Einzelbild herunterladen
 

Utnruemektt» Preis:

Jährlich 9 ^ MÄijâhrl. 4 ^ 50 ^.

Vierteljährlich

2 J< 25 A

Kür auswärtige SÄeeinmten mit dem detrefjenden Poiiausschlag.

Dit einzelne Summer fȧd 10 ^.

Amtliches Grgsn für Stsöt- unö Fanökreis Hânau.

Erscheint täglich mit Anruahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Insertions- Preis :

Dit ispaltige Garmond-

Zeile

oder deren Raum

10 4.

Die 1^-spaltige Zeile

15 A

Die 2fpaltiqe Zeil« 20 A.

Die ZspaUige ^eile

30_J

Die 4fpaltige Zeil« 40 4-

Im Reklamentheile M« Zeile 20 ^ netto.

XL 216.

Amtliches.

Lcrnök^eis ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtcs.

An der evangelischen Volksschule zu Laugenselbold soll am 1. Oktober d. Js. eine Lehrerstelle besetzt werden.

Das Grundgehalt ist Seitens der Königlichen Regierung auf 1150 M. und der Einheitssatz der Alterszulage auf 140 M. festgesetzt worden. Die Miethsentschädigung beträgt 300 M. Bewerber wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeug­nissen innerhalb 10 Tagen dem Herrn Lokalschulinspektor Pfarrer Hufnagel in Langenselbold einreichen.

Hanau den 13. September 1897.

Der Königliche Landrath.

V 9287 I. V.: Dr. Becker.

Bermicthung der Lehrhofsgebäude.

Die Wohn und Wirtschaftsgebäude des Lehr­hofes dahier nebst Hofraum und Hausgarten sollen vom 1. April 1898 ab auf zwölf Jahre anderweit öffentlich meistbietend vermiethet werden.

Termin hierzu ist auf

Dienstag den 21. dieses Monats, vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle (Zimmer links im Erdgeschoß des Wohnhauses) anberaumt.

Auf angemessenes Miethgebot erfolgt der Zuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.

Hanau am 14. September 1897.

Der Königliche Domänenrath

Bell. 12776

Grundstücksvcrpachtung zur Sand- gelmnnung.

Von dem domänenfiskalischen Grundbesitz Karte Y Nr. 36 am Taubenkopf", hinter dem Lehrhof dahier gelegen, sollen 8 bis 10 Hektar in einzelnen Par­zellen vom 1. Januar 1898 ab auf zwölfjährige Dauer zur Sandgewinnung verpachtet werden.

Oeffentlicher Termin hierzu ist auf

Dienstag den 21. dieses Monats,

vormittags von 10 Uhr ab, an Ort und Stelle anberaumt.

Zusammenkunft auf dem Lehrhose.

Auf angemessene Gebote erfolgt der Zuschlag ohne Ab­haltung eines weiteren Termins.

Hanau am 14. September 1897.

Der Königliche Domänenrath

Bell. 12775

Tagesschau.

Neber den neuen Marine-Etat. Bevor der neue Marine-Etat den Bundesrath passirt hat, ist über seinen In­halt selbstverständlich Bestimmtes nicht zu sagen. Als sicher kann indessen gelten, daß das Personal und die Bauten, welche zum Ausbau unserer Flotte erforderlich sind, in dem Umfange beantragt werden, wie es den militärischen, poli­tischen und namentlich den wirthschaftlichen Verhältnissen des Reiches entspricht. Dabei wird eine möglichste Vereinfachung der z. Zt. bei uns noch sehr verschiedenen Schiffstypen, von denen sich mehrere durch die Erfahrung als überholt erwiesen haben, anzustreben sein. Im Interesse eines billigen Baues wie rechtzeitiger Wiederherstellung des seit geraumer Zeit un­bestreitbar verminderten Kriegs- und Friedenswerthes unserer Flotte liegt es, daß, wie selbst Blätter der politischen Oppo­sition mit Recht hervorgehoben haben, ein einheitlich bindender Plan geschaffen wird. Nach Lage der Stimmung im Lande ist anzunehmen, daß den Schwerpunkt für die Berathungen dasnüchterne Urtheil von Fachmännern", welche die Vor­lage zu begründen haben werden, bilden wird, und daß im Reichstag eine Mehrheit für begründete Forderungen sehr wohl vorhanden sein wird. Daß die Forderungen nicht über das Maß des erwiesenermaßen Nothwendigen hinausgehen, kann als zuverlässig bezeichnet werden.

