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1 9 Juni _________________

* Hanauer Kleinbahngesellsckaft. Unter tiefem Namen erfolgte gestern in Frankfuit a. M. die Konstitunung einer Mricugestllschaft, dkrinKwlcke folger be sind: 1) Ankauf und Betriev der Hanauer Kleinbakren; 2) Erwerb der Kor- zeifion für Bau und Betrieb der Strecken Hüttingefâß BüdingenRinderbugen; 3) Erwerb des Vorkaufsrechts der projektinen Kabllhalbahl' ; 4) Bau und Betrieb einer eleltri fchen Bahn durch Hanau und Umgebung. Der Erwerbepreis beträgt 1 100 000 Mk. Zur Ausgabe gelai gen 750 Aktien L 1000 Mk. = 750 000 Mk. und 350 000 Mk. sind durch Hypothek auf die Bahnlinien Har au-Hütten ge faß be zw. HanauLangenselbold gedeckt. In den Aussichtsrath wurden gewählt die Herren : Fabrikant Heinrich Brüning, bier, als Vorsitzender; Fabrikant F. Can that, hier, Handelskammer- präsident, als Stellvertreter; Bankdirektor Otto Körner, Magdeburg, Direktor Ströhl er der Ver. Bau- und Be- triebsgesellschaft Beilin, Fabrikant Cäsar Böbm, Stadtrarh, hier; Dnekior und Betriebsleiter ist Herr H. Christner, Ingenieur, hier; zu Klllektiv - Prokuristen sind die Herren L. Bierbrauer und E. Hartenbard, hier, ernannt.

* Frachtbrief-StEPel. Laut Bekanntgabe der Kgl. Preußischen und der Großh. hessischen Eisenbahndirektion ist Lie s. Zt. festgesetzte Frist für Benutzung der mit dem Stem- Pel der vormaligen Heff. Lodwigèbahn versehenen Frachtbrief- Formulare bis zum 31. Dezember d. J. verlängert.

* Dom § 193» Einem Bericht derFrkf. Ztg." über die Straikawmerverhandlung vom 17. ds. entnehmen wir Folgendes: In einem Eingesandt brachte im Juli v. Js. die Kleine Presse" unterMittheilungen aus dem Publikum" eine Beschwerde über die hohen Preise, die seit der Neuver- pachtung der Bahnbosswirthschast des Hanauer Ostbahnhofs verlangt würden. Dabei fehle auch her sonst übliche Aus Hang der Preise. Der Bahnhofwirth Hoppe strengte darauf­hin eine Klage gegen den Einsender her Beschwerde, den Schriftsetzer Fritz Schäfer von Hornau an. Das Schöffen­gericht verurlheitte den Angeklagten zu 10 M. Geldstrafe, indrm es annahm, daß der Artikel geeignet sei, den Kläger in der öffentlichen Meinung herabzusetzen. Das Landgericht verwarf die grgen das Urtheil eingelegte Berufung, während das Oberlandcsgrricht der eingelegten Revision fiatigab, be­sonders aus Lem Grunde, weil thatsächlich der Pr-eisaushang eine Zeitlang in der Wirthschaft gefehlt hatte. Die Sache wurde in die Vorderinstanz zurückverwiesen, die wiederum darüber Verhandelte und heute zu einem freisprechenden Ur- theil kam. EL wurde fest gaste llt, daß noch einer Verfügung der EiseLbahnverwaltung das Preisverzeichnist an leicht in die Augen fallenden Stellen zum Aushang gebracht werden mich, daß aber jedenfalls dem Wirth nicht das Recht zustehe, das Verzvichviß, wie es geschehen, ganz zu entfernen. Außer­dem sei dem Angeklagten, der beruflich gezwungen war, öfter in den Wirthsr Lumen zu verkehren, der Schutz des § 193, Wahrung berechtigter Interessen, >zuzubilligen.

* Grsche Nennen irr Frankfurt tu M. finden, am Sonnlag den 20. Juni, nachmittags 4 Uhr, auf der Rennbahn am Forsthaus statt, und zwar kommen 6 Rennen mit LL 000 Mk. an Geld und 9 Ehrenpreise, darunter der jenige des Großhrrzogs von Hessen, für den großen Preis von Frankfurt a. M. eine Steeple Chase mit einem Geld­preis von 16'000 Mk. zur Entscheidung. Alle Rennen wer­den von zahlreichen Pferden bestritten hochinteressant ver­laufen und die besten Herrenreiter Deutschlands werden um ; die Siegespalme tragen. Wer daher wirklich großartige Rennen über Hecken, Gräben und Wälle rc. sehen will, Ler mache am Sonntag einen Ausflug nach Frankfurt a. M.

* Ott hüHsches Zeichen der Critussrung an den historischen Festzug gewährt namentlich für auswär­tige Freunde und Bekannte das im Verlage der Alberti'schen Buchhandlung erschienene Festzug - Album, dessen Preis für den Rsst der Awflage auf 50 Pfg. ermäßigt worden ist.

