10. Juli_________________________________ in der Nähe befanden, berichten, daß zwei junge Burschen das Feuer angelegt haben.
* Die städt. Bibliothek ist von Samstag den 10. biS Mittwoch den 28. Juli geschlossen.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis Val Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.
Für hente. Kunstverein: Ausstellung zweier Oelge- mälde. — Turngemeinde : Abends von 7 Va—9 Uhr: Kürturnen und Dorturnerstunde. — Ev. Männer- und Jüng- lingsverein! jAbends 8*/« Uhr: Unterricht im Schreiben und Rechnen (Allst. Rathhaus). — Christlicher Arbeiterverein : Ebenfalls abends 8Vs Uhr: Gemüthliche Zusammenkunft im Vereinslokal „Brauerei Weismantel". — Abends 9 Uhr: Kasino „Eintracht" (Vereinslokal „Goldene Gerste"): Vereins abend; — Verein „Einigkeit": Vereinsabend „zur großen Krone"; — Dramatisch - litterarischer Verein „Mel- pomene" (Brauerei Kaiser): Lesung; Faust: Studierzimmer, Auerbachs Keller. — Fußballklub „Viktoria": Abends von 9—10 Uhr: Vereinsabend im „Deutschen Haus". — Athletenklub „Germania": Ebenfalls abends von 9—10 Uhr: Vereinsabend (Koch's Bierkeller).
Für morgen. Elster Hanauer Fußballklub „1893": Nachmittags 2Va Uhr: Uebungsspiel.
• Hanau, 10. Juli. (Lebensmittelpreise.) Hülsensrüchte:. Bohnen 30—35 Pfg., Erbsen 30—35 Pfg., Linsen 40—45 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben, das Pärchen 85 Pfg. bis 1 Mk.; ein junger Hahn 80 Pfg. bis 1,10 Mk.; ein Huhn 1,30—1,70 Mk.; eine Ente 2—3 Mk.^ eine Gans (junge) 3,30-3,80 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 25—30 Pfg., bessere Sorten 35—40 Pfg., Aal 1—1,10 Mk., Hecht 1,10-1,20 Mk., Bresem 60—70 Pfg., Barben 60—70 Pfg. — Va kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 10—20 Pfg.; Blumenkohl das Stück 30-50 Pfg.; Kopfsalat, das Stück 2-5 Pfg.; Endivien, das Stück 8—10 Pfg.; Rettig, das Stück 5—10 Pfg.; Ober - Kohlrabi, das Stück 4—5 Pfg.; Wirsing, das Stück 20—25 Pfg.; Weißkraut, das Stück 20—30 Pfg.; Sellerie, das Stück 10—20 Pfg.; Gurken, das Stück 20—30 Pfg.; Gurken, zum Einmachen das Hundert 7—8 Mk.; gelbe Rüben das Bund 5 — 8 Pfg.; neue Erbsen, die Portion 20—30 Pfg.; neue Bohnen, die Portion 30—50 Pfg.; Spinat, die Portion 20 Pfg.; Kartoffel (neue), 15—20 Pfg. das Doppelliter ; Obst: Kirschen, 10—15 Pfg., Stachelbeeren 20—25 Pfg., Johannistrauben 20—25 Pfg. und Trauben 90 Pfg. bis 1,50 Mk. das Va kg; Erdbeeren 8—10 Pfg., Himbeeren 20—22 Pfg. und Heidelbeeren 6—7 Pfg. das Va Liter; Aepfel, das Stück 5—10 Pfg.; Birnen, das Stück 2—3 Pfg.; Pflaumen, das Stück 2—3 Pfg.; Zwetschen, das Stück 3 Pfg.; Zitronen, das Stück 8—10 Pfg.; Apfelsinen, das Stück 12—15' Pfg.; Paradiesäpfel, das ^tück 5—10 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,10-1,40 Mk.; Käse, das Stück.4—5 Pfg.; Eier, das Stück 7—8 Pfg.; Zwiebel, das Doppclliter 20 bis 22 Pfg.; Welschkorn das Doppelliter 22—24 Pfg.; Ra dieschen, das Bündel 2—3 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. = Va kg.; Stroh 2,30-2,60 Mk. und Heu 2,30 bis 2,50 Mk. — 50 kg.; Buchenholz, der Meter 9,50 Mk. und Tannenholz, der Meter 6,50 Mk.