Die Aufgabe der Kriegervereine Der Vor­stand des deutschen Kriegerbundes veröffentlicht in der Parole" bemerkenswerthe Auslassungen, die die E tellung der Kriegervereine zur Sozialdemokratie klarlegen und zugleich eine dem Kampfe der Vereine gegen die Sozialdemokratie diinende Schrift des Geh. Oberfinanzraths Marcinowski

Mittwoch den 15. September

Bürgerrecht und Bürgerpflicht" eilen Kameraden empfehlen follen. Es heißt darin: Wir müssen ein für alle Mal dem Einwande entgegen treten, daß der Kampf gegen die An­schauungen der Sozialdemokratie den Satzungen unserer Ver­eine widerstrebe. Das ist nicht der Fall, denn die sozial­demokratische Partei hat sich durch ihr Programm außerhalb der politischen, auf dem Boden unserer staatlichen und Ge- sellschofisordnung wirkenden Parteien gestellt und sich als die Umsturzpartei erklärt, und deshalb findet die Satzurgsbe- stimmung, wonach die Vereine sich mit der Erörterung poli­tischer Dinge nicht zu befassen haben, auf die Stellungnahme unserer Vereine gegenüber der sozialdemokratischen Partei keine Anwendung. Im Gegentheil ist der geistige Kampf gegen die verderblichen Irrlehren dieser Partei, die zur Ziil wichtigste Aufgabe des Kriege,vereinswesens, und kein Verein darf sich im Interesse von Kaiser und Reich, Fürst und Vaterland der Mitarbeit an dieser Aufgabe entziehen. Ein­gedenk der Aufgabe der deutschen Kriegervereine, vaterländische Gesinnung im Volke zu pflegen und au beleben, werden die­selben auch dazu berufen sein, die Gesinnung über den Kreis des Verbundes hinaus in die breiten Schichten des Volkes zu übertragen, insbesondere dazu beizutragen, daß die von den Umsturzparteien gefährdeten Staatsbürger auf dem rechten Wege erhalten und die Verführten auf den rechten Weg zurück- gefüort werden.

Zur Besserung des Wohnungswesens. Finanz- minister v. Miquel hat sich bei einem gemeinsamen Mahl mit Frankfurter Bürgern ausführlich über die Aufgaben des Staates und der Gemeinden im Wohnungswesen geäußert. Der Staat habe, so hat nach derFrankf. Ztg." Herr von Miquel bemerkt, durch die planmäßigen Bewilligungen für Beamtemvohnungen, in denen die Beamten als freie Miether, nicht etwa als einkasernirt wohnten, wenigstens einen ersten Schritt gethan, aber auch die Gemeinden könnten viel thun, insbesondere durch pachtweise Überlassung ihres Grundes und Bodens.

