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Nr. 194.

Amtliches.

Vttlmf von Grundflülktn.

Von bem in der Gemarkung von Oberissigheim be­legenen Domanialgrundbesitz sollen die Stücke Kartendl. 2 Nr. 156 bis 167 von Rammen 6 ha 19 ar 86 qm Acker im Vogelgesang in den einzelnen Parzellen öffentlich meistbietend verkauft werden.

Termin hierzu ist aut Montag den 23. ds. Mts., vormittags von ^28 Uhr ab m die Gastwirthschaft des Jakob Schmidt in Oberissigheim anberaumt. Auf angemessene Kausgeldgebote ersolgt der Zuschlag ohne Abhal­tung eines weiteren Termins.

Die Bieter Haden dem unterzeichneten Beamten, auf Ver­langen, ihre Zuschlagsfähigkeit nachzuweisen, was durch bürgermeisteramtliche Bescheinigung oder durch Hinterlegung eines entsprechenden Theiles des Kaufgeldes geschehen kann.

Hanau am 14. August 1897.

Der Königliche Domânenrath

Bell. 11451

Grundstücksverpachtung.

Von dem in der Gemarkung von Oberissigheim be­legenen Domanialgrundbesitz sollen 40 ha 41 ar 30 qm Ackerlândereim, einschließlich einiger geringen Wiesenstückchen, in 128 einzelnen Parzellen öffentlich meistbietend vom 1. Januar 1898 ab auf zwölf Jahre anderweit verpachtet werden.

Termin hierzu ist auf Montag den 23. ds. Mts., vormittags von 9 Uhr ab in die Gastwirthschaft des Jakob Schmidt in Oberisstgheim anberaumt.

Aus angemessene Gebote erfolgt der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins.

Hanau am 14. August 1897.

Der Königliche Domânenrath

Bell. 11452

Die Herrn Vertreter der Ortskrankenkaffe des Landkreises Hanau werden hierdurch zu der auf Freitag den 27. August cr., nachmittags

4 Uhr

in das Löwengärtchen, Vorstadt Nr. 1, dahier anberaumten Generalversammlung ergebens! eingeladen.

Tagesordnung:

1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1896.

2. Wahl eines aus 3 Mitgliedern bestehenden Ausschusses zur Prüsung der Rechnung des laufenden Jahres.

3. Bericht über den Stand der Verhandlungen betr.

Fenilletsn.

In welchem Alter gefallen die Männer den Frauen am besten?

Eine englische Zeitschrift, The Jdler, hat den originellen Einfall gehabt, bei ihren Leserinnen eine Umfrage darüber zu veranstalten, in welchem Alter die Männer den Frauen am meisten gefallen. Trotzdem man denken sollte, daß die prüden Töchter Albions sich in einer so schwierigen Frage zurückhaltend zeigen würden, sind die Antworien der Redaktion in reicher Zahl zugeflossen.

Wenn man mit einiger Aussicht auf Erfolg einer Eng­länderin gefallen will, so muß man 30 Jal re wenigstens, aber nicht älter als 45 sein.Vorher", so schreibt Miß Emmie Keddle,kann ein Mann eine Frau noch nicht richtig verstehen, und nachher ist er nur nech im Stande, einer einzigen Frau zu gefallen, oder er zieht sich müde, blasirt und enttäuscht in sein Zelt zurück. Zwischen 30 und 45 Jahren dagegen übt der Mann auf die Frauen jeden Alters einen mächtigen Zauber aus. Er har dann bereits die Anmaßung der ganz jungen Mäunir abgestreist, welche, um sich selbst glauben zu machen, daß sie Männer sind, eine tiefe Ver- ochüng für die Inferiorität des weiblichen Geschlechtes zur Schau trogen."

Aehnlich spricht sich eine andere jurge Dame, Miß Ara­bella Keuealy, aus. Eie sagt:Die Charakterstärke und die Energie sind mär nliche Eigenschvitin, welche eine unwider­stehliche Anziehungskraft auf die Frauen ausüben und sich beinahe nie bei Männern »erfinden, welche die erste Periode der Jugend nech nicht überschritten haben." Eine Miß Clo- rinda, we'che ihren wirklichen Namen nicht nennen will, ihr Alter aber dadurch verräth, daß sie keine Illusionen mehr zu

Freitag den 20. August

Gewährung freier ärztlicher Behandlung an Familien­angehörige.

4. Antrag des Vorstandes auf Wiedereinführung des ursprünglichen Arzlhonorars von 3 Mk. pro Kopf und Jahr.

5. Ergänzung des Vorstandes.

6. Anträge aus der Versammlung.

Hanau den 18. August 1897.

Der Vorstand der Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau.

11634 Dr. Gans.

Tagesschau.

Bon der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Oberkommando der Marine ist der Reichs-Postdampfer Stuttgart" mit der Ablösung von S. M. S. S.Bussard" undFalke", Führer Korvettenkapitän Krieg, am 17. August in Aden angekommen und hat an demselben Tage die Heim­reise fortgesetzt.

