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* Hanau , 24. Juli. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte: Bohnen 30—35 Pfg., Erbsen 30—35 Pfg., Linsen 40—45 Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tauben, das Pärchen 75 Pfg. bis 1 Mk.; ein alter Hahn 1,40 bis 1,70 Mk.; ein junger Hahn 80—95 Pfg.; ein Huhn 1,30—1,60 Mk.; eine Ente 2,80—3,50 Mk.; eine Gans (junge) 3,20 — 3,80 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 25—30 Pfg., bessere Sorten 35—40 Pfg., Aal 1—1,10 Mk., Hecht 1,10-1,20 Mk., Bresem 60-70 Pfg., Barben 60—70 Pfg., Barsch 50—70 Pfg. — Va kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 15—20 Pfg.; Blumenkohl das Stück 40—50 Pfg.; Kopfsalat, das Stück 4—8 Pfg.; Endivien, das Stück 5—10 Pfg); Rettig, das Stück 6-8 Pfg.; Ober- Kohlrabi, das Stück 3-5 Pfg.; Wirsing, das Stück 10 15 Pfg.; Weißkraut, das Stück 15—30 Pfg.; Rothkraut, das Stück 25—30 Pfg.; Sellerie, das Stück 5—10 Pfg.; Gurken, das Stück 5 — 6 Pfg.; Gurken, zum Einmachen das Hundert 2,50—3,50 Mk.; gelbe Rüben das Bund 6 6—8 Pfg.; neue Erbsen, die Portion 20—25 Pfg.; neue Bohnen, die Portion 25—30 Pfg.; Spinat, die Portion 20—30 Pfg.; Kartoffel (neue), 12—15 Pfg. das Doppelliter; Obst: Kirschen, 20—40 Pfg., Stachelbeeren 18—20 Pfq., Johannistrauben 18—20 Pfg. und Trauben 80—90 Pfg. das Vs kg ; Himbeeren 20—25 Pfg. und Heidelbeeren 8 bis 10 Pfg. das Vs Liter; Aepfel, das Stück 5 Pfg.; Birnen, das Stück 2—5 Pfg.; Zwetschen, das Pfund 40 Pfg.; Pfirstsche, das Stück 10—12 Pfg.; Zitronen, das Stück 8—10 Pfg.; Paradiesäpfel, das ctüd 5—6 Pig.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,05—1,10 Mk.; Käse, das Stt'rck 4—5 Pfg.; Eier, das Stück 7—9 Psg.; Zwiebel, das Doppelliter 20—22 Pfg.; Welschkorn das Doppelliter 22—24 Pfg.; Radieschen, das Bündel 2 — 3 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Psg., 4. Sorte 14 Pfg. — V? kg.; Stroh (neues) 2—2,30 Mk. und Heu (ueueâ) 2,40—2,60 Mk. = 50 kg.; Buchenholz, der Meter 9,50 Mk.
Aus der Provinz und den Nachbargebieten.
Cassel, 23. Juli. Der Friedhof vor dem Holländischen Thore war gestern schon wieder der Schauplatz eines Selbstmordes. Friedhofsarbeiter fanden gegen halb 8 Uhr einen etwa 60jährigen Mann mit durchschossenem Kops im Gebüsch liegend an der Rückwand des Häuschens unweit des Tannenheckerweges todt vor. Der Selbstmord konnte erst kurz zuvor geschehen sein. Der Schuß war über dem rechten Ohr em- gedrungen. Ein Revolver wurde noch mit drei Schuß geladen im Grase vor der Leiche gefunden. In den Taschen des Unglücklichen, welcher ein Landmann aus der Nähe Cassels zu sein scheint, sand man keinerlei Papiere vor, welche auf die Persönlichkeit schließen ließen. Die Leiche wurde sofort nach der Friedhofskapelle überführt. Vor der Trat hatte der Lebensmüde seine Kötze, in welcher sich eine Schnapsflasche, ein Stück Wurst, eine blauleinene Schürze und ein Kattunhalstuch befand, hinter der Friedhofskapelle niedergestellt. (C. T.)
Fritzlar, 22. Juli. Der bekannte Karousselbescher Bierhenket, welcher vorige Woche zum Pferdemarkt hier spielte und gestern über Züschen weiter fahren wollte, ist an dem Berge hinter Haddamar, wie das „C. T." schreibt, von einem ] schweren Unglück betroffen worden. Der Familien- resp. Wohnungswagen ist umgefallen, und wurde Frau Bierhenkel so schwer verletzt, daß sie ihren Geist aufgab. Außerdem soll ein Kind einen Beinbruch, die anderen Kinder mehr oder weniger Verletzungen erlitten haben.
