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Amtliches Organ für Siaöi- unö Landkreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Rr. 199.

Amtliches.

^anö^ret^ ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtcs.

In Vilbel, Kreis Friedberg, und in Unter-Widdersheim, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Der Kreis Friedberg ist nunmehr seuchenfrei.

In einem Gehöfte zu Nidda, Kreis Büdingen, ist die Rothlaufseuche ausgebrochen und Gehöstsperre angeordnet worden.

In Albstadt, Bezirksamt Alreuau, herrscht die Schweinepest. Hanau den 25. August 1897.

Der Königliche Landrath.

V. 8579/80 v. Schenck.

^taöt&rei^ ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Das Aufbrcchen folgender Straßen: Vruchköbeler- landfiratze, vor der Kinzigbrücke, Vorstadt, Nutz­allee, Frankfurterstratze, Heumarkt, Römerstratze, Markt (Südseite), Nürnbergerstratze, Auheimerweg, zum Zweck der Anschlüsse von Häusern an das Straßensiel, wird für die Zeit vom 1. bis 11. September d. J. hier­durch verboten.

Arbeiten, die in diesen Straßen bereits begonnen sind, müssen so beschleunigt werden, daß sie bis spätestens am 4. September beendet sind, widrigenfalls auf Kosten des Ver­pflichteten die Baugruben zugeworfen und die Straßenbe- festigungen wieder hergestellt wer-en.

Hanau den 24. August 1897.

Städtische Polizei-Verwaltung.

Der Oberbürgermeister.

11867 Dr. Gebefchus.

Lagesschau.

Von der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine ist S. M. S. „Nixe", Kommandant Korvettenkapitän Goecke, am 24. August in Dartmouth angekommen und beabsichtigte am 25. nach Vigo in See zu gehen.

Vereinfachung des Geschäftsganges re. Nach­dem das Königliche totaatâminifterium bereits im Mai d. J. für sämmtliche Staatsdienstzweige über die Vereinfachung des Geschäftsganges und die Verminderung des Schreibwerks ge­meinsame Grundsätze beschlossen hat, welche im Wesentlichen mit dem über denselben Gegenstand ergangenen Runderlasse der Minister der Finanzen und des Innern vom 21. Mai 1896

feuiUdon.

Die Steuerkrast der Stadt Hanau.

Hanau, 26. August.

Die nachfolgenden Betrachtungen umfassen die Resultate der Steuerveranlagung für das Jahr 1896/97. Die Anga­ben erstrecken sich nur auf die von physischen Personen ge­zahlten direkten Staats Einkomm-n- und Ergänzungssteuern.

Die einfache Mittheilung der für Hanau sich ergebenden Zahlen würde nicht die Möglichkeit zur Bildung eines Ueber blickâ über die Steuerkraft d:r Stadt geben, es bedarf dazu vielmehr der Vergleichung mit den Veranlagungs-Ergebnissen ähnlicher Gemeinwesen. Wir haben zu diesem Zwecke die Stadtkreise des Preußischen Staates berangezogey, welche nach ihrem Wesen und ihrer gleichartigen Stellung im Staats- organismus die allein geeigneten Vergleichsobjekte sind.

Der Preußische Staat zählt 63 selbstständige Stadtkreise, deren Einwohnerzahl zwischen 1 641 285 (Berlin) und 14 644 (Emden) sich bewegt. In der Ordnung nach der Einwohner­zahl rangiren diese Städte folgendermaßen: Berlin, Breslau, Köln, Frankfurt a. M., Magdeburg, Hannover, Düsselcorf, Königsberg, Altona, Stettin, Elberfeld, Charlottenburg, Barmen, Tanzia, Halle a. S., Dortmund, Aachen, Krefeld, Essen, Kiel, Cassel, Erfurt, Wiesbaden, Posen, Duisburg, Görlitz, Frankfurt a. O., Potsdam, Münster, Spandau, Bochum, München-Gladbach, Liegnitz, Bielefeld, Remscheid, Bromberg, Elbing, Osnabrück, Bonn, Brandenburg a. H., Harburg, Beuthen, Hagen, Halberstadt, Flensburg, Solingen, Trier, Koblenz, Hild.'sheim, Kottbus, Linden, Gelsenkirchen, Guben, Landsberg a. W., Mühlhausen L Th., Stralsund, Tilsit, Hanau, Nordhausen, Göttingen, Celle, Emden.

