Preis,
Jährlich 9 .* (^äbrL 4 ^ 50^.
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Wir auswärtig« SÄMmenten mit dem derrrfs enden Noliaufschiag.
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Amtliches Organ für Siaöt» unS Lauökreis Hanau.
Erscheint täglich mit Auioahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Preis:
Die 1 faltige Garmond« zerle aber deren Raum
10 ^.
Die 1'/,spaltige Zeil«
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Die 2spaltige Zeil«
20 ^.
Die Zspalüge Zeil« 30_J
Die 4spallige Zeil« 40^.
Im Reklameniheile He Zeile 20 ^ netto.
Donnerstag den 23. September
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1897.
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Amtliches.
^anö^reto ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Die übergroße Zahl der durch die großen Truppenübungen beschädigten Grundstücke macht es unmöglich, die Abschätzung der entstandenen Flurschäden überall so schnell zu bewirken, wie dies von den Betheilizten und auch von den Herren Bürgermeistern gewünscht wird.
Obgleich eine Abschätzungs-Kommission bereits seit dem 14. d. Mts. mit Schätzung der Flurschäden im Kreise beschäftigt ist und eine zweite Kommission voraussichtlich am 23. d. M. ihre Thätigkeit beginnt, wird die große Mehrzahl der von Flurschäden betroffenen Grundbesitzer sich noch längere Wochen gedulden müssen, bevor ihre Entschädigungsansprüche geregelt sind.
Ich mache daher wiederholt darauf aufmerksam, daß nach den bestehenden Bestimmungen in allen denjenigen Fällen, in welchen die Aberntung der beschädigten Felder bis zum Eintreffen der Abschätzung Kommission nicht ausgesetzt bleiben kann, der Ortsvorstand auf Antrag der Betheiligten die Aberntung nach zuvoriger Vorabschätzung durch ihn in Gemeinschaft mit zwei unparteiischen Ortseingesessenen anzuordnen hat.
Es empfiehlt sich, von dieser Bestimmung hier ausgedehnten Gebrauch zu machen, da der durch das unterlassene rechtzeitige Abernten verursachte Schaden einen Anspruch auf Vergütung nicht begründet. Die Herren Bürgermeister wollen die beteiligten Grundbesitzer hierauf in geeigneter Weise besonders aufmerksam machen. Sofern Vorabschätzungen durch die Orts Kommission stattgefunden haben, haben die Herren Bürgermeister die Nutznießer dieser Grundstücke am Tage des Eintreffens der Flur-Abschätzungs-Kommission zu der ihnen von hier aus angegebenen Stunde in das Rath- (Gemeinde-) Haus vorzuladen, damit dort mit denselben über die Höhe der ihnen zu bewilligenden Vergütung verhandelt werden kann. Erst noch Beendigung dieses Geschäfts wird regelmäßig die örtliche Besichtigung der nicht vorgeschätzten Schäden durch die Flurabschätzungs-Kommission erfolgen.
Hanau den 19. September 1897.
Der Königliche Landrath.
M. 4655 v Schenck.
Den Herren Ortsoorständen wird hierunter zwecks Beurkundung der von den Ortskommmissionrn vorzunehmenden Vorabschätzunaen der Flurschäden ein Muster zu einer entsprechenden Nachweisung mit dem Ersuchen mitgetheilt, von demselben geeigneten Gebrauch zu machen.
Ich kann nur wiederholt empfehlen, solche Vorabschätzungen in möglichst ausgedehntem Umfange eintreten zu lassen, da
es sich bei der Menge der beschädigten Felder nicht übersehen läßt, wann die Flurabschätzungskommission, deren von morgen ab drei in Thätigkeit sein werden, in die Gemarkung kommen wird. Namentlich wird für die Kartoffelernte die Vorabschätzung durch die Ortskommission angezeigt sein.
Hanau den 23. September 1897.
Der Königliche Landrath v. Schenck.
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Namen der Grundbesitzer.
Bezeichnung der beschädigten
Früchte.
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Verwendbarkeit der Früchte
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Ludwig Müller 6ter
Dickwurz
14 (Str.
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Viehfutter
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Christ. Brodt
Klee-
Grünfntter
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Ein gewandter zuverlässiger Gehülfe, welcher als Protokollführer die dntte Flurabschätzungskommission für mehrere Wochen zu begleiten hat, wird gegen ein Tagegeld von 5 Mark zum sofortigen Eintritt gejucht.
Bewerber wollen sich morgen — Freitag — auf dem Landrathsamte melden.
Hanau den 23. September 1897.
Der Königliche Landrach.
v. Schenck.
Die Herren Ortsvorstände werden veranlaßt, mir umgehend anzuzkigen, ob bezw. wieviel schulpflichtige blinde Kinder in ihren Gemeinden rc. vorhanden sind, welche nicht in einer Blinden-Anstalt unterrichtet werden, und wie bisher für deren Beschulung gesorgt worden ist. Fehlanzeigen sind nicht erforderlich.
