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Hanauer Anzewer

17. September

Vorsitz des Finanzministers Miquel zu einer Sitzung zu­sammen.

Berlin, 16. Septbr. Wie demBerl. Tagebl." aus Madrid gemeldet wird, leitete, wie daselbst verlautet, die spanische Regierung Verhandlungen mit Frankreich ein über einen Vertrag zur Auslieferung von A n a r- ch i st e n.

Berlin, 16. Septbr. Wie au' New-Jork telegraphirt wird, dürften die bekannten blutigen Metzeleien in Hayleton wahrscheinlich auch den deutschen Behölden noch Veranlassung zum Einschreiten geben. Zwei verwundete Ar­beiter behaupten nämlich, deutsche Unterthanen zu sein.

Berlin, 16. Septbr, DerLokal Anz." meldet aus Petersburg: Auf der Wolga in der Nähe von Astrachan stießen die DampferZarewitsch" undMayutka" zu­sammen. Plötzlich ertönte der Ruf: DerZarewitsch" sinkt. Infolgedessen entstand eine furchtbare Panik unter dem Publikum. Viele sprangen in die Wolga und erreichten schwimmend das Ufer. 40 Personen ertranken.

Berlin, 16. Septbr. Dem ständigen Hilfsarbeiter im I Auswärtigen Amt, Geh. Legationsrath Ernst v. Wildenbruch, ist der Titel Geh. Legationsrath mit dem Range eines Rathes 3. Klasse verliehen worden.

Aachen, 16. Septbr. DasAachener Pol. Tagebl.", welches gestern die Nachricht von einer morganatischen Vermählung des präsumtiven Thronfolgers von Oester­reich-Ungarn, des Erzherzogs Franz Ferdinand Este brachte, meldet heute weiter, daß die Braut die Tochter einer Aachener Familie namens Hußmann und 25 Jahre alt ist. Dieselbe weilte in letzter Zeit in Essen, wo sie dem Haushalt ihres Bruders, eines Krupp'schen Direktors, vorstand. Vor zwei Jahren lernte die Braut den Erzherzog gelegentlich eines In­kognito-Besuchs desselben kennen. Der Erzherzog machte ihr Besuche, bei welchen er sich als Arzt ausgab, bis schließlich in der letzten Woche im Geheimen in London die Trauung stattfand.

Köln, 16. Septbr. Auch derKöln. Volksztg." wird die Heirath des Erzherzogs Franz Ferdinand von glaub­würdiger Seite bestätigt.

Bern, 16. Septbr. Don Carlos hatte in den Tagen eine Unterredung mit einem Schweizer, welchen er seit 20 Jahren kennt. Er sprach sich über die Lage in Spanien dahin aus, daß er gegen die jetzige Königin-Re­gentin niemals etwas unternehmen werde. Auch werde er nicht an die Höfe appeliren, um seinem Rechte Geltung zu verschaffen.

Bern, 16. Septbr. Zu der Unterredung des Don Carlos mit einem Schweizer wird noch gemeldet, daß Don Carlos den Zusammenbruch des jetzigen Regimes in Spanien für unmittelbar bevorstehend hält. Eine repu­blikanische Regierung sei aber unmöglich. Er werde die Königin nicht zur Flucht drängen, aber in Spanien einziehen, sobald dieselbe die Grenze überschritten haben wird.

Witterungsbericht.

Voraussichtliche Witterung: Fortdauernd unbeständiges, ziemlich trübes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.

22. Versammlung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege.

Karlsruhe, 15. Septbr. Heute machte zunächst im Anschluß an das gestrige Referat über die Kehrichtverbren­nung in Deutschland Herr Stadtrath Schmidt-Leipzig Mit­theilungen über die Beseitigung des Kehrichts in Leipzig. Sodann referirte Herr Oberbürgermeister Rümelin Stutt­gart überDie Nahrungsmittelversälschung und ihre Bekämpfung." Referent behandelte die Ma- ländische geht; aber seine Dichtung wurzelt in der heimischen Erde, und aus ihr hat sie ihre schönste Blüthe gezogen.

