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Nr. 182

Freitag den 6. August

1897.

MIHMK!

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 53

Amtliches.

Dienstnllchrichtm aus dem Kreise.

Gefunden: Ein neuer Rohrstuhl am 27. v. Mts. (am Neustädter Markt), zwei Spazierstöcke im Kksselstädter Wald, ein neues Taschenmesser mit Perlmutter, ein Man­scheltenknopf mit Pferdekopf, ein Notizbuch, eine Briefmarke und ein Geldstück (von der Post).

Hanau den 6. August 1897.

^ta&t&rew ^attatx.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Kekannlmachnng.

Das Entfernen der alten Kanäle in der Vorstadt und am E teinheimer Thor soll im Wege des öffentlichen Verdings

trage Bessarabien weggenommen und die unfruchtbare Dobrut- bekundet, das in einzelnen Bundesstaaten für politische Ver- scha aufgehalst. Kein Wunder, daß er sich später zu Oester- eine bestehende Verbot, mit einander in Verbindung zu reich und, als der Dreibund entstand, zu diesem als dem treten, durch Reichsgesetze zu beseitigen. Die Reèchsregieruug Horte des Friedens hingezogen fühlte. Das ehrliche Verhält- widersprach diesem Verlangen, erklärte sich aber bereit, daraus niß zu Oesterreich hat selbst in der Zeit des Zollkrieges hinzuwirken, daß das Verbot im Wege der Landesgesetzgebung zwischen Rumänien und Oesterreich-Ungarn bestanden, und aufgehoben werde. Auch die rechte Seite des Reichstages wie herzlich dies Verhältniß gegenwärtig ist, zeigte sich beim stimmte dieser Absicht zu, aber unter dem ausdrücklichen Vor­

Besuche des österreichischen Herrschers vorigen Herbste.

in Rumänien im bl halt, deß mit der Aushebung des Koali.ionsverbots eine Revision der Vereinsgesetze nach anderen Richtungen ver-

Wie ganz anders ist Fürst Ferdinand. Dieser Herrscher, bunden werde. Selbst von der Linken des Reichstages wurde der durch mancherlei persönliche Bande an Oesterreich geknüpft diese Konsequenz, wenn auch in Form der Befürchtung, ausdrück- ist, und der in der ersten Zeit seiner Herrschaft sich nur durch lich in Aussicht genommen. Die preußische Regierung hat nun Oesterreich halten konnte, hat keinen Augenblick gezögert, um durch Vorlage der Vereinsgesetznovelle das von dem Herrn die russische Gunst zu buhlen, als ihm dies vortheilhafter er- Reichskanzler gegebene Besprechen in loyalster Weise eingelöst,

schien. Zudem hat er durch sein persönliches Benehmen und durch die llichtherzige Art, mit der er den Thronfolger von der römisch-katholischen zur griechisch-katholischen Kirche über­gehen ließ, bei dem Kaiser Franz Joseph persönlich den ge­rechtfertigsten Anstoß eiregt.

Schon aus diesem Grunde ist es für Rumänien ausge- ; schlossen, zu Bulgarien in enge Beziehungen zu treten, denn

die billige Rücksichtnahme auf Oesterreich ist für Rumäniens

vergeben werden. '

Massenverzeichnisse, allgemeine, wiebesondere Bedingungen Politik maßgebend. Gerade jetzt aber hat das schlechte Ver­

liegen auf dem Stadtbauamt II (Langstraße Nr. 41) in den Hältniß zwischen Bulgarien und Oesterreich-Ungarn den Höhe- Dienststunden von vormittags 1012C» Uhr zur Einsicht punkt erreicht. Ter Prozeß Boitschew, der in Ungarn be- auf. Ebendort können auch Angebotsformulare in Empfang sonders interessirte, weil es sich um die Ermordung einer

ist aber an der Ausführung desselben durch den ablehnenden Besckluß des Abgeordnetenhauses verhindert worden. Es bleibt somit alles beim Alten, das heißt das Verbot für politische Vereine, unter einander in Verbindung zu treten, bleibt bestehen. Wenn somit von einer Niederlage die Rede fein kann, so trifft sie nicht die Königliche Staatsregierung, sondern lediglich diejenigen Parteien, welche einen besonderen Werth auf die nunmehr gescheiterte Aushebung des sogenanten Koalitionsverbotes legen".