Mainwafferwärme gestern Mittag 16 Grad.
Aus der Provinz und den Nachbarqebieten.
x. Cassel, 9. Juli. Die Ankunft Ihrer Majestät der Kaiserin und der kaiserlichen Kinder auf Wilhelmshöhe erfolgt zwischen dem 15. und dem 18. August.
Es lebt, wo aus der jungen Seele Sich still die Glut der Liebe ringt, Bis es durch eine frische Kehle In goldnem Strom zum Himmel dringt. Es lebt, wo an der kleinen Wiege Bei ihrem Kind die Mutter wacht, Es lebt, wie lang der Mund auch schwiege, Im Busen mit geheimer Macht.
Wo unter schlichten Weihnachtskerzen Der Friede durch die Stube zieht, Da zieht auch durch bewegte Herzen Das zaubermächt'ge, deutsche Lied. Es klingt, wo brave Herzen schlagen, Wo frei und ehrlich Wort und Blick Und in den trübsten Leidenstagen Bringt es dem Herz den Trost zurück.
In alten, trauten Bauernstuben Da ist sein Heimathsort noch heut, Auch sorgen schmutz'ge Gassenbuben Für unsres Lieds Unsterblichkeit.
Und nach des Arbeitstags Getöse Wird gern ein deutsches Lied geübt, Wut heißt's dann meistens — Marseillaise Und ist nicht überall beliebt.
Und wo das Bier im Kruge schäumet Und wo im Glase perlt der Wein, Wo man den Aufbruch gern versäumet, Da stellt das deutsche Lied sich ein. Nur geht's nicht immer streng nach Noten, Oft kreuz und quer durch Dur und Moll, Und dann — nach elf Uhr ist's verboten Und — vorher wird ter Mensch nicht voll! So lebt das Lied noch wie vor Zeiten, Ein Wunder, das selbst Wunder bringt, So lange es der Mensch bescheiden Und nicht in falscher Tonart singt. Das Lied, es wird nicht lebensmüde, Bis einst das letzte Menschlein stirbt Und sich mit seinem Schwanenliede 2m Himmel einen Platz erwirbt.
Hanauer Anreiqer
Wiesbaden, 9. Juli. Herr Sanilätsrath Dr. Emil Wisset hier, der sich seit Jabren mit ter Behandlung von Gickr und Nierensteinen auf's Eingehendste beschäftigt und duech große praktische Erfahrungen, wie auch seine wissen- schafllichtn Arbeiten auf diesem Spezialgebiete internationalen Ruf erworben hat, ist von dem Schah von Persien zur Konsultation und mehrwöchentlichen Behandlung nach Teheran berufen worden und heute bereits dolin abpercist.
Cronberg, 9. Juli. Die Kaiserin Friedrich ist heute Früh nach dem Odenwald gefahren, um die Limesausgra- bungen zu besichtigen und die Burgruine Breuberg bei ^öähst- Neustadt zu besuchen. Die Kaiserin kehrt abends zurück.
ß Klein Auheim, 9. Juli. Ein bedeutender Wäschediebstahl mürbe während verwichener Nacht hier verübt. Fünf Gärten, in denen größere Wäschevorräthe zur Bleiche ausgebreitet waren, wurden nämlich fast vollständig ausgeraubt; nur die geringwerthigen Wäschestücke ließen die Spitzbuben zurück. Eine wohlorganisirte Bande scheint wieder ihr Unwesen beginnen zu wollen, wie dies auch im Vorjahre, namentlich im Rodgau, der Fall war. Die Polizeiorgane fahndeten bis jetzt vergeblich nach Wäsche und Dieben.
