Einzelbild herunterladen
 

Abounemeâ Preis :

Jährlich 9 «Ä Halbjährl. ML 50 .& Diertüjährlich 2 ^ 25 ^.

Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden

Postaufschlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 ^.

Zugleich kJ

Amtliches Organ für Staöt- unö LanöKreis Hanau

Erscheint /täglich mit Ausnahme, der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Insertions- Preis: Die ispaltige Garmond­zeile oder deren Raum 10 ^.

Die 1 0-spaltige Zeile IM.

Die 2spaltige Zeile 20 ^.

Die 3spaltige Zeile

3M

Die 4spaltige Zeile 4M.

Im Reklamentheile di« Zeile 20 ^ netto.

Nr. 183.

Samstag den 7. August

1897.

Amtliches.

Dienstlmchnchten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Fischstange. Ein kleiner Schiebe- Tarren (für Kinder) nebst Weißem Hut. Eine Leibbinde.

Zugelaufen: Ei« schwarzer Pinscher mit weißer Brust, m. Gefchl.

Zugeflogrn: Ein Kanarienvogel.

Hanau den 7. AugrH T897.

LânöNveis Karrcru.

Belanntnwchiingcr des KömzAchen LandrathsaMes.

Stellung um Borspmii während der diesjährigen Kaisermanöver.

Seitens der Militär-Intendantur des Königl. Preußischen

11. Armeekorps in Cassel und des Königl. Bayerischen 2. Armeekorps in Würzburg wird beabsichtigt, den Vorspann für Lie Fortschaffung Ler Effekten und der Verpflegungs- und BiwaksbsLürfnisse während der diesjährigen Kaisermanöver in den einzelnen Gemeinden von den Fuhrwerksbesitzern un­mittelbar durch Bermittelung Ler Kreis- pp. Behörden zu er- miethen. Damit die gedachten Besitzer nach jeder Richtung hin zufrieden gestellt werden, soll nötigenfalls bei der An­setzung der Vergütung über die Bundesrathssätze hinaus­gegangen werden, falls es gelingt, den erforderlichen Vorspann im Wege gütlicher Vereinbarung sicher zu stellen. Gelingt dies nicht, dann wird die Requisition Platz greifen müssen. Im letzteren Falle kommen nur die Bundesrathssätze zur Be­rechnung. Letztere betragen für den hiesigen Kreis

für ein einspänniges Fuhrwerk pro Tag 8 Mark,

^tvei ,, ,, ,, 12 /2

Die am 6. September früh zu stellenden Wagen nebst Führern werden bis einschließlich 9. September und ein Theil bis 10. SepteMèer von den Truppen beibehalten und kommen an letzteren Tagen zur Entlassung.

Die Zweispmlner müssen so beschaffen sein, daß sie ein Gewicht von 20 Eentnern, Lie Einspänner, daß sie ein solches von 12 Zentnern laden und fortbewegen Nnnen.

Die Führer der Vorspannwagen müssen für ihre eigene Verpflegung und Unterkunft, sowie für diejenige ihrer Pferde selbst sorgen. Auf Wunsch dürfen Brot und Konserven so­wie Futter durch Vermittelung der Truppentheile aus Maga­zinen empfangen werden.

Den Vorspännern wird die nöthige Zeit zum Füttern uud zur Ruhe gelaffen, überhaupt jede mögliche Erleichterung gewährt werden, insbesondere im Biwak durch Ueberweisung von Lagerstroh re.

Der Effektelworspaun wird sofort durch die Truppen be-

Feuilleton.

Gin Ehrentag brandeAdurgischer Krieger.

Saarbrücken, 7 August.

Das Denkmal derZwölfer" bei Spichern, welches von den Kriegervereinen des II. Brandenburgischen Grenadier- Regiments Prinz Karl von Preußen Nr. 12 für die ge­fallenen Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften desselben errichtet worden ist, ist gestern unter großer Theilnahme der Armee, der Kriegervereine von Nah und Fern und der Be­völkerung von Saarbrücken und der umliegenden Städte und Ortschaften eingeweiht worden.

Ueberall waren hier festliche Arrangements getroffen, um die treuen Todten und Veteranen würdig zu ehren, welche am 6. August 1870 hier freudig ihr Leben einsetzten und den Feind aus dem von ihm nur wenige Tage occupirten deutschen Gebiet vertreiben halfen.

Nachdem vorgestern Abend im Hotel Balkhausen festlicher Empfang von Kriegervereinen der Zwölfer durch die hiesigen Kriegervereine statt gefunden, woran zahlreiche Offiziere der Garnison, darunter Oberstlieutenant v. Mosch vom 12. Re­giment Theil nahmen, ging heute unter begeisterter kamerad­schaftlicher Stimmung die Weihe des Denkmals vor sich. Nach der Festrede erläuterte Oberstlieutenant v. Mosch, der an der Schlacht bei Spicheren persönlich hervorragenden An­theil genommen, unter eingehendem Hinweis auf die Kampses- stätten die Verhältnisse, unter welchen sich der Kampf ent­sponnen. Die eivzelnen Phasen des denkwürdigen Tages stiegen an der Hand dieser Darstellung in überraschender Deutlichkeit auch vor den Augen des Laien auf und ließen erkennen, welche heroische Tapferkeit und Ausdauer nöthig

zahlt, der Vorspann zur Fortschaffung der Biwaksbedürfnisse rc. gleich nach dem Manöver auf Anweisung der Intendantur.

