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Preis:

Jährlich 9 ^* «jährt. 4 Jt 50^J.

Vierteljährlich

2 «vM 25 ^.

Für auswärtige

•ennmten mit dem betrefjenden Postaufschlag.

Die einzelne

Nummer kostet

10 ^.

Amtliches Gegan für Stsöi^ unö Lsnökreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Insertions- Preis : Die ispaltige Garmond­zeile oder deren Raum 10-4 Tie IViipaltuje Zeile 15

Die 2spaltige Zeile

Die 3spaltige Zeile 30 ^

Die 4spaltige Zeile 40 ^.

Im Reklamentheile di« Zeile 20 ^ netto.

?r. 198

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Mittwoch dcn 25. August

1897.

ro

Sierzu Amtliche Beilage" Nr. 58

Amtliches.

Dicustnnchlichten aus btm Kreise.

Entflogen: Ein Paar Elbingtr Weißköpfe, Täuber elb, Täubin roth mit weißem Schwcnz und weißen Schwingen nit Stempel unter den Flügeln, ein Kanarienvogel.

Verloren: Ein neuer Regenschirm mit rundem Griff nd Perlmutter-Einlage, ein Messingkrahnen.

Gesund en: Zwei Portemonnaie mit je etwas Geld, in goldener Ring mit rothem Stein, eine Briefmarke (von er Post), eine gelbe Halskette mit goldenem Herz, ein edernes Hundehalsband mit gelbem Beschlag.

Hanau den 23. August 18'97.

;MaötUrew ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Am 1. September ds. Js. wird die Stadt Hanau auf nnen Tag so stark mit Einquartierung belegt, daß eine Unter- ningung derselben in von der Stadt gemietheten Quartieren Ucht möglich ist. Nach Beschluß des Stadtrathes werden nshalb die einzrquartierenden Truppen bei der Bürgerschaft rach Maßgabe der pro 1897/98 zu zahlenden Staalsein- kommensteuer wie folgt untergebracht werden:

Es erhalten als Einquartierung Diejenigen, welche zu

mhlen haben:

jährlich

44 Mk. bis einschließlich 70

Mk. je

1 Mann,

ff

80 „ „

146

II II

2

11

ff

160 „ „

252

II II

3

II

ff

276 „

360

II II

4

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390 „ „

540

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5

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ff

570 „ „

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II II

6

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ff

840 „ „

1280

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7

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ff

1360 „ „

2480

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8

II

„

2560 „ und mehr

W

10

II

Die

hiernach zur Uebernahme

der

Einquartierung Ver-

pflichteten, welche diese nicht übernehmen wollen oder können,

haben dies bis zum Samstag den 28. August d. I., abends 6 Uhr, auf dem Rathhause, Zimmer Nr. 18, an-

- zuzeigen; die Stadt übernimmt in diesem Falle die Unter­bringung der Mannschaften in den ihr zur Verfügung stehen­den Miethquartieren, wofür der zur Hergabe des Natural­quartiers Verpflichtete an die Stadt 2 Mk. 20 Pfg. pro Mann zu zahlen hat, während die vom Militärfiskus zu zahlende Vergütung in die Stadtkasse fließt. Eine durch den Quartierpflichtigen direkt zu bewirkende Ausquartierung der Truppen ist nicht gestattet.

Die Einquartierung erfolgt für die Offiziere mit Morgen­kost, für die Mannschaften mit voller Verpflegung.

Hanau den 25. August 1897.

Der Oberbürgermeister

11868 Or. Gebeschu s.

Kekanntmachung.

Das Ausbrcchen folgender Straßen: Bruchköbeler- laudftratze, vor der Kinzigbrücke, Vorstadt, Nutz- allee, Frankfurter stratze, cheumarkt, Römerstratze, Markt (Südseite), Nürnbergerstratze, Auheimerweg, zum Zweck der Anschlüsse von Häusern an das Straßensiel, wird für die Zeit vom 1. bis 11. September d. J. hier- • durch verboten.

Arbeiten, die in diesen Straßen bereits begonnen sind, müssen so beschleunigt werden, daß sie bis spätestens am 4. September beendet find, widrigenfalls auf Kosten des Ver­pflichteten die Baugruben zugeworsen und die Straßenbe- festigungen wieder hei gestellt wer'en.

Hanau den 24. August 1897.

Städtische Polizei-Verwaltung.

Der Oberbürgermeister.

11867 Dr. Gebef chus.

Bekanntmachung.

Wiederholt werden neuerdings Anfragen an mich gerichtet, was der Erledigung der bereits vor Monaten eingereichten Rechnungen betreffend Kosten der Hausanschlüsse an die Tief­kanalisation, soweit diese von der Stadt zu tragen sind, ent­gegensteht.

