31. Juli_______________________________________
Taxator und Auktionator Herrn Aug. Heinzinger weistbietend gegen Baarzahlung verkauft.
Mainwafferwärme gestern Mittag 17 Grad.
* Hanau, 31. Juli. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte: Bohnen 30—35 Pfg., Erbsen 30—35 Pfg., Linsen 40—45 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben, das Pärchen 80—90 Pfg.; ein junger Hahn 80 Pfg. bis 1,20 Mk.; ein Huhn 1,30—1,60 Mk.; eine Ente 2—2,60 Mk.; eine Gans (junge) 3,20—3,70 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 25—30 Pfg., bessere Sorten 35—40 Pfg., Aal 1—1,10 Mk., Hecht 1,10-1,20 Mk., Bresem 60-70 Pfg., Barben 60—70 Pfg., Barsch 50—60 Pfg. — Vs kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 20 Pfg.; Blumenkohl das Stück 40-60 Pfg.; Kopfsalat, das Stück 4-8 Pfg.; Endivien, das Stück 5—10 Pfg.'; Rettig, das Stück 5 Pfg.; Ober-Kohlrabi, das Stück 5—8 Pfg.; Wirsing, das Stück 15—20 Pfg.; Weißkraut, das Stück 20—30 Pfg.; Rothkraut, das Stück 25—35 Pfg.; Sellerie, das Stück 15—10 Pfg.; Gurken, das Stück 5—6 Pfg.; Gurken, zum Einwachen das Hundert 1—2 Mk.; gelbe Rüben das Bund 5—6 Pfg.; neue Erbsen, die Portion 30 Pfg.; neue Bohnen, die Portion 20—25 Pfg.; Spinat, die Portion 30 Pfg.; Kartoffel (neue), 12—15 Pfg. das Doppelliter; Obst: Stachelbeeren 20—25 Pfg., Johannistrauben 20—25 Pfg. und Trauben 80 Pfg. bis 1 Mk. das Vs kg; Him beeren 28—30 Pfg. und Heidelbeeren 8—10 Pfg. das Vs Liter; Aepfel, das Pfund 20 Pfg.; Birnen, das Pfund 20 bis 25 Pfg.; Pflaumen, das Pfund 15—20 Pfg.; Zwetschen, das Pfund 40 Pfg.; Pfirstsche, das Stück 8—10 Pfg.; Zitronen, das Stück 8—10 Pfg.; Paradiesäpfel, das ctuet 5—6 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,05—1,30 Mk.; Käse, das Stück 4—5 Pfg.; Eier, das Stück 7—9 Pfg.; Zwiebel, das Doppelliter 20—22 Pfg.; Welschkorn das Doppelliter 22—24 Pfg.; Radieschen, das Bündel2 — 3 Pfg.; Kastanien, das Vs kg 20 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. — Vs kg.: Stroh (neues) 2—2,30 Mk. und Heu (ueues) 2,30—2,60 Mk. — 50 kg.; Buchenholz, der Meter 9,50 Mk.
Aus der Provinz und den Nachbargebieten.
Cassel, 29. Juli. Heute Vormittag gegen 11 Uhr ereignete sich vor einem Hause der Weserstratze ein Unglücksfall mit tödtlichem Erfolg. Der 29 Jahre alte Fahrbursche Georg Neutze von hier war beauftragt, eine Fuhre Möbel nach der Weserstraße zu fahren. Beim Abladen beschäftigt, wurde Neutze von einem vorbeifahrenden schwer mit Steinen beladenen Wagen erfaßt und gegen die Möbel und den Wagen derart gepreßt, daß er schwer verletzt wurde. Er ist an den Verletzungen nachmittags gestorben.
Hersfeld, 30. Juli. Der Verlauf des ersten Heimaths- festes in Münden hat hier den Plan angeregt, auch in Hers- feld einmal ein solches Heimathssest zu veranstalten. Die „Hersf. Ztg." hat sich für diesen Plan erklärt, ist aber mit Recht der Ansicht, daß ein solches Fest im nächsten Jahre noch nicht gefeiert werden könne, weil dazu eine längere Vor bereitungszeit nöthig sei.
