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Amtliches Organ für Staöt- unö LauSkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
JssertionS» Preis: Die Ispalnge Garmond» zeile oder deren Raum 10 ^.
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XL 220.
Montag den 20. September
1897.
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„Amtliche Beilage" Nr. 65.
Amtliches.
Dicnstnachrichten aus dem Kreise.
Entflogen: Ein große junge weihe Taube mit blauem Schwanz (Römer).
Verloren: Eine silberne Remontoir-Uhr mit silbernem Deckel (von der Ramsaystraße—Neustädter Marktplatz). Eine desgl. mit Horngehäus und Stahlkette.
Gefunden: Ein kleiner Regenschirm. Ein Mädchenstrohhut nebst Bücherravzen. Ein grünangestrichener Schiebekarren (stehen geblieben).
Hanau den 20. September 1897.
Accker- und Wiesenverpachtung.
Von dem in der Gemarkung von Hanau belegenen Domanialgrundbesitz sollen in Summe rund 157 Hektar Acker- und WielenLändereien (— darunter auch die domänenfiskalischen Bruchwiesen —) in 22V bis 240 Parzellen bezwse. Pachtloosen vom 1. Januar 1898 ab auf zwölf Jahre auf das Meistgebot verpachtet werden.
Oeffentlicher Termin hierzu ist auf
Mittwoch den 22. und
Donnerstag den 23. dieses Monats, jedesmal von vormittags 8 Uhr ab, in das Sälchen der Kaiserlichen Bierwirthschaft in der Altstadt dahier anberaumt.
Auf angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.
Ausdrücklich wird bemerkt, daß das Pachtausgebot der „Bruchwiesen" am zweiten Terminstage stattfindet.
Hanau am 15. September 1897.
Der Königliche Domänenrath
Bell. 12837
Tagesschau.
Marinenachrichten. Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine ist ^. M. S. „Stein", Kommandant Kapitän zur See v. Ahlefeld, am 16. September in Stockholm angekommen.
Don der Postverwaltung. Verschiedene Blätter melden, die Abänderung der höheren Karriere bei der Postverwaltung sei eine im Prinzip beschlossene Sache. Es werde demnächst eine Konferenz zusammentreten, die sich mit der Frage der Vorbildung der höheren Postbeamten beschäftigen
Feurilletsn.
Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg, gestorben den 20. September 1440.
Wie traurig sah es doch in der Mark Brandenburg aus, bevor die Hohenzollern ihr Sieg und Frieden verheißendes Banner dort entfalteten!" Nach dem Aussterben der ritterlichen Askanier war Brandenburg aus einer Hand in die andere gegangen. Endlich verpfändete Kaiser Sigismund die Mark an den habgierigen Jobst von Mähren, dessen Statthalter ein trauriges und schwächliches Regiment führten. Verwegene Raubritter trieben ungestört ihr Wesen, nur das Recht des Stärkern, das Faustrecht, schien zu gelten; wehrlos waren die Landbewohner den Raubzügen böser Nachbarn preisgegeben. Da wurde Friedrich der Sechste, Burggraf von Nürnberg, vom Geschlechte der im Reichsdienst treu und gut bewährten Grafen von Zollern im Jahre 1441 zum Statthalter der Mark bestellt, und mit ihm ging die Morgenröthe einer bessern Zeit aus.
Als der neue Stadthalter 1412 in die Mark kam, hatte er einen schweren Stand mit den Rittern, die den fränkischen „Emporkömmling" verlachten; sie waren ja die Herren im Lande und wollten es bleiben. Ebenso trotzig traten die östlichen Nachbarn, die pommerschen Herzoge, dem Statthalter entgegen. Denen zuerst lieferte er ein scharfes Treffen am Kremmer Damm und lehrte sie Respekt. Dann wandte er sich gegen die Ritter und ihre Raubnester. Mit treuen Genossen und schwerem Geschütz darunter die berühmte „faule Grete" mit ihren großen Steinkugeln, belagerte er die festen Schlöffer und eroberte und zerbrach eins nach dem andern. Dann aber waltete er des Landes mit Milde und gewann die Herzen des Volkes, gewann auch viele, die früher sich ihm trotzig widersetzt hatten. 1415 zum regierenden
soll. Soweit der „Post" bekannt ist, finden im Reichspostamt schon seit einiger Zeit täglich Konferenzen statt, in denen Vorschläge von Reformen aller Art erwogen werden. Da indessen über das Ergebniß vorläufig von amtlicher Seite Schweigen bewahrt wird, dürften alle Mittheilungen aus un- kontrolirbaren Zeitungs-Korrespondenzen mit der größten Vorsicht aufzunehmen sein.