Zulassung von Postassiftenten zur Sekretârs- Prüfnng. Seitens der Oberpostdirektoren finden Erhebun­gen statt, in welcher Weise sich die Frage wegen Zulassung der Postassistenten zur Sekretärsprüfung regeln läßt.

Der %aU des Silberpreises und die Wirth verhältniffe in Mexiko. Infolge des starken Rück­ganges deS Silberpreises sind von den mexikanischen Kauf­leuten zahlreiche Bestellungen im Ausland annullirt worden. Die Regierung hat alle Zahlungen, welche sie zu leisten hat, schon auf einen niedrigen Silberpreis basirt. Die leitenden Finanziers sind nicht entmuthigt, sagen dieFin. News", nehmen vielmehr eine Reaktion in Aussicht, selbst wenn der Silberpreis noch weiter fällt. Der Umstand, daß der Wechsel­kurs mit einer noch nie dagewesenen Schnelligkeit gestiegen ist, hat jedoch ein gewisses Mißbehagen hervorgerufen. Es gewinnt hier die Ansicht an Boden, daß, wenn auch der Silberpreis einen Theil seines Rückganges wieder einholen werde, das Silber seine Rolle als Münzmetall ausgespielt habe, und daß Mexiko die Goldwährung einführen müsse. In den Kreisen der Finanzverwaltung heißt es aber, daß man nicht daran denke, die Goldwährung einzuführen. Die Re­gierung ist entschlossen, was es auch kosten möge, ihren Ver­pflichtungen bezüglich der Heimzahlung in Gold gerecht zu werden. Einheimische Fabrikanten haben in einigen Fällen infolge des Umstandes, daß sie Rohmaterial aus dem Aus­lande beziehen müssen, die Preise ihrer Fabrikate erhöht.

Ehre, dem Ehre gebührt!

Unter dieser Ueberschrift lesen wir in derDeutschen Tageszeitung": Es ist unseres Erachtens noch lange nicht genügend hervorgehoben und anerkannt worden, welche lohen haben erklärt, meint, eine Frau, das heißt ein weibliches Wesen, welches die Dreißiger erreicht hat, könne sich allenfalls wohl in einen 20jährigen Burschen verlieben und in ihm einen ebenso angenehmen Begleiter gewinnen wie in einem großen und starken Hunde. Aber gewöhnlich wird sie einen Mann vorziehen, welcher das Kap der Vierziger umschifft hat, weil sie in ihm einen Zeitgenossen erblickt, mit dem sie die Welt durch bc [selbe Fenster betrachten kann.

Die Leserinnen des Jdler scheinen nicht viel Gewicht auf die Veränderung zu legen, welche die Jahre an dem Aeußern des Mannes vornehmen.Tie Schönheit allein", so schreibt Mrs. Lynn Lynton,bringt einen Mann nie in der Gunst der Frauen sehr weit. Wenn der Verstand und der Charakter fehlen, so übt die körperliche Schönheit, die auf sich selbst an­gewiesen ist, keinen Eindruck aus." Eine andere Dame ver­steigt sich sogar zu der Behauptung, daß die männliche Schön­heit im Alter ihren höchsten Zauber erreicht.

Wer darauf ausgeht, die Gunst ber Frauen zu erringen, muß darauf echten, k.inen großen und sterken Bart zu tragen. Wer sich zu jung einen Vollbart stehen läßt, verräth damit eine bedenkliche Neigung zu frühreifer Ernsthaftigkeit.Ein ganz junger Mann, der feinen Bart früh wachfenläßt", sagt Miß Evelyn Sharp,zeigt eine ganz besondere Veranlcgung dazu, vor den Jahren alt zu werden. Wir können von vorn­herein sicher sein, daß er alsbald b;e Unterhaltung auf die Zr kunft der Kolonien oder ähnliche langweilige Dinge bringen und deß er die Laune verlieren wird, wenn die Mahlzeiten nicht pünktlich angerichtet werden."

Auf feine Gesundheit darf der angehende Ton Juan nicht allzu ängstlich achten. Wer nachmittags kein Eis zu essen wagt, weil das seinen Magen angreift und ihm den Appetit zum Abendessen raubt, wer sich davor fürchtet, sich auf das Gras zu setzen, nasse Füße zu bekommen, oder sich beim Absteigen vcm Zweirad sich zu erkälten, der ist in den Augen

___1897.

Verdiinste sich in den fürchterlichen Ueberschwemmungstagen unsere braven Soldaten bei der Bergung ent­rissenen Gutes und der Rettung bedrohter Menschenleben er­worben haben. In den betreffenden Gegenden ist man all­gemein und neidlos des Lobes voll über die mannhafte Aus­dauer und Unermüdlichkeit, über die hingebende Selbstlosigkeit und Treue, über die Umsicht und Ruhe, mit der die braven jungen Männer ein Werk thaten, das ihnen meist fremd und nicht ohne große Gefahr war. Wenn irgend etwas die fürchterliche Fluch gemindert und gemildert hat, so ist es die Thätigkeit unserer Soldaten, deren ebenso kluges wie ent­schiedenes Eingreifen, deren Muth und Umsicht die Rettung von Gut und Blut, von Hab und Leben überall bewirkte.