^ Mainflingen, 23. Juli. Der 27jährige unver- heirathete Russenstemmacher Ferdinand Adam Walter von hier gerieth dieser Tage in betrunkenem Zustande mit seinen verheiratheien Brüdern Peter und Adam Walter auf dem „Lehmfelse" bei Offenbach in Streitigkeiten, wobei ihm übel
mitgespielt wurde. Die Polizei brachte ihn schließlich als den Hauptexzedenten in Sicherheit. Im Polizeigefängnisse erlag er den bei der Schlägerei erlittenen Verletzungen. Die beiden Brüder wurden sodann in Untersuchungshaft abgeführt. Der Verstorbene war ein brutaler, in der ganzen Gemeinde gefürchteter Raufbold, der schon 1 Jahr wegen Stecherei das Butzbacher Zellengefängniß schmückte.
^ Zellhaufen, 23. Juli. Der verheirathete Maurer Peter Koch IV. von hier erlitt durch einen Sturz in einem Neubau zu Seligenstadt einen schweren Bruch des linken
Oberarmes und mehrere Kopfoerletzungen.
Der Brand-
stifter Andreas Kolb aus Schweinheim, welcher kürzlich zwischen hier und Mainflingen große Holzstöße entzündete, wurde gestern vor dem Seligenstädter Amtsgerichte den Zeugen gegenübergestellt und der That vollständig überführt. Der Gauner wurde sodann nach Darmstadt eskortirt. Kolb ist nicht, wie wir unlängst irrthümlich berichteten, ein junger Mensch, sondern ein 50jähriger ergrauter Sünder, der sich darin gefällt, Obstbäumchen zu zerstören, Kruzifixe und Heiligenbilder an der Landstraße zu zertrümmern rc. Solche und ähnliche Heldenthaten trugen dem alten Walzbru er schon vielfache Vorstrafen ein.
Vermischte Nachrichten.
Geheimnitzvolle Wurftfabrikation. Aus Berlin, 23. Juli, wird geschrieben: Ein Bergehen gegen das Nahrungë mittelgesetz, wie es schwerer kaum gedacht werden kann, wurde dem Handelsmann Hermann Mohr, Pallisaden- straße 69, zur Last gel gt, welcher heute vor der dritten
Ferienstrafkammer des Landgerichts I stand. Am 11. März d. J. brachte der Geselle Nehring, der bei dem Angeklagten in Arbeit stand, ein Stück Schweinefleisch nach dem Untersuchungsamt mit dem Bemerken, daß es ihm von seinem ____v ______
Meister übergeben ki mit dem Auftrage, es zu Wurst zu düngen wurden be7 dem letzten Unwetter in der Provinz verarbeiten. Der ^hierarzt Dr. Meyer, welcher es unter- Po'en 11 Menschen vom Blitz erschlagen, darunter eine Ehesuchte, gab über die Beschaffenheit des Fleisches ein Gut- frau, welche sich unter einen Baum gestellt halte. Auf dem achten ab, welches nicht wiedtrgegeben werden kann,
da es die Leser mit Ekel erfüllen würde. Das Fleisch bestand aus in Fäulniß übergegangenen Theilen von Schweinen beiderlei Geschlechts, welche von Schlächtern fortgeworfen werden, auch wenn sie gesund sind. Im heutigen Termine traten vier Gesellen als Zeugen gegen ihren früheren Arbeitgeber auf, welche ein haarsträubendes Bild von der Unsauberkeit entrollten, die in dem Geschäfte des Angeklagten herrschte. Mohr pflegte seine Einkäufe auf dem Viehhofe selbst zu besorgen. Zumeist habe er Abfälle gekauft, die er schon in zerkleinertem Zustande nach Hause brachte und selbst ablud. Die Gesellen mußten dieses Material dann in einem halbdunklen Raum zu Blut- und Leberwurst verarbeiten. Der sogenannte „Fleischwolf", eine Maschine, die gedreht wird, zerkleinerte alles. Einige Male habe Mohr Abfälle zur Seifenfabrikation ausgekocht, aber in demselben Kessel, in welchem die Wurst bereitet wurde. Der Geselle Nehring bekundete, daß der Angeklagte ihn einmal aufgefordert habe, von der frisch bereiteten Wurst zu kosten. Er habe es abgelehnt mit den Worten: „Den Dr . . . koste ich nicht!" Die Zeugen bekundeten noch, daß die Fleischabsälle stets während der Nacht gekocht wurden, damit die Nachbarschaft nicht belästigt wurde. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnißstrafe von sechs Monaten, dreijährigen Ehrverlust und — damit das Publikum auch erfahre, welche Delikatessen der Angeklagte feilhalte — auch Veröffentlichung des Erkenntnisses. Der Gerichtshof erkannte auf vier Monate Gefängniß und Veröffentlichung des Urtheils.
