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26 Juni

Hanauer Anreger

Serie 3

zuschieben. Um so mehr würde das Gleiche in Rücksichtnahme auf die Entwickelung des Wasserverkehrs von und nach dem preußischen Hanau der Fall sein müssen. Daraus ergibt sich, daß, um so größer der finanzielle Verlust für den Staat ist, je längere Jahre die Fortsetzung der Mainkanalisirung nach Hanau und Aschaffenburg znrückgesüllt wird, oder daß, positiv gesagt, die Anforderung finanzieller Rentabilität, vorausgesetzt wieder, daß dieses Prinzip in der That in erster Linie eine Voraussetzung für die Verwirklichung des Projektes sein soll, an sich als das erste Motiv anzusehen ist. thunlichst gleich­zeitig mit der Kanalisirung der Strecke Frankfurt- Offenbach auch die Kanalisirung der Strecke Offenbach- Hanau ins Werk zu setzen, worauf auch Bayern zweifellos nicht säumen wird, den Ausbau der Strecke Hanau-Aschaffen­burg in Angriff zu nehmen." Indeß sei an dem Grundsätze festzuhalten, daß nicht in erster Linie die finanzielle, sondern die wirthschaftliche Seite der Frage als bestimmend erachtet werden sollte. Zum Schluß bringt der Handels­kammerbericht noch folgende Ausführungen:

In Anerkennung dessen, daß eine der wichtigsten Fragen, welcher der ,,V e r e i n f ü r F ö r d e r u n g der F l u ß- und Kanalschifffahrt für Süd- und W e st- d e u t s ch l a n d" seine Aufmerksamkeit zuzuwenden hat, die

Fortsetzung der Mainkanalisirung nach Hanau sowie auch nach Aschaffenburg ist, wurde in der Hauptversammlung des Vereins am 30. November 1896 der Vorsitzende der Handels­kammer, Herr F. Can.hal, welcher bisher schon dem Ausschusse des Vereins angehört hatte, in den Vorstand gewählt. Um ferner wegen dieser Frage innigere Fühlung mit den ober­

mainischen Plätzen herzustellen, wurden die Herren Bürger­meister Medicus und Architekt Wörner aus Aschaffenburg

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auf Antrag der Handelskammer in den Ausschuß des Vereins kooptirt Eine Sitzung des Vereins fand am 13. Mai 1897 statt. Die Handelskammer wurde von ihrem Sekretär ver­treten, welcher an Hand des Reskriptes der Königlichen Re­gierung auf die vorjährige Eingabe die erhobenen Einwände im Wesentlichen, wie oben dargelegt, kurz beleuchtete und mit Herrn Wörner-Aschaffenburg den Antrag stellte, der Verein möge auf der für den 23. Mai in Passau anberaumten Hauptversammlung desVereins für Hebung der Fluß- und Kanalschifffahrt in Bayern" durch einen Delegirten zu Gunsten der Weiterführung der Kanalisirung des Mains bis Hanau und Aschaffenburg thatkräftigst Stellung nehmen. Unter An­nahme des Antrages wurde mit dem Mandate für Passau Herr Syndikus Jos. Schloßmacher in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des Vereins betraut. Herr Schloßmacher bewirkte des Weiteren den Beschluß, unsere bedeutsame Kanalisirungsfrage zum Gegenstände der Verhand­lung auf der nächsten Hauptversammlung des Vereins zu machen.

ist

Auf der Hauptversammlung desVereins für Hebung der Fluß- und Kanalschifffahrt in Bayern" war die Handelskammer durch ihren Vorsitzenden vertreten. Wie die früheren Hauptversammlungen, so gewann auch diese ein ganz hervorragendes Interesse dadurch, daß ihr der eifrige Förderer des Fluß- und Kanalschifffahrtswesens, Prinz Ludwig von Bayern, beiwohnte und unter höchst be- merkenswerther Erläuterung der dabei in Frage stehenden wirthschaftlichen Verhältnisse wiederum mit allem Nachdruck für die Verwirklichung des Gedankens eintrat, den Rhein mit der Donau durch einen Großschifffahrts-Kanal zu verbinden.