Efchwege, 30. Juli. Tie Aussichten auf eine ergie bige Tabakernte sind in diesem Jahre nicht sehr günstig; denn bei der anhaltenden Trockenheit sind die Pflanzen vielfach eingegangen und haben wiederholt durch neue ersetzt werden müssen. Auf den niedriger gelegenen Aeckeru ist der Tabak im allgemeinen bester entwickelt als auf den höher gelegenen; doch haben auch hier die Tabakbauer durch fleißiges Begießen große Arbeit und Unkosten gehabt, die den Erntegewinn recht erheblich schmälern. Die starken Niederschläge der letzten Tage sind den Pflanzungen von großem Vortheil gewesen.
Schmalkalden, 30. Juli. Der Stadt Schmalkalden wurde das Privilegium zur Aufnahme einer 3^/,prozentigen Anleihe im Betrage von 550 000 Mk. verliehen. Die Mittel dienen zur Tilgung älterer Schulden sowie zur Ausführung gemeinnütziger Anlagen.
Wiesbaden, 30. Juli. Der Kaiser robb nach der Parade in Homburg sich mit sämmtlichen fürstlichen Gästen und großem Gefolge hierher begeben, um einer Festvorstellung im Hoftheater beizuwohnen. Außerdem findet hier eine Galatafel mit 300 Gedecken statt.
+ Frankfurt a. M., 29. Juli. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich beehrte gestern Vormittag die Allgemeine Rosen-, Blumen und Pflanzen-Ausstellung, deren Protektorin sie bekanntlich ist, mit einem mehr als einstündigen Besuche. Gefühlt von den Komiteemitgliedern, welche der hohen Frau ein großes Rosenbouquet überreichten, nahm Ihre Majestät mit hohem Interesse alle ausgestellten Pflanzen und Geräth- schaften in Augenschein. Die Kaiserin, welche in Begleitung ihres Hofmarschalls Grafen Seckendorff und der Hofdame Gräfin Perponcher erschienen war, interessirte sich besonders für die Rosen und ließ sich verschiedene Seltenheiten aufschreiben, dickste für sich bestellen will. Auch die ausgestellten Gartenpläne und Gartenmöbel, sowie die industriellen Erzeugnisse des Gartenbaues fanden die lebhafteste Beachtung der Kaiserin. Hierauf besichtigte Ihre Majestät noch auf das Eingehendste das Wildrosen-Sortiment und schenkte ihre Beachtung in erster Linie den Rosensorten, die sich für Einfassungen eignen. Die Kaiserin hat versprochen, im Herbst ihren Besuch zu wiederholen.
Frankfurt a. M., 31. Juli. Ein in einer Oelfabrik am Thiergarten beschäftigter Kommis von 20 Jahren, welcher der einzige Sohn einer in Offenbach wohnenden Wittwe ist, hat am Mittwoch Abend das Geschäft in gewohnter Weise verlassen, kam aber nicht nach Hause. Vorgestern Abend
_______________Hanauer Anzeiger
wurde er oberha.b ter Obermainbrücke von Schiffern als Leiche aus dem Main gelandet. Ter junge Mann aalte an jenem Abend nach Geschäftsschluß noch einige Wiese zu be sorgen und diesen Auftrag auch ausgeführt; darauf begab er sich nach dem öffentlichen Badeplatz am Fifcherfeld und stürzte sich in den Main. Seine Leiche wurde nach dem Sachsen- Häuser Friedhof verbracht. — Im Laufe des h-utigen Mor gen brach auf der Landstraße nach Oberrad das Rad eines Kohlenwagens. Derselbe kam gerade auf dem Geleise der elekirischen Bahn Frankfurt Offenbach zu Falle, wodurch der Betrieb auf einige Zeck gestört wurde.