Ur svenska âottans minnen aus den Erinne­rungen der schwedischen Flotte heißt König Oskars poeti- ttsches Meisterstück. Es sind Gedichte, in denen Heldenthaten der schwedischen Seemacht besungen werden: wie Clas Uggla§ OrlogsschiffSvärdet" von den übermächtigen Dänen in Brand geschossen wird und er, Rettung verschmähend, mit ihm untergeht; wie Jonas Hökenflykt denVivat" in die Luft sprengt, als die Russen ihn entern; wie Psylander sich gegen die hochmüthigen Britten wehrt. In diesen Gedichten vereinigen sich des Dichters schönste Gaben: echte See­stimmung, hinreißender Schwung und dramatische Anschaulich­keit des Vortrags, tiefe Vaterlandsliebe und stolze Schönheit der Sprache. Sie sind von der schwedischen Akademie ge­krönt worden und sie verdienen diese Auszeichnung: ein Platz in Schwedens Litteraturgeschichte kann ihnen nicht be­stritten werden.

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terie präzis und mit ganz bestimmten Zielen im Auge, die er für erstrebenâwerth erachtet. Aus seinen Ausführungen ergibt sich, daß zur Verhütung der Lebensmittelfälschung noch recht viel zu thun ist. Bis jetzt haben die Einzelstaaten von der ihnen zustehenden Ermächtigung zum Erlaß landesrecht­licher Bestimmungen über den Verkehr nit Nahrungs- und Genußmitteln noch sehr wenig Gebrauch gemacht, noch in keinem Einzelstaat seien auch nur die Einführungsbestimm- ungen für das 1879 beschlossene Nahrungsmittelgesetz ge­schaffen. Preußen als der führende Staat sei in Beziehung auf Schaffung amtlicher Kontrolstellen am weitesten zurück, die Mittelstaaten besäßen mehr solcher Anstalten und vor allem stehe Baden in dieser Beziehung an der Spitze. Be­deutendere Kontrolstationen bestehen in Konstanz, Waldshut, Freiburg, Pforzheim, Karlsruhe und Mannheim. In keiner Stadt von 50,000 Einwohnern sollte ein solches Institut fehlen, denn nur wenn die maßgebenden Behörden in Reich, Staat und Gemeinde zusammenwirken, sei eine erfolgreiche Bekämpfung der Nahrungsmittelsâlschung zu erzielen. Eine fortgesetzte intensive Kontrole sei Bedingung, und um diese Kontrole wirksam zu machen, müßten die Kontrolstellen amt­lichen Charakter haben. Der Werth solcher Anstalten müsse in der Befähigung, der Zuverlässigkeit, der Selbstständigkeit und der Unabhängigkeit ihrer Angestellten zu den Interes­senten gesucht werden, welche Vorbedingungen von den Pri­vatnahrungsmittelchemikern, deren Anstalten Erwerbsquellen sind, nicht erfüllt würden. Die finanzielle Ausnützung dieser Anstalten durch Staat oder Gemeinde müsse aufhiren, für die Untersuchung dürften nur mäßige Gebühren angesetzt wer­den. Durchaus berechtigt sei das Verlangen, daß das Fleisch einführende Ausland die gleiche Fleischschau einführe, wie sie im Deutschen Reich besteht.

Seine Ausführungen faßt der Referent, nach derNeck.- Ztg ", in folgende Thesen zusammen:

1. Die deutschen Partikularstaaten, sowie die größeren Ge­meinden sollten von dem ihnen zustehenden Recht zur Erlassung landesrechtlicher bezw. ortsstatutarischer Vorschriften über den Ver­kehr mit Nahrungs- und Genußmitteln einen vielseitigeren und aus­gedehnteren Gebrauch machen. 2 Für die Untersuchung und Beur­theilung von Nahrungs- und Genußmitteln ist die Aufstellung ein­heitlicher Normen für das ganze Deutsche Reich anzustreben, wie es durch die Beschlüsse der auf Anregung des Kaiserl. Gesundheitsamtes einberufenden Kommission deutscher Nahrungsmittelchemiker bereits angebahnt ist. 3. Schon bei der Probeentnahme zur Untersuchung bestimmter Nahrungs- und Genußmittel sollten geprüfte und ver­eidigte Nahrungsmittelchemiker mitwirken, soweit nicht ausschließlich hygienisch thätige Stadtärzte kontrolirend einzugreifen berufen sind. 4. Die Einführung einer methodischen und einheitlichen Untersuchung und Beurtheilung von Nahrungs- und Genußmitteln hat aber die Errichtung von öffentlichen Untersuchungsstellen zur Voraussetzung. Dieselben sind für die Einzelstaaten und Provinzen in staatlicher bezw. provinzieller Organisation, für die größeren Städte aber in kommunaler Organisation anzustreben. Bei solchen öffentlichen Unter­suchungsanstalten sollte die Untersuchung freiwillig gestellter Nahrungs­und Genußmittel nicht durch die Erhebung hoher Gebühren erschwert werden. 5. Sämmtliche unter die Bestimmung des Nahrungsmittel­gesetzes fallende und aus dem Auslande eingehende Waaren sollen schon bei dem Eintritt in den freien Verkehr bei den Zollämtern kontrolirt meiden. Hierzu ist die Anstellung von geprüften Nah­rungsmittelchemikern, wenigstens bei den Hauptämtern im Innern und an der Grenze, dringend nothwendig. Erscheinen diesen die Waaren verfälscht oder minderwerthig, so haben dieselben zweckent­sprechende Proben derselben zu entnehmen und der nächsten zustän­digen Untersuchungsstelle zur Veranlassung des Weiteren zu über­geben."

An den Vortrag knüpfte sich eine sehr lebhafte Diskussion. Geh. Hofrath Dr. Engler und Professor Rupp von hier er­klärten sich mit den Thesen einverstanden. Auch die Ver- Ihetec des Reichsgesundheitsamts und des preußischen Kultus- ! Ministeriums ergriffen das Wort. Ersterer, Rath Kübler, hob die Verdienste des Fürsten Bismarck um die Bekämpfung | ber Nahrungsmittelfälschung hervor. Bismar ck habe die Grundlagen des Nahrungsmittelgesetzes geschaffen. Weiter 'befürwortet Küb er die einheitliche Gestaltung der Untersuchungs-

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Als König Oskar diese Gedichte schrieb, trug er noch nicht die Krone und er hatte auch wenig Aussicht darauf. Zwei ältere Brüder standen dem Throne näher, aber der eine starb vorzeitig, der andere blieb ohne Erben. So kam es, daß Prinz Oskar Fredrik 1872 in der Blüthe seiner Mannesjahre den Thron bestieg. Dieser Lebensgang ist für seine Ent­wickelung von hoher Bedeutung gewesen. Ein königlicher Prinz, der nicht zur Thronfolge berufen ist, wird, vorausge- setzt, ^daß er ein ernster Geist ist, immer nach fruchtbarer Bethät'.gung streben, da er sich sonst leicht überflüssig und zuruckge>etzt fühlt. So wurde Prinz Oskar Fredrik der hauptsächliche Vertreter der Königsfamilie in gemeinnützigen -lngelegenheiten. Er organisirte die heimischen Ausstellungen und leitete die Betheiligung seiner Staaten an den Welt- au-ostellllngen. Er brachte die freiwillige Krankenpflege im

Felde in Schweden zur Entwickelung. Er zeigte ein ehr­liches und unmittelbares Interesse an der Wissenschaft, das über die Pflicht der Repräsentation weit hinausging; hat er sich doch, indem er den Stockholmer Orientalistenkongreß mit einer improvisirten lateinischen Ansprache anredete, so recht als par inter pares gezeigt. Er war es, der Nordensskjöld's Vega-Expedition" wesentlich unterstützte, dem wir die Ent­deckung der nordöstlichen Durchfahrt verdanken, und der dann neuerdings Nansen' s große Reise ermöglicht hat. Zu alledem tritt eine glühende Liebe zur Kunst, ganz besonders der natio- len Kunst der Schweden: der Musik. Er ist Präsident der Stockholmer Musikakademie, selbst ein begabter musikalischer Dilettant und besitzt ein nicht gewöhnliches Verständniß für das Charakteristischste der Tonwerke.

