verbreiteten Behaup­tungen, wonach Deutschland in der kubanischen Frage die Initiative ergreifen werde, sind leere Erfindungen. Es war in den Blättern behauptet worden, Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef hätten in Budapest über den spanisch-amerika- kanischen Konflikt Erörterungen gepflogen, in deren Konsequenz der deutsche Kaiser eine Kundgebung erlassen werde, ähnlich

eigenen Stimmung folgen. Jedenfalls aber kann es selbst- ständlich nicht im deutschen Interesse liegen, auf einer der beiden im Streite befindlichen Seiten ohne Noth Verstimmun­gen hervorzurufen, was durch ein Dazwischentreten sofort herbeigeführt werden müßte. Wenn die Mächte, die von Be­klemmungen ergriffen werden, bei der Aussicht auf eine Ver­schärfung des Konfliktes durchaus etwas zur Beilegung der Sache, und zwar zu Gunsten Spaniens, thun wollen, so hindert sie nichts, hiernach zu verfahren.

Ueber die Handelsverhältniffe des Antwerpener Hafens während des vergangenen Jahres schreibt der dor­tige britische Generalkonsul in seinem üblichen Bericht, die britische Schifffahrt habe einen Zuwachs von 241 Schiffsein­gängen zu verzeichnen. Er erwähnt dann die Forderung neuer Stadenanlagen im Süden und verweist darauf, daß der Stadtrath im November v. I. in einer Eingabe an die Regierung Klage wegen der Ueberfüllung des Hafens führte; dem könne nur, so schrieb der Stadtrath, durch Abtragung eines Theiles der Festungswerke abgeholfen werden. Der Generalkonsul stellt übereinstimmend mit seinem französischen Kollegen einen fortwährenden Niedergang der französischen Einfuhr in Belgien fest, aber auch die englische Einfuhr lasse in einem gewissen Maße nach, was dem rührigen deutschen Milbewerb zuzuschreiben sei, gegen den der englische Schlen­drian nicht aufkomme.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(DepsWhe n-Bur eau , Herold.")

Berlin, 29. Septbr. DerReichsanzeiger" schreibt: Beim Steinkohlenbergbau in Preußen werden eben­so wie bei dem in anderen Ländern die meisten tödtlichen Unglückssälle durch Einsturz loser Gesteins- oder Kohlenmassin herbeigesührt. In der Annahme, daß eine Erweiterung und Verbreitung der Kenntniß der Ursachen von Verunglückungen durch Stein- und Kohlenfall zu einer Verminderung dieser Unfälle beitragen wird, und im Hinblick auf die schätzbaren Ergebnisse der Untersuchungen, die in den achtziger Jahren von der preußischen Schlagwetter- Kommission Aber die Ur­sache der Schlagwetter-Explosionen angestellt worden sind, hat der Minister für Handel und Gewerbe beschlossen, eine Kom­mission von Sachverständigen zu berufen, deren Aufgabe es sein soll, die Ursachen der Unfälle durch Stein- und Kohlen- fall an der Hand der Erfahrungen des In- und Auslandes zu untersuchen und geeignete Maßregel« zur Verhütung dieser Unfälle vorzuschlaaen. DerReichsanz." verzeichnet alsdann die Namen der Mitglieder dieser Kommission.

Berti«, 29. Septbr. Zu der Nachricht von einer an­geblichen Erhöhung der Sran ft euer schreibt dieNordd.. Allg. Ztg." offiziös: Die Lage sowohl der preußischen wie auch der Reichèfinanzeu ist eine günstige, daß keinerlei Be­dürfniß besteht, auf eine Vermehrung der Einnahmen durch derartige Steuermaßnahmen hinzuwirkcn. Die für die Ver­stärkung unserer maritimen Wehrkraft erforderlichen Mittel lassen sich angesichts der Finanzlage ausbringen, ohne daß an irgendwelche Steuermaßnahmen gedacht zu werden braucht. In derselben Angelegenheit schreibt dieVoss. Ztg.": Die Aufforderung an die Hauptzoll- und Steuerämter, sich gutachtlich bis zum 15. Oktober über eine Staffelsteuer zu äußern und dabei die bayerischen Sätze als Normalsätze zu behandeln, da mit der Staffelsteuer eine wesentliche Mehr­einnahme aus der Brausteuer verbunden sein müsse, ist von der königl. sächsischen Zoll- und Steuerdirektion, gezeichnet Dr. Loeboe unterm 19. August 1897 ergangen; die Auf­forderung der Gewerbekammer um Gutachten mit der Be- , merkung:Die Staffelsätze sollen betragen, 5 Mark für ' die ersten zwei Tauseud Hektoliter re." ist vom 2. Septem­ber 1897. '

Berlin, 29. Septbr. Wie verlautet, ist ein deutscher Reichs-Versicherungs ^Gesetz-Entwurf vollendet. Derselbe selbe wird in der ersten Oktoberwoche zur Begutachtung an die Mitglieder des Versicherungsbeiraths übersandt werden. Es soll eine amtliche Veröffentlichung des Entwurfs er­folgen.

Berlin, 29. Septbr. DemBerl. Tagebl." wird aus Rom gemeldet, daß in Bardonecchia ein Unteroffizier und ein Offiziersaspirant verhaftet wurden, welche Pläne italienischer

worden ist.

Braunschweig, 29. Septbr. Wie dieBraunschw. Neuesten Nachr." melden, wurde der bekannte Rechtsanwalt Fischer heute Mittag während der Ausübung seiner rechts­anwaltlichen Funktionen aus dem Amtsgericht wegen Unter­schlagung verhaftet.