Frankfurt a. M., 31. Juli. In den letzten 14 Tagen hat der Zoologische Garten nicht weniger als 96 Thiere gekauft und außerdem (in wunderschönes Paar Wüstenfüchse von Ihrer Großherzoglichen Hobeit, ier Frau Prinzessin Viktoria von Battenberg zum Geschenk erhalten. Mit den Neuankömmlingen wurte zunächst das Affenhaus beoölkert, in dem jetzt über 100 Affen gehalten werden, was wohl in keinem anderen Garten der Welt der Fall sein dürfte. Sehr me kwürdig ist ein großer Etelzvogel, der sog. Nimmersatt, von bim man früher glaubte, er halte nur sein n gewaltigen Schnabel ins Wasser, in den alle Beutethiere wie von einer unsichtbaren Macht hineingetrieben würden. Ein frisch gefangener schwarzer Panther, ein Ausbunv von Wildhe't, ist gegenwärtig im Innern des großen Roubthierhauses unter- gebracht. Besonders reich ist augenblicklich der Garten an schönen Gazellen und Antilopen ; manche davon, w e z. B. die Peizeln-Gazelle, ist zum eisten Male in Frankfurt zu sehen. Die zuletzt eingetroffenen Tbine sind algerische Reptilien und ein Moschusthier von Ceylon.
Pariser Erwerbsspezialitäten.
Paris ist nicht bloß das brillante Paris des Boulevard des Italiens, der Avenue de l’Opéra und der Champs- Elysées, das lachende Feenreich der Lebemänner, es gibt auch ein Paris der bitteren Mühe und schweren Arbeit um das tägliche Brot, wie ein Paris der Verzweiflung und des namenlosen Elends, wo Tausende und aber Tausende ohne Hoffnung und ohne Kraft in einer Atmosphäre der Pestilenz und des Fluches von nie geahnten Erwerbszweigen vegetiren. Die Vorführung einzelner dieser Metiers wird unseren Lesern einen lehrreichen Einblick in das Leben und die Sitten des unbekannten Paris gestatten. Haben Sie, geschätzte Leserinnen und Leser, zum Beispiel jemals von einem Ameisenzüchter gehört ? — Ich wette, nein! Und doch ist es eine Profession, und ich kenne eine junge Frau Namens Blanche, die sie ausübt.
Ihr Anblick ist furchtbar, ihr Gesicht und ihre Hände erscheinen gleich gegerbtem Kalbleder, ihre Kleider sind ganz aus Büffelleder gefertigt. Aber trotz dieser Rüstung ist sie an allen Stellen des Körpers von ihren undankbaren Schützlingen halb zernagt. Sie ist aber dermaßen unempfindlich, ihre Haut ist so hart geworden, daß der Ameisenbiß nicht die geringste Wirkung mehr auf sie übt, und sie ihr Bett mitten unter ihren lebendigen Waarenballen stehen hat. Als die Polizei ihr Etablissement besichtigte, zeigte sie sich höchst erstaunt und meinte: „Wie können die Nachbarn sich nur über diese kleinen Thierchen beklagen? Sehen Sie, ich lebe mitten unter ihnen und fühle mich wohl. Die Welt ist zu abscheulich !"
Trotzdem zwang sie die Polizei, ihr seltenes Pensionat außerhalb von Paris in ein ganz isolirtes Haus vor den Thoren zu verlegen.
Fräulein Blanche unterhält Angestellte in allen Departements mit großen Waldungen, selbst in Deutschland hat sie solche. Jeder derselben bezieht 60 Francs monatlich, und dieselben schicken ihr durchschnittlich täglich zehn große Mehlsäcke voll Ameisen. Letztere läßt Fräulein Blanche brüten, und die gewonnenen Eier verkauft sie als Nahrung für die Fasanen. Fräulein Blanche hat durch diese Industrie bereits ein hübsches Vermögen erworben, und sie hätte sich längst von den Geschäften zurückgezogen, um in Argenteuil auf ihrer Villa als Rentiere zu leben, wenn die Liebe zu ihren Pen- sionairen sie nicht auf dem Posten erhielte.
