4. August
ben eisernen Pfahl geschlagen und hatte den Isolator zerstört der den Leitungsdraht von dem Pfahle trennt. Als nun am Morgen der Betrieb der Bahn beginnen sollte, wurde der elektrische Strom infolge der Zerstörung des Isolators in den eisernen Pfahl geleitet und drang von diesem durch die Erde zu dem Gel.is der elektrischen Bahn hin. Das Pferd des Lieutenants de Tullio kam auf die Schienen der Bahn zu stehen, und als es mit dem Hals wider den eisernen Pfahl schlug, schloß es den Stromkreis zwischen Pfahl und Schienen und Schienen und Pfahl. Der Vorfall erregt in Genua großes Aufsehen und Angst vor der elektrischen Bahn.
Im Zeitalter der Vereine. Jetzt ist sogar eine „Freie V reiniguvg zur Wahrung der Interessen der Straßen- Ausrufer und Rekommandeure" in Berlin ins Leben getreten. Die Ausrufer, die theils vor dem Wagen die Waare „aus- schreien", theils zu dem gleichen Zwecke die Höfe „abklappern" erhalten im Durchschnitt 6—9 Mk. die Woche, freies Mittagessen, Logis und etwa 50 bis 75 Pfg. Kaffee- und Frühstücksgeld. Das ist ihnen zu wenig. Sie verlangen einen Minimallohn von 10 Mark wöchentlich und ein regelmäßiges Frühstücksgeld von 1 Mark pro Tag. Daneben werden bessere Kost und bessere Schlau äume verlangt. Um für die neugegründete Organisation Propaganda zu machen, soll in nächster Zeit eine Reihe öffentlicher Ausrufer Versammlungen stattfind.n. Laut genug wird es in denselben wohl hergehen.
Tragisch. In eigentümlicher Weise fand eine junge Frau am Sonntag bei einem Ausflug nach der Vergnügungs- Anhöhe Schneidershof bei Trier ihen Tod. Ihr fünfjähriger Sohn vergnügte sich auf einer Schaukel. Die Mutter bemerkte zu ihrem Sch ecken, daß er bei dem Spiel ein schacses Messer in der Hand kielt und eilte rasch hinzu, um ihm das Messer zu entreißen; hierbei wurde sich jedoch von der Schaukel und vom Messer so schwer gctioffen, daß sie kurz darauf starb.
Durch eigene Kraft. Um die Mitte der dreißiger Jahre ram ein barfüßiger armer Bulgarenjur ge namens Georgi 'w über die Donau nach Rumänien, um in Bukarest als^Hausdiener fein Brot zu oetbitnen — jetzt ist er als Besitzer eines fürstlichen Vermögens unter großem Trauer- gepränge zur ewigen Ruhe bestattet worden. Georgiew hat seine großen Finanzerfolge in erster Linie seiner eigenen unermüdlichen Thätigkeit zu danken gehabt. Er stand in engen Beziehungen zur bulgarischen Unabhängigkeits-Bewegung. Einen ganz besonderen Antheil hat Georgiew an der Vorbereitung des balgarischen Aufstandes vom Jahre 1876 genommen, dessen blutige Niederwerfung durch die Pforte die Intervention Rußlands und die Befreiung Bulgariens vom türkischen Joche nach sich zog. Nach der Befreiung Bulgariens wurde der Name Georgiew in erster Reihe genannt, wenn von Stiftungen für nationale und patriotische Zwecke die Rede war. So hat er u. a. für die Universität zu"Sofia 800,000 Lei (1 Lei = 80 Pfg.) gespendet. Wie verlautet, hat der als Junggeselle aus dem Leben geschiedene Millionär, der als der reichste Mann Bukarests galt, den Finanzminister G-schow zum Universalerben seines beweglichen Vermögens
von annäh cend 30 Millionen eingesetzt, von welchem jedoch der weitaus größte Theil bulgarischen Unterrichts- und Wohlthätigkeitsinstituten zufallen dürfte.
Ein Kampf in der Luft. Ein interessantes Schauspiel bot sich den Augen einiger Bewohner des Dorfes Zur im serbischen Kreise Kurschumlija. Vor dem Gemeindehause versammelt, gewahrten sie einen großen Adler, pfeilschnell auf eine Schlange niederschießend, die sich am Ufer des Flusses Töpliza sonnte. Der Adler schlug seine Krallen in den Kopf der Schlange urd erhob sich mit ihr in die Lüfte. Wüthend wand sich die Schlange, die fast armdick und P/a Mtr. lang war, unter dem Adler, schlang sich plötzlich in mehreren Windungen um die Füße des Vogels und schnürte sie so zusammen, daß er seine Krallen nicht mehr herausziehen konnte. Lange kämpften Schlange und Adler in der Luft. Die Schlange blieb Sieger. Der Adler ermattete allmählich, senkte zuletzt die Flügel und fiel mit seiner Beute herab in den Fluß. Der Ortsvor sicher, der mit den anderen lange diesem seltsamen Kampf zugesehen hatte, eilte, die beiden Kämpfer aus dem Wasser zu bolen. Man brachte den seltsamen Knäuel vor das Gemeindehaus, erschlug hier die Schlange und befreite den Adler von seiner amphibischen Fessel. Das arme '
Hierdurch beehren wir uns, die Mittheilung zu machen, dass wir unsere seither einzeln betriebenen technischen Bureaux unter der Firma:
Ohl & Dieterich, Technisches u. Patentbureau, vereinigt haben.
Carl Ohl, Ingenieur u. Electrotechniker.
Georg* Dieterich, Ingenieur u. Patentanwalt.
Vertretung der Electrizitäts-Aktiengesellschaft, vormals Schuckert & Oo., Nürnberg. Generalvertretung der Duisburger Dampfkesselfabrik, H. Ketzer, Duisburg, Wanheimerort.
Vertretung von H. Pichler, Frankfurt a. M.
Anmeldung & Verwerthung von Patent-, Marken- und Musterschutx.
Electrische Licht- u. Kraftanlagen, Blitzableiter, Telephon- u. Telegraphenanlagen.
Betrieb einer electrotechnischen u. mechanischen Werkstätte. 10788
Bureau Sterngasse 26.
Hanauer Anzeiger
war aber so müd-, opß -z ni($t Ehr stimm tonnte. arfânV'"^ m? Tt ^" Eiligen Zusammmschnürm ganz geschalt und bluteten befug. Der Adler schleppte sich hüpfind te'v D°r eig-ntbumliche Kamp, sollte dem Bogel, obwohl er Sa £. "“^'j werden. Hirtenknaben brachten ihn Ne itaft^ “ “°r ***** '" Swnde, sich durch
Fahrra»sp»rt. Die diesjährige R-nnsais-n neigt ihnen @nbe zu, die größten Schlachten sind bereits geschlagen. Die gewonnenen Preise überragen diejenigen früherer Jahrgänge 2 *“" W Mancher Sisger U ft.^ö nach Hause, der größte Theil der Renner jedoch mit leeren &Ä' flogen - enttäuscht. Nur einzelne der rad- fahrenden junget Männerwelt verwogen sich auf jenes Niveau ^f,, Spor es zu schwingen das sie als Rennfahrer erster Klasse qualtftzirt. vieres ^ahr findet sich nun im Hochsommer die Elite der Rennfahrer aller Welt theile an einem, ein ^ahr vorher von dem internationalen Rennkomitee bestimmten Glatze zusammen, um die große Weltmeisterschaft zu sahieii, bei welcher Angehörige aller Nationen in ehrlichem Äanipie um die Si-gespalme streiten. Dieses Jahr war Glasgow hierzu e wählt. Kein Geringerer als Willy Arend aus Hannover, der große deutsche M-isterfabrer gewann unter schärfster Konkurrenz den Sieg, getragen auf einem Rad deutscher Fabrikation, auf seinem O p e l - R a d das ihn schon seit 2 Jahren von Sieg zu Sieg führt' Große Freute herrscht in der deutschen Sportswelt ob dieses zwiefachen Erfolges. 1
Berloosungen.
Augsburger 7 ft. - Loose vom Jahre 1864.
