Sormtag dem Grafen Herbert Bismarck in Schönhausen einen Besuch gemacht.
Berlin, 25. Septbr. Wie dem „Berl.Tagebl." aus Athen gemeldet wird, hatder Kriegsminister im Ministerium Delyannis, Oberst Smolentz ein Expose über die Lage veröffentlicht, worin dem früheren Ministerprâsiventen Delyannis alle Schuld an dem Unglück Griechenlands zugeschrieben wird. Die Publikation erregt großes Aufsehen, da man glaubt, daß sie vom König inspirirt sei. In der Kammer wird es infolgedessen zu heftigen Kämpfen kommen. Die Stimmung hat sich in der Bevölkerung dennoch beruhigt. Es ist die Auffassung vorherrschend, daß der Friedenspräliminarvertrag mit Borbe- Halt angenommen werden sollte.
Berlin, 25. Septbr. Wie die „Berl. Polit. Nachr." Lervorheben, ist die Rettung von mehr als der Hälfte der Mannschaft deS gesunkenen Torpedobootes S 26 der Um- s icht des Herzogs Friedrich Wilhelm zu danken, weil die ganze Mannschaft schon frühzeitig auf Befehl ihres Komman darrten Schwimmwesten anlegen mußte. EZ konnten so fast alle Diejenigen, denen es gelang sich von dem sinkenden Schiff frei zu machen, aufgkfischt weroen.
Berlin, 25. Septbr. Der Pfarrer a. D. Koetzschke ist, wie der „Volksztg." aus bester Quelle gemeldet wird, anläßlich des neulichen Auftretens in sozialdemokratischen Versammlungen durch das Königl. Konsistorium in Magdeburg darauf aufmerksam gemacht worden, daß eine Fortsetzung sei ner sozialen Thätigkeit, die ihn in irgend welche Berührung und Beziehung zur Sozialdemokratie brächte, dahin führen würde, ihm die Rechte des geistlichen Standes zu entziehen.
Berlin, 25. Septbr. Dem „Vorwärts" zufolge sind gegenwärtig 21 Gießereien mit 512 Formern am Streik beiheiligt.
Köln, 25. Septbr. Die Familie Husmann erklärt in den Zeitungen, daß für sie nunmehr kein Zweifel darüber herrsche, daß sie das Opfer einer Täuschung geworden und sich für verpflichtet halte, öffentlich ihr Bedauern darüber auszusprechen, daß ihre Stellungnahme in der Angelegenheit mit dazu beigetragen hat, die unerwartete Bedeutung, welche die Sache genommen, noch zu steigern. Die Erklärung schließt, es brauche nicht besonders betont zu werden, daß für die in ihrer früheren Erklärung ausgesprochene Ansicht gewich- I
tige Gründe maßgebend gewesen seien. Bei der eigenthümlichen Entwickelung der Verhältnisse könne man es ihr jedoch nicht verübeln, wenn sie von allen weiteren Erörterungen ab sehe.
Graudenz, 25. Septbr. Im Prozeß wegen Ermordung des Lehrers Gritter verurtheilte das Schwurgericht die Angeklagten wegen Körperverletzung zu Gefängnißstrafen von 1 bis 8 Monaten. Wegen Landfriedensbruch und Rädelsführerschaft erfolgte Freisprechung.
Wien, 25. Septbr. Die deutsch-böhmischen Abgeordneten beriethen unter Theilnahme der sozialdemokratischen Abgeordneten über das Anerbieten der Tschechen, für die Delegations-- wahlen ein Kompromiß abzuschließen. Die Sozialdemokraten erklärten, sich der Delegationswahlen enthalten zu wollen. Die übrigen Deutsch-Böhmen beschlossen gegen die Stimmen der verfassungstreuen Großgrundbesitzer, jede Ver- theilung der Delegirten-Mandate zwischen Deutschen und Tschechen abzulehnen und in den Wahlkampf einzutreten. Auch die deutsch-mährischen Abgeordneten lehnten bezüglich der Delegationswahlen das Kompromiß mit den Tschechen ab. Die deutschen Oppositionsparteien aus den Alpenländern werden die auf sie entfallenden Delegationsmandate annehmen.
Budapest, 25. Septbr. Beim Neubau eines Weinmagazins stürzten die Wände ein und begruben 16 Arbeiter, 9 sind todt, di: übrigen schwer verletzt.
Budapest. 25. Septbr. Die Studentenschaft hat auf Anrathen des Rektors die Dankadresse an den deutschen Kaiser aufgegeben.
Fiume, 25. Septbr. Die Stimmung ist hier wieder sehr erregt. Während bisher angenommen wurde, daß die Zahl der Verunglückten bei Untergang des Dampfers „Ika" keine weitere Vermehrung erfahren würde, sind neuerdings wieder 10 Vermißte von ihren Angehörigen angemeldet worden. Die Aussagen der Mannschaft der „Ika" lauten sehr belastend für den Kapitän.
Agram, 25. Septbr. Das Stand recht wurde gestern in 12 Bezirken publizirt. — Gestern fand das Begräb- niß des von den Bauern ermordeten Beamten Cojanovics statt, an dem sich die Regierung und die Beamtenschaft be- theiligte. Derselbe hinterläßt eine Wittwe mit 7 kleinen ändern.
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Palermo, 25. Septbr. Gestern wurden in einer Grube 60 Arbeiter verschüttet. Bisher sind 7 Leichen geboraen.
Madrid, 25. Septbr. Einem Telegramm aus Havanna zufolge ist im nördlichen Theil der Insel ein Versteck von vielen Gewehren aufgefunden worden. Es sollen die Waffen sein, die von einer Flibustier-Bande herrühren.
Paris, 25. Septbr. Die Unthätigkeit des Seinepräfekten in der Brodsteuer angelegenheit veranlaßte 40 Gemeinderäthe zu einem Ausruf, der zum Kampf gegen den Präfekten aufforberte.
Paris, 25. Septbr. Die sozialistischen Mitglieder des Gemeinveraths erlassen heute Betreffend die Brodvertheue- rung ein Manifest an die Bevölkerung. Dasselbe ist von 25 sozialistischen Abgeordneten unterzeichnet und wird heute angeschlagen.
Marseille, 25. Septbr. Die gestern aus Madagaskar hier eingelaufene Post berichtet, daß 250 Km. von der Hauptstadt Tananarivo entfernt Eingeborene einen Transport überfielen, welcher 15 000 Fr. Silbergeld, Patronen und Lebensmittel mit sich führte. Der Trausportführer wurde getödtet. 6 Begleitungssoldaten vertrieben die Eingeborenen.
London, 25. Septbr. Ein Telegramm aus New-Aork meldet, daß ein amerikanisches Flibustierschiff, das in kubanischen Gewässern spanischen Dampfern begegnete, von diesen in den Grund gebohrt worden sei.
Petersburg, 25. Septbr. Die Blätter bezeichnen den geplanten Besuch des Zarenpaares bei dem Könige von Italien als unbegründet.
Kiew, 25. Septbr. Graf Gustoch Potocki, Besitzer großer Wirthschaften in Polen und Wolhynien, wurde vom Kreisgericht in Lack für fallit erklärt. Bisher sind Forderungen von über 1 Million Rubel angemeldet.
Äthen, 25. Septbr. Der König berieth sich gestern mit dem gejammten Ministerium über die p o l i t i s ch e Lage. Betreffs Stellungnahme des Kabinets zum Friedensprotokoll herrschte volles Einvernehmen. Sämmtliche jüngeren Offiziere wollen eine Protesteingabe gegen die Annahme des Friedensprotokolls an die Regierung richten.
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