Vom deutschen Ktiegerbund. Der kürzlich abge-

Ungarin handelte, hat in seinem Verlaufe und seinem Aus-

genommen werden.

Die Angebote sind mit der Aufschrift:Entfernung alter gange in Ungarn die lebhafteste Verstimmung erregt.

Kanäle" bis Freitag den 13. d. Mts., vormittags 11 erklärt den Prozeß ganz offen für eine Komödie. Nicht min- Uhr, beim genannten Amte einzureichin, zu welcher Zeit in dere Entrüstung haben die Aeußerungen des bulgarischen die Eröffnung

Man

Gegenwart stattfindet.

Hanau

der etwa erschienenen Anbieter

den 4. August 1897.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

11077

Ministerpräsidenten Stoilow über Oesterreich Ungarn hervor­gerufen. Man weiß dort gut genug, daß der geschmeidige Hofmann Stoilow nichts sagen wird, was Fürst Ferdinand

Kekannlmachung.

Die Urliste derjenigen hiesigen Personen, Amt eines Schöffen oder Geschworenen berufen

welche zu dem werden können, ist vom 9. d. Mts. ab eine Woche lang auf dem Rathhanse Zimmer Nr. 21 ausgelegt. Innerhalb dieser Frist können Einsprachen gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit

der Liste bei mir angebracht werden. Hanau am 4. August 1897.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebefchus.

11081

Bekanntmachung.

Städtisches Wasserwerk.

Der Wasserverbrauch ist in den letzten Tagen wieder auf über 3000 cbm gestiegen. Es ist zu befürchten, daß bei einer noch größeren Beanspruchung der Brunnen dieselben

nicht denkt.

Wird der Fürst von Bulgarien vergebens um die Freund­schaft Rumäuiens werben, so dürfte er auch bald sehen, daß überhaupt seine Politik der letzten Jahre eine verfehlte war. Denn die Gegensätze zwischen Oesterreich-Ungarn und Ruß­land auf der Balkanhalbinsel haben sich derart gemildert, daß es für Rußland gar nicht erwünscht ist, wenn ein Balkan­staat die anti-österreichische Gesinnung zur Schau trägt, und sich allzu ostentativ an Rußland anzuschließen sucht. Es dürfte also dem Fürsten gelungen sein, Oesterreich zum Feinde zu haben, ohne dafür Rußland als wirklichen Freund einzu­tauschen. Für Oesterreich aber ist es eine Beruhigung, durch die Freundschaft Rumäniens, die durch alle Besuche des Fürsten Ferdinand nicht erschüttert werden kann, eine sichere Stütze auf der Balkanhalbinsel zu haben.

Tagesschau.

Die Signale für Infanterie und Kavallerie, welche eine theilweise Umänderung und Ergänzung erfahren haben, sind nunmehr an die Truppen zur Einübung und Benutzung verausgabt worden; sie werden bei den dies­jährigen Herbst Manövern zum ersten Male zur allgemeinen Anwendung im deutschen Heere gelangen. Neu hinzugekom-

haltene Abgeordneteutag des deutschen Kriegerbundes nahm u. a. folgende Resolution an:Der Abgeordnetentag des Deutschen Kriegerbundes erklärt, daß die Art, wie der Leip­ziger Verband Deutscher Kriegsveteranen die Agitation für Erfüllung seiner Wünsche betreibt, geeignet ist, Klassenhaß zu erzeugen, Unzufriedenheit in die Kriegervereine zu bringen und aus die gedeihliche Thätigkeit derselben störend einzu­wirken. Der Geist, von dem dieser Verband geleitet wird, steht im Widerspruch mit dem, von welchem der Deutsche Kriegerbund beseelt ist. Die Mitglieder des Deutschen Kriegerbundes werden daher davor gewarnt, sich jenem Ver­bände anzuschließen".