Bauernfang. Das vom deutsch-freisinnigen Parteitage in Nürnberg angenommene Agrar Programm wird den Vertretern der Landwirthschaft eine angenehme Waffe werden. Denn es ist eine Konzession an die Agrarier, die doch der Abg. Richter mit seinem Agrarprogramm bekämpfen und aus dem Sattel heben will. Was wollen dcnn die Agrarier? Schließlich doch nichts anderes und nichts weiter, als in Gesetzgebung und Verwaltung der gegenwärtigen Lage der Landwirthschaft Rechnung getragen wissen. Darauf haben ihnen die Freisinnigen stets geantwortet: die Lage der Landwirthschaft ist gar nicht so schlecht, wie ihr behauptet, nur einige Junker sind durch leichtfertige Wirthschaft und Ver- schwendung in eine Nothlage gekommen; denen zu helfen, kann aber nicht Sache des Staates sein. Diese Anschauungen wirft nun aber das Richtersche Agrar-Programm vollständig über Bord, indem gleich eingangs erklärt wird, die freisinnige Volkspartei, „durchdrungen von der Bedeutung der deutschen Landwirthschaft für Produktion und Konsumtion des Volkes und in Anerkennung der Schwierigkeiten bei den durch veränderte Verhältnisse mehrfach gebotenen Umgestaltungen der Betriebsweise, erstrebt die energische Förderung btr Landwirthschaft durch Zusammenwirken der Gesetzgebung und Verwaltung im Reiche und in den Einzelstaaten und aller übrigen Kräfte des öffentlichen Lebens." Es mag ja sein, daß der Abg. Richter mit seinem Agrarprogramm schließlich nichts weiter wollte, als dem Rickertschen Bauernverein Norc-Ost den Wind aus den Segeln nehmen, indem er auch der freisinnigen Volkspartei zu einem Agrarprogramm verhalf. Aber die Thatsache bleibt bestehen, daß sogar der Abg. Richter nicht nur die Bedeutung der Landwirthschaft, sondern auch die Schwierigkeiten schlechtweg anerkannt hat, in welche sie durch „veränderte Verhältnisse" gebracht wurde. Wegen der einzelnen Punkte des freisinnigen Programms werden, wie die „Deutsche Volkswirthschaftliche Korrespondenz" richtig bemerkt, die Vertreter der Landwirthe nicht nöthig haben, sich allzuviel Kopfzerbrechens zu machen. Die freisinnige Volkspartei möge es nur versuchen, mit ihrem Programme auf den Bauernfang zu gehen. Sie kann sicher sein, daß kein Landwirth sich darauf einlassen wird. Zutreffend schreibt auch die „Rhein. Volksstimme", daß kein katholischer Bauer einem Freisinnigen seine Stimme geben werde, „weil er nicht zu den dümmsten Kälbern gehören wolle, die ihre Metzger selber wählen." Und was das rheinische Blatt von den katholischen Bauern sagt, wird wohl von allen Bauern gelten.
Herrn ernannt, wurde Friedrich am 18. April 1417 auf dem Reichstage in Konstanz als erblicher Markgraf und Kurfürst des deutsches Reiches vom Kaiser mit der Mark Brandenburg belehnt.
Viel und mannigfach hatte er zu kämpfen und zu schaffen. Oberfeldherr des deutschen Reiches gegen die Hussiten, in kriegerische Händel mit Mecklenburg verwickelt, stets auf der Wacht gegen die streitlustigen pommerschen Herzoge, hatte er auch im Innern des Landes Mühe, Frieden zu stiften und zu erhalten, Ordnung und Gesetz zur Geltung zu bringen, für das Wohl der Unterthanen zu sorgen, seine Hausmacht zu vergrößern und zu befestigen. Bei den deutschen Fürsten hatte er sich so große Achtung erworben, daß man ihm nach des Kaisers Sigismund Tode die Kaiserkrone zugedacht hatte; aber seine Weisheit schlug sie aus, er hatte genug zu schaffen und zu sorgen im eigenen Lande.
Wie ernst und Keilig Kurfürst Friedrich I. sein Fürstenamt auffaßte, davon zeugt u. a. eine von ihm ausgestellte Urkunde vom Jahre 1420, in welcher er sagt: „Es geschieht dieses zum Preise Gottes, der uns solche und andere Güter befohlen hat, die wir lediglich von seiner Gnade haben: wie wir das bekennen, indem wir uns von unsern Fürstenthümern von Gottes Gnaden schreiben. Wir sind es Gott schuldig als unserm rechten Herrn, dessen schlichter Amtmann an den Fürstentümern wir sind, die wir von ihm inne haben."
So und nicht anders haben von jeher bis auf diesen Tag die Herrscher vom Hause Hohenzollern das „von Gottes Gnaden" verstanden und bethätigt, das ihres Fürstenberufes liesster Felfengrund und höchster Ehrentitel ist und bleibt. Von Gottes Gnaden bestellt und eingesetzt zu getreuen Hütern und Verwaltern ihrer Lande haben sie stets ihr Herrscheramt als einen Dienst angesehen, nicht als eine Pfründe eigenen Wohllebens und selbstsüchtiger Willkür, wie so viele andere
Kämpfe in Südwestafrika. Der „Reichsanzeiger" meldet, am 5. Juli und 2. August d. Js. haben im südwestafrikanischen Schutzgebiet, in der Näye des Oranjeflusses zwischen Theilen der Schutztruppe und räuberischen Hottentotten Zusammenstöße stattgefunden, bei denen die Truppe folgende Verluste erlitten hat. Am 5. Juli: Todt: Gefreiter Serafin, Reiter Beutel. Am 2. August: Todt: Sekonde- Lieutenant v. Altrock, Reiter Ewert; schwer verwundet: Sekonde-Lieutenant Helm, Reiter Seufert, Reiter Ammersium, sowie ein Eingeborener.
Politische und unpolitische Nachrichten
(Depeschen-Bureau „Herold.")
Berlin, 19, Septbr. Die erste Plenarsitzung des Bundesraths ist, wie bestätigt, für den 7. Oktober in Aussicht genommen.
Berlin, 19. Septbr. In dem Majestäts-Be- leidigungs-Prozeß gegen den Reichstagsabgeordneten Liebknecht ist der Revisionstermin vor dem Reichsgericht auf den 12. Oktober festgesetzt.
Berlin, 19. Septbr. Die „Nordd. Allg. Ztq." d e - m e n t i r t auf das Bestimmteste die durch die Presse gegangene Meldung, wonach am 14. Juli d. J. gelegentlich der Feier des Nalionalfestes seitens der französischen Truppen Ausschreitungen in Kanea stattgefunden hätten. Durch derartige Meldungen deutscher Blätter könnten die guten Beziehungen, welche zwischen der französischen und deutschen Besatzung in Kanea bestehen, leiden. Besonders heroorge- hoden müsse werden, daß sämmtliche französische Offiziere sich deutschen Offizieren gegenüber stets sehr kameradschaftlich verhalten haben.
Berlin, 19. Septbr. Anläßlich des bevorstehenden Besuchs Kaiser Wilhelms in Budapest bespricht die „Nordb. Allg. Ztg." die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Das Blatt sagt u. a.: „Mögen die Ungarn gleich uns eine günstige Vorbedeutung darin erkenne», daß der erste fremdländische Monarch, den sie auf dec Königsburg in Ofen feierlich begrüßen, das Oberhaupt des Reiches ist, welches einer ihrer bedeutensten Staatsmänner mit dem unter dem weisen Scepter Fran; Josefs vereinigten Völkern zu treuer Bundesgenossenschast hat zusammenschließen helfen. Ueber den Charakter und die friedlichen Ziele dieses von den tapferen Magyaren hoch in Ehren gehaltenen Bündnisses mit der österreichisch- ungarischen Monarchie und dem neu geeinigten Italien braucht heute kein Wort mehr verloren zu werden. Eine lange Reihe von Friedensjahren bezeugen die wohlthätige Kraft des Dreibundes.
Budapest, 19. Septbr. Wie in politischen Kreisen verlautet, werden die T r i n k s p r ü ch e, welche beide Kaiser
Fürsten und Machthaber. Das ist das Beste und Höchste, das die Brandenburger, wir Preußen, wir Deutschen lernen können und sollen von unsern Zollernfürsten, daß wir all unser Können und Trachten, unser Leben und Streben, unser Wirken und Schaffen in den Dienst des Gemeinwesens, des Vaterlandes stellen um Gottes willen.
Litterarisches.
Die Hauptstädte der Welt. Die soeben herausgegebenen Hrste 17 und 18 des im Verlage der Schlesischen Buchdruckerei, Kunst- und Verlagsanftalt v. S. Schottlaender erscheinenden Prachtwerkes führen uns in weit entfernte und weit auseinanderliegende Gebiete: nach Mittel- und Süd- Amerika und nach Asten. Nachdem die in Heft 16 begonnene Schilderung Mexikos von Auguste @énin zu Ende geführt, folgt die Beschreibung der brasilischen Hauptstadt, des durch die herrliche, den Busen von Neapel au Ausdehnung, den Bosporus an Großartigkeit übertreffende Bai berühmten Rio de Janeiro, in welchem, wie I. de Santa Anna Neri bemerkt, New York, San Francisco und Paris in Eins verschmolzen erscheinen. Dann werden wir urplötzlich nach Indien versetzt, dessen Hauptstadt Calcutta James Darmesteter als eine englische Stadt, die von einem unermeßlich großen indischen Dorfe mit 600 000 Einwohnern umgeben ist, bezeichnet; Calcutta gehört nicht zu den alten indischen Städten, wie Delhi, Benares, Lahore, die ebenso alt sind wie die ältesten Erinnerungen des Landes, und denen die europäische Eroberung eine reiche europäische Vorstadt hinzugesellt hat; in Calcutta ist im Gegentheil die indische Stadt selbst aus der europäischen Stadt hervorgegangen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. „Calcutta ist keine Stadt, nur eine Hauptstadt", sagt Darmesteter; Nichts bringt einen tieferen Eindruck von der Kälte und der Macht des englischen Genies