* FuMallfiptSri. Morgen Sonntag den SO. cr. fin­det ans dem hiesigen Exerzierplätze großes Gesellschaftsspiel des FkßballlLubGermaniL^-Franlsurt und desL. Hanauer Fußballklub 1893" Mt.

* cheffewland« Inhalt der Nnmmer 12 desHeffen- Landes": Keiter-Kellner, T.Der See bei Iba" (Gedicht). Scherer, Christian, Dr. MuleLmsinspektor.Jakob Dobbermann". Eisesrach, M. med., Sanitätsrath.Graf Philipp Ludwig II. von Hanau" (Schluß. )ErinnMUngen aus den letzten Tagen eixres deutschen FÄrstenthums." Von einem ehemaligen kurhessischen Offizier (Fortsetzung). Bra- l!mer, Jeannette.Die Selbstgefertigten"- Ein harmloses Geschichtchen aus den fünfziger Jahren. Trabert, A.Ein Abendlied". Aus alter und neuer Zeit. Aus Heimath und Fremde. Personalien. Briefkasten.

* Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetteram- schen Gesellschaft" (Altftädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis 1 /a 1 Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.

* Stâdt. Bibliothek. Zur kostenlosen Verleihung und Benutzung der Bücher geöffnet Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr (Bangertstraße 2, eine Treppe hoch, im sogen,alten Stadthaus").

Für heute. Turngemeinde: Abends von 7^/z9 Uhr: Kürturnen und Dorturnerstunde. Evang. Männer- und Jünglingsverein.' Abends 8Vs Uhr: Unterricht im Schreiben und Rechnen (Ältst. Rathhaus). Christlicher Arbeiterverein : Ebenfalls abends 8*/« Uhr: Gemüthliche Zu­sammenkunft im VereinslokalBrauerei Weismantel". Abends9Uhr: KasinoEintracht" (VereinslokalGoldene Gerste"): Vereinsabend; VereinEinigkeit": Vereins abendzur großen Krone"; Dramatisch - litterarischer VereinMelpomene" (Brauerei Kaiser): Lesung: Faust;

Hanauer Anzeiger

Prolog im Himmel, I. Akt; Werkmeister-Bezirksverein Hanau: Versammlung im Vereiuslokalzum Löwengärtchen". FußballklubVitiona" : Ab«nds von 9 10 Uhr: Ver- einsablud imDrutschen Haus". AthletenklubGerma­nia" : Ebenfalls abends von 910 Uhr: Vereinsabend (Koch's Dierkeller).

Berfieigetungs- & Verpachtung-, re. Kalender für Montag den 21. Juni.

Vormittags 9 Utr keginnrnd, soll das Gras, der erste und zweite Schnitt, in den Fürstl. Jsenbvrg-Birstnn'schtn, an der Kinzig gelegenen Wiesen zu Rückingen meistbietend versteigert werden; Zusammenkunft aus der Kirz'gbrücke bei Rückingen.

* Hanan, 19. Juni. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte: Bohnen 3035 Pfg., Erbsen 3035 Pfg., Linsen 4045 Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tauben, das Pärchen 80 Pfg. bis 1 Mk.; ein alter Hahn 1,601,80 Mk.; ein junger Hahn 7590 Mk.; ein Huhn 1,401,70 Mk.; eine Ente 2,202,50 Mk.; eine Gans 2,803,50 Mk.; Fifche: gewöhnliche Sorte 2530 Pfg., beffere Sorten 35-40 Pfg., Aal 1,10-1,20 Mk., Hecht 1,10-1,20 Mk., Bresem 60-70 Pfg., Barben 60-70 Pfg., Barsch 50 bis 60 Pfg. Va kg; Gemüfe: Merrettig, die Stange 10 bis 20 Pfg.; Spargeln, 100 Stück 1,503 Mk.; Blumen kohl das Stück 2550 Pfg.; Kopfsalat, das Stück 38 Pfg.; Endivien, das Stück 1215 Pfg.; Rettio, das Stück 5-10 Pfg.; Ober - Kohlrabi, das Stück 810 Pfg.; Wirsing, das Stück 2030 Pfg.; Weißkraut, das Stück 20 30 Pfg.; Sellerie, das Stück 510 Pfg.; Gurken, dos Stück 2530 Pfg.; Gurken, zum Einmachen das Hun­dert 10 Mk.; gelbe Rüben das Bund 810 Pfg.; neue Erbsen, die Portion 1020 Pfg.; neue Bohnen, die Portion 3050 Pfg.; Spinat, die Portion 1020 Pfg.; Kartoffel, 810 Pfg. das Doppelliter ; Obst: Kirschen, 2530 Pfg., Stachelbeeren 30 Pfp. und Johannistrauben 25 Pig. das Vs kg; Erdbeeren 3050 Pfg. und Heidelbeeren 10 Pfg. das Vs Liter; Pfirsische, das Stück 1530 Pfg.; Zitronen, das Stück 810 Pfg.; Apfelsinen, das Stück 612 Pfg.; Paradiesäpfel, das < tüd 1015 Pfg.; Ver- fchiedenes: Butter das Pfund 1,-051,25 Mk.; Käfe, das Stück 45 Pfg.; Eier, das Stück 68 Pfg.; Gänseeier, das Stück 1116 Pfg.; Zwiebel, das Doppelliter 2022 Pfg.; Welschkorn das Doppelliter 2224Pfg.; Radieschen, das Bündel 24 Pfg.; Kastanien, das Vs kg H820 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. = Vs kg.; Stroh 2,702,90 Mk. wNd Heu 3,50-3,60 Mk. = 50 kg.; Guchenholz, der Meter 9,25 Mk.