Die Arbeitslöhne sind nach den Jahresberichten der preußischen Regierungs- und Gewerberäthe für 1896 in fast allen Gewerbszweigen gestiegen, und damit hat sich auch die Lebenshaltung der Arbeiter gebessert. In allen denjenigen Industriezweigen und Aufsichtsbezirken, in denen Mangel an brauchbaren Arbeitern herrschte, sind die Arbeitslöhne er­heblich gestiegen, und wo eine Erhöhung derselben nicht ein- gctreien ist, hat sich das Jahreseinkommen der Arbeiter wenigstens durch vermehrte Arbeitsleistung (bei Stücklöhnen sowie durch Ueber arkeit) nicht unwesentlich vergrößert, während die Lebensmittelpreise im allgemeinen nicht gestiegen sind. Im Regierungsbezirk Oppeln z. B. betrug die Lohnerhöhung bis zu 20 Proz., in vielen anderen Aufsichtsbezirken bis zu 10 Pi oz.; für Ueberstunden wurden die Lohnsätze vielfach um 25 Proz. erhöht, und für Ueberarbeit nach 8 Uhr abends stieg in manchen Industriezweigen die Erhöhung um 50 Proz. und noch höher. Von einer erheblichen Verschlechterung, der wirthschafllichen Lage der Arbeiter in einzelnen Industrie­zweigen robb nur aus den Aufsichtsbezirken Berlin-Char­lottenburg und Aachen berichtet.

Zur kolonialen Arbeiterfrage. Im nächsten Mo­nate kehrt der frühere Gouverneur von Soden von Kamerun zurück, wohin er im Mai gereist war. Er hat bekanntlich den ihm am Kamerunstock gehörigen Grund und Boden an

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Wir -rstichen daher unsere Abonnenten drin- ^ sind die SignaleStraße frei" zum Freimachen der gend, jeden nicht unbedingt nothtvendigen Qy^fn Breite der Straße seitens der marschirenden Truppen Wafierverdrauch zu vermeiden und müßten yebe ^Abrücken", worauf die Truppen nach Schluß des Ma- körnen eirund unv Dooen an

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Quartiere oder sonstigen Bestimmungsorte abruckcn. - ) Gestllschaft bethciliat. Sein mehrmonatlicher Besuch in Ka- ein neues Alarmsignal wurde für alle Waffen emgefuhrt, a iie Anlagen der Gesellschaft zu be-

daâ schnellstes Sammeln in voller Ausrüstung auf den Al^ ^ H^ängen von Sodens leidet die

Plätzen oder den zur Besetzung zugewresenen Punkten, bei der Phagen durch Arbeitermangel. Unter

Kavallerie auch Abrücken bedeutet. Das b^er a^s Alarm- ^y ^ Antgroff sind einige hundert Boli ange- jammein , wno,verfügt im aanzen über etwa

Hanau am 6. August 1897.

Der Wasserwerks-Direktor 4 J. V.: Heppenheimer.

11080

Oesterreich, Rumänien und Bulgarien

Kavallerie auch Abrücken bedeutet

Ter freundschaftsbedürftige Fürst Ferdinand von Bul­garien beehrt soeben den rumänischen Hof mit seinem Be­suche. Er setzt damit jene Politik fort, die er beim Beginn der griechisch-türkischen Wirren inaugurirt hat, eine Politik des Zusammenfesselns der Staaten auf der Balkanhalbinsel.