AonÄSN, Castle" ist auf kommen
23.
der
Schiffsbericht
Juli. Der Castle- Dampfn „Donne schlug dem Polizeipräsidenten von Barcelona eine energische Ausreise vorgestern in Durban ange- Niederwerfung der Unruhen vor, selbst mit Waffengewalt. Bisher wurden 150 Ruhestörer verhaftet.
Hamburg, 23. Juli. Der Dampfer „Ambria" von der Hamburg Amerika Linie ist gestern in New-York und der Dampfer „Bragonia" vorgestern in Christiarria eingetroffen.
Bremen, 23. Juli. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Bayern" ist vorgestern in Singapore tingetroffen.
Der Dampfer „Phoenicia" ist am 22. Juli, 6 Uhr morgens, wohlbehalten in New-York angeksmmen.
Drahtnachrichten des „Han. Anz."
Berlin, 24. Juli. Das Abgeordnetenhaus erledigte in seiner gestrigen Abendsitzung, die bis nach 10 Vs U^r dauerte, die Petitionen, welche zum großen Theil der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen wurden.
Berlin, 24. Juli. Der bisherige Gesandte Mcomt Joki reifte gestern mit seiner Familie nach Japan ab.
Berlin, 24. Juli. In einem Hotel erschoß sich gestern Abend ein Fremder, der wegen Zahlungsunfähigkeit verhaftet werden sollte. Der elegant gekleidete Zechpreller hat sich für einen Studenten namens Borstel aus Braunschweig ausgegeben.
Hamburg, 24. Juli. Die Elbe hat gestern zwei weitere Opfer gefordert. 2 beim Störfang beschäftigte Fischer kenterten mit ihrem Boot und ertranken beide.
Elbing, 24. Juli. Der Hofmann Rose auf dem dem Grafen zu Dornap-Roecknitz gehörigen Hofgut schlug nach einem Workwechsel den Arbeiter Biemadtzki, ließ sodann einen Revolver holen und erschoß den Arbeiter durch zwei Schüsse.
Prag, 24. Juli. Tschechischen Blättern zufolge werden im Lchlog Podiebrao Vorbereitungen zu einem längeren Aufenthalt des deutschen Reichskanzlers, Fürsten Hohenlohe, getroffen.
Posen, 24. Juli. Nach bis jetzt eingelaufenen Mel-
Feld wurden 7 Erdarbeiter vom Blitz ge roffen, 1 war sofort todt, die übrigen ichwer verletzt.
Dresden, 24. Juli. Das 25jährige Regierungs-Jubiläum des Königs Albert von Sachsen soll bereits am 23. April nächsten Jahres, also zusammen mit seinem 70. Geburtstage, gefeiert werden. Aus Anlaß dessen wollen die sächsischen Stadt- und Landgemeinden wohlthätige Stiftungen ins Leben rufen.
Brüssel, 24. Juli. Die Kammer-Central Sektion verlas gestern die vom Senat angenommenen besonderen Privilegien für die Spielbanken in Spaa und Ostende und nahm eine Resolution an, wonach die geschlossenen Spielgesellschaften denselben gesetzlichen Maßregeln unterworfen sein sollen, wie die öffentlichen.
Mons, 24. Juli. Gestern streikten nur noch 9500 Bergleute. Man glaubt, daß der Ausstand in einigen Tagen beigelegt sein wird.
Madrid, 24. Juli. Die Zeitungen brachten zahlreiche Einzelheiten über Greuelthaten, welche ein Kirchenhüter zu Sevilla und dessen Ehefrau begangen haben sollen. Das Ehepaar lockte zahlreiche Kinder in die Sakristei und tödtete dieselben. Bisher wurden 26 verweste Kinderleichen gefunden. Das Motiv der That ist noch nicht aufgeklärt. Die Erregung in der Bevölkerung Sevillas ist so groß, daß die Behörden besondere Maßregeln ergriffen, um Unruhen zu verhindern.
Barcelona, 24. Juli. Ein großer Theil des Pöbels ergreift für die Streikenden Partei. Die Streikenden haben bereits eine Reihe von Gewaltthaten begangen und schickten sich an, eine Fabrik auszuplündern. Der Minister des Innern
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Werkstätten der Kleider- und Wäschefabrilation zum Aushang in den Arbeitsräumen bezw. zur Führung vorgeschriebenen Formulare: 1. Auszug aus den Bestimmungen der Verordnung vom 31. Mai 1897,
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