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Amtliches Organ für Ktaöt- unö LauöKreis Hanau.
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Nr. 204. Mittwoch den 1. September 1897.
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Amtliches.
Sanöftrei© ^artau
der Fall ist. Darum sieht man sowohl in militärischen als schmemmungsgebieten wurde ein geschästsführender Ausschuß
auch in Laienkreisen den am 6. September beginnenden gewählt. An Hilfsgeldern sind bisher 24 000 Mark einge- Kaisermanövern mit Spannung entgegen. Mit lebhaftem In- gangen, von denen 18 000 Mk. bereits vertheilt sind.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtcs. teresse wird man den Berichten aus den Manövergeländen C _........
folgen, wo unsere Truppen eine Probe davon ablegen sollen, s Jm ministeriellen Pariser „Matin" liest man:
daß sie noch immer so wie vor 27 Jahren gerüstet sind, dem päische Gleichgewicht, das seit 1815 der stete Traum der Feinde die Wege zu weisen, wenn es die Nothwendigkeit, ! Diplomatie war, ist noch niemals so vollständig verwirklicht das Wohl und die Ehre des Vaterlandes erfordern. i
England und die festländischen Bündnisse.
Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachungen vom 4. und 18. August er. — Amtlicke Beilage Nr. 53 und 57 les Hanauer Anzeigers — betreffend das Verfahren bei Flurbeschädigungen, mache ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher dadurch aufmerksam, daß es nicht erforderlich ist, in jedem einzelnen Fall, in welchem Felder rc. durch die militärischen Truppenübungen beschädigt werden, Anzeige hierher zu erstatten.
Die von den Grundbesitzern Ihnen zrr Anzeige gebrachten Beschâdlgungin sind vielmehr lediglich in das von hier aus bezogene Formular einzutragen und es sind die ausgefüllten Formulare, welche den gejammten in der Gemarkung entstandenen bezw. angemeldeten Flurschaden nachweisen, am Schluß der Manöver und jedenfalls bis zum 12. Septbr. cr. hier zur Vorlage zu bringen.
Selbstverständlich ist jedes Grundstück, welches an mehreren verschiedenen Tagen von een Truppen beschädigt worden ist, nur ein Mol in der Nachweisung aufzuführen.
Die beschädigten Grundstücke sind in den Nachweisungen mög'ichst in der Reihenfolge einzutragen, wie sie örtlich an einander grenzen oder in der Nähe liegen, damit die Flurabschätzungskommission die Grundstücke an der Hand der Schadens-Nachweisungen begehen kann.
Hanau den 31. August 1897.
„Das euro-
H. 4166.
Der Königliche Landrath. v. Schenck.
Als Gast wird im Kaiserlichen Hauptquartier der Freund und Verbündete Deutschlands, König Humbert von Italien weilen, der an diesem Donnerstage in Homburg v. d. H. ein- trifst, um den Besuch zu erwidern, den ihm unser Kaiserpaar im März vorigen Jahres abgestattet hat. Daß die Königin Margarethe ihren hohen Gemahl begleitet, verleiht dem Er- eigniß einen familiären Charakter von wohlthuender Wärme. Wir haben einen Freundschaftsbesuch vor uns, der abermals Zeugniß ablegt von dem erfreulichen Verhältniß, das zwischen den beiden Herrschern besteht. Wie sehr dieses auch im deutschen Volksgemüth Widerhall findet, wird die begeisterte Aufnahme zeigen, die das deutsche Volk dem italienischen Königspaar bereitet.
Der Besuch des Königs Humbert bietet die Gelegenheit zu einer abermaligen Aussprache zwischen den Verbündeten und ist ein neues Zeichen ihren treuen und festen Zusammenstehens. Mehr darf man in dem Ereigniß nicht suchen; besondere politische Zwecke sind mit der Reise nicht verbunden, wenn auch die Anwesenheit des italienischen Ministers des Aeußeren, Visconti Venosta, sowie des deutschen Reichskanzlers und des Herrn von Bülow darauf hinzudeuten scheinen.
worden, wie jetzt. Auf der einen Seite Deutschland, Oester-
reich und Italien, auf der anderen Frankreich und Rußland: man kann sich nichts Vollkommeneres denken. Vielleicht sollte man sich aber auch ein wenig mit England beschäftigen, welches, seiner Politik treu, nur dann Verpflichtungen einzugehen, wenn es ein unmittelbares und greifbares Resultat
vor sich sieht, bei der Gruppirung der Kräfte, die einander
das Gegengewicht halten sollen, beiseite geblieben ist. Diese
Haltung wird es sicherlich auch ferner beobachten, so lange
es erachtet, seine Interessen seien nicht bevroht. Doch käme der Bruch des jetzigen Gleichgewichts von England, so bald es eine Befürchtung hegen könnte, und dann wird die Wage sich auf die Seite neigen, wo es sich befindet. Dieser Umstand verdient wohl erwogen zu werden, und man hätte daher unrecht, sich ganz dem Gefühle der Sicherheit hinzugeben, zumal die Interessen Englands in viel größerem Widerstreite zu denen Rußlands und Frankreichs, als zu denen der Mächte stehen, welche den Dreibund bilden".
Tagesschau
^t^t^rd^ ^anau.
Bekaantmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Kekanutmachung.
Alle Quartiergeber, welche Einquartierung während
der
diesjährigen Truppenübungen gehabt haben, werden ersucht, die Quartierzettel baldigst im Rathhaus, Zimmer Nr. 18, abzugeben, damit die Auszahlung der V-rgütung veranlaßt werd-n kann.
Hanau den 1. September 1897.
Der Oberbürgermeister.
12146
Dr. Gebeschus
Bekanntmachung.
Bei der hiesigen Stadtverwaltung ist sofort die Stelle eines Bauschreibers zu besetzen.
Verlangt wird Gewandtheit im Kopiren von Plänen, Anfertigung einfacherer Zeichnungen, Fertigkeit im Aufstellen von statistischen und sonstigen Berechnungen, Kenntniß der Registratur und Kanzlei-Arbeit. Gehalt 1000 Mark pro Jahr, in monatlichen Raten postnumerando zahlbar, vierwöchentliche gegenseitige Kündigungsfrist. Aussicht auf Verbesserung.
Hanau am 31. August 1897.
Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.
12148
Betriebsunfälle.
„Reichsanr." schreibt; Im
Laufe dieses Sommers haben die Slaalsbabnen eine ungewöhnlich große Anzahl schwerer Betriebsunfälle zu beklagen. Die Königlichen Eisenbahndnekiionen sird zwar jchon erneut darauf hingewnsen worden, für die Sicherheit des Betriebes in ihren Bezn ken unausgesetzt und mit allem Nachoruck besorgt zu ft in und streng darüber zu wachen, daß das im äußeren Dienst thätige Personal seine Instruktionen und die für die Betriebssicherheit erlassenen Vorschriften nicht nur genau kennt, sondern auch sicher anzuwenoen versteht, und es darf erwartet werden, daß die Eisenbahnbehörden wie die Staatseisenbahnbeamten aller Grade ihrer Berufspslicht ue- wissknhaft nachkommen werden. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat jedoch noch Anlaß genommen, eine besondere Kommiision mit der Aufgabe zu betrauen, in den einzelnen Direltionsbezirken auf größeren Bahnhöfen und für besonders schwierige Verkehrspunkte und Strecken 1) die betriebssicher- heitlichen Anordnungen und Einrichtungen, 2) die Anzahl, Diensteintheilung, Dienstdauer und Dienstkenutniß des Personals des äußeren Dienstes unter Zuziehung von geeigneten Beamten des Bezirks an Ort und Stelle zu prüfen, sowie 3) die allgemeinen für die Sicherheit des Betriebs erlassenen Vorschriften einer erneuten Revision zu untergeben.
Ein „Allgemeiner konservativer Parteitags
Politische und unpolitische Nachrichten
(Dep eschen-Bur eau , Herold.")
Berlin, 31. August. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine große Reche von Ordensverleihungen, die aus Anlaß der Anwesenheit des Kaisers in der Rhein- provinz, der großen Herbst-Manöver und der Enthüllung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Koblenz erfolgt sind. Es erhielten u. A.: Den Rothen Aüerorden 2. Klasse mit Eichenlaub der Landschaftsmaler Professor Oswald Achenbach in Düsseldorf, sowie die Regierungsprâsioenten von Hartmann in Aachen, Freiherr von Rheinbaben in Düsseldorf und Dr. Wentzel in Koblenz, den Stern zum Kronenorden 2. Klasse der Reichslagsabgeordnete Freiherr v. Stumm, den Kconen- orden 2. Klasse mit dcm Stern der Bischof von Trier Dr. Korum.
Berlin, 31. August. Der Kaiser hörte heute Vormittag im Schloß zu Coblenz den Vortrag des Generalo v. Hahnke. Die Denkmalüent^üüung wurde wegen des Re- gmantler'' auf nachmittags 4 Uhr verschoben.
Berlin, 31. August. Der „Kccuzztg." zufolge hat Fürst Bismarck betreffs der ihm in der „Neuen Freien Presse" zu geschriebenen bekannten Aeußerungen über die Konservativen einem Milglicd der konservativen Partei gegenüber ausdrücklich erklärt, diese Bemerkungen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Sie wären aus dem Zusammenhang gerissen veröffentlicht und fälschlich auf die Haltung der konservativen Partei in der Gegenwart bezogen worden. Dies habe er bei seinen Aeußerungen nicht im
Die Kaiser Manöver
inne gecabl.
steht bevor. Das Parteiorgan schreibt: Der Beschluß des Berlin, 31. August. Dem „R e i ch s a nz e i g e r" letzten konservativen Delegirtentages, einen Allgemeinen kon- zufolge hat der Eisenbahnminister wegen der vielen Eisen- servativen Parteitag einzuberufen, wird voraussichtlich im bahnunsälle in letzter Zeit eine besondere Kommission beauf- kommenden Winter zur Ausführung gelangen. Wir machen' tragt, auf den g öftren Bahnhöfen und für besonders schon jetzt auf diesen Umstand aufmerksam, damit unsere schwierige Verkehrspankte und Strecken genaue Revisionen
steht bevor. Das Parteiorgan schreibt: Der Beschluß des
Parteimitglieder im Lande bei Zeiten Vorkehrungen behufs anzustellen.