MainwafferwâVme gestern Mittag 16 Grad.

Aus der Provinz und den Nachbargebieten

'X. Caffey 18. Juni. Die hiesige Aktiengesellschaft 'für TrebertroÄnun g sandte Ende April einen Ein- tchreibebrief, welcher, laut Deklaration, 4900 Mk. enthalten sollte, an eine Firma in Hannover. Die Direktion hier war r.un sehr überrascht, als sie von der fraglichenFirma die Nachricht erhielt, der Werthbrief habe nur Payierschnitzeln enthalten. Die alsbald eingeleitete Untersuchung ergab gegen zwei Angestellte her Gesellschaft starken Verdacht, -Len 24jâh- rigen Kaufmann Grafen Stanislaus Tyszkicz-Knlinski, welcher chelgischer Staalsangehönger ist, und den Lehrling Carl Hcms KllMsld. Beide wurden verhaftet Wnd waren geständig. Im weiteren Verfolg der Angelegenheit wurde dann noch ein brüt er Betheiliztsr eingezogen, der Kaufmann Carl Paul Brareer ans -Wln. DerHerr -Graf" darf, wie aus der lar:t vor der 1. Strafkammer Kgl. -Landgerichts statt­gehabten Verhandtrmg herrorgehtz wie nach seinem eigenen Zugeständnis als der Inspirator des Verbrechens der Unter­schlagung angesehen -werden. Der Gras bezog 3600 Mk. Jahresgehalt, kam damit aber nicht aus und war auch bereits gekündigt, er gerieth daher auf den verbrecherischer Gedanken, bei welchem ihm in dem Lehrling K. ein guter Gehilfe ge­funden wurde. Dieser erhielt am 24. April b. J. vom Kassirer den stagl. Werthbrirf zwecks Uebergabe au den Boten, bee denselben zur Post bringen sollte. Kunolo ga5 den Brief dem KaliuSki, schrreb ein anderes Couvert, mit P«pier- schnützeln gefüllt, das er an die Firma in Hannover abgeben ließ. Kalinski öffnete den Werthbrief und gab dein Brauer 1000 Mk. Mit der WeistMg, 300 Mk. an dessen Adresse postlagernd Frankfurt a. M. zu senden und 350 Mk. nach Berlin. Der Lehrling erhielt Mn dem verabredeten Drittel vorläufig nur 3 Mk., damit er durch große Geldausgaben nicht auffällig werde. Weiter wird feingestellt, daß schon früher einmal em Geldbrief Mn M0 Mk. der Trebergesell- schaft verloren gegangen, wofür die Post Ersatz leisten mußte. Das Urtheil des GMchtshofs lautet gegen Graf Kalinski auf 2 Jahre und gegen die beiden anderen Angeklagten auf 1 Jahr Gefängniß.

X. Cassel, 19. April. Die Mitglieder der städtischen Körperschaften nahmen heute eine Ersatzwahl zum Kommu- nallandtag des Regierungsbezirks für den verstorbenen Geh. Justizrath H u p f e l d vor. Dieselbe fiel auf den Mühlenbesitzer Otto Vogt, welcher auch Mitglied des Bürger- Ausschusses und der Handelskammer ist.

Cassel, 16. Juni. Wie dieAllg. Ztg." erfährt, ist der Vertrag zwischen der Firma Siemens u. Halske und der Casseler Trambahn-Ge;ellschast, nach welchem die Trambahn in den Besitz der genannten Firma übergeht und für elek­trischen Betrieb eingerichtet wird, zu Stande gekommen.

Cponbevg, 18. Juni. Kaiserin Friedrich hat heute Mittag 1 Uhr mit dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich

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Karl vcn Hess« n, sowie kein gescannten Hosstaate die Reise noch Englond ancetrelku. Die Ankunft in London erfolgt morgen Früh 8 Uhr.

Biebrich, 17. Juni. In der Nackt vom 16. auf den 17. Juni starb in Dierrich Herr Konsistorialrath Wilhelmi. Ein Cchlcgfluß machte feinem thätigen und frischen Leben ein unerwartetes Ende. Ferