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Amtliches Organ für $taöf~ unö Lauökreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

ÜnfertbnB- Preis:

> e 1 'poltige Garmond« adle aber deren Raum

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sie 1/«fpaltige Zeil« 15 4.

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30 j

Die 4fpaltige Zeüe

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St. 222.

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Mittwoch den 22. September

1897.

Hierzu Amtliche Beilage" Nr. 66

Amtliches.

Dicnstnachrichten aus dem Kreise.

Verloren: am 18. d. M. 1 Packet, enthaltend 3 Buch liniirtes Schreibpapier. 1 werthoolles Fernglas (im Manöver.) Entlausen: 1 gelbes Huhn.

Gefunden: 1 vierräderiger Handwagen. 1 Kinder­taschentuch, 3 Notizbücher. Ferner: 1 Stück Floßholz, Empfangnahme bei Philipp Schott 7 ter zu Niederdorfelden ; 1 Pferdedecke, Empfangnahme bei Georg Bauscher, eben­daselbst.

Hanau den 22. September 1897.

Maöt^reiö ^anau.

BUauutmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Bei der hiesigen Stadtverwaltung ist die Stelle eines Kanzlisten auf der Stadtkasse am 15. Oktober cr. zu besetzen.'

Gehalt 600 Mark pro Jahr, Anstellung aus vierwöchent­liche gegenseitige Kündigung.

Hanau am 21. September 1897.

13227

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

Kindcrhcitanstlitt Bad Orb.

Die dies;. Generalversammlung findet am Donnerstag den 30. September, nachmittags 3 Uhr im Saale der Kinderheilanstalt zu Orb statt.

Die stimmberechtigten Mitglieder werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß Die Tagesordnung folgende Gegen­stände betreffen wird:

1. Festsetzung des Etats pro 1898,

2. Dechargirung der Rechnung von 1895,

3. Vorlage der Rechnung von 1896,

4. Neuwahl des Vorstandes,

5. Vorläufige Uebersicht des diesjährigen Finanzab­abschluffes,

6. . Sonstige Vereinsangelegenheiten.

Im Anschluß an die Generalversammlung findet eine Vorstandssitzung statt.

Der Vorstand: v. Baumbach.

Fenitletsn.

Die Rifspiraten.

Von Otto Leonhardt.

(Nachdruck verboten.)

Es ist eine kaum glaubliche Thatsache, daß nicht mehr als 150 Kilometer von der Küste Europas entfernt, in der unmittelbaren Nachbarschaft der französischen Kolonie Algier, eine ausgedehnte Landschaft sich btfinbet, die wissenschaftlich ganz ungenügend bekannt ist und für die vorübersegelnden Fahrzeuge aller Nationen eine unausgesetzte Gefahr bildet. Noch hat kein Europäer das Riff durchwandert uns erst in der allerjüngsten Zeit haben wir, zum Theil aus arabischen Quellen, genauere Mittheilungen darüber erhalten. Daß aber das Riff und seine Piraten noch heut so gefährlich ist, wie nur je, beweisen die jüngsten Vorfälle. Nun erscheinen wieder einmal mâchtiße Panzer europäischer Nationen vor der wilden Küste, uns ihre Besatzung und ihre Kanonen werden Tod und Schrecken in die Felsen und Schluchten des Landes hineintragen. Und dennoch kann man von vorn­herein mit Sicherheit sagen, daß diese Expeditionen im Wesentlichen nichts ändern werden. Das Riff wird frei bleiben, ein Land der Armuth, des Seeraubs, der blutigen Stammeskämpfe, bis vielleicht einst seine Männer in ver­zweifeltem Kampfe gegen eine große europäische Heeresmacht büßen und erliegen werden.

Von Ceuta bis zur algerischen Grenze dehnt sich 200 Kilometer lang ein zerrissenes Gebirg', das bis zu 2000 Metern ansteigt. Im Süden bespült die Wüste, im Norbert das blaue Mitttelmeer seinen Fuß. Das ist das Riff. Sei­nen Charakter erkennt man am Besten, wenn man einen der Gipfel besteigt. Da oben liegt ein Dorf der Risi, weithin

Die Kampfe an der Grenze Ostindiens.

An der nördlichen Grenze Indiens ist jetzt eine britische Heeresmacht von ungefähr 50,000 Mann zusammengezogen, um die Stämme der Afridis und Orakzais in den Berg­ländern zwischen der indischen und afghanischen Grenze für ihre Angriffe zu züchtigen und zu unterwerfen. Jene Berg­länder werden von kriegerischen Völkerschaften mohamedanischen Glaubens bewohnt, denen bte Priester, ermuntert durch die Erfolge der mohamedanischen Waffen in Thessalien und er­bittert durch die Behandlung ihrer Glaubensgenossen in Indien, den Heilnen Krieg gegen die britische Her, schüft ge­predigt haben. Wie schwierig die den englischen Generalen gestellte Aufgabe ist, beweist die Niederlage, die kürzlich die Brigade Jeffrey erlitten hat; General Jeffrey selbst geriet^ in dringende Gefahr, mit einem Theile der Reiterei abge- schnitten und gefangen genommen zu werden.