Der Grund ist der, daß viele Rechnungen im Frühjahr und Sommer, also zu einer Zeit eingereicht sind, in der das Hausentwässerungsbürean durch Prüfen von Plänen rc. voll­ständig in Anspruch genommen ist. Sodann betreffen die Rechnungen Hausanschlüsse, die zum Theil vor dem Jahre1 1895 ausgeführt sind, so daß die Rechnungen an der jpanb i der genehmigten Pläne zu prüfen sind, was eine sehr zeit­raubende Arbeit ist, die voraussichtlich erst nach Schluß der Bausaison vorgenommen werden kann, während die Rechnungen der vom Jahre 1895 an ausgesührten Entwässerungen an der Hand der Aufseher-Berichte geprüft und daher schneller erledigt werden können.

Alle bis Ende Februar er. eingereichten Rechnungen, so­wie ein Theil der später eingereichten Rechnungen, zu denen Aufseher-Berichte vorhanden sind, sind erledigt, der Rest — etwa 100 — wird mit thunlichster Beschleunigung erledigt werden, immerhin werden noch einige Monate darüber hin­gehen. Ich bitte daher die Interessenten, noch etwas Geduld, zu haben. 11866

Hanau am 24. August 1897.

Der Oberbürgermeister

I.E. 1079 Dr. Gebeichus.

Kekanntmachnng.

Nach einer Mittheilung des Bürgermeisteramtes zu Ehe­halten ist die Ortëst.aße durch Ehebalien nach Obenzosboch wegen Umpflasterung bis zum 28. August er. für das Fuhr­werk gesperrt, was hierdurch zur Kenntniß gebracht wird.

Hanau am 18. August 1897.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 11869

Die für Entwässerung der städtischen Besitzungen Markt­platz Nr. 16 und Langstratze Nr. 43 (vorderes und hinteres Rathhaus) erjorderlichln Arbeiten und Lieferungen sollen im Submissionsweg ve. geben werden.

Plan, Arbeitsauszug und Bedingungen liegen von heute an im Stadtbauamt I, Zimmer 9ir. 23 (Rathhaus) für Bewerber zur Einsicht aus, und kann daselbst der Arbeits­auszug gegen Entrichtung von 1.— Mk. Copialgebühren be­zogen werden.

Angebote mit der Aufschrift: „Entwässerung — Rathhaus", sind unterschrieben bis zum Mittwoch den L September d. I., vormittags 11 Uhr, bei oben bezeichneter Amtsstelle einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt.

Hanau den 18. August 1897.

Der Oberbürgermeister.

11713 Dr. Gebeschus.___

Präsident Faure in Rußland.

Französische Blätter hatten die Pariser Bevölkerung auf­gefordert, wegen der Ankunft des Präsidenten Faure in Kron­stadt die Häuser mit Flaggen zu schmücken. Nach den Ueber- schwänglichkeiten jener Tage, wo der Zar wie ein römischer Cäsar in Paris ausgenommen und vergöttert wurde, mußte man erwarten, daß dieser Appell freudigen Widerhall finden würde. Statt dessen sah man in der französischen Haupt­stadt nur hier und da eine Fahne im Winde flattern, um der weltgeschichtlichen Begebenheit die Weihe zu geben. Die weitaus meisten Pariser waren wegen der begeisterten Auf­nahme unseres Kaisers in Rußland noch in gedrückter Stim­mung ; sie wollten vorsichtig erst den Wortlaut der offiziellen Trinksprüche des Zaren und des Präsidenten Faure abwarten, um, wenn diese ihren Hoffnungen entsprächen, der Begeiste­rung die Zügel schießen zu lassen. Ob es jetzt hierzu kommen wird, nachdem am Montage bei dem Galadiner in Peterhof die Trinksprüche ausgebracht sind, möchten wir dahingestellt sein lassen. Jedenfalls sind diejenigen Franzosen, welche noch immer Hoffnung auf Revanche mit Rußlands Hilfe hegen, um eine Enttäuschung reicher.

Es war von vornherein anzunehmen, daß der Zar das Oberhaupt der französischen Republik mit warmen Worten willkommen heißen würde. Die Dienste, die Frankreich Ruß­land in den letzten Jahren sowohl auf finanziellem als auch auf politischem Gebiete geleistet hat, ohne eine einzige greifbare Gegenleistung dafür zu erhalten, ließen es als selbstverständ­lich erscheinen, daß es der Zar nicht an Freundschafts­bezeugungen fehlen lassen würde. Was der Zar von „Banden der Freundschaft und der tiefen Sympathie" sagte, „welche Frankreich und Rußland vereinigen", geht indessen kaum über ' die Grenzen der konventionellen Höflichkeit hinaus. Weniger ! durfte der Zar, ohne die Franzosen vor den Kopf zu stoßen, nicht sagen. Auch damit, daß er seinen Dank für den ihm

im vorigen Jahre in Frankreich bereiteten Empfang anssprach, kam Kaiser Nikolaus nur einem Gebot der Höflichkeit nach. Auffallen könnten höchstens die auch vom Präsidenten Faure gebrauchten Worte, daß der gegenwärtige Besuch nur dazu 1 beitragen werde, die Bande „noch enger zu knüpfen".