Es drängt sich wie von selbst die Frage auf, was gerade die jungen Mânmr es haut elt sich nicht nur um Pioniere, die mit den betreffenden Ausgaben vertraut sind, sondern auch um Jäger und Infanteristen, um Reiter und Artilleristen, denen diese Aufgabe vollkommen fremd war besonders be­fähigte, in dieser Art, in diesem Umfange und mit diesem Erfolge helfend, rettend, wahrend einzugrcifen. Es war nicht allein die Jvgendkraft, sondern vor allen Dingen die tüchtige Schulung, die Verachtung der Gefahr, das Vertrauen in die eigene Kraft, die Hingabe an eine hohe Aufgabe, die selbst­lose Unterordnung unter den Befehl, und das alles sind Dinge, die unsere Soldaten nur in der trefflichen Schule des Heeres lernen können.

Aus dem schlesischen Ueberschwemmungsgebiete schreibt uns ein Beobachter, daß er geradezu Bewundrern g empfinde über die ruhige Sicherheit, mit der das Rettungswerk in Angriff genommen und durchgeführt worden sei. Er sagt, daß es den Eindruck gemacht habe, als seien die Mannschaften nicht im aurgelnden, fluchenden, zerstörenden Wasser, sondern auf dem Uebungsplatze. Aus dem Königreich Sachsen wird uns mit- ge theilt, daß einer der wüthendsten sozialdemokratischen Schreier bei dem Herannahen der Fluth die Ankunft der Soldaten gar nicht erwarten konnte, sondern immer seiner Sehnsucht nach der sonst so verhaßtenverthierten Soldateska" drastischen Ausdruck gab. Als man ihn nachher darauf aufmerksam machte, daß diese Sehnsucht doch gar nicht zu seiner sonstig en Stellung zu denKriegè knechten" stimme, sagte er ehrlich und offen:Es ist das letzte Mal gewesen, daß ich über das Militär geschimpft habe!" Ob er's halten wird, wissen wir nicht. SeineGenossen" werden weiter schimpfen, aber auch, wenn gleiche Noth sie bedroht, weiter nach der Hilfe der gehaßten Truppen schreien und fie wird ihnen zu Theil werden, so lange die Schule des Heeres noch be­steht und wirkt.

Ehre, dem Ehre gebührt! Dm braven Soldaten gebührt der Dank des gesammten Vaterlandes, nicht nur dem, der mit seinem jungen Leben die Rettungsthat bezahlt hat, sondern den Hunderten und Taus nden, die Leben und Gesundheit von Miß Sharp ein richtiger Greis, in welchem Alter er sich auch befinden mag.

Die geistige Jugend ist noch schwerer zu erhalten als die des Körpers. Nach der Ansicht von Miß Nora Vyan ist ein Mann alt, wenn er alle seine Sympathien der Vergan­genheit bewahrt hat.Mit der Frau, welche er zum Diner eingeladen hat, wird er kein Mort von der Gegenwart, noch von den Augenblicken, welche er in ihrer Gesellschaft verbringt, sprechen, sondern nur von seinen alten Erinnerungen, und welchen Erinnerungen! Elende Nichtigkeiten, die längst für immer verschwunden sind, und welche sicher nicht in den Ge­schichtsbüchern Erwähnung finden werden. Ein Mann ist alt, wenn er nicht leiden will, daß die Ante.en jung seien, und wenn die Jugend ihm nur Neid und Haß einflößt. Nicht sein Alter, sondern seine geistige Verfassung, die Ge­fühle, die er empfindet, verurtheilen ihn zu unheilbarer Greisen­haftigkeit."

In geistiger Beziehung sind die Leserinnen des^dler", wie man sieht, ziemlich anspruchsvoll. Die Eine kann es nicht auèstkhtN, wenn ein Mann politische Gespräche führt, eine Andere verbietet ihm jede Unterhaltung über die Vortheele und Nachtheile eines Vereins gegen die Musik und das Drama. Er darf nicht zu viel Geist besitzen, weil die Frauen gern ernst genommen werden wollen. Er muß sich jeben Wioer- spiuchs enthalten und darf im allgemeinen mit den Frauen, wenn er sich ihnen angenehm erzeigen will, nur von ihnen selbst sprechen.

Man darf nicht außer Acht lassen, daß alle diejenigen Frauen, deren Ansichten die englische Zeitschrift veröffentlicht hat, die Dreißiger reichlich überschritten haben und insolge- beffen für Männer, die jünger sind als sie selbst, wenig Ge­schmack empfinden. Andererseits mußten sie, wenn sie nicht überhaupt jede Hoffnung auf männliche Gesellschaft sich in ab­sehbarer Zeit verscherzen wollten, auch der alten Männer wohlwollend gedenken.