Nürnberg, 8. Juli. Gestern wurve bei dem XII. Deutschen Bunvesschießen unter Anderem die folgenden Preise errungen (die Zahlen bedeuten Punkte): Albert Kvppemheim- Pforzheim 181, Ludwig Heiser-Wieèbaden 181, Emil Meyer- Hannover 180, Ferd. Rcimann-Barmin 203, F. Chry'ant- Bonn 183, F. Behrens Hannover 181, B. Körting-Hanover 195, Stamm-Frankfurt a. M. 183, Fritz Diehl-Mainz 185, Georg Gährich- Frankfurt a. M. 182. — Standbecher: Hermann Schlütter-Hannover 181, H. Opel-Rüsselsheim 184, Karl Stkmmler-Frar kfurt a. M. 184, Jos. Lindau-Heidelberg 185, L. Memeking Hannover 180, B. Körting-Hannover 180, A. Stecker-Cassel 182, Dr. G. Lampe-Frankfurt a. M. 175. — Goldene Münzen: K. Küffner Pforzheim 185, H. Meme- kirg-Hannover 127, Fritz Lung-St. Johann 180, Fz. Mcyer- Dornbirn 187, H. Opel Rüsselsheim 135, Karl Wcrlpkxmr- Enns 188, L. Thiel- St. Johann 181. — Silberne Uhren: Ich. Titß-Eikrath b. Düsseldorf 181, H. Berrer Stuttgart 187, F. G. Kindermann-Hannover 180. — Goldene Uhren: Rob. Schmidt-Frankfurt a. M. 181, E. Schott Würzburg 180, Bcckevmcyer Hannover 193.
Uom Grüßen.
Eine völkerpsychologisch-kulturgeschichtliche Betrachtung.
Von Dr. O. Ankel.
Daß das Grüßen keine Erfindung der Kultur, lehrt ein auch nur flüchtiger Blick auf die sog. Naturvölker; ja, daß es nicht einmal eine ausschließliche Eigenthümlichkeit des menschlichen Geschlechtes ist, kann füglich nicht bezweifelt werden. Müssen auch die Begrüßungsformen geistig hoch entwickelter Thiere in erster Linie als Ausfluß des Gattungs- und Geschlechtsbewußtseins betrachtet werden, dem jede sittliche Begründung fehlt, so ist doch andererseits nicht zu verkennen, daß diese letztere allein nicht ausreicht, Gruß und Gegengruß des Menschen zu erklären. Im Körperbau, sowie vor allem im seelisch bedingten Verzicht auf freie geistige Mittheilung liegt es begründet, daß bei den Thieren das Grüßen auf niedriger Stufe stehen blieb. Anders beim Menschen. Die ursprüngliche Form und ihre Bedeutung sind verwischt und verschleiert; das Natürliche, Thierisch- Menschliche, Sinnliche ist mehr oder minder abgestreift; der blind e Trieb wich dem bewußten Thun ; der Inhalt ist versittlicht und zu einem bezeichnenden Ausdruck der geistigen Artung der Völker geworden, völkerpsychologisch und kulturgeschichtlich von weittragender Bedeutung.
Was ist der Gruß? Ein Sinnbild der Achtung, Ehrerbietung, Zuneigung, Freundschaft, Liebe, Treue — kurz, all der mitfühlenden Regungen, die die Menschenbrust durch-
Ich weiß nicht, was das ist, aber ich kann heute nicht so recht fröhlich werden. Vielleicht kcmmt es daher, weil ich heute Nacht einen unangenehmen Traum gehakt habe, in tem mir die zweifelhafte Wahl gelassen wurde, entweder die Wittwe eines lange verstorbenen afrikanischen Fürsten (die 89 Jahre alt sein und und in ihrem Aeußeren verzweifelte Ähnlichkeit mit einem alten Komißstiefel haben soll) zu heirathen oder fäll mtliche Bände des neum Meyer'schen Konversationèltxikons aufzul ssen. Da ich mich in mein er Angst für das erstere entschied, so mag dieser Entschluß wohl eine kleine Erschütterung in meinem Gemüth hervorgebracht haben. Ich kann mir auch nur aus dieser Ursache das nachfolgende Sonett erklären, das ich heute früh auf meinem Schreck tisch vorfand.
