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Amtliches Organ für HtaöG und LanöKreis Hanau.
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Nr. 179
Dienstag den 3. August
1897.
'■esswaaeeei
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 52.
Dicnstmchrichtcn aus dem Kreise.
Vom Wasenmeister am 2. d. M. e i n g e f a u g e n: 1 brauner Jagdhund und 1 schwarzer Wolfshund mit 4 weißen Füßen, beide m. Geschl.
Gefunden: 2 Briefmarken (von der Post).
Zugeflogen: 1 blaue Brieftaube, unter dem Flügel roth gefärbt und einem Stempel „Niederrad".
Verloren: 1 feines Damen-Portemonnaie.
Hanau am 3. August 1897.
in kaufmännischer Weise buchmäßig festzustellen, auf wessen Seite ein Guthaben vorhanden ist. Im Gegentheil, wir wollen in dem festlichen Momente, der die Herrschaft der beiden mächiigen Nachbarreiche vereint, daß Verhalten Rußlands in jenen beiden bösen Zeiten kurz psychologisch erklären, und
männliche Lehrkräfte kamen 6900 Lehrerinnen, also etwas über 10,50% des gesammten Lehrpersonals. In den evangelischen Schulen entsprachen 41000 Lehrern 2550 Lehrerinnen, d. h. 5,9 % der Gesammtheit ; in den katholischen Schulen dagegen 16,600 Lehrern 4233 Lehrerinnen, d. h.
nachweisen, worin die Gewähr dafür liegt, daß derartige über 25 %. Die evangelischen Lehrerinnen amtirten vor-
Zeiten sich nicht wiederholen. Beide Male entsprang die! wiegend in den Städten (nur 442 waren auf dem Lande
üble Stimmung Rußlands dem Mangel an Gleichgewicht in angestellt). Von den katholischen Lehrerinnen aber ist die
dm Kräften der b-iben Staaten. Als Nikolaus I. Preußen Mehrzahl (2300) auf dem Lande angestellt.
unter das Joch Oesterreichs brachte, entsprang seine Hand-
Sensationelles ans Rußland. Aus St. Peters-
lungsweise dem Gefühle der unendlichen Überlegenheit der burg bringt das in Agram erscheinende „Hrvatsko Pravo Macbt. Umgekehrt entsprang die Haltung Rußlands nachfolgende merkwürdige Mittheilung:
Das deutsche Kaiserpaar in Rußland.
Wohl haben in den letzten Jahrzehnten wiederholt Zu- sammenkünsle der Herrscher Deutschlands und Rußlands statt- gefunken, aber die in diesen Tagen statlfindende Begegnung erhält einen besonderen Reiz dadurch, daß neben der un- zwerfelhaft vorhandenen politischen Bedeutung der Besuch durch die Theilnahme der deutschen Kaiserin und des Schwagers der russischen Kaiserin, des Prinzen Heinrich, einen besonders herzlichen und familiären Charakter annimmt, wie er wohl den gegenwärtigen Beziehungen zwischen den beiden Reichen entspricht.