Es liegt nun im Interesse der Gemeinden bezw. Fuhr­werksbesitzer, wenn letztere sich freiwillig zur Gestellung des Vorspanns bereit erklären.

Meldungen sind bei den Herren Bürgermeistern schleunig anzubringen, welche dieselben bis spätestens zum 15. d. M. hierher einzureichen haben.

Hanau den 7. August 1897.

Der Königliche Landrath.

M. 3632 u. 3569. v. Schenck.

In Vilbel, Kreis Friel berg, ist die Maul- und Klauenseuche aus gebrochen und Gehöftsperre angeordnet worden.

In der Gemeinde Roth, Kreis Gelnhausen, ist die Rothlaufseuche unter den Schweinen erloschen und die Ge­höft- und Ortssperre aufgehoben worden.

Hanau den 6. August 1897.

Der Königliche Landrath.

W. 7939 u. 8041. v. Schenck.

^ta^tRreiö ^anart. Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Der Hebetermin der Steuern und des Schulgeldes pro KL Vierteljahr 1897 98 Andet vom 2. bis 14. August d. Js. statt siehe Steuerzettel, nach Ablauf dieses Termins wird mit Mahnung und Zwangsvollstreckung begonnen werden.

Zwecks schnellerer Abfertigung bei Zahlungen wird ersucht, das Geld abge- zèhlt zur Kasse zu bringen.

Hanau den 30. Juli 1897.

Städtische Steuerkasse,

Markt Nr. 16, i078i

Zimmer Nr. 56 zu ebener Erde.

Tagesschau.

Auf dem Vereinstag der preußischen städti­schen Haus- und Grundbesttzervereine in Leipzig wurde am Donnerstag nach längerer Debatte folgender An­trag genommen:Zur besonderen Vertretung der Interessen der städtischen Grundbesitzer in Preußen wird ein selbststän­dig arbeitender Ausschuß zur Förderung der Angelegenheiten des preußischen Städte-Grundbesitzes (preußischer Landesaus­schuß) als Organ des Centralvei Landes der städtischen Haus -

war, um gegen diese natürliche, mit allen Hilfsmitteln der Kunst verstärkte und von einem tapfer zähen Feind verthei­digte Stellung einen Erfolg zu erringen. Der mit aèhem- loser Spannung angehörte Vortrag fchloß mit einem Hoch aus den Kaiser. Nach der Uebernahme des Denkmals seitens der Landesverwaltung durch den Kreisdirektor Freiherrn von Gemmingen zu Forbach, der den Begründern des Denkmals herzlichen Dank aussprach und der Freude Ausdruck verlieh, daß Lothringen immer mehr sich mit deutschem Wesen ver­schmelze, sprach Generalmajor Freiherr v. Engelbrecht den Zwölfern, welche den schweren Sieg errungen, seine Aner­kennung aus. Der Erfolg sei nur möglich geworden durch die kameradschaftliche Haltung der Truppen. Auch ter Bürgerschaft von St. Johann und Saarbrücken gebühre Dank, die damals aufopferungsvoll bis in die vordersten Reihen vordrang, um die Verwundeten herauszuholen und vielen bleichen Lippen die letzte Erquickung zu geben.Freudig werden Rheinlands Söhne stets Schulter an Schulter kämpfen und mit den tapferen Brandenburgern vereint den toieg er­ringen." Wilke, der Vorsitzende des Gubener Vereins, dankte allen, die zum Denkmal Beiträge gespendet hätten. Tausende wohnten der Feier bei, zahlreiche Kränze wurden am Denkmal niedergelegt. General Häseler war durch die in Metz erfolgende Grundsteinlegung für das Denkmal des Prinzen Friedrich Karl am Erscheinen verhindert.

Als das Regiment bei Beginn der Freiheitskriege errichtet wurde, war es dessen Füsilierbataillon, welches als erster preußischer Truppentheil zum ersten Male wieder mit dem verhaßten Feinde rang und am 1. April 1813 bei Lüneburg eine größere feindliche Abtheilung vernichtete. Dem Ba­taillons-Kommandeur Major v. Borcke wurde dafür das erste Eiserne Kreuz zu Theil, und dieser er]te Träger d e s Eisernen Kreuzes wurde dann auch der erste Kommandeur des neuen Regiments.

und Grundbesitzervereine Deutschlands gebildet. Dieser Aus­schuß wählt seinen Vorstand selbstständig und gibt sich seine Geschäftsordnung." Ferner wurden die Anträge,bei den gesetzgebenden Faktoren dahin zu wirken, daß die §§ 5456 des Kommunalabgabengesrtzes eine andere Fassung erhalten" unddem Kaiser durch eine Jmmediatvorstellung die Lage des städtischen Grundbesitzes, wie sich dieselbe in den letzten Jahren insbesondere unter dem Einflüsse des Kommunalab­gabengesetzes und durch dessen Ausführung gestaltet hat, ein­gehend darzulegen", sowieerneute Schritte zu thun, um die Beseitigung der Kommunalsteuerprivilegien der Beamten und Offiziere bald herbeizuführen", dem Ausschuß zur näheren Berücksichtigung überwiesen.