Wien, 29. Septbr. Gegenüber verschiedenen Nach­richten der russischen und französischen Blätter bezüglich der Aufrollung der egyptischen Frage wird auf das be­stimmteste von maßgebender Seite versichert, daß Oesterreich unter keinen Umständen daran denke, sich an dieser Frage zu betheiligen.

Rom, 29. Septbr. Das Landgericht hat auf Ansuchen des Architekten und Deputirten Gacconi die gerichtliche Ver­steigerung der Güter des päpstlichen Kronbeistandes, des Fürsten Orsini verfügt.

Witterungsbericht.

Voraussichtliche Witterung: Im Norden wolkiges Wetter, im Süden zunächst heiter, dann gleichfalls stärkere Bewölkung. Allgemein noch ziemlich warm.

Marktberichte.

Frankfurt a. M., 29. Septbr. Der heutige Viehmarkt war m? 343 Ochsen, 30 Bullen, 486 Kühen, Rindern und Stieren, 290 Kal­bern, 249 Hämmeln, 1107 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qualität Mk. 6668, 2. Qualität Mk. 58 bis 62, Bullen 1. Qualität Mk. 5153, 2. Qualität Mk. 46-48, Kühe, Rinder und Stiere 1. Qualität Mk. 5762, 2. Qualität Mk. 4650. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber 1. Qualität 7075 Pf^ 2. Qualität 6065 Pfg., Hämmel 1. Qualität 5860 Pf., 2. Qualität 4652 Pf., Schweine 1. Qualität 6364 Pf., 2, Qualität 6162 Pf. Alles per Vs Kilo Schlachtgewicht.

Frankfurt a. M., 29. Septbr. Es notiren nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mk. 1919.25, kurhessischer Mk. 19-19.25, norddeutscher Mk..-, russischer Mk. 20-21, Red­winter Mk. 21- 21.50, Laplata Mk.., Kansas Mk. 20.75-21.50, Roggen, hiesiger Mk. 14-14.25, Pfälzer Mk.., russischer Mk. 14.7515.25, Westerroggen Mk. 14.7515.25, Gerste, hiesige Mk. 18.5019.50, Pfälzer Mk. 19-20, fränkische Mk. -., Riedgerste Mk. 19-19.75, ungarische Mk. -., Hafer, hiesiger Mk. 13.75 b^ 14.50, Württemberger Mk.., bayerischer Mk. 13.75-14.75, russischer Mk. 14.25-15.75, amerikanischer Mk. 13.7514,25, Mais, mixed Mk. 9.8010, Donaumais Mk. 1010.25, Laplata Mk. 1010.25. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. Mehl ab geschwächt. Es notirt nach Qualität: Weizenmehl hiesiges Nr. 0 Mk. 3031, feinere Marken Mk. 3233, Nr. 1 Mk. 28-29, feinere Marken Mk. 2930, Nr. 2 Mk. 26.5027, feinere Marken Mk. 27.5028, Nr. 3 Mk. 25-25.50, feinere Marken Mk.126»7, Nr. 4 M. 23.50-24, feinere Marken Mk. 24.50-25.50. Roggen­mehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 23.50-24, Nr. 1 Mk. 21-21.50, Nr. 2 Mk. 17-18. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loco hier. Futter- artikel behauptet. Es notiren: Weizenschalen Mk. 44.20, Weizeu- kleie Mk. 44.10, Roggenkleie Mk. 4.75-4.85, Futtermehl Mk. 5.756.75, Biertreber, getrocknet Mk. 4 755.25 je nach 'Qualitä'» Alles per 50 Kilo netto effektiv loco hier.

Magdeburg, 29. Septbr. Kornzucker exkl. von 92 pCt.., neue., Kornzucker exkl. 88 pCt. Rendement 9.459.55, nenr ., Nachprodukte exkl. 75 PCt. Rendement 7.007.60 Ruhig. Brodraffinade I. 23.75, Brodraffinade n.., Raffinade mit Faß 23.2550, Gem. Melis I. mit Faß 22.50. Ruhig. Roh­zucker I. Produkt Transits f. a. B. Hamburg per September. G.. Br., per Oktober 8.70 G. 8.72V» Br., per November- Dezember 8.70 G 8.75 Br., per Januar-März 8.95 G. 9. Br., per April-Mai 9.10 G. 9.15 Br. Ruhig.

Wien, 29. Septbr. Weizen Herbst 11.55, Weizen Frühjahr .. Roggen Mai - Juni., Roggen Herbst 8.62. Hafer Mai-Juni., Hafer Herbst 6.27. Mais Oktober 4.81, Rep- neuer 13.15.

Schiffsbericht.

Hamburg, 27. Septbr. Der DampferBolivia" von der Hamvurg-Amerika-Linie ist vorgestern in Vera-Cruz eingetroffen.

Bremen, 27. Septbr. Der Dampfer des Norddeutschen LloydKaiser Wilhelm der Große" ist gestern in New-S)ork und der DampferPrinz Heinrich" vorgestern in Colombo eingetroffen.

Lonbon, 28. Septbr. Der Castle-DampferHarlech Castle" ist auf der Ausreise vorgestern in Kapstadt ange- kommeu.

Rew-N^kE, 27. Septbr. Der DampferSpaarndam" von der Niederländisch-Amerikanischen Dampfschifffahrts­Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.

Es übertrifft in Geschmack u. Geruch der Holl. Rastdi* tabak v v. Becker in Seesen a. H. alle ähnll Fa- rik. 10 Pfd. lose i. Beut. sco. 8 Mk. 2840