Es wird nicht an Stimmen fehlen, die aus diesen Worten schließen, daß das Einvernehmen zwischen Rußland und Frankreich nunmehr vielleicht schriftlich sestgelegt werden solle. Wenn dies der Fall sein sollte, so würde das an der internationalen Lage nicht das Mindeste ändern. Das Wesen der politischen Interessengemeinschaft, in der sich die franzö­sische Republik mit dem Zarenreiche verknüpft fühlt und die mehr als einmal aller Welt offenkundig geworden ist, hängt nicht davon ab, ob sie durch einen papiernen Vertrag besiegelt worden ist. Weit bedeutsamer ist die Frage, welchen Zweck das Einvernehmen zwischen beiden Völkern verfolgt. Daß es keinen offensiven Charakter hat, ist jetzt auch vom Präsidenten I Faure betont worden, als er von dem „gleichen Gedanken der gegenseitigen Treue und des Friedens" sprach, der im Herzen beider Völker im Einklang schlägt. Es ist das der­selbe Gedanke, der in der den leitenden Kreisen Rußlands und Frankreichs nahestehenden Presse in diesen Tagen wieder­holt zum Ausdruck gebracht worden ist. Daß der Präsident der französischen Republik — wenn auch nur schüchtern — den Friedensgedanken betont hat, ist von besonderem Interesse.

Tagesschau.

Strafgefangene. Zur Beseitigung der durch die Hoch- wafserkatastrophen des vorigen Monats in den Provinzen Schlesien, Sachsen und Brandenburg herbeigeführten umfang­reichen Zerstörungen bedarf es außerordentlicher Arbeitskräfte, deren Beschaffnng auf Schwierigkeiten stößt. Mit Rücksicht hierauf hat der Minister des Innern beschlossen, zu den er­forderlichen Arbeiten Gefangene aus den zu seinem Ressort gehörigen, in den vorbezeichneten Provinzen und auch in der Provinz Posen belegenen Strafanstalten und Gefängnissen unter Wahrung der nothwendigen Sicherheitsvorkehrungen zur Verfügung zu stellen. Die Abgabe soll auf Antrag an Ge­meinden und andere Korporationen, sowie an Private erfolgen.

Tie „Deutsche Rechtspartei", eine von unzu­friedenen Welfen, Hessen rc. vor vier Jahren gegründete „Partei", hat dieser Tage in Frankfurt a. M. ihren Kon­greß abgehalten. Vorsitzender war Graf Bernstorff-Beseritz (Mecklenburg), Beisitzer Graf v. b. Decken-Ringelheim (Han­nover) und Rechtsanwalt Julius Martin (Cassel). Diese sonderbaren Schwärmer wollen das Deutsche Reich auf den Standpunkt von 1866 zurückschrauben, das ihm seit 1866 „anhaftende Unrecht" wieder gut machen. Auch die Wieder­vereinigung mit Oesterreich soll als für beide Theile unerläß­lich angebahnt werden. Diese Gedanken werden in einer langathmigen Resolution ausgesprochen und zugleich dem Herausgeber der „hessischen Blätter" die wärmste Anerkennung für seine „quellenmäßige Darstellung der Krisis des Jahres 1866" ausgesprochen.

Petersburger Drinksprüche. Bei dem vorgestrigen Galadiner brachte Kaiser Nikolaus folgenden Trinkspruch in französischer Sprache aus: „Ich empfinde ein ganz besonderes Vergnügen, Sie willkommen zu heißen, Herr Präsident, und Ihnen für den Besuch zu danken, welchen ganz Rufland mit lebhafter einmütig ec Freude aufniamt. Die reizvolle Erinnere ng an die zu kurzen im vorigen Jahre in Frank­reich verbrachten Tage bleibt unauslöschlich in Meinem Herzen, sowie in demjenigen der Kaiserin eingegraben. Gerne toffen wir, daß Ihr Aufenthalt unter Uns und die Aufrich­tigkeit ter Gefühle, welche er erweckt, die Bande der Freund­schaft und tiefen Sympathie nur noch enger werde knüpfen können, welche Frankreich und Rußland vereinigen. Ich trinke auf Ihre Gesundheit Herr Präsident und die Wohl­fahrt Frankreichs!" Präsident Faure erw derte unmittelbar daraus: „Ew. Maftstât hatten die Güte, an die zu kurzen Tage zu erinnern, welche Ew. Majestät mit Ihrer Maj ftät ter Kaiserin im letzten Oktober in Paris verbracht haben. Ganz Frankreich hat seinerseits die wärmste Erinnerung da­ran bewahrt. Dem tiefen Gefühle der ganzen Nation ent­sprechend, kommt der Präsident der Republik in die Haupt­stadt des Reiches Ew. Majestät, um die Bande zu bekräf­tigen und noch enger zu verknüpfen, welche unsere beiden Länder vereinen. Indem ich den Boden Rußlands in dem Augenblicke betrete, wo die Herzen beider Völker im Einklang schlagen, im gleichen Gedanken der gegenseitigen Treue und des Friedens, erhebe ich mein Glas zu Ehren Sr. Majestät des Kaisers aller Reußen, Ihrer Majestät der Kaiserin und ganz Rußlands." Das Orchester spielte darauf die russische Hymne.