Am 23. Mai halte der Vorsitzknde der Handelskammer, ft. Canthal, die Ehre, Sr. Königlichen Hoheit den Prinzen Ludwig über den Stand der Fortsetzung der Mainkanalisirung

bis Hanau Vortrag zu halten. Der Prinz war von dem der Handelskammer ertheilten, oben reproduzirten Bescheide sichtlich überrascht und betonte, daß ihm bei seiner letzten An­wesenheit in Berlin von Allerhöchster Stelle auf betreffende Anfrage Unterstützung seiner Bestrebungen um das Zustande- krmmen des Donau-Main-Kanals zugesichert worden sei. Er sei gewiß, daß an Allerhöchster Stelle das Projekt volle Sympathie finde, und es sei nicht anzunehmen, daß die Ab­sicht bestehe, die Kanalisirung auf preußischem Gebiete ihren Endpunkt finden zu lassen; vielmehr sei zu erwarten, daß auch in dieser Frage die wirthschaftliche Einheit des deutschen Reiches zur Geltung kommen müffe.

Beim Festmahle im großen Rathhaussaale in Passau kam der Prinz auf die Sache mit der s. Z. wiedergegebenen An­sprache zurück.

Was die Handelskammer zu Hanau anbetrifft, so ist sie der Meinung, daß nach ter Lage der Dinge die Förderung des Kanalprojektes vor Allem bei Boyern beruht, daher die Handelskammer es sich angelegen sein läßt, bei jeder sich darbietenden Gelegenheit dort Fühlung und Anschluß zu suchen.

Wie Prinz Ludwig von Bayern in der letzicitirlln An­sprache erwähnte, haben der bayerische Landtag und die bayerische Regierung den Ausbau des Mainkanals bis Aschaffenburg als eine wirthschaftliche Nothwendigkeit aner­kannt. In Hinsicht darauf stellte der Vorsitzende der Handelskammer, Herr F. Canthal, im Ausschusse des bayerischen Vereins den Antrag, an die bayerische Regierung die dringende Bitte zu richten, nunmehr unverzüglich mit Preußen in Verhandlungen einzutreten, um den Ausbau der Mainstrecke Offenbach-Aschaffenburg gleichzeitig mit dem Aus­bau der Strecke Frankfurt-Offenbach zu bewirken. Herr Bür­germeister von Schuh-Nürnberg theilte dazu mit, daß ein solcher Antrag bereits gestellt worden sei, indeß beschloß der Ausschuß, in Ansehung der Dringlichkeit der Sache die V or- stellung zu wiederholen.

Zum Diamantarbeiterstreik.

Wir erhalten folgende Zuschrift:

Wiederholt wurde in verschiedenen Artikeln derVelks- stimme" behauptet, die Diamanlschleisereibesitzer hätten stets zurückgewiesen, Unterhandlungen mit den streikenden Schleifern zu führen, während letztere stets zu Unterhandlungen bereit gewesen seien. Beide Behauptungen entsprechen durchaus nicht der Wahrheit ur b können nur den Zweck verfolgen, die streikenden Schleifer und die um Unterstützung angegangenen Arbeiter irre zu führen.

Was haben die streikenden Schleifer bis jetzt gethan, um zu ilttteihandeln?

DieVolksstimme" vom 17. ds. schreibt:

Zu Verhandlungen aber haben die Arbeiter schon längst den ersten Schritt gethan, indem sie die Streikkommission wählten und dieselbe ausdrücklich beauftragten, die Verhandlungen mit den Unter­nehmern, falls diese dazu bereit sind, zu führen." Ist nun die Wahl einer Streikkommission als erster Schritt zu Unterhandlungen anzusehen?

Für die streikenden Schleifer mag dieses der Anfang eines ersten Schrittes sein, für den außerhalb des Fachvereins stehenden, und dazu gehören doch auch die Fabrikanten, ist diese Wahl, wenn die Gewählten nicht dazu schreiten, ihr Mandat in aktiver Weise auszuführen, nichts als eine interne Handlung des Fachvereins, so daß den Fabrikanten noch keine Gelegenheit geboten war, angebahnte Unterhandlungen zurückzuweisen.

