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Amtliches Grgan für Htaöi- unö FanSKreis Hanau.
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Rr. 166.
Ke
Montag den 19. Juli
1897.
Hierzu
„Amtliche Beilage" Nr. 49.
Amtliches.
^larrökveis K«n«u.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamles.
Das Infanterie-Regiment Nr. 166 wird am 23., 24., 26. und 27. d. Mts. zwischen Bruderdiebacherhof und Hüttengesâß, Schußrichtung vom Mühlberg gegen den Taubenrain, ein Schießen mit scharfen Patronen abhalten. Das Schießen wird am 23. und 24. d. Mts. vormittags von 7 bis gegen 12 Uhr, nachmittags „ 3 „ „ 8 „ am 26. und 27. d. Mts.
vormittags von 7 bis gegen 12 Uhr dauern.
Das Gelände, welches während des Schießens nicht betreten werden darf, liegt innerhalb der Straßen Hüttengesäß—Bruderdiebacherhof—Langenselbold Langenselbold—Ravolzhausen Ravolzhausen—Rüdigheimerhof—Rüdigheim Rüdigheim—Marköbel und wird durch Sicherheitsposten abgesperrt.
Den Weisungen der Letzteren ist unbedingt Folge zu leisten.
Die Herren Ortsvorstände wollen dies unter dem besonderen Hinweis darauf, daß aus Gründen der Sicherheit das Zuschauen verboten ist, sofort veröffentlichen lassen.
Hanau den 19. Juli 1897.
Der Königliche Landrarh.
I. V.:
M. 3199 Dr. Becker, Regierungs-Assessor.
Dien^nadiriditen aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Schreinermeisel.
Verloren: Ein silbernes Halskettchen.
Hanau am 19. Juli 1897.
^taöt&reie ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
In den letzten Wochen haben sich die Anmeldungen eiliger Latrinengrubenentleerungen — darunter eine ganze Reihe als voll bis zum Ueberlaufen bezeichnet — so gemehrt, daß es nicht möglich ist, die Gruben sofort oder auch nur in 3—4 Tagen nach der Anmeldung zu entleeren. Um einen
Leuilletsn
Andâ's Ausstieg.
Der kühne Forscher hat also nunmehr wirklich seine Luftfahrt, die ihn nach seinem Willen über den Nordpol führen soll, mit seinen beiden Begleitern Strindberg und Fränkel angetreten. Das vorgestern schon mitgetheilte diesbezügliche kurze Telegramm ist mittlerweile bestätigt und ergänzt worden. Der Stockholmer Zeitung „Aftonbladet" ging am 15. d. M. folgendes Telegramm Andree's zu aus Tromsö: „In Uebereinstimmung mit deni bereits früher gemeldeten Beschlusse wurden am 11. Juli, Sonntag, IOV2 Uhr alle Vorbereitungen zum Aufstieg getroffen. Um 2V2 Uhr war der Ballon fertig zum Aufstieg. Wir werden wahrscheinlich in der Richtung Nord- Nord-Ost geführt werden, hoffen aber in den oberen Regionen in günstigere Windverhältnisse zu kommen. Im Namen aller Theilnehmer bringen wir dem Vaterlande und den Freunden unsere wärmsten Grüße dar. Andrée." — Dieselbe Zeitung erhielt am 16. abends dann folgende Depesche aus Tromsö von ihrem dortigen Berichterstatter: Da die Windverhältnisse am Sonntag früh günstiger waren, wurde Befehl zum schleunigsten Ausstieg gegeben. Die Vorbereitungen dauerten 3 Vs Stunden. Der Ballon erhielt den Namen „Aller". Der Aufstieg ging glücklich unter den Hurrahrufen und Glückwünschen der Anwesenden von statten. Trotz des schwachen Windes stieg der Ballon schnell bis 200 Meter, wurde aber wieder bis fast auf die Nähe des Meeresspiegels niedergedrückt und stieg dann, nach Auswurf von Sandsäcken, wieder auf, in nördlicher Richtung von einem frischen südlichen Winde geführt. Das Wetter war hell. Der „Adler" war während einer Stunde sichtbar und stieg mit einer Schnelligkeit von 35 Kilometern in der Stunde. Die Richtung war Nord
einigermaßen wirthschaftlichen Betrieb, der nur erreicht werden kann, wenn die Wege zwischen den nacheinander zu entleerenden Gruben nicht zu große sind, zu ermöglichen, ist in den Sommermonaten, in denen nur am Vormittag entleert werden darf, ein Zeitraum von 14 Tagen vom Tage der Anmeldung bis zum Tag der Entleerung erforderlich. Absatz 2 § 10 der Polizeiverortnung vom 21. Juni 1894 lautet:
„Die Entleerung solcher Gruben, die öfter als einmal jährlich geleert werden müssen, ist, sobald der Grubeninhalt nur noch 50 cm vom Schachtdeckel entfernt steht, bei dem Stadtbauamt durch den Hauseigenthümer zu beantragen."