Donnerstag den 26. August

übereinstimmen, sind jetzt auch an den Reichskanzler die gedach­ten Grundsätze für den Geschäftsverkehr der Reichsbehörden eingeführt worden.

Der König von Siam in Dresden. Der König Albert verlieh dem König von Siam und den siamesischen Prinzen den sächsischen Hausorden der Rautenkrone. König Albert erhielt den höchsten siamesischen Orden. Die Dienstag Nachmittag zu Ehren des Königs von Siam veranstaltete Galatafel nahm einen glänzenden Verlauf. König Albert brachte einen Trinkspruch in englischer Sprache auf den König von Siam aus, der mr den ihm bereiteten Empfang dankte. Der König von Siam wird einige Tage dort verweilen, um die Sammlungen eingehend zu besichtigen. Für Mittwoch ist u. A. ein Besuch der internationalen Kunstausstellung und für Donnerstag ein solcher der Königl. Porzellanmanufaktur in Meißen geplant, auf der Albrechtsburg daselbst wird ein Festmahl veranstaltet. Das in der Hauptsache noch jugend­liche Gefolge des Königs macht in den eigenartigen Uniformen einen interessanten Eindruck.

Oesterreichische Kaisermanöver. Dem Kaiser­manöver in Totis wird der russische Generalstabschef Obrut­schew beiwohnen. Als Gäste des Kaisers nehmen ferner u. A. theil: Die Militärattachees von Frankreich, Groß­britannien, Italien, Rußland, Spanien, Nordamerika, Ru­mänien, Serbien und Japan. Dem Ehrendienste des deut­schen Kaisers werden zugetheilt: Korpskommandant, General der Kavallerie Graf Uexkuell, Oberst Pfeiffer, Militärattachee Fürst Schönberg und Ordonnanzoffizier Graf Starhemberg.

Der Kaiser in Magdeburg.

Magdeburg, 25. August.

Der Kaiser und die Kaiserin trafen, von Wilhelmshöhe kommend, heute Vormittag 11.50 Uhr auf dem hiesigen Bahn­hof ein. Zu ihrem Empfang waren der Oberbürgermeister von Magdeburg, Schneider, der Oberpräsident von Pommer- Esche, der Regierungspräsident v. Arnstedt, der kommandirende General des IV. Armeekorps, General der Kavallerie v. Hänisch, der Polizeipräsident Keßler, ferner der Oberhof- und Hausmarschall Graf zu Eulenburg, Frau Oberhofmeisterin Gräfin Brocksdorf und andere hervorragende Persönlichkeiten erschienen. Das Kaiserpaar begrüßte die Anwesenden huld­vollst. Nachdem der Kaiser die Front der vom 26. Infanterie- Regiment gestellten Ehrenkompagnie abgeschritten, bestiegen die Herrschaften sodann die bereitstehenden Hofwagen und fuhren unter dem Geläute aller Glocken, von der aus Stadt und Provinz überaus zahlreich zusammengeströmten Bevölkerung mit stürmischem Jubel begrüßt, zum Denkmalplatz. Die Ein­zugsstraße war auf das Festlichste mit Flaggen, Masten, Guirlanden und Blumen geschmückt. Eine Eskadron des Kürassier-Regiments v. Seidlitz begleitete den Wagen des

Hanau steht nach der Gröffe an 5 8. Stelle, zählt mithin zu den kleinsten Stadtkreisen.