Da der Besuch gegen die Wende des Jahrhunderts stattfindet, so fühlt man sich verlockt, zurückzublicken und zu prüfen, obwohl die Stimmung zwischen den beiden Staaten und Völkern in diesem Jahrhundert immer die gleiche gewesen ist. Hinsichtlich Preußens und später Deutschlands darf es wohl behauptet werden; fast in jedem Jahrzehnt hat Rußland Beweise freundlicher Zuneigung empfangen. Im ersten Jahrzehnt sehen wir die Waffenbrüderschaft beider Staaten gegenüber Napoleon. Als dann Napoleon eine Reihe anderer Staaten dazu zwingt, an dem Kriege gegen Rußland theilzunehmen, sind es die preußischen Truppen die nach Möglichkeit vermeiden, mit den Russen in einen Konflikt zu gerathen, und die sich dann mit ihnen verbünden. In den folgenden Jahrzehnten wird der russische Großfürst und spätere Kaiser Nikolaus jederzeit bei seinem Schwiegervater, dem preußischen Könige, mit der ungezwungenen Herzlichkeit empfangen, die man einem lieben Sohne entgegenbringt. Tie Sympathie für das russische Herrscherhaus geht auch auf die Söhne Friedrich Wilhelms III. über. In den 50er Jahren ist es Preußen, daß allein im Krimkriege gegen Rußland keine feindselige Haltung annimmt. Im Jahre 1863 ergreift Herr von Bismarck während des polnischen Ausstandes in Rußland so nachdrückliche Maßregeln zu Gunsreu Rußlands, daß der fortschrittliche Abgeordnete Waldeck der Regierung vorwirst, sie handle im Dienste der russischen Häugegeusdarmen. Während des russisch-türkischen Krieges vom Jahre 1877 begleitet Kaiser Wilhelms Sympathie das russische Heer, und bei dem im folgenden Jahre stattfindenden Berliner Kongreß bemüht sich Fürst Bismarck so sehr Rußlands Interessen zu wahren, daß er später scherzend sagte, daß er meint, wenn er nicht den höchsten russischen Orden schon hätte, so müßte er ihn jetzt bekommen. Im Jahre 1884 scheut der 87jährige, greise Herrscher im Interesse des Friedens die weite Reise nach Skierniewice nicht, um den fast 50 Jahre jüngeren kaiserlichen Großneffen zu besuchen. Als Rußland in die bulgarischen Wirren verwickelt wird, ist es Fürst Bismarck, der im Gegensatze zu einem erheblichen Theile der öffentlichen Meinung in Deutschland die erste Gelegenheit benutzt, im Reichstage zu erklären, Bulgarien sei für Teutschland völlig gleichgültig, und die Freundschaft von Rußland sei für das Deutsche Reich sehr bedeutend wichtiger, als die von Bulgarien. Als Kaiser Willelm II. die Regierung antritt, gilt sein erster Besuch dem russischen Kaiser, und seit dieser Zeit hat sowohl der Kaiser persönlich, wie seine Regierung jederzeit gezeigt, daß Deutschland in Freundschaft mit Rußland zu leben wünscht.
Betrachtet man das Verhalten Rußlands gegenüber Preußen und Deutschland, so muß man wahrheitsgemäß sogen, daß es nicht ganz so gleichmäßig herzlich gewesen ist. Für Zweierlei ist Deutschland dem russischen Staate zu hohem Dante verpflichtet: für die Ermöglichung der Abschüttelung der napoleonischen Herrschaft und für die wohlwollende Neutralität in jenen Kämpfen, durch die Deutschlands Einheit hergestellt wurde. Luder aber stehen diesen beiden Höhe- puntten zwei Tiefpunkte gegenüber. Das Verhalten des Kaisers Nikolaus gegen Preußen im Jahre 1850 und das UebelwolltN gegen Deutschland in den dem Berliner Kongreß folgenden anderthalb Jahrzehnten.
Wir führen diese Thatsachen nicht an, um gewissermaßen
1878 der Eifersucht, die durch das Gefühl der geringeren Die fortschrittlichen Bestrebungen des Zaren Nikolaus II. haben,
Kraft heroorgerufen wird. Ja sogar kleinliche persönliches in der Mt^
~ c 1 a 1 ~ e „ / ; ' einer Palast Revolution geführt, in der die höchsten Hotkrene, durch-
Effersuckt war im opiele. J'Urst wi^chakoff konnte es nicht totg wohlbekannte Namen, verwickelt waren. Es war Anfang Mai verzeihen, daß bei dem Kongresse nicht er, sondern Fürst dieses Jahres, als die Kaiserin-Wittwe Maria Feodorowna nach dem Bismarck den Mittelpunkt gebildet hatte. Zudem war damals Rathe einiger Reaktionären am Hofe die Nachricht verbreiten ließ, R°bl°nr> durch den Krug g-jchwâ». Irm'Äns-hm im Orient
alte an Starke verloren, der Nrhrlismus un erwuhdte ^das Verwundung war eine leichte und ist völlig ausgeheilt, von den Fol-
Land. Und so entstand das Gefühl des Neides gegenüber
dem gesunden deutschen Staatswesen.