§ 14 lautet:
„Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden mit Geldstrafe bis zu dreißig Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft geahndet."
Ich bringe diese Bestimmungen wiederholt zur allgemeinen Kenntniß mit dem Bemerken, daß jeder Hauseigenthümer, der seine Grube nicht rechtzeitig anmeldet, zur Bestrafung kommen muß.
Hanau am 22. Juni 1897.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 10316
Bekanntmachung.
An folgenden Tagen kann das Hauptauâlaßsiel „Philipps- ruher Allee" und Sandfang an der Hellerbrücke von dem Fremdeneingang vor dem Kanalthor (Selterwasserhäuschen) aus öffentlich besichtigt werden:
Mittwoch den 21. Juli von 9—12 Uhr vormittags
Donnerstag den 22. Juli und
Freitag den 23. Juli von 3—6 Uhr nachmittags,
sowie Samstag den 24. Juli von 3—6 Uhr nachmittags.
Karten hierzu sind unentgeltlich von Dienstag den 20. Juli ab während der Sprechstunden 10—12'/- im städt. Hansentwäffernngsburean, Langstraße 41, 1 Treppe, zu erhalten.
Es wird dringend gebeten, den Anordnungen des Aufsichtspersonals Folge zu leisten.
Hanau am 17. Juli 1897.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: H"raeus. 10279
v Miquel über Industrie und Landwirthschaft.
Die Rede des Ministers v. Miquel bei der Einweihung der Müngstener Biücke erweist sich als eine hochbedeutsame Programmrede, sodaß wir nachstehend den vollen Wortlaut wiedergeben:
Nord-Ost. Der Abschied war ergreifend. Der Aufstieg machte einen majestätischen Eindruck. Der Dampfer „Svensksand" verließ die dänische Insel am 13. d. M. abends und hatte auf der ganzen Reise bis Tromsö starken südwestlichen Wind. Einer Privatdepesche der Zeitung „Dagens" zufolge herrschte laut allen in den letzten Wochen eingetroffenen Nachrichten über Spitzbergen, Norwegen und in der Eisregion Südwind und Südwestwind. Aus diesen Umständen vermuthet man, daß Andröe's Ballon in der Richtung nach Ostsibirien getrieben wird. — Dem „B. L.-A." wird von einem Zuschauer beim Ausstieg berichtet: Kurz vor 2'/, Uhr war Andree völlig reisefertig. Er drückte den in der Halle Anwesenden sämmtlich zum Abschiede herzlich die Hand, winkte auch den staunend anwesenden Fangstleuten zu und richtete laute, warm empfundene Dankesworte an Alle, denen er nicht mehr die Hand reichen könne, weil sie ihren Posten nicht verlassen dürfen. Ebenso nahmen Fränkel und Strindberg mit kräftigem Händedruck Abschied. Strindberg erschien tiefbewegt, und der feierliche Ernst des Augenblickes theilte sich auch allen Zuschauern mit. Dann rief Andree laut: „Fränkel, Strindberg!" Alle Drei schnitten, schon in der Gondel stehend, die dünnen Fesselleinen fort. Andree zählte dann: „Eins, zwei, drei!" Bei „drei" lösten sich auch die letzten Seile, die, auf dem Boden der Halle befestigt, den Ballon noch gehalten hatten. Stolz und majestätisch stieg er empor, direkt durch die geöffnete Nordwand seiner einstigen Behausung. Andree schaute mit frohem, vertrauensvollen Blick auf die Zurückbleibenden. Alsdann schwenkte er mit seinen Gefährten noch einmal die Mütze und rief laut: „Hilsen hjemma til sverige („Einen Gruß zu Hause an Schweden"). Wer einen photographischen Apparat da hatte, machte noch eine Momentaufnahme. Wir eilten Alle an's Ufer und sahen den Ballon schon etwa 60 Meter über dem Wasser schweben. Aber nom einmal folgte ein Augenblick äußerster Spannung: ^-er