Ist es ihm anscheinend gelungen, mit Serbien und Mon­tenegro Vereinbarungen für zukünftige Eventualitäten zu treffen, so dürste er in Rumänien mit seinem Liebeswerben

fignal gebe auchte Signaldas ganze .

zum Alarm nicht mehr gebraucht, auch das Sigrißl für Feuer lärm wurde geändert m'

b für alle Waffen gleichmaßig ses^ klonten Unternehmungen dreitausend brauchen. Woher dem Signal Adjutarttcn-Rus" (auch^bekommen soll, weiß niemand, ton Anfang des werden die Anpflanzungen nicht die erhoffte

Sonrenschem? ahnttch (r^nen können und sich viel langsamer als er-

----- ,------- - . .. ' " entwickeln. »Für die Förderung des Plantagenbaues Untcrosfizier-Ruf" besühcn gebluben, Schutzgebieten ist die Arbeiterfrage die wichtigste.

'ur u ^âric/ bedient von Kavalleristen. Dem

. dmck das Eck eitern der Ver- Kais.r von Deutschland wird gelegentlich der Truppenübung -.....................r------n.vm.vmu. »»«a ».»W; x,------- _ c cui cy ras ,^^!5-i Kraßncie-Selo eine Leistung vorgesührt werden, wie sie

zu wissen, daß bem. ehrgeizigen Brlgarenfürsten nicht über einegesttz Ncvelle knistandene Lage i^rtibt die ^ - ^ gekoten wurde, nämlich Batterien ohne Artillerie-

------------- " ^^ ^rft Ferdinand Bliesze s":Dr- firmle WW^^ und Artillerie-Mannschaften. Seit drei Jahren Der Hohen-, aber das Schküein der $WUe zum ^ue .ß H J^ ^^ werden in Kraßnoje-Celo umfassende Uebungen in dieser Be- ltjche Art genug gewvhrt, um Treue gegen zeichnet dakst-be als e>r e N>e^er loge der R g g rixbuna aemacbt, die von Jahr zu Jahr bessere Ergebnisse

die Freunde zur Grundlage seiner Politik zu machen. Er b» sondere des M nisters deS ^mrn, Hrgegen- liefern? Zu den Feldbatterien werden Offiziere und Mann­

hat den Russin die Treue bewahrt, als diese in dem Kriege Nichts rst verkehrter als eine fache Ar st «IM MM haften d?r Infanterie, zu den reitenden solche der Kavallerie

der höchsten Gefahr befanden. .Zn» DMke ^*^ ^L ®«?S kanmandn, »b so weit «u^M«, daß sie bei der SW

gestellt; dcssilbe ist mit ö

zur Befchlèausgabe) der Fall, das dem Anfang des Liedes:

Wes glänzt dort im Walde wie Mm^*19''

Hingt. Für die Kavallerie sind die SignaleOffizier-Ruf , Wachtmeister Rus","

ireyyen, ,v ouu|it tu in mumaruen mu fernem ^reoermeroenLru^imrd,,^ - ° , ; jn

wenig Erfolg haben. In seiner 30jährigen Regierungszeit für die Infanterie jedoch dimentfprecheude Eignale mu) z-

auf dem heißen Boden der Balkanhalbinsel hat König Karl Einführung gelangt.

von Rumänien das diplomatische Handwerk genug erlernt, um i Zur Soge. Meter die

Saar- und

! sei Kraßncje-Selo eine Leistung vorgesührt werden, wie sie

den Weg zu trauen ist. König Karl und Fürst Ferdinand Bliesze tur^:

sind zwei grundverschiedene Persönlichkeiten. M u^v.Ml- , .

zollernprinz hat deutsche Art genug gewahrt, um Treue gegen zeichnet daèsiibe als eit e Niet er loge der N gunmg

Offiziere und Artillerie-Mannschaften. Seit drei Jahren werden in Kraßnoje-Celo umfassende Uebungen in dieser Be-

von 1877 sich in

dafür wurde ihm entgegen dem ausdrücklich geschlossenen Ver- btr