Trotzdem ist n'cht zu bezweifeln, daß die Engländer schließ­lich das Feld behaupten werten. Selbst wenn der Emir von Afghanistan seine Haltung ändern und den Kriegspfad be­schreiten sollte, würde dadurch nur eine bedeutende Erhöhung der Kriegsopfer für England entstehen, ohne daß schließlich die englische Zähigkeit unterliegen würde. Einstweilen spielt der Emir den Freund der Engländer, der an den Umtrieben in den Grenzgebieten ganz unschuldig sein will, und er findet in dieser Rolle auch Gläubige in England selbst. Wie dem auch sei, das Bild würde sich sofort ändern, wenn Ruhland ins Spiel träte.

Daß man in Petersburg über den Sorgen um den Kon­stantinopeler Frieden die Vorgänge an der indischen Grenze nicht unbeobachtet läßt, beweist ein Artikel der russischen Petersburger Zeitung". Dieser weist zunächst auf die Schwierigkeiten hin, die von englischer Seite durch Begünstigung der griechischen Wünsche dem Friedensabschlusse bereitet worden sind, und es wird daraus gefolgert, daß England auch in Zentralasien seine alte Politik fortsetze, indem es durch Un­terwerfung der noch selbstständigen Bergstämme Afghanistan umzingle, um schließlich in Kabul selbst, vielleicht nach Er­zeugung dynastischer Wirren, seine Gesetze zu diktiren. Schon die schriftliche Mittheilung an den Emir, daß die englischen Truppen genöthigt sein würden, afghanisches Gebiet zu be­treten, sei ein Friedensbruch. Rußland dürfe nicht geduldig zusehen, daß englische Siege ihr Prestige auf die Völker aus­üben, die an der russisch-afghanischen und russisch-indischen Grenze leben; der Uebergang englischer Truppen auf afghanisches Gebiet müsse einen russischen Vorstoß gegen Herat und das Pamirplateau zur Folge haben.

Erinnern also die Vorgänge an der indischen Grenze an die von der englischen Politik mißachtete Wahrheit des Wortes

(Depe'sÄen-Bureau ^Herold.")

von Lord Beaconsfield, daß Großbritannien auch ein moha-> Berlin, 21. Septbr. Der Kaiser trifft am 5. Ok- medanisches Reich ist, so zeigen sie zugleich, daß sich hinter1 tober von Rominten in Danzig ein, um den Stapellauf des

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die Gegend beherrschend. Auf den umliegenden Höhen er­blickt man andere Dörfer. Schroff fallen die Berge ab, sie bilden keine eigentlichen Thäler, sondern nur Schluchten, bte sich hier verengen uub unter dunklen Wäldern zu verlieren scheinen, bot erweitern und sich in mannigfachen Windungen dem Meere nähern, über das die Schneeberge der Sierra Nevada herüb-rgrüßen. Es ist eine schöne Landschaft, die hier zu unseren Füßen liegt; sind auch die Berge schroff und steil, so gedeihen doch die Olive, die Feige und zahlreiche andere Obstbäume düses Klimas aus den Hängeu, und wei ter unten bilden Eichen und Eschen, Pinien und Thujen schöne Wälder, in denen Tauben nisten und im Frühling zahlreiche Nachtigallen schlagen. Dennoch ist das Land arm, weil es nur ausnahmsweise und nur svârlich Ackerbau ge stattet. So müssen hie Leute vom Riff sich durch Tausch ihre Lebensbedürfnisse verschaffen oder während der Ernte ein paar Wochen bet den Franken in Algier arbeiten, um sich hier für das ganze Jahr das Nöthige zu verdienen. Aber die an der Küste wohnen, verschmähen solche Thätigkeit; sie kennen nur zwei Beschäftigungen, die sich von Urahnen her auf sie vererbt haben; die Fischerei und die Piraterie.

Nach der See zu fällt das Gebirge steil ab und bildet meist kleine enge versteckte Buchten. Dort wirft ein Fischer sein Netz aus, ein hoher, kräftiger, dunkler Bursche mit langem schwarzem Haure, anscheinend ein friedlicher fleißiger Mann. Mer seine schwarzen scharfen Augen spâtzen unaus- gesitzt über die wogende Fläche. Jetzt erspäht er ein weißes Segel in der Ferne. Ein leiser Pfiff und aus den Winkeln schießen schnell ein paar Feluken hervor, von denen manche aus dem Holze eines zirßörten europäischen Kauffahrers ge­zimmert sein mag. Mit einem Schlage ist der stille Fitcher, der zuerst die Beute entdeckt hat, der Führer einer kleinen Flottille geworden, deren Bemannung zu allem entschlossen ist. Das Schiff wird geentert, die Besatzung grausam hin­

ihnen der große englisch-russische Gegensatz in Asien erhebt. Die englische Presse thäte gut daran, bei ihrer Beurtheilung des sogenanntenZweibundeâ" vor allem jenen Gegensatz nicht zu vergessen, statt sich in der Ausmalung von Verlegen­heiten und Gefahren für Deutschland zu gefallen.