Entsendung von Delegirten treffen. Welche Verhandlungs- Landshut, 31. August. (Katholikentag.) Heute gegenstände auf die Tagesordnung des Parteitages gesetzt Vormittag fand die General-Versammlung des Volksvereins
Am Rhein und am Main werden in diesen Tagen vor den Augen unseres Kaisers die alljährlichen großen Herbstübungen der deutschen Truppen vorgenommen werden. Der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe, der mit und neben dem Fürsten Bismarck die Mainbrücke geschlagen hat, kann es am Abend seines politischen Lebens als Genugthuung empfinden, daß die ganze bayerische Armee gegen preußische Waffenbrüder im friedlichen Kriegsspiele sich mißt, ganz nahe jenen Geländen, wo sie sich vor 30 Jahren als Feinde gegenüberstanden. Seit den Jahren 1870/71 sind deutsche Truppen in solcher Zahl nicht wieder zusammengezogen. Zwei große Heere werden zwischen Hanau und Aschaffenburg gegeneinander operiren. Die Ostarmee besteht aus den beiden bayerischen Armeekorps —r— — „ H z „ , - o u-------- ~ f
(5 Divisionen) unter dem Befehl des Prinzen Leopold von; hervorgeht; Montag Mittag fand unter starker Betheiligung rühmte den Aufschwung des katholischen Volksverems in Bayern, des Generalinspektems der 4. Armee-Inspektion; die von allen von dem Wasserschaden betroffenen Kreisen des Re-! Württembeeg. Dr. Lieber meint, der großen Parole: „Prole- Westarmee aus dem 8. (rheinischen) und 11. (Hessen-Nassau! gierungsbezirks Frankfurt a. O. eine Versammlung statt, tarier aller Länder vereinigt Euch" müßte wenigstens eine und hessische Division) Armeekorps unter dem Befehl des ^welche über Maßnahmen zur Linderung der Noth berathen Parole entgegcngesetzt^werden: „Katholiken^ vereinigt Euch". Grafen Häseler. Die beiden Heere sind gebildet aus 143
Entsendung von Delegirten treffen. Welche Verhandlungs
werden sollen, werden wir mittheilen, sobald die Vorarbeiten i für das katholische Deutschland statt. Zu derselben hatten so weit gediehen sind. Jedenfalls aber werden in erster Linie' sich u. A. eingefunden I Dr. Lieber, Dr. Pichler, Dr. Orterer die für die nächsten Wahlen in Betracht kommenden Fragen u. s. w. Fabrikbesitzer Brandt-München-Gladbach begrüßte zur Erörterung gelangen und Besprechungen über die die Versammlung und bezeichnete als Zweck des Vereins, das Stellung der konservativen Partei zu den übrigen Parteien ^™ —c .has™ "« fAmmpt» uns m nmnnt=
;! Volk auf konfessionellem Boden zu sammeln und zu organi- siren. Der Generalsekretär Dr. Pieper aus M.-Gladbach erstattete hierauf den Rechenschaftsbericht. Reichs- und Land-
stattfinden.
Unter den Überschwemmungen hat auch der Re- ...________ 7 .
gierungsbezirk Frankfurt a. O. schwer zu leiden gehabt; aber abgeordneter Dr. Pichler bezeichnete den Volksverein als auch dort sind bereits die nöthigen Schritte gethan, um nach das beste Panier für die Begründung und den Ausbau der Kräften die große Noth zu lindern, wie aus Folgendem der christlichen Bauern-Vereine. Landgerichtsrath G r o e b e r
Grafen Häseler. Die beiden Heere sind gebildet aus 143 wollte. Aus den erstatteten Berichten ging hervor, daß der Nachdem noch Dr. Orterer die Versicherung abgegeben,
Bataillonen, 115 Schwadronen, 111 Feldbatterien, 21 tech- Schaden mit zehn Millionen Mark eher zu niedrig als zu daß die Katholiken stets gute Deutsche, gute Bayern und gute
7 hoch veranschlagt werden darf. Der Provinzialausschuß hat Katholiken bleiben werden, wurde die Versammlung von dem
Es ist wohl selbstverständlich, daß Truppenübungen, zu zur Herstellung der Deiche — es haben gegen 150 Deich- > Vorsitzenden mit einem Hoch auf den Kaiser, den Papst und
denen so gewaltige Massen aufgeboten sind, das Bild einer brüche stattgefunden — sowie der Brücken 500 000 Mark (den Prinzregenten geschlossen.
Schlacht eindrucksvoller und der Wirklichkeit näherkommend bereitgestellt. Zur besseren Verbindung des Bezirkes mit dem! London, 31. August. „Morningpost" meldet, Engveranschaulichen können, als dies bei kleineren Truppenkörpern Berliner Zentralkomitee zur Linderung der Noth in den Ueber- land habe, um ein Einvernehmen mit Deutschland zu er
nischen Kompagnien und 3 Luftschiffer-Abtheilungen.