Hanau den 22. September 1897.
Der Königliche Landrath V. 9586 _______________I. V.: Schneider.______________
^taöt^r^i^ ^artatx. Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschusses Freitag den 24. September 1897, nachmittags 5 Uhr. Tagesordnung:
Die Lehrerbesoldungsvorlage. 13299
Tagesschau.
Der Kaiser beauftragte Prinz Leopold mittelst Handschreibens, der bayerischen Armee seine Anerkennung für deren musterhafte Haltung, für die gezeigte Tüchtigkeit, Ausbildung und gute Führung während der großen Manöver auSzu- sprechen. Prinz Leopold fügt seinem Tagesbefehl hinzu, daß es ihm ein Herzensbedürfniß sei, die Armee für die ihr zu Theil gewordene Auszeichnung durch den Kaiser und jüngst auch durch den Prinzregeuten zu beglückwünschen. In dem Augenblick, in welchem er das Oberkommando niederlege, spreche er die Hoffnung aus, daß die Armee duich rastlose Albeit im Frieden den vom obersten Kriegsherrn ausgesprochenen Erwartungen im Kriege voll und ganz entsprechen werde.
Die deutsche Kriegsmarine ist von einem schweren Unfall betroffen worden: Gestern, Mittwoch, Vormittag ist vor der Elbmündung in der Nordsee bei dem ersten Feuerschiff von Cuxhaven das Torpedoboot „8 26" infolge Sturmes gekentert und gesunken. Der Kommandant, Lieutenant zur See Herzog Wilhelm von Mecklenburg und 7 Mann der Besatzung sind ertrunken. Es sind dies: Torpedo-Oberfeuermeisters-Maat Richert, Torpedo-Maschinisten-Maat Hoffmann, Torpedo- Oberheizer Griepentrog, Hoffe und Hampel, sowie die Torpedo-Matrosen Ehmke und Serbant. — Ein anderes Torpedoboot, „S 27", ist mit Verlust von einem Mann in Cuxhaven eingetroffen. Der Bergungsdampfer Möwe ist nach der Unfallstelle abgegangen.
Die deutschen Eisenbahnen ergaben nach einer Mittheilung der „Weser-Ztg." im August eine Mehreinnahme von 4 044 000 Mark, seit Beginn des Budgetjahres von 30 725 000 Mark.
Der konservative Parteitag wird am 29. und 30. Januar 1898 in Dresden stattfinden. Den Vorsitz wird Freiherr von Manteuffel führen.
General Bourbaki t« General Bourbaki ist, so meldet ein Telegramm aus Bayonne, am Mittwoch in seiner Villa bei Bayonne gestorben. Der verstorbene französische General Bourbaki, geboren 1816, war im Juli 1870 an Stelle Bazaines Kommandant der Kaisergarde. Mit dieser nahm er hervorragenden Antheil an den Schlachten um Metz. Die trostlose Lage seiner Truppen trieb ihn am 26. Januar 1871 zum Selbstmordversuch. Er genas in der Schweiz und schied 1888 aus dem aktiven Dienste.
6F3
Kleines Feuilleton.
Aus Kunst und Leben.
* Die allgemeine deutsche Bühnengesellschast weist nach dem im Septemberheft der „deutschen Dramaturgie", des offiziellen Organs der Gesellschaft, veröffentlichten Ver- zeichniß bereits einen Bestand von 346 Mitgliedern auf. — (Die Namen der Abonnenten des Vereinsorgans sind darin nicht mitgezählt). — Carl Alexander, Großherzog von Sachsen, der hohe Protektor des Vereins, steht als erstes Mitglied in der Liste verzeichnet. Aus derselben seien noch genannt: Die Stadt Eisenach, der Gemeindevorstand zu Jena, der Zweigveerein des allgem. Sprachvereins zu Innsbruck, die Generaldirektion des Hoftheaters zu Dresden, die Generalintendanten Frhr. v. Ledebur in Schwerin und v. Vignau in Weimar, die Bürgermeister von Eisenach, Kiel, Weimar n. a. St., Exc. v. Derenthall, General d. J. in Weimar, Superintendent Trümpelmann in Magdeburg, Hofrath Prof. Dr. Richter in Jena, Prof. Dr. Litzmann und Prof. Dr. Martius-Bonn, Prof. Dr. Lamprecht-Leipzig Prof. Dr. v. Winckel-München nnd Prof. Wittkowski, Kaiserl. Reichsgerichtsräthe Stellmacher uud Beer, Landgerichtsrath Barth und Dr. Paul Barth in Leipzig, Friedrich Spielhagen, Rosegger, Bleibtreu, Brandes, Martin Greif, Dr. Bulthaupt, Heinrich und Julius Hart, die Hofkapellmeister Stavenhagen in Weimar, Weingartner in Berlin, Prof. Dr. Wüllner in Köln, Hosschauspieler Lewinsky in Wien und etwa 20 Angehörige anderer Bühnen. — Neben verschiedenen Beamten in höheren Stellen der Verwaltung, der Justiz usw. Direktoren und Lehrern von Gymnasien, Universitäts-Professoren und Prioatgelehrten, Rechtsanwälten und einigen Aerzten sind industrielle und Kaufleute, Ingenieure und Techniker zahl-