gen des Schlages ist keine Rede, vielmehr ist der Zar in dieser Richtung vollständig gesund; wenn er sonst etwas nervös ist, so hat
^pithpm hat Rußland lieber eine mäcktiae Stelluna man dies bloß der Katastrophe gelegentlich seiner Krönung in Mostendem hat Rußland ncy wieder eme macyltge ^.leuung fQu ^zuschleibey. Die angebliche Krankheit des Zaren sollte im zu erwerben gewußt. Stolz auf seine Kraft, brauch, es nicht Gß^er> ändniß der Kaiserin-Wittwe mit Pobedonoszew, Meschtscherski, mehr mit Mißgunst auf Deutschland zu blicken, und als. Woronzow-Daschkow dahin ausgenützt werden, daß Zar Nikolaus be- Herrscher gleich machtvoller Staaten treten Kaiser Wilhelm! wogen werde, sich für längere Zeit in's Ausland zu begeben und der und Rikolan^ einander aeaenüber Gerade dieses Gleich- Kaiserin-Wittwe die Regentschaft zu überlassen. Wie es nach der
und Zar RUMauS einander gegennDer. ^eme des Zaren ausgesehen hätte, das hält man für vollkommen
maß der Kräfte aber ist bte beste Gewahr für das gute Ver- ^ar. Von all dem habe der junge Kaiser erst einige Tage vor der Hältniß zwischen den beiden Staaten. Das Gefühl gleicher, geplanten Ausführung des Werkes Kenntniß erhalten, und zwar habe Bedeutung schafft gegenseitige Achtung und Vertrauen. ! ihm Baron Fredericks, nach einer anderen Version Graf Murawiew,
Und noch ein Anderes ist es was eerad- oeaenmärtia die Intrigue enthüllt. Nach dem Rathe Fredericks' habe der Zar
. = Anderes ist es was gerade gegenwar ig bann ^ Abtheilung seiner Leibgarde in einem Saale versammelt
das Verhältniß zwischen Rußland und Deutschland günstig mib daraus die genannten Persönlichkeiten zu sich berufen. Als die-
gestaltet. Eben jetzt zeigt sich, daß der britische Riesenbesitz selben versammelt waren, theilte er ihnen mit, daß er von Allem
in Indien auf schwanker Grundlage ruht und daß der Stoß Kenntniß habe. Alle wurden verwirrt und geriethen in noch größere • „ânds prfrfmttpm Unruhe, als der Zar eine Thur öffnete und sie im Nebensaale die
einer tiastigen -zauft dw e 0 rundlage vollends .rjchulte n treue Leibwache erblickten. Als guter Sohn machte er seiner kann. Will aber Rußland einmal^ diesen >Ll0ß fuhren, so Mutter nicht den geringsten Vorwurf, um so schärfer war der Tadel, kann es das nur thun, wenn es sicher ist, daß ihm der den der Zar gegen den Hofminister Woronzow-Daschkow aussprach,
mächtige deutsche Nachbar nicht in den Arm fällt. Rußland welcher den Auftrag erhielt, sofort seine Demission zu geben, was
^„tit ^Mitirh^nh dos bei einer AuseinanderieNun r Guch geschah. Fredericks wurde fern Nachfolger, und eine weitere
braucht ein Dkutlchland das ver einer Auselnamerietzuu; ^oIg£ be§ Vorganges dürfte die sein, daß die Karsenn-Wittwe ihren
zwischen dem Baren und dem Leoparden eine wohlwollende ständigen Aufenthalt in Kopenhagen nimmt."
Neutralität bewahrt, ja das es sogar, um ehrlich zu sein, 1 Die Verantwortung für diese Nachrichten, so schreibt der nicht ungern sehen würde, wenn dem Leoparden die allezeit „Hamb. Korr.", müssen wir dem kroatischen Blatte überlassen, zum Zugreifen bereiten Krallen beschnitten werden. Von seinen ausgezeichneten Verbindungen in St. Petersburg
So kommt das deutsche Kaiserpaar zu guter Zeit nach ist bisher nichts bekannt gewesen, aber ein blindes Huhn Rußland. Das deutsche Volk wird sich der herzlichen Be- findet bekanntlich manchmal auch ein Korn, und ein Körnchen grüßung seines Kaiserpaares in Rußland erfreuen, und es Wahrheit mag die Geschichte schon enthalten.
wird die freundschaftlichen Empfindungen für Deutschland ---------
aufrichtig erwidern. Politische und unpolitische Nachrichten
selben versammelt waren, theilte er ihnen mit, daß er von Allem
(Depeschen -Bureau »Herold.")