Ganz anders gestalt-t sich das Verhältniß aber, wenn wir fragen: Wieviel Einkommen-Steuerzahler befinven sich prozentualiter unter der Bevölkerung? und dem- gemäg die euäDte ordnen. Hanau steigt hier von seinem 58. Platze hinauf zum 13., überflügelt al|o nicht weniger als 44 größere Städte, unter denen sich Köln, Erfurt, Magde bürg, Halle, Bonn, Cassel, Stettin, Potsdam, Düsseldorf, Breslau, Elberfeld, Königsberg, Stettin befinden. Letzte ist Elling.

Ein Einkommen von mehr als 3000 Mk. haben in Hanau von der gesammten Levölk rung 3,06 pEt. Darin steht Hanau besonders günstig da, es nimmt unter den Stadt- lreiscn die 10. Stelle ein und wird nur übertr.ffen von Wiesbaden, Bonn, Charlottenburg, Frankfurt a. M., Cassel, Potsdam, Münster i. W., Hannover uno Koblenz. Stach ihm folgen u. Ä. als 12. Stettin, 17. Berlin, 20. Magde­burg, 25. Köln, 27. Breslau, 31. Königsberg, 32. Düssel­dorf, 37. Elberfeld, 43. Altona, 50. Essen. Den Schluß bildet Linden bei Hannover.

Fast ebenso liegt das Verhältniß bezüglich der Ergän- zungssteuer, welche bekanntlich auf Vermögen von 6000 Mk. ab veranlagt wird. Zur Ergânzungssteuer überhaupt veranlagt sind 5,29 pCt. der Bevölkerung von Hanau. Hier stellt sich Hanau auf ben 12. Platz, vorher stehen Wiesbaoen, Bonn, Göttingen, Potsdam, Hilbesh-im, Nordhausen, Cassel, Hannover, Frankfurt a. M., Koblenz, Münster, nachher u. A. Charlottenburg, Halle, Krefeld, Köln, Stettin, Magdeburg. Düsseldorf, Breslau, Königsberg, Altona, Elberfeld, Berlin (Nr. 51!), Essen.

Besonders vortheilhaft steht Hanau nach der Zahl derje nigen Steuerpflichtigen, welche über 3000 Mk. Einkommen haben und gleichzeitig Ergänzungssteuer zahlen, also steuer-

1897.