! reich vertreten, desgleichen Buchhändler, Schriftsteller und Redakteure, sowie durch drei Meister auch das ehrsame Handwerk. Aus militärischen Kreisen führt die Liste die Namen dreier Offiziere in aktivem Dienste und zweier Hauptleute a. D. an. — Die Aufgabe der „Allgem. Deutschen Bühnengesellschaft" ist darauf gerichtet, „überall im deutschen Reiche, sowie unter Deutschen die allgemeinen und die örtlichen ^ntt reffen der dramatischen Kunst mit aller Kraft zu fördern. Der Verein vertritt den Standpunkt, daß das Theater, möge es nun leichter Unterhaltung oder ernstem geistigen Genusse dienen, nie aufhören dürfe, eine Stätte echter Kun st zu sein. Der Verein vermeidet es die Vertretung irgend eines politischen, kirchlichen oder sozialen Parteistandpunktes zu übernehmen; er will vielmehr der Kunst ihr Recht wahren, alle großen sittlichen Probleme, die den Menschengeist beschäftigen können, auch thatsächlich zu verfolgen und auszugestalten. H.
Grazer Theater. Der Gemeinderath der Stadt Graz hat beschlossen, für die Erbauung eines neuen Theaters im Stadtpark die Summe von 800 000 Gulden und für ein Volkstheater im Stadttheile am rechten Murufer 400 000 Gulden aufzuwenden.
Karl Goldmark hat in Gmunden, wo er bis Weihnachten zu verweilen beabstcht, eine neue Oper vollendet. Sie heißt „Die Kriegsgefangene", hat zwei Atte und behandelt die Geschichte der Königstochter Briseis, der Lieblingssklavin Achilles'. Goldmark legt gegenwärtig die letzte Feile an sein jüngstes Werk, das in der zweiten Hälfte der Saison in der Wiener Hofoper zur Aufführung gelangen wird.
Mascagni hat sein großes symphonisches Tonwert „Schwermuth", das ihm für die Leopardi-Feier in Auftrag gegeben war, vollendet. Gegenwärtig schreibt Mascagni an einem „Roman meines Lebens", der demnächst schon erscheinen dürfte. .
Louis Gurlitt ^. Wie bereits gemeldet, ist der Landschaftsmaler Prof. Louis Gurlitt gestorben. Er war am 8. März 1812 in Altona geboren und wurde 1829 Schüler des Malers Bendixen in Hamburg, wo er sein erstes Bild, „Motiv aus Buxtehunde" malte. Dann setzte er seine Studien in München und Kopenhagen fort, bereiste Schweden, Norwegen, Tirol und Oberitalien und lebte hierauf einige Jahre in Kopenhagen, wo er Mitglied der dortigen Kunstakademie wurde. 1843 ging er nach Düsseldorf und bald darauf nach Unteritalien und Sizilien. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland lebte er von 1846 bis 1848 in Berlin, darauf bei einem Kunstfreund auf Schloß Nischwitz und begab sich 1851 nach Wien, wo ihn mit Friedrich Hebbel und dem Physiologen Professor Brücke treue Freundschaft verband. Nach verschiedenen Kunstreisen durch Italien und Griechenland zog er 1859 nach Gotha, wo er in Siebleben als Nachbar Gustav Freitag's auf einer ihm vom Herzog von Koburg-Gotha eingeräumten Villa lebte.
Humoristisches.
Prophetisch. Chef: „Sie möchten also, wenn Sie heirathen, lieber auf dem Comptoir beschäftigt werden? — Reisender: „Ja!" — Chef: „Na, meinetwegen; ich wette aber mit Ihnen, daß Sie in vier Wochen kommen und wollen wieder reisen!"
Der Sportpraktikus. A. (Mitglied des Klubs der Dicken): Sie mögen sagen, was Sie wollen, ich finde das Radfahren ausgezeichnet und kann nur sagen, mir hat es außerordentlich wohl gethan. B.: Was erzählen Sie uns da! Sie mit Ihren 110 Kilo haben doch noch nie auf einem Rade gesessen. A.; Das stimmt schon, aber ich besitze Fahrrad-Aktien, die mir 20 Prozent Dividende geben.