So war Prinz Oskar Fredrik, als er den Thron bestieg, als eine ernste sympathische Persönlichkeit bekannt. Und den­noch war seine Stellung im Anfänge nicht leicht. Denn sein Vorgänger und Bruder Karl X. hatte jene merkwürdige Gabe besessen, sich mühllos die allgemeinste Popularität zu er­ringen; freilich hatte er auch immer seine Würde streng ge­wahrt. Im Vergleiche mit ihm erschien der neue König ernst und zurückhaltend, und daß er im Gegensatze zu Karl XII. sich nicht nur als Schwedenkönig fühlte und bekannte, sondern auch der Norweger gedachte unddas Wohl der Bruder­völker zu seinem Leitworte wählte, machte die Schweden erst recht stutzig. In dem Vierteljahrhundert, daß nun über seine Regierung hingegangen ist, hat sich dies Verhältniß völlig gewandelt. Kaum genießt ein anderer Fürst unserer Zeit so ganz allgemein die Verehrung und Liebe seines Volkes, wie Oskar II. Der Zauber seiner Persönlichkeit, durch herzliches Wohlwollen und krystallene Ehrlichkeit gebildet, hat langsam, aber sicher gesiegt. Des Königs Stellung zu seinem Volke hat etwas ganz Eigenartiges und Reizvolles. Er fühlt sich durchaus als Fürsten unb wird als solcher respektirt. Und

Methoden nach dem Muster in Bayern. Medizinalrath Pistor- Berlin theilt als Vertreter des Kultusministeriums mit, die Grenzkontrole für Fleisch sei schon lange ins Auge gefaßt worden, diesbezügliche Schritte lägen nicht in agrarischen, son­dern im gesundheitspolizeilichen Interesse. Man dürfe sich aber nicht die Schwierigkeit der Kontrole des Büchsenfleisches verhehlen. Er glaube nicht, daß die Forderungen der These fünf durchführbar seien, sie würden zu große Verkehrshin­derungen im Gefolge haben. Bezüglich der Zahl der Kon- trolslellen in Preußen habe sich der Referent zu Ungunsten Preußens geirrt. Dr. Kayser-Nürnberg, Vertreter des Verbandes selbstständiger Chemiker Deutschlands, hat große Bedenken gegen den amtlichen Charakter der Untersuchungs­stationen. Am Schluß der Diskussion führt OLM. Rümelin in einem Schlußresume aus, die Versammlung stimme im großen Ganzen den von ihm aufgestellten Thesen zu, nach den Ausführungen der Vertreter des Reichsgesundheitsamts und des Kultusministeriums sei die Durchführung der in These fünf angeführten Forderungen zu hoffen.

Hierauf folgt das Referat des Professors Chr. Nuß- baum-Hannover überSchulgebäudeanlagen im P a v ill o n syste m". Der Referent trat dafür ein, dieses System für die Außenbezirke der Städte einzuführen und führte in einer Reihe von Thesen die Vorzüge dieses Systems an. Als solche bezeichnet er u. A. Gewinnung von Raum für Spielplätze, Erlangung von Anlagen für Einzelhöfe für Zede Klasse, Anpflanzung von Baumbestand, jederzeitige Er­weiterung der Schule, leichtere Durchführbarkeit des Schließenâ eines zweiklassigen Schulgebäudes beim Auftreten ansteckender Krankheiten, schnelle Räumung des Gebäudes bei einer Ge­fahr, Errichtung von Knaben- und Mädchenschulen, überhaupt mehrerer Schulen auf einem Platze, ohne daß die Schüler in Berührung kommen, Ermöglichung ber Durchführung von Einzelsitzen. In Ludwigshafen a. Rh. ist das Pavillon­system in Anwendung gebracht und hat sich bewährt.

In der folgenden Diskussion sprachen Stadtbaurath Olt- Straßburg, Geheimrath Dr. Battlebner-Karlsruhe, Baurath Herzberg-Berlin, Allbürgermeister Belling-Ludwigshafen a.RH. in günstigem Sinne für das Pavillonsystem, nur Hofrath Professor Dr. Gärtner-Jena befürchtete, das Pavillonsystem ermögliche die Entwicklung von Infektionskrankheiten, Ober­bürgermeister Schneider-Magdeburg war der Ansicht, das Paoillonsystem empfehle sich in kleinen Orten, deren Ent­wicklung in einer bestimmten Richtung vor sich gehe, verbiete sich dagegen in allen anderen Städten aus wirthschaftlichen, pädagogischen und auch sanitären Gründm. Eine Beschluß­fassung erfolgte in dieser Frage nicht. Damit war dir Tages­ordnung erledigt und die zweite Sitzung beendet.

Marktberichte.

Berlin, 14. Septbr. (Mehlbörse der Bäcker-Innung zu Berlin.) Es wurden folgende Preise notirt: Ungarischer Auszug Mk. 41.00, ff. Weizenmehl Mk. 27.50, f. Weizenmehl Oelser 00/0 Mk. 27.00, do. Anwand Breslau Mk. 27.00, do. Bromberger Gelb­band Mk. 27.00, Roggenmehl Schütt I. Mk. 21.90, Oranienburger Roggen Mk. 21.50, Lieferungsmehl Mk 20.25, Greifenhagener Roggen Mk. 21.25, Rex Patent (Amerik.) Mk 31.50.

Schiffsbericht.

Hamburg, 14. Septbr. Der DampferBolivia" von der Hamburg-Amerika Linie ist gestern in Tampico und der DampferTaormina" vorgestern in New-Jork eingetroffen.

Bremen, 14. Septbr. Der Dampfer des Norddeutschen LloydSpree" ist gestern in New Jork und der Dampfer Prinz Heinrich* vorgestern in Hongkong eingetroffen.

New-Uork, 14. Septbr. Der DampferObdam" von der Niederländisch - Amerikanischen Dampfschifffahrts- Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.

dennoch steht er nicht über, sondern mitten unter seinem Volke. Jedermann hat zu seinen Audienzen freien Zutritt, Jeden redet er, dem Charakter der schwedischen Sprache ge­mäß, leicht mit dem ttaulichen Du an und die Schranken der Etikette, die König und Volk trennen, sind so niedrig, wie nur denkbar. Sollen wir das Verhältniß mit einem Worte charakterisiren, so möchten wir es eine Freiheit in Züchten nennen.

Wenn jetzt die skandinavischen Völker ihres Königs Ehren­tag feiern, so nehmen wir Deutschen an diesen: Feste ganz besonders warmen Antheil. Denn auch darin stand König Oskar II. zu seinem Vorgänger in einem gewissen Gegensatz, daß bei ihm die deutschen Sympathien die französischen über­wogen. Gemahl und Schwiegervater einer Deutschen, hat er aus seiner Vorliebe für unser Volk nie ein Hehl gemacht. - Deutsche Landschaften (Rolandseck z. B.) hat er besungen, deutsche Dichtungen, wie Herder'sCid" und GoethesTasso", in's Schwedische übertragen. Mit unserem Kaiser Friedrich verband ihn ein persönliches, freundschaftliches Verhältniß; König Oskar war der einzige fremde Fürst, der den kaiser­lichen Dulder während der 99 Tage auf seinem Schmerzens­lager in Charlottenburg besuchte; Theodor Fontane hat^ diese Begegnung in einem ergreifenden Gedichte geschildet. So hat es das Geschick gefügt, daß in dem Enkel des südfranzösischen Soldaten ein wahrer Freund Deutschlands den Thron zu Stockholm bestieg, und die deutsche Art, Freunden dankbar und treu zu sein, wird sich auch an ihm bewähren.

Humoristisches.

Sonntagsjäger (oer einen erpriolenschlageuden Hasen viermal gefehlt, schleudert zornig das Gewehr nach dem ru)tg dasitzenden Wilde):Verfluchtes Vieh, bring Dich meinet­wegen selbst um. Ich hab's satt."