Nationalsoziale Presse. DieZeit", das von Pfarrer Naumann begründeteOrgan für nationalen So­zialismus auf christlicher Grundlage", wird vom 1. Oktober ab, wie bereits telegraphisch gemeldet, nicht mehr erscheinen, weil hinreichendes Betriebskapital fehlt und dem Freundes­kreise des Blattes das Ausbringen schwerer Opfer auf die Dauer nicht zugemuthet werden soll. Pfarrer Naumann will in Berlin bleiben und sein altes Organ, dieHilfe", in er­weiterter Gestalt, als ausführliches Wochenblatt herausgeben. In der Erklärung des Verlegers heißt es:Die Gründung derZeit" war, wie sich herausgestellt hat, verfrüht, und uns bleibt nichts übrig, als auf den Termin zu warten, wo die nationalsoziale Bewegung Mittel genug haben wird, um von Neuem eine politische Tageszeitung zu gründen und dann auch zu erhalten. Daß dieser Zeitpunkt kommen wird, daran zweifeln wir mitten in den schweren Erfahrungen dieser Tage keinen Augenblick. Auch andere Parteien haben vielfach Aehn- liches erfahren. Uns fehlt das Geld, der Kurs aber ist gut. Sind aber die Gedanken richtig, dann finden sich zur rechten Zeit auch die Mittel. Der Abschied von derZeit" soll uns warnen, die vorhandenen Kräfte und Mittel zu überschätzen, aber er soll uns nicht niederschlagen oder entmuthigen."

Die freisinnige Dolkspartei hat auf einem in Nürnberg abgehal enen Parteitage soeben eine Heerichau ge­fallen. Die Reden zeugten durchweg von einer gehobenen Stimmung in der Partei, die sich im Geiste bereits als die Herrin der Lage im Parlament und Reich nach den nächst jährigen Wahlen betrachtet. Soweit es sich um organisa­torische Maßnahmen, um Rührigkeit und Opferwilligkeit handelt, hat die freisinnige Volkspartei thatsächlich einen Vor­sprung vor anderen Parteien gewonnen. Nach dem Ge­schäftsbericht hat der Jentralausschuß der Partei, dessen Kcpf und Körper, Geist und Seele allerdings nur von dem Abg. Eugen Richter tage stellt wird, mit unermüdlicher Regsamkeit einen Baustein nach dem andern zur Festigung der Partei herbeig-tragen. Aber von diesen Maßnahmen sticht der Ge­dankeninhalt der Reden auffallend ab. Außer den allbe­kannten Phrasen von Freiheit und Volkswohlsahrt wurden positive Forderungen nicht ausgestellt.Möge es gelingen, zur Einheit auch die Freiheit zu schaffen" mit diesem Ge­meinplatz begeisterte man sich zu einem Hoch auf Kaiser und Reich! Der urtheilslose Mann aus dem Volke wird un­willkürlich zu dem Gedanken gedrängt, daß der deutsche Staatsbürger zur Zeit ein Uebermaß von Unfreiheit zu er­dulden hat, politisch rechtlos und wirthschaftlich geknechtet ist. Es wäre interessant, zu erfahren, nach welcher Seite bei uns noch mehr Freiheit geschaffen werden sollte; aber darüber schweigen die Freisinnigen wohlweislich. Auch der aus dem

1897.

Parteitage herrschende Geist verrieth es jedermann, daß die Volkspartei unfähig ist, durchführbare Vorschläge zum Bessern zu machen, und ledig ihr Heil von allgemeiner Entstellung gegebener Verhältnisse erwartet. Daneben gab sich in greif­barer Gestalt nur noch der feste Wille kund, die bisherige grundsätzliche Verneinung aller kaiserlichen Vorschläge auch ferner als vornehmste Parteileistung zu betrachten, oder wie Eugen Richter wörtlich sagte:mit ganrer Kraft zu stoppen, wenn Volldampf voraus! das im Zickzackkurâ schlingernde Reichsschiff auf Klippen zu werfen droht." Die Freunde einer kraftvollen Kolonial- und Handelspolitik und ihres mächtigen Schutzes in einer wehrbaren Flotte wissen also, was man von der Partei zu erwarten hat, so lange Eugen Richter den Ton angibt. DerKampf um die Macht" steht den Freisinnigen nach wie vor näher, als die Ehre und die Bedürfnisse des Vaterlandes. Die Freisinnigen haben nichts gelernt und nichts vergessen. So gehen sie in die neue Wahl.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-Bur eau .Herold.*)

Berlin, 14. Septbr. DerReichsanzeiger" veröffent­licht die Verleihung des L ou i s eno rd ens mit der Jahres­zahl 1813/14 an die Prinzessin Ludwig von Bayern, ferner eine Anzahl von Auszeichnungen an bayerische Staats­angehörige.

Berlin, 14. Septbr. DerReichsanzeiger" publizirt die Ernennung des bisherigen Ministerresidenten in Bangkok, Kempermann, unter Beilegung des Charakters als Geheimer Legationsrath, zum Generalkonsul in Si ney.

Berlin, 14. Septbr. DemBerl. Tagebl." wird aus Madrid telegraphirt: Entgegen den bisherigen Ankün­digungen der Regierung, welche eine Rückberufung von Truppentheilen aus Kuba in Aussicht stellen, halten mili­tärische Kreise eine Vermehrung der Truppen aus Kuba für nothwendig. Im Monat Oktober werden sich 20,000 Mann nach Havanna einschiffen. Die Lage der Regierung ist sehr kritisch. Der Sturz der konservativen Herrschaft gilt für un­vermeidlich.

Berlin, 14. Septbr. Der bisherige Chestedakteur der Post", Karl Groddeck, gibt in der heutigen Nummer be­kannt, daß er mit dem heutigen Tage aus der Redaktion der Post" arstritt. Sein Nachfolger sei Herr Krenstein, bisher beimRheinischen Kurier" in Wiesbaden.

Kiel, 14. Septbr. Der Kaiser wird zum Stapellauf des PanzerkreuzersErsatz Leipzig" hier erwartet.

Wilhelmshaven, 14. Septbr. Nach dem heute Vor­mittag stattgefundenen Stapellauf des Ersatzschiffes Friedrich der Große" sand im Kasino ein Frühstück zu 92 Gedecken statt. An demselben nahmen u. A. Prinz und Prinzessin Heinrich theil. Der Prinz brachte zunächst ein Hoch auf den Kaiser aus und später auch auf den Admiral Knorr, der heute seine silberne Hochzeit feiert.

Karlsruhe, 14. Septbr. Heute Vormittag begann die 22. Hauptversammlung der deutschen Vereine für öffentliche Gesundheitspflege. Anwesend sind 320 Mitglieder. Fast alle größeren Städte sind vertreten. Als staatliche Vertreter sind anwesend; der badische Minister des Innern, Eisenlohr, Regierungsrath Rübler vom Reichs­gesundheitsamt, Geh. Ober-Medizinalrath Dr. Pistor vom Kultusministerium, Regierungsrath Dr. Dietz als Vertreter der Alters- und Jnvaliditäls Versicherungsanstalt im Groß- herzogthum Hessen, Geh. Rath Dr. Günther aus Breslau vom Schlesischen Landes-Medizinalwesen. Der Großherzog von Baden Hot die an ihn ergangene Einladung aus Ge­sundheitsrücksichten nicht annehmen können. Minister Eisen­lohr begrüßt die Versammlung namens der badischen Regie­rung, um das hohe Interesse zu bekunden, daß die badische Regierung an den Bestrebungen des Vereins nehme. Der Minister hebt hervor, unbestritten erscheine ihm, daß durch ein Zusammenwirken der Regierungen mit den Gemeinden mit Hilfe der Wissenschaft bei vielen Gelegenheiten im öffent­lichen Leben die besten und dauerndsten Erfolge erzielt wer­den könnten. Die Regierungen seien zwar nur, abgesehen von großen Aufgaben, auf unliebsam empfundene polizeiliche Zwangsmaßregeln beschränkt, während den Organen der Selbstverwaltung die Ausgabe zufällt, alle die Einrichtungen zu schaffen, die für die gesunde Entwickelung der Gemeinden nothwendig seien und dazu beitragen, den unbemittelten Klassen den Kampf um die Existenz zu erleichtern. Nach dem vom Geh. Sanitätsrath Dr. Spieß-Frankfurt a. M. erstat­teten Geschäftsbericht zählt der Verein zur Feit über 14,000 Mitglieder.