Tagesschau. — ---------—-
Generalmajor Liebert. Während die früheren Gou-Me neuerdings üblich geworden, hat man in der Presse auch
Berlin, 2. August. Die „Rordd. Allg. Ztg." schreibt:
verneure von Deutschostairtka (Wißmann und Scheele) nur an die letzte Reife des Vize-Präsidenten des Staatè- Stabsoffiziere (Major resp. Oberst) waren, haben wir also uünisteriumS, des Ministe. s des Innern, zum KUlsir jetzt einen General. Herr Liebert kann auf eine rasche mili- nach Kiel cHe Ici Gerüchte und natürlich auch Jo che târische Carriere zurückblicken; er ist erst am 6. August 1866 über bevorstehende oder schwebende Krisen gctnupr. ^ajon Sekondelieutenant geworden; als solcher machte er den Feld- der Ursprung befer Gerüchte läßt erkennen, daß ,ihnen, wie zug 1870/71 mit, er erwarb sich das Eiserne Kreuz zweiter wir zu versichern in der Lage sind, jeher thatsächliche HMler- Klasse, am 13. Juli 1872 wurde er Premierlieutenant, am gründ fehlt. „ ,
17. September 1878 Hauptmann und am 20. Februar 1886 Berlin, 2. August. Wie ^^ „Nut.-Ztg. n. , Major. Als solcher ist er eine Reihe von Jahren in dem konnte der Reichskanzler Fürst Hohenlohe seine ab Hat, heute großen Generalstab gewesen und hat als Generalstäbler auch von Aussee nach Berlin zurückzukehren, wegen pochwasier als Lehrer bei der Kriegsakademie gewirkt. Sein ungemein nicht ausführen. _
klarer und fesselnder Vortrag fand allseitige Anerkennung; Berlin, 2. August. Zu der fachlich am 16. Mai 1891 wurde er Oberstlieutenant und am 14. Post", daß Ltaatsminisler von Koller zum p. I Mai 1894 Oberst; als solcher erhielt er das Grenadier- von Schllswig-Holstem ernannt worden snj Regiment Prinz Karl von Preußen (2. brandenburgisches) „kerl. Neuest. Ruche, es könne am, _
Nr 12, nachdem er vorher unseres Wissens Chef bis General- Ausfertigung gemeint sein, bte Ernennung selbst sei stabes des 10. Korps in Hannover gewesen war. vor Monaten erfolgt. w i, „ npiSffentli&t die
Wünsche der Volksschullehrer. Der „Voss. Ztg." I Berlin, 2. August. Der .Reichsanz. ve op
wird von Weimar geschrieben: Nunmehr haben die Volks- Verordnung beireffend die 1 Reicksbarrkbeamtur
schullehrer unseres Landes auf ihre beim Kultusministerium und Waisengeld^r für Hrn u ‘ , Reichsaurei er
eingereitste Bittschrift, itaen dm Sein« einer Universität ba^om 26 IM d Z. J™« p“bW Lâ°7 Einrichk durch j» erleichtern, daß man zu liefern B-Huse jedem Lehrer eine Setann in.tbung ' *, ' , Schriitai-ker.i-n
einen einjährigen Urlaub geben möge unter W-il-rzahluug trog und Setrieb der Bachdrack-r-u» und «ch-isig<-tz-r,>-n des vollen Gehalts, eine Antwort erhalten, worin eine, wohl- vom 31. ^ulr. russische Botschastec
wollende Erwägung der Sache in Aussicht gestellt ist Da- Berlin, 2 August. D ^ h^sige russische ^otMfte^ gegen sprach sich das Ministerium gegen du °»dm Fâ *“‘ j b ^ammenmsseu der heiben Kaiser der Einführung der lateinischen Sprache als Lehrfach in den '
Seminarien aufs bestimmteste aus, mit der Bemerkung, r’......
daß gegen eine etwaige Einführung des Französischen als
den preußischen Volksschulen — evangelischen und katholrschen b^s auf Weiteres der erste <etictar der Bol.chau als — ist nach einer für das letztverflossene Schuljahr jetzt ab- scyaslstragee.
geflossenen amtlichen Feststellung salgende: Aus 68 000! â, S. August. Das erste G-sch-ad-r, bet weißem
vom 31. Juli.
Berlin, 2. August. Der hiesige russische Botschafter
beizuwohnen.
Berlin, 2. August. Der „Reichsanz." meldet: Nachdem der Kaiserliche Botschafter in Washington Freiherr von