Wenn einstmals meine Roßn wieder blühen, Die mir ein Sturm entblättert über Nacht, Wenn, vw dcm Hauch der Liebe angefacht, Die alten Feuer wieder Heller glühenß
Wenn meine Blicke wieder lustig sprühen Und wenn mein Murd einst wieder fröhlich lacht, Dann wirft auch du, o alte Zaubermacht Mir neu belebend dnrch die Seele zichen.
Tann weicht ihr Schatten, die ihr mich umgeben, Aus eurem Dunkel wird sich strahlend heben Die Sonne, die mein Leben neu bestrahlt.
Dann will ich allen Kummer, alle Leiden Vergessen in dem Rausch der Seligkeiten — Uralte Schuld, dann bist auch du gezahlt.
Sie möchten gerne wissen, ob sich dieses Sonett auf die Aussicht einer Verbindung mit der kcmißstiefelfarbigin Fürstenwittwe bez'eht? Das möchte ich wahrhaftig euch wissen..... Chico.
Bme 3
beben und die Seele adeln. Ich pflichte Lazarus bei'), wenn er die Begrüßungsformen auf ursprüngliche Reflex- b e w e g u n g e n2) leicht beweglicher Körpertheile zurückführt. Das Wedeln des Hundes, das Wiehern des Rosses, das Grunzen des Schweines, der Ruf des Vogels — alles ursprüngliche Arten des Grüßens, in denen die Threrwelt ihr Genüge fand. Aber auch beim Menschen beruhen Maß und Grad jener Bewegungen auf unbewußter Wiederspiegelung der Meinungen und Gefühle, von denen wir gegen die gegrüßte Person erfüllt sind. „Vom Kopfnicken und dem Handschlag bis zur tiefen Verbeugung und dem Handkuß gibt es eine ungemein reiche Skala von Bewegungen, in denen die Vorstellung unserer Ergebenheit, Anhänglichkeit, Verehrung rc., je nach ihrem Maße und Grade verschieden, aber unmittelbar reflektirt".
Die Formen des Grußes sind gar mannigfaltig, anders geartet bei hochgesitteten Völkern, anders bei solchen niederer Kultur, ja selbst innerhalb eines Volkes nach Rang und Stand verschieden. Man muß unterscheiden zwischen Gruß formeln, als dem unmittelbarsten und reinsten Ausdruck mitfühlenden Empfindens, und Gruß g e b e r d e n, sinnbildlichen Bewegungen und Gebrâucbcn, die mit und ohne jene zur Anwendung gelangen, zum Theil einen hohen Grad der Verfeinerung, Vergeistigung erreicht haben, zum Theil aber, bei tiesstehenden Völkern, sich kaum über unbewußte Reizbe- wegungen erheben.
Was zunächst die G e b e r d e n, das Frühere, Ursprünglichere, Thierischere anlongt, so bestätigt sich natürlich auch an ihnen das Gesetz allmählicher Vervollkommnung und Veredelung. Vom Reiben der Nasen bei den Eskimos bis zum Handschlag germanischer Männer ist ein weiter Weg. Schon hochentwickelte Thiere begrüßen ihresgleichen durch Stimmen und Geberden: zumeist durch Schnuppern und Beriechen geben sie dem Gattungsgenossen ihren Antheil, ihre Freude kund. Artlich kaum davon verschieden ist die Begrüßungsweise btt den Malayen, Papuas, Australiern und den Anwohnern des Arktischen Eismeeres: durch gegenseitiges Reiben der Nasen mit der Spitze oder den Seiten bezeugen sie ihre Wonne und Ergebenheit Der Zweck dieses Malayenkusses, wie Wallace den Brauch genannt hat, ist nach Andree kein anderer, als den Geruch des zu Begrüßenden — und jedes Volk, ja jeder Mensch hat sein ihm eigenthümliches Odeur — einzuathmen. Wie Darwin berichtet, lassen die Maori von Neuseeland dabei ein behagliches Grunzen vernehmen; andere Völker wieterum begleiten das Nafenreiben mit dem Ausruf: „Gut! Gut!" Bekanntlich spielt bei den Naturvölkern neben dem Gesicht der Geruch — im Dienste der Erhaltung des Einzelwesens wie der Gattung — eine bedeutsame Rolle. Wenn daher dem Naturmenschen das Einathmen des von einem Stammesgenossen ausströmenden Duftes Wohlbehagen bereitet, so liegt darin die unbewußte Anerkennung der natürlichen Rassen- und Volksgemeinschaft. Es ist nicht unmöglich, daß diese Sitte ursprünglich nur zwischen den verschiedenen Geschlechtern im Gebrauch und von Bedeutung in dem sog. Kampf ums Dasein — Auslese — war, dann aber verallgemeinert wurde. Mit dem Reiben der Nasen verbinden sich übrigens noch andere, lheilweise wohl stellvertretende Gebräuche, wie das Reiben der Wangen, der Brust, der Arme, das Blasen in Hand und Ohren, das Beriechen der Hände u. a. m.