Kaiserpaares. Prinz Joachim und Prinzessin Viktoria- Luise sind bald nach ihrem Eintreffen nach der Station Wildpark weitergereist. — Von 11 Uhr vormittags an begann sich der Denkmalsplatz zu füllen. Auf erhöhtem Platze um das Denkmal herum nahmen die städtischen Be­hörden, der Magistrat und die Stadtverordneten sowie die zum Dienst befohlenen Herren Aufstellung, während die Tri­bünen von einer zahlreichen Menge besetzt waren. Zur Linken der Pforte, durch welche die Einfahrt erfolgt, stand eine Ehrenkompagnie des 66. Infanterie-Regiments. Die Truppen der Garnison hatten mit ihren Fahnen weiter zurück auf dem ; Platze neben der Einzugsstraße Aufstellung genommen. Am Fuße des Denkmals-Plateaus standen die Fahnen verschiedener Vereine und Körperschaften. Um 12 Uhr verkündete das Geläute aller Glocken sowie der immer stärker erbrausende Jubel der Menschenmenge das Herannahen des Kaiserpaares. Kurz nach 12 Uhr traf es in langsamem Trabe durch das von Schülern sämmtlicher Magdeburger Schulen, sowie von Vereinen gebildete Spalier fahrend, auf dem Festplatze ein, wo es vom Oberbürgermeister Schneider begrüßt wurde. Der Kaiser trug die Uniform des 2. Garde-Dragoner-Regiments mit den Generalsabzeichen und dem Bande des Schwarzen Adlerordens, die Kaiserin ein Kleid von fliederfarbener Seide mit Blumenmustern und dem Bande des Schwarzen Adler­ordens. Im Gefolge des Kaiserpaares befanden sich der Chef des Zivilkabinets von Lucanus, Oberhof- und Haus­marschall Graf zu Eulenburg und zwei Flügeladjutanten. Der Kaiserin wurde von einem Fräulein Helene Schmidt ein Blumenstrauß aus prachtvollen Orchideen, die aus den städtischen Gewächshäusern stammen, mit grünrothen Schleifen, den Farben der Stadt Magdeburg, überreicht. Die Kaiserin ! dankte huldvollst. Nach der Vorstellung der zum Empfange befohlenen Damen und Herren trat das Kaiserpaar unter das Kaiserzelt. Ein aus den Magdeburger Gesangvereinen ge­bildeter Männerchor trug unter Musikbegleitung einen Choral I vor. Hieraus nahm Oberbürgermeister Schneider das Wort zu einer Ansprache an das Kaiserpaar. Redner gedachte darin der langen, vom Strahlenkränze des Ruhmes verklärten Regierung Kaiser Wilhelms des Großen, dessen hehre Gestalt in ragenden Standbildern kommenden Geschlechtern zu überliefern ganz Deutschland wetteifere. Redner dankte dem Kaiserpaar für die durch die Theilnahme an der heutigen Feier dieser verliehenen höchsten Weihe und wies darauf hin. daß das heute zu enthüllende Denkmal, gleich dem Standbilde Kaiser Otto des Großen auf dem Markte, ein Wahrzeichen unverbrüchlicher Treue und Hingebung Magdeburgs für Kaiser und Reich sei. Der Oberbürgermeister richtete schließ­lich an den Kaiser die Bitte, das Zeichen zur Enthüllung des Denkmals ertheilen zu wollen. Auf einen Wink des Kaisers fiel nunmehr unter begeisterten Rufen der zahlreichen Men­schenmenge die H ü l l e des Denkmals. Die gesammte pflichtiges Vermögen besitzen. In dieser Kategorie gehen Ha­nau nur 8 Städte voran, nâmltch Wiesbaden, Bonn. Frank­furt a. M., Cassel, Charlottenberg, Potsdam, Münster und Göttingen.

Aus diesen Zahlen ist zu erkennen, daß die Zahl der Steuerzahler in Hanau eine verhältnißmâßig große ist, daß wir insbesondere in der Anzahl der Personen mit mehr als 3000 Mk. Einkommen zu den am günstigsten gestellten Städten gehören.

Betrachten wir dagegen aus wie hoch die gezahlten Staats- steuern, das Einkommen und das Vermögen sich durchschnitt­lich stellen, so ergibt sich eine zwar noch immer günstige, aber doch nicht mehr so weit über ihre Größe hinaus vorgeschobene Stellung der Stadt Hanau. Es beträgt nämlich:

1. Das durchschnittliche Einkommen eines jeden Hanauer Einkommensteuerpflichtigen (— also der Personen mit mehr als 900 Mk. Einkommen —) 2726,11 Mk. Das höchste Durchschnittseinkommen hat hier Frankfurt a. M. mit 4991,77 Mk., das geringste Linden mit 1606,08 Mk. Hanau steht hier­bei an 39. Stelle unter den 63 Stadtkreisen, ganz in der Nachbarschaft von Berlin, welches 2754,58 Mk. Durchschnittseinkommen aufweist;

2. das durchschnittliche Vermögen eines jeden zur Ergänzungssteuer Veranlagten (— also der Personen mit mehr als 6000 Mk. Vermögen —) in Hanau 75 020 34 Mk. Höchste wieder Frankfurt a. M. mit 181 862,92 Mk., niedrigste Linden mit 45 068,50 Mk. Hanau an 25. Stelle neben Hannover;

3. die Einkommensteuer auf den Kopf der gesummten Bevölkerung 8,74 Mk. Hanau Nr. 18;

4. die Einkommensteuer auf jeden Steuerzahler 57,59 Mk. Hanau Nr. 39.