Weniger poetisch ist die Profession der Regenwurmzüchter. Die Korporation derselben, welche den Anglern die Regenwürmer pfundweise verkaufen, besteht aus etwa zwanzig Mann, an ihrer Spitze die allen Liebhabern des Angelsports wohlbekannten Matadore „Papa Krebsfleisch" und „Papa Blindschleiche", die eine wirkliche Celebrität genießen. Der Letztere namentlich hat eine bedeutende Kundschaft. Er hat Reisende, welche die Provinz besuchen, und verkauft jeden Sommer 30—40 Millionen Würmer. Das Drolligste ist, daß er sich niemals von einem Quantum Regenwürmer ohne herzliche Betrübniß trennt. „Es sind meine Kinder", seufzt er mit tiefer Bewegung. Sehr merkwürdig ist seine „Pension". Dieselbe besteht aus einem großen, eingezäumten Platz in Montmartre, in dessen Mitte ein großes Loch ausgehöhlt ist. Dieses Loch ist mit Mist und fetter Erde gefüllt, und man sieht die Regenwürmer zu Hunderttausenden darin umherkriechen. Auch er hat Angestellte, die ihm jeden Tag neue Würmer zutragen. Er bezahlt sie ihnen je nach Qualität der „Waare" mit 5—6 Sous (20—25 Pfennig) das Pfund und verkauft sie für 1—2 Fr.
Aber das sind „reiche" Professionen. Bedeutend bescheidener sind He Cigarrenstummel-Sammler und -Schneider. Sie theilen sich in drei Klassen: diejenigen, welche für sich selber Stummel sammeln, um rauchen zu können, ohne das Portemonnaie öffnen zu müssen, vorausgesetzt, daß sie ein solches haben und daß man was drin findet; diejenigen, welche für die Gärtner arbeiten, welche aus den Cigarrenenden einen Saft kochen, der die den Pflanzen schädlichen Insekten tödtet; diejenigen endlich, welche neuen Tabak aus
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den alten Resten fabriziren. Diese letzteren lesen die Stummel überall auf, selbst aus den Rinnsteinen und den Urinir- häuschen. Es ist ihnen ganz egal, woher sie die „Waare" nehmen. Mit der Gmte heimgekehrt, hacken sie dieselbe ganz fein, wobei die theure „Londres“ mit der „Crapulados“ für einen Sou zusammengemischt wird und ein Kraut entsteht, das von den Straßenfegern und Latrinenmännern, die Nachts ihr grausig Wesen in Paris treiben, für bedeutend feiner als der Tabak der Regie erklärt wird und in jedem Falle bedeutend weniger kostet.
De gustibus non est disputandum, und alle Geschmacksrichtungen sind in der Natur! — — Eine wenig bekannte Profession ist die der Rattenfänger. Es gibt ihrer etwa 300 in Paris. Man kann sie Nachts operiren sehen. Sie marschiren ganz geräuschlos, wie Cooper's Mohikaner. Neben ihnen trottet ein Hund, ein auf die Jagd dressirter Terrier.
Als Handwerkszeug bemerkt man eine Laterne, einen Scheuerlappen, einen Eisenstab und einen Käfig.
Plötzlich schnüffelt der Hund .... er wittert das Wild und springt unruhig an der Leine hin und her. Der Jäger nimmt ihm die Leine ab, und der Hund preßt sich mit vorgeschobener Schnauze dicht vor die Ausgußrinne, in der die unglückliche Ratte ein Asyl gesucht hat.
Der Rattennimrod läßt den Hund auf diesem Posten und verstopft inzwischen mit dem Waschlappen den Ausgang der Rinne, der zum Hause mündet. Dann stellt er seinen Käfig vor die Mündung am Trottoir und jagt mit seinem Eisenstock die Ratte heraus, die, vom Hunde bedroht, keinen anderen Ausweg sieht, als in den Käsig zu flüchten.
Eine Ratte wird mit 25—50 Centimes verkauft. Die nächtliche Jagdausbeute des nicht gar zu ungeschickten Jägers beträgt 10—15 Stück.
Das Fell der Ratte wird zu Handschuhen verarbeitet. Ihr Fleisch — zittert nicht theure Leser — wird in den billigen Restaurants und in den theuren Charcuterieen gegessen, in den ersteren als Braten, in den letzteren zu Wurst und Pastete verhackt. Uebrigens behaupten Personen, welche wissentlich Rattenfleisch aßen, daß es von vorzüglichem Geschmack sei.
Nicht wahr, es lohnt der Mühe, diese Sitten und Professionen näher zu studiren?
Gebrauchs-Muster.
Nr. 78 252. Unzerbrechliche Zahngebiß-Feder aus gehärtetem, elastischem Silberstahldraht. Wilhelm Behrens in Hanau, vom 21. Juni 1897 ab. — B. 8387. Kl. 66. Nr. 78 138. Knetmaschine, deren Flügel zwischen Laschen auf der Welle lösbar befestigt sind. Johann F e y in Offenbach a. M., vom 14. Juni 1897 ab. — F. 3615. Kl. 2.
Nr. 78 189. Albumblatt mit doppelten Pappkernen zum Einschüben der Bilder. H. W. Zeiß in Frankfurt a. M.- Sachsenhausen, Gutzkowstraße 24, vom 23. November 1896 ab. - Z. 942. Kl. 11.
Nr. 78143. Dreieckiger Satzrahmen für Winkel- und Schrägsatz. Rudhard'sche Gießerei in Offenbach a. M., vom 17. Juni 1897 ab. — R. 4493. Kl. 15.
Nr. 78132. Duplex-Funkenindukeor, bestehend aus zwei nebeneinander angeordneten, von einander getrennten Eisenkernen mit gemeinschaftlicher Primär! eitung. F. W. Senkbeil in Offenbach a. M., vom 10. Juni 1897 ab. — S. 3512. Kl. 21.
Schiffsbertcht.
Hamburg, 30. Juli. Der Dampfer „Avria" von der Hamburg-Amerika-Linie ist vorgestern in Boston eingetroffen.
Bremen, 30. Juli. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyo „Prinzregent Luitpold" ist gestern in New Dork und der Dampfer „Roland" vorgestern in Baltimore eingetroffen.
Drahtnachrichten des „Han. Anz."
Berlin, 31. Juli. Das Zusammentreffen des Kaisers mit der Kaiserin findet heute Vormittag in Kiel statt, woselbst die Kaiserin um 8 Uhr eintrifft. Auch die Prinzessin Heinrich begibt sich nach Kiel. Der Kaiser erfreut sich des besten Wohlseins. Er hat jetzt das schützende Augenglas abgelegt und bewegt sich auch im Freien ohne jeglichen Augenschutz. Gestern Abend fand auf der „Hohenzollern" Herrentafel statt, wozu die Minister Miquel und o. d. Recke, sowie die Admirale Koster und Thomsen geladen waren.
Berlin, 31. Juli. Die Nachforschungen nach der Leiche des bei Odde ertrunkenen Lieutenants zur See, v. Hahnke, sind als völlig aussichtslos aufgegeben worden.
Berlin, 31. Juli. Wie die „Berl. Neuest. Nachr. auf direkte Erkundigung erfahren, eutbehrt die Mittheilung von einer schweren Erkrankung des Generals v. Hahnke jeder Begründung. Der General begab sich vielmehr zum Vortrag beim Kaiser nach Kiel.
Berlin, 31. Juli. Da das Konsistorrum zum zwecken Male die Wahl des Pastors Jskraut zum Pfarrer der Sophienkirche nicht bestätigt hat, ist aus der Gemeinde eine Eingabe an den König zu Gunsten Jskrauts gemacht worden. _
Breslau, 31. Juli. Im Weistritz-Gebrete hat ein Wolkenbruch ungeheueren Schaden angerichtet. DieUmgebung von Hirschberg gleicht einem See. In Kummersdorf steht das Wasser bis an die Dächer. E ämmtliche Fabrik-Etablissements im Bobergebiet haben ihren Betrieb eingestellt. In Petersdorf sind viele Häuser ein gestürmt und mehrere Brücken fortgeristen. Zahlreiche Gebäude sind geborsten. Die Ernte ist vernichtet.