Eine Arbeitsnachweis-Konferenz wird am 13. September d. J. in Karlsruhe stattfinden, wo am Tage vor­her eine Versammlung von Gewerbegerichts-Vorsitzenden und am Tage nachher der Verein für öffentliche Gesundheitspflege eine große Anzahl kommunaler Verwaltungsmänner zusammen­führt. Hauptgegenstand der Berathung ist die engere Ver­bindung der Arbeitsnachweisverwaltungen in den einzelnen deutschen Ländern. Das Referat für Baden hat Geheimer Oberfinanzrath Fuchs-Karlsruhe übernommen; für Württem­berg : Dr. Hartenstein-Stuttgart; für den Verband im Reg.- Bezirk Düsseldorf: Geschäftsführer Arnolds-Düsseldorf; für Bayern: Rechtsrath Menzinger-München. Ueber die Ver­bindung städtischer Arbeitsnachweise mit ihrer näheren Um­gebung wird, mit besonderer Rücksicht auf die Errichtung der Konstanzer Anstalt und ihrer Filialen, Gewerbelehrer Heinrich Müller-Konstanz sprechen. Als Beispiele für die innere Ein­richtung und den Bureaudienst in Arbeitsnachweisen wird der Geschäftsgang des Arbeitsamts München von Inspektor Hart­mann und der der Arbeitsnachweisstelle Quedlinburg von Verwalter Wehrstedt besprochen werden. Als Gegenstände für Gruppenversammlungen sind angemeldet: die Vermittelung weiblicher Dienstboten; die Vermittlung ländlicher Arbeiter; der Verkehr der öffentlichen Arbeitsnachweise mit den am Ort befindlichen Fachnachweisen «Assessor Dr. Naumann-Hamburg); die Streif flau sei in den Statuten öffentlicher Arbeitsnach­weise (Stadtrath Dr. Flesch-Frankfurt a. M.); mißbräuchliche Benutzung der Arbeitsnachweise zur Erlangung von Be­scheinigungen gegen Arbeitsscheu; Nichtantritt trotz endgiltiger Annahme der Stelle.

Der Verband deutscher Kriegsveteranen zu Leipzig hält am 15., 16. und 17. August in Köln seine dies­jährige Generalversammlung ab.

Der internationale Frauenkongreß in Brüssel beschäftigte sich in seiner ersten Sitzung mit dem deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch, das den verheiratheten Frauen nicht das ihnen gebührende Recht einräume. Frau Marie Stritt kündigte einManifest" der deutschen Frauen an, in dem der Reichstag aufgefordert werden soll, den Frauen volle Gleich-

Jn der Schlacht an der Katzbach am 26. August 1813 errangen dieZwölfer" einen großen Erfolg. Die Mus­keten gingen damals wegen des strömenden Regens nicht los, und es galt, sich mit Bajonett und Kolben Bahn zu brechen. Als nun ein Bataillon des Regiments ein großes, französi­sches Karree angreifen sollte, gab der Musketier Daschnitz die hier praktisch anzuwendende Kampfesweise an, indem er näm­lich sein Gewehr umdrehte, mit mächtigen Kolbenschkägen auf die Feinde einhieb und den Kameraden zurief:Brüderchen, so flutscht's besser!"

Nach langen Friedensjahren zog das Regiment 1848 gegen die Dänen und dann 1866 gegen Oesterreich in's Feld. In beiden Kriegen kämpfte es mit hoher Auszeichnung. In unvergänglichem Glanz sollte der Ruhm des Regiments wieder erstrahlen im letzten großen Kriege.

Am 24. Juli 1870 wurde das Regiment nach dem Rhein befördert, den es am 26. bei Deutz erreichte. Bei dem An­blick des herrlichen Stromes und seiner Ufer wurden die braven Brandenburger tief bewegt, und viele Aeußerungen wurden laut, wie:Das sollen die Franzosen nicht kriegen, dafür sind wir auch noch da!" oderDat wollen wir ihnen schonst verleiden!" Am 6. August war das Regiment in Neunkirchen angelangt, wo es die besten bisher gehabten Quartiere fand. Etwa um 1 Uhr mittags wurde es aber alarmirt, und gleich darauf dampfte das erste Bataillon nach St. Johann ab, wohin ihm auch bald darauf die beiden anderen folgten. Das erste Bataillon sormirte sich an dem Wege, der von Saarbrücken direkt auf den Rothen Berg und Spichern führt, und avancirte gegen den Rothen Berg.

Schon auf 121300 Schritte vom Feinde begann das massenhafte Feuer desselben erhebliche Verluste zu verursachen. Oberst von Reuter stürzte, durch den Fuß geschossen, zu Bo­den, und immer zahlreicher sanken die Grenadiere; je näher man den Höhen kam, desto mörderischer war das Feuer, die