Verwandt mit dem Nasengruß ist der Kuß, der neben dem Händedruck, offenbar der edelsten Begrüßungsgeber de, — beide versinnbildlichen den guten Willen, einander mit Mund und Hand, Wort und Werk zu helfen — den semitischen und arischen Völkern eigenthümlich ist. Kirchhoff hat vielleicht Recht, wenn er den Mundkuß als Abart des Nasenkusses bezeichnet, die sich, vielleicht zufällig, in einem bestimmten Verkehrskreise seststtzte und von da aus ganze Völker ergriff. Danach wäre der Kuß eine höhere Entwickelungsstufe des Nasengrußes?) Seine Heimath ist im Orient zu suchen?) Von da aus verbreitete er sich über Südeuropa nach dem Abendland, wo er bald Gemeingut wurde und mit seinen Spielarten (Handkuß, Kußhand) von der Hütte bis znmPalast, ost mehr als gut, geübt wird?) Unbekannt ist der Kuß in den Ländern des Nasengrußes, in ganz Westafrika und bei allen Völkern, die die Lippen schlitzen und Holzpflöcke einsetzen, wie z. B. die Botokuden in Südamerika.
Bei Völkern angehender oder mittlerer Kultur finden wir zum Theil recht verwickelte Begrüßungsformen. Die Taaregs, ein beanlagtes, aber habgieriges Volk der mittleren Sahara, kauern, wenn sich zwei begegnen, verhüllten Hauptes mit erhobenen Waffen längere Zeit einander gegenüber; dann gehen sie ihrer Wege. Aehnlich so der Nach- barstamm der Tibbus. Die A b e s s i n i e r knieen nieder und küssen den Boden. Die Maori hüllen sich in Matten ein und heulen wie die Hunde; dann folgt Nasengruß und frohes Grunzen. Den asiatischen Grußformen fast durchweg gemeinsam ist der knechtische Sinn. Auf Ceylon wnst der Untergebene sich vor dem Vorgesetzten zur Erde. und murmelt dessen Namen und Stand. Die Hindu berühren mit der Rechten die Stirn und beugen den Kops nach vorn; zur Bekundung größerer Ergebenheit legen
Lazarus, das Leben der Seele. III. S. 59.
Das sind unbewußt auf Reize eintrctende Bewegungen, wie Niesen, Husten, Blinzeln u. s. w.; sie treten durch Vermittlung des Rückenmarks in die Erscheinung.
8) Daneben gibt es noch andere Erklärungen, von denen rch nur eine erwähnen will: Der nach Nahrung verlangende Säugling spitzt den Mund ; die Mutter hält die Geberde für den Ausdruck voa Zärtlichkeit und erwidert sie durch gleichartige Bewegung u. s. w. Ob das dem berühmten Kater Hidigeigei genügt? Vielleicht könnten ihn die Tauben auf dem Dache lehren.
4) Vergl. Hohelied 1, 1.
E) Daß durch den Kuß zahlreiche Krankheiten übertragen werden können, daran soll hier nur erinnert werden.