Ziehung am 2. August 1897. G zogene Serien: Nr. 299 359 561 596 941 1119 1234 1522 1728 1786 1796 statt1 1914' Prämienziehung findet am 1. September
Niederländische Kommunal - Kredit 100 ft.- Loose vom Jahre 1871. Ziehung am 15. Juli 1897. Auszahlung am 15. Febr. 1898. Hauptpreise: Nr. 38316 â 6000 fl. Nr. 61633 â 1500 fL Nr. 5135 19406 29120 46896 je 350 fl. Nr. 14966 16261 50205 70127 je 250 fl Alle übrigen gezogenen Nummern je 100 fl
Belgische Kommunal-Kredit 100 Frcs.-Loose vom Jahre 1868. Ziehung am 31. Juli. Auszahlung am 1. Oktober 1897. Hauptoreise: Nr. 44635 â 10 000 ^tc^ Nn. 14245 â 1500 Frcs. Nr. 42644 125 708 je 500 Fr. Nr. 1683 26266 70994 73263 128939 148158 Je 225 Fr. Alle übrigen gezogenen Nummern je 100 Frcs.
Gebrauchs-Muster.
Nr. 78 185. Unter oder auf den Rost von Oefen zu legendes Brennergestell zum Anzünden von Kohlen mit Gas. Nicolaus Becker in Frankfurt a. M., Gutzkowstr. 5, vom 30. Juni 1897 ab. — B. 8616. Kl. 34.
Nr. 78 129. Hemmvorrichtung mit Bexirschloß für Fahr räder, zur Sicherung derselben gegen Diebstahl. Iulius Best Horn in Frankfurt a. M., Efcherèheimer Landstraße 61, vom 3. Juni 1897 ab. — B. 8464. Kl. 63.
Auszüge aus dem Amtsblatt Königlicher Regierung zu Cassel.
Rothenbergen. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuche von Rothenbergen auf den Na men des Ackermanns Heinrich Faß (Heinrichs Sohn) (Hs.- Nr. 34] in Rothenbergen eingetragenen, in der Gemarkung von Rothenbergen belegenen Grundstücke am 20. September 1897, nachmittags 3 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht zu Gelnhausen — in der Falschen Gastwirlhschaft in Rothenbergen — versteigert werden.
Schiffsbericht.
Der Hamburger Doppelschrauben Schnelldampfer „Auguste Viktoria" ist am 2. August wohlbehaltrn in Odde einge- trrfstn.
Nrw * Hort, 3. August. Der Dampfer „Kensington' «um I von an „Reb Star Linie" ist von Antwerpen gestern hte Thier I ^»m kommen
aMHHMKWMM
ist wieder eingetroffen und ist das Exemplar zu M. 1.20 von der Waisenhaus-Buch? Handlung in Hanau zu bezieben.
__ Seite 5
Philadelphia, 3. August. Der Dampfer „Pennland" von der American Linie in Liverpool ist gestern hier einae- trojten. n
Drahtnachrichten des „Han. Anz."
, Merlin, 4. August. Am heutigen Tage wird das deutsche Kaiserpaar die Reise nach Rußland antreten, um den Besuch zu erwidern, welcher im Herbst des Vorjahres das^ Zarenpaar nach Deutschland geführt bat. Tie „National- â- mirt dem Besuch eine über den Rahmen persönlicher Begruyung und freundschaf sicher Höflichkeitsbczeugung hinaus- pehende Bedeutung bei. Es liege nahe, der bevorstebenden Begegnung in Rußland einen gedeihlichen Einfluß auf die Zeitgeschichte beizumessen. Der gemeinsamen Berührungspunkte zwischen den beiden Nachbarreichen gebe es genug um ein günstiges politisches Ergebniß der Zwei-Kaiser- fammenrnnft in Petersburg für die zukünftigen Beziehungen Deutschlands und Rußlands erboffen zu können.
Berlin, 4. August. Die Bäcker-Innungen „Concordia" und „Germania" eröffneten gestern unter zahlreicher Betheiligung der Mehllieferanten und Bäckermeister die Mehl- borse tn deren Jnnungshaus. Beide Obermeister betonten daß die Einrichtung „Mehlbö-se" eine Nothwendigkeit geworden sei, da Preis-Notirungen nicht zu haben seien und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß die beiden Mehlbörsen zum Segen des Gewerbes ausschlagen möchten. Gehandelt wurde bei festen Preisen ziemlich lebhaft.