Dagegen ist es in der Oeffentlichkeit bekannt, daß die Führung des Diamantarbeiter-Fachvereins die Anbahnung einer Beilegung des Streiks durch den Herrn Oberbürger­meister dadurch verhinderte, daß durch gehässige, verdächtigende Artikel in derVolksstimme" der Herr Oberbürgermeister gezwungen war, sein Amt als Vermittler niederzulegen.

Von der nichtigen Ansicht ausgehend, daß bei einer ge­heimen Abstimmung die wahre Meinung der Abstickmenden zum Ausdruck kommen könnte und eine Majorität für An­bahnung von Verhandlungen zustande gekommen wäre, haben die Führer des Fachvereins in der Diamantarbeiterversamm­lung vom 18. ds. eine öffentliche Abstimmung zu Wege gebracht, um dadurch die Bildung einer Majorität zu Gunsten von Verhandlungen mit den Fabrikanten zu vereiteln.

Die Führer begründen zwar die öffentliche Abstimmung damit, daß sie sagen, der Arbeiter, der 6 Monate streike, müsse den Muth haben, seine Meinung offen zu bekennen. Diese Motivirung ist einfach lächerlich, denn wenn ein Strei­kender durch die Gnade der Führer monatelang Unterstützung erhalten hm, so ist er schwer im Stande, bei einer öffentlichen Abstimmung eine dem Führer entgegengesetzte Meinung zu dokumentiren. Er ist im Gegentheil eingeschüchtert und man kann ruhig behaupten, daß ein Arbeiter in einem solcken Falle weniger den Muth hat, für seine Meinung öffentlich einzutreten, als wie z. B. bei den Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus, gegen diesen Modus wird zwar von sozial­demokratischer Seite sehr stark agitirt, aber wenn es gerade paßt, so denken die Führer des Fachvereins, kann man auch gegen die geheime Abstimmung donnern, wie in der Ver­sammlung am 18. ds. bewiesen wurde.

Wenn nun behauptet wird, die Fabrikanten hätten inprotzigster" Weise auf den Artikel des Herrn Kauf­mann hin Unterhandlungen zurückgewiesen, so kann man nur annehmen, daß die Führer den streikenden Schleifern den richtigen Sinn der angeführten Erwiederung escamotiren und durch eine willkürliche ihnen in den Kram paffende Aus­legung ersetzen wollen, denn die Abweisung richtet sich, wie jeder, der versteben will, auch versieben muß, nur gegen Herrn Kaufmann, während einer Verständigung zwischen Arbeiter und Arbeitgebern in keiner Weise, weder jetzt noch früher entgegengetreten worden ist.

In der Weigerung der Fabrikanten, das Gewerbegericht als Einigungsamt anzunehmen, lag durchaus keine Absage an die Arbeiter, Unterhandlungen mit ihnen zu pflegen.

Tie Fabrikanten konnten deshalb das Gewerbegericht als Vermittler nicht annehmen, weil die beiden Beisitzer (Arbeit­nehmer) als Unterzeichner verschiedener gegen die Diament­schleifereibesitzer gerichteter gehässiger Flugblätter, keine Ge­währ dafür boten, daß sie die eventl. Verhandlungen mit der noihwerdigen Objektivität hätten führen können.

* Hanau, 26. Juni. (Lebensmittelpreise.) Hülsensrüchte: Bohnen 3035 Psg., Erbsen 3035 Psg., Linsen 4045 Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tauben, das Pärchen 80 Pfg. bis 1 Mk.; ein junger Hahn 11,20 Mk.; ein Huhn 1,501,70 Mk.; eine Ente 2,402,80 Mk.; eine Gans (junge) 2,80-3,70 Mk.; Fische: gewöhn­liche Corte 2530 Pfg., bessere Sorten 3545 Pfg., Aal 11,10 Mk., Hecht 1,101,20 Mk., Bresem 50-60 Pfg., Barben 50-60 Pfg., Barsch 60 Pfg. = ^ kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 1020 Psg.; Blumenkohl das Stück 2540 Pfg.; Kopfsalat, das Stück 28 Pfg.; Endivien, das Stück 1020 Pfg.; Rettig, das Stück 5-10 Pfg.; Ober-Kohlrabi, das Stück 510 Psg.; Wirsing, das Stück 20 25 Psg.; Weißkraut, das Stück 2025 Psg.; Sellerie, das Stück 510 Psg.; Gurken, das Stück 20 bis 30 Psg.; Gurken, zum Einmachen das Hundert 910 Mk.; gelbe Rüben !das Bund 48 Psg.; neue Erbsen, die Portion 1020 Pfg.; neue Bohnen, die Portion 3060 Psg.; Spinat, die Portion 1020 Pfg.; Kartoffel, 912 Pfg. das Toppelliter; Obst: Kirschen, 1425 Pfg-, Stachelbeeren 25 Pfg. und Johannistrauben 25 Pfg. das i/s kg; Erdbeeren 1012 Psg. und Heidelbeeren 8 Pfg. das Vi Liter; Birnen, das Pfund 3540 Pfg.; Pflaumen, das Stück 3540 Psg.; Zitronen, das Stück

810 Pfg.; Apfelsinen, das Stück 1015 Pfg.; Para­diesäpfel, das 'tücf 510 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,051,20 Mk.; Käse, das Stück 4-5 Pfg.; Eier, das Stück 68 Pfg.; Gänseeier, das Stück 1115 Pfg.; Zwiebel, das Doppelliter 2022 Pfg.; Welschkorn das Doppelliter 2224 Pfg.; Radieschen, das Bündel 2-3 Psg.; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. Vs kg.: Stroh 2,50 2,80 Mk. und Heu 3,403,80 Mk. = 50 kg.; Buchenholz, der Meter 9,25 Mk.

Mainwafierwärme gestern Mittag 19 Grad.

Aus der Provinz und den Nachbar-gebieten.

Ca^el, 24. Juni. Ein tödilicher Unglücksfall trug sich gestern, wie dasTagebl." meldet, durch Sturz aus dem Fenster zu. Der 4V± Jahr alte Zwillingssohn Hans des Herrn Schneidermeisters Trieschmann stürzte gestern Abend gegen 3/49 Uhr aus dem Kammerfenster des Seitenflügels des Wohnhauses vor dem Königstbor infolge Uebergewichts auf das Steinpflaster des Hofraumes hinab. Der arme Junge blieb auf der Stelle blutüberströmt liegen, und gab derselbe in wenigen Minuten seinen Geist auf. Der herbei­geholte Arzt konstatirte einen doppelten Schädelbruch und Bruch des Genickes.

+ Frankfurt a, M., 25. Juni. Im Zoologi­schen Garten ist Sonntag der Eintrittspreis während des ganzen Tages auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) ermäßigt. Nachmittag und Abevd ist Doppelkonzert mit der Kalkbrenner- schen Kapelle. Großes Interesse erregt die Menge'sche Thier­kai awane, von der besonders 66 junge Paviane, die in einem großen Käfig beisammen sitzen, immer umlagert sind; sie sitzen meist in 2 oder 3 Parthien eng aneinander geschmiegt in den Ecken, fahren aber sofort schreiend auseinander und an den Diathwänden hinauf, wenn sie aufgestört werden. Tritt der Wärter in den Käfig, um ihnen ein paar Hände voll Futter hinzuwerfen, was mehrmals im Tage geschieht, so fällt die ganze Bande darüber her und tnotte?nb sucht jeder sein Theil zu erhaschen. Auch die Fütterung der jungen Antilcpen, die nachmittags um 6 Uhr geschieht, ist sehr nett, die Kleinen bekommen dann ihre Milch aus der Flasche.

Frankfurt a. M., 25. Juni. Ein junger Mann, der in einer Wirthschaft am Mainkai damit prahlte, daß er ichwimmen und Lärchen könne, wollte gestern Abend eine Probe 'einer Kunst zum Besten geben. In der Nähe des ZollhofeS sprang er in den Main, tauchte unter, kam wieder zum Vor­schein und rief um Hülse. Zwei Schiffer banden sofort einen Nachen los, um den Unglücklichen zu retten; doch zu spät, inzwischen war er wieder untergetaucht und kam nicht mehr an die Oberfläche, auch blieb das Absuchen der UnfaUftcUe ohne Ersolg.

Mainz, 25. Juni. Angeblich wegen Ueberlastung ist heute Morgen die hiesige Militârschwimmanftalt gesunken und fortgetrieben; unter Verlust der Kleider retteten sich sämmt­liche anwesenden zahlreichen Mannschaften. Zur Zeit des Unterganges waren etwa 200 Personen in der Anstalt und zwar die Schwimmschüler des Regiments Nr. 88, die eben mit Baden und dem Schwimmunterricht fertig waren und mit den Schwimmschülern des Regiments Nr. 117 wechseln wollten. Ehe jedoch die 88er die Anstalt verlassen hatten, waren schon die Mannschaften des Regiments Nr. 117 auf das Badschiff gekommen. Im Augenblick, da der Wechsel der Badenden vor sich ging, senkte sich die Anstalt auf einer Seite. Tie Leute eilten sämmtlich auf die Landseite, wodurch es dort eine Uebersüllung gab, die Pontons sich mit Wasfer füllten und die ganze Anstalt sich von den sie auf die Ent­fernung von etwa fünf Meter mit dem Lande verbindenden Ketten und Balken abriß und den Rhein abwärts trieb. Rette sich wer tönn, war das Loosungèwort, und die Mann­schaften, die sich auf und in der Anstalt, theils im Schwimm­anzug, theils halb und ganz mit der Uniform oder Drillich­anzügen bekleidet, befanden, sprangen ins Wasser und wer konnte, schwamm ans Land, die anderen wurden sämmtlich durch Schiffer und die Anstaltslehrer gerettet. Ein Theil der Anstalt ging verloren, ein Theil riß sich ab und trieb rhein­abwärts. Schnell war von allen Seiten Hülfe zur Stelle. Ter abgetriebene Theil der Badeanstalt trieb bis zur Brücke, woselbst ein Schraubendampfer das Wrack einholte und an das Land fuhr.

Worms, 35. Juni. Die Errichtung eines Denkmals für die Großherzogin Alice von Hessen ist hier angeregt worden. Man schreibt darüber: Es wird immer mehr erkannt und gewürdigt, mit welch warmem Herzen und in welch weit­schauender Weise die Großherzogin Alice den sozialen Bedürf­nissen unseres vorwärts strebenden Landes entgegengekommen ist. Die Grundgedanken, welche die Vereine für Kranken- pflege, für Mädchenerziehung und Frauenerwerb ins Leben riefen, haben sich als ein festes Fundament für die richtige Lösung der immer brennender werdenden Frauenfrage erwiesen. Aus dieser Erkenntniß ist die Anregung in Worms gegeben und in den Städten Mainz, Offenbach, Gießen, Nauheim, Friedberg und anderen freudig aufgegriffen worden. Wenn auch der Gedanke zunächst seine Entstehung in den Alice- Frauen-Vereinen finden mußte, so konnte es doch nicht in der Absicht liegen, einseitig nur diese Korporationen mit der Durch­führung zu besassen. Vielmehr sollen alle Frauenvereine des Landes und zwar mit Berücksichtigung der verschiedenen Kon­fessionen gebeten werden, dem schönen Werke ihre Unterstützung zu leihen. In Folge dessen hatten für den gestrigen Tag Frau Kreisrath Breidert, Freifrau Heyl zu Herrnsheim, Frau Oberbürgermeister Küchler, Frau Oberst von Weiher, sämmt­liche Frauenvereine der Stadt Worms zu einer Besprechung in das Rathhaus eingeladen, um ein großes Sammelkomite