Tagesschau.

Begrützungstelegramme. Das Begrüßungstele- gramm des Budapester Bürgermeisters Markus an den Ober­bürgermeister Zelle in Berlin lautet:Herrn Oberbürger­meister Zelle, Berlin, Rathhaus. Im Augenblicke, wo der deutsche Kaiser von der Bevölkerung unserer Haupt- und Re­sidenzstadt mit der größten Begeisterung empfangen wird, be­grüße ich namens unserer Stadtverwaltung und Stadtver- tretung den Magistrat und die Stadtverordneten der Haupt- und Residenzstadt Berlin. Mit Hochachtung und kollegialem Gruße Josef Markus, Bürgermeister." Hierauf erfolgte das nachstehende Antwort Telegramm:Bürgermeister Josef Markus, Pest. Magistrat und Stadtverordnete Berlins danken der Stadtverwaltung und Stadtvertretung kerHaupt- und Residenzstadt für die anläßlich des Empfanges des deut­schen Kaisers in Pest gesandten freundschaftlichen Grüße, er­widern dieselben herzlich und senden aufrichtige Glückwünsche für Ihre schöne Stadt und das gesammte, dem deutschen Reiche innigst befreundete Ungarn. Kirchner, Bürgermeister für den beurlaubten Oberbürgermeister Zelle. Langerhavs, Stadtverordneten-Vorsteher."

Mobilisirungsversuch der italienischen Marine.

In der zweiten Hälfte des Monats November w-rd ein Mo- bilisirungsversuch der italienischen Marine stattfinden, wozu die beurlaubten Marinemannschasten einberufen werden sollen und wobei auch zum ersten Male die Landarmee mitwirken wird. Der Befehl über die Mobilisirung der Marine wird am 15. November erlassen werden. Die einberufenen Klassen der Mannschaft werden sich jedoch nicht einschiffen, da bloß erprobt werden soll, ob eine etwaige Mobilisirung der Marine mit der erforderlichen Raschheit vor sich gehen würde. Die Marinemanöver werden unter dem Oberbefehl des Admirals Herzog von Genua abgehalten werden, an dessen Seite sich die Generalstabschefs der Flotte und des Landheeres befinden werden Es wurde mit Absicht für die Abhaltung dieser Manöver der Monat November gewählt, da um diese Zeit die See gewöhnlich sehr unruhig ist, somit die Ausführung der Sch'ffsbewegungen mit größeren Schwierigkeiten als sonst oetbunoen ist.

Politische und unpolitische Nachrichten

geschlachtet oder in die Sklaverei verkauft, die Ladung ver- theilt, das Fahrzeug selbst zerschlagen. Die echte Seeräuber- Tapferkeit liegt diesen Risi im Blute. Als Prinz Adalbert, Kommandant der preußischen KorvetteDanzig", 1859 mit 65 Mann hier landete, um Wasser zu nehmen, fielen ihn die Bewohner mit solcher Wildheit an, daß er sich, selbst ver­wundet, unter Verlust von sieben Todten und mit siebzehn Blessirten zurückziehen mußte. Eine französische Gesellschaft hatte einmal hier eine Mine erworben und landete Leute, die die Arbeiten eröffnen sollten. Linnen weniger als 24 Stunden hatten sich etwa 30 000 Riffkrieger hier versammelt, bereit, die ihnen unverständliche Invasion der Ungläubigen abzuwehren. Was diese Krieger zu leisten im Stande sind, beweist eine höchst interessante Episode aus dem Rifffeldzuge der Spanier im Jahre 1893. Ein elektrischer Reflektor von einem Kriegsschiffe traf nachrs einige Boote der Piraten, die das wunderliche Licht verlachten, aber bald, von mehreren Kugeln getroffen, die Gefahr verstanden. Dies Licht mußte ausgelöscht werden! Und in einer stillen Nacht warfen^ sich drei der besten Schwimmer in die See, erreichten das Schiff, kletterten unlörbar daran empor und kurz darauf erfolgte ein starker Knall: der Reflektor wir zertrümmert, zwei Spanier tödtlich verwundet und die Schwimmer strebten bereits wieder dem heimarhlichen Ufer zu.

Aber auch im Innern der Berge des Riffs herrscht un­ablässig Krieg. Jeder der dreißig Riffstämme liegt mit den Nachbarn fast unausgesetzt in wildem Streite und der Tarsuth, der zu den nachbarlichen Beni Bu-Neser kommt, ist des Todes. Ja, innerhalb des Stammes selbst herrscht wieder zwischen den einzelnen Tribus Todfeindschaft, und dazu kommt endlich noch eine unerbittliche Blutrache. Einem Manne von der Tribus Galija des Stammes Beni-Bu-Gafer war ein Bruder wegen Mordes ungerechterweise zum Tode verurrheilt worden. Darauf begann èr mit der Rache, und sechs seiner Vettern und