Berlin, 4. August. Gegen den früh wen Theaterdirektor und Schr.flsteller Paul Blumenreich ist ein Steckbrief erlassen worden.
Berlin, 4. August. Für die Ueberschwemmten gedenken auch die städtischen Behörden in thatkräftiger W?ise einzu- tteten und eine größere Unterstützungssumme zu bewilligen. Ter Schlesische Bankverein in Breslau überwies 5000 Mk. an den Vaterländischen Frauen verein für die Ueberschwemmten btt Neisse.
Berlin, 4. August. Aus den Hochwass-rgebieten liegen folgende Meldungen vor: In Gottassowitz (Schles.) ist ein schwerer Wolkenbruch niedergegangen, der kolossalen Schaden anrichtete und die Fischzuchtanstalten zerstörte. — In Niederbayern schwemmte^ der Rott und der Inn enorme Getreidemassen von den Feldern weg, in Grießbach auf einem Gute allein ca. 1000 Fuhren Getreide. Für Wien ist die Hochwassergefahr noch immer nicht geschwunden, da die Donau soriwährend steigt. In Aussee sind 15 Häuser zerstört und 17 Brücken weggerffsen. In Ungarn nimmt wegen der Mißernte die Auswanderung zu.
Fiume, 4. August. Am 30. ds. trifft das russische Mittelmeergeschwader unter dem Kommando des Admirals Hapkins hier ein und wird bis zum 3. September verweilen. Für den feierlichen Empfang des Geschwaders werden große Vorbereitungen getroffen.
Stockholm, 4. August. In Gothenborg ist gestern aus der Stadt Germania im Staate Iowa (Nordamerika) folgende Depesche beim Baron Dickhorn eingelaufen: ^Andre- schwebend in südwestlicher Richtung auf 30 Längengrade gegen Edanland gesehen. Ole Brakke." Der Absender ist unbekannt. Man sagt, es sei ein Norweger Redakteur in der genannten Stadt. Nordenskjoeld, der über die Angelegenheit befragt wurde, sagt, der Meldung sei nicht zu trauen.
Athen, 4. August. Der Ministerpräsident Ralli erklärte zu dem Gerüchte, daß die Großmächte nur eine theilweise Kontrolle einzuführen beabsichtigten, daß die Regierung überhaupt keine Kontrolle annehmen werde, weil eine theilweise Kontrolle leicht zu einer allgemeinen gemacht zwerden könnte.
Philippopel, 4. August. Nikola Boitscheff, der Bruder des verurtheilten Rittmeisters, bedrohte die Zeugen, welche in dem Boitscheff-Prozeß gegen seinen Bruder 'ausgesagt haben, mit dem Tode. Einer dieser Zeugen, ein österreichischer Unterthan, hat dieserhalb gegen Nikola Boitscheff die Anzeige erstattet.
Gefährlich und unappetitlich ist es, Fliegengist in Tellern aufzustellen. Wer diese Quälgeister auf einmal in 5 Minuten los werden will, benutze nur das weltberühmte „Dalma " von Apoth. Eug. Lahr in Würzburg.
ycerin - Sch wes eimilchseife.
Vorzügliche Toilette- u. Schönheitsseife von Hoftief. C. D. Wunderlich. gc* ^jähriger Erfolg, liebt. Parfüm, gut reinigend. ZD" Unentbehrlich für Damentoilette und Kinder, zur Erlangung eines jugendfrisch, geschmeidig, blendend reinen Teints; vorzüglich zur Reinigung von Hautschärfen, Ausschlägen, Kopfgrind, Schuppen, Jucken der Haut rc., â 35 Pfg.,Wunderlichs Theerschweselseife, â 50 Pfg. gegen Sommersprossen, Verb. Theerseife, â 35 Pfg., vielfach ärztlich empfohlen gegen Hautuneeinigkeilen, gegen Flechten u. Kopfschuppen, bei Georg Tissot in Hanau, Fahrgasse L2. 7941
Das