„Wir sahen hier Wunder der Technik und der angewandten Naturwissenschaft, ein blühendes Land, eine gewaltige Industrie, getragen von hoher Intelligenz und Unternehmungsgeist, vor Allem feste, kerndeutsche, königstreue Männer die,er alten bergischen Lande, welche auch in der Industrie und im Gewerde den Wahlspruch befolgen „Wägen und Wagen". Wir werden dieses Land mit der freudigen Zuversicht verlassen, daß hier ein mächtiger Fortschritt auf allen Gebieten herrscht und das Ende noch längst nicht erreicht ist. Ich komme eben hierher gefahren aus dem Osten, aus einem Kreise, wo fast kein Schornstein in die Lüste ragt und kein Hammer das Eisen reckt, wo weder Erde noch Kohlen die Industrie großziehen, wo allein Getreidebau und Viehzucht die Bevölkerung ernähren. Wenn man auch dort gegen die Schwierigkeiten der Zeiten tapfer kämpfende Männer findet, so sieht man doch nicht so frohe und zufriedene Gesichter wie hier. Unser Preußen und ganz Deutschland ist weder ein Industrie-Land noch ein Land des Ackerbaues, es ist Beides. Weite Distrikte im Osten und Westrn, zum Theil obendrein unter der Ungunst des Klimas und auch der Bodenvnhält- nisse und der Entfernung von den Absatzgebieten stehend, sind ausschließlich auf die Früchte des Bodens angewiesen und haben wenig Aussicht, hier durch eigene Kraft Wandel zu schaffen. Andere Gebiete im Besitz besserer Verkehrsverhältnisse, großen Wohlstandes und Kapitalreichthums suchen und finden die Grundlagen ihrer Existenz und der Volksernährung wesentlich in der Industrie, andere im Handel und in der Schifffahrt. Alle drei großen Erwerbszweige sind gleich nothwendig. Jede Wirthschafts- und Handelspolitik Deutschlands muß dies beachten. Wir können keinen einzigen Erwerbszweig, aus welchem die Wohlfahrt des Volkes beruht, entbehren, aber der Staat hat die Ausgabe, soweit seine oft überschätzten Kräfte überhaupt reichen, denjenigen vor Allem seine Fürsorge zuzuwenden, welche sich in schwieriger Lage befinden und unter besonderer Ungunst der Zeiten leiden. Eine objektive und gerechte Beurtheilung wird nicht leugnen, daß heute die Mittelklassen in Stadt und Land, daß vor Allem die Landwirthschaft treibende Bevölkerung zu letzteren gehören. Selbstverständlich hat die Fürsorge des Staates ihre Grenzen nicht blos in seiner Macht auf die wirthschast- lichen Verhältnisfe überhaupt entscheidend einzuwirken, sondern auch in, dem Grundsatz, daß eine einseitige Berücksichtigung der Interessen eines Berufszweiges nicht die Lebensbedingungen der anderen gefährden dürfe. Aber im Großen und Ganzen sind doch die Interessen aller arbeitenden und erwerbenden Klassen gemeinsam und wesentlich die gleichen. In einzelnen Fragen laufen sie wohl auseinander, aber alle produzirenden Klassen erstreben doch gemeinsam den berechtigten Schutz ihrer Arbeit gegen die in der Konkurrenz begünstigsten ausländischen Mitbewerber. Die Landwirthschaft und Industrie stehen in wechselseitigem Verhältniß von Produzenten
Ballon trieb gerade auf die Felsenvorsprünge an der Ostseite des Smeerenburgsund zu, wo ein Anstoß drohte. Da faßte ihn plötzlich ein durch den Sund kommender südöstlicher Windstoß, warf ihn nach Nordwesten auf die See zurück und traf ihn so von oben, daß die Gondel einige Sekunden ins Wasser getaucht wurde. Zugleich entdeckten wir, daß die drei Schleppleinen, von denen Andree sich so viel versprochen hatte, ruhig am Ufer lagen. Der sie am Ring haltende Haken mußte sich beim Aufsteigen gelöst haben. Eine Gefahr für die Luftschiffer wird durch den Verlust der Leinen nicht hervorgerufen, da sie einen Rtservesatz Leinen als Ballast mitführen. — Stockholm, 17. Juli. (Späteres Telegr.) „Aftonbladet" erhielt ein Telegramm aus Tromsö, welches lautet: Die Theilnehmer an der Polarexpedition waren bei der Abreise sehr ruhig und äußerten, sie seien auf alle Möglichkeiten gefaßt, so daß sie nichts überraschen könne. Alle Brieftauben wurden im Ballon mitgenommen, mit Ausnahme einer, welche mit Grüßen an die Verlobte Strindberg's abgesandt wurde.
^All Heil Dir Grb im Speffartwald!'^
Lied im Volkston.
(Melodie: „O grüß Dich Gott, Westfalenland.")
1. Dort wo sich, fern der Weltenbühne,
Der Spefsart neigt zur Kinzig-Au,
Dort lugt aus Laub und Wiesengrüne
Ein Städtlein, alt und ehrengrau.
Der Wartthurm aus der Bergesschanz' Erzählt von heißcm Waffentanz, Als noch das stille Thal entlang Der Krieg die blut'ge Geißel schwang, :,: Da holten sich gar manchen Korb Die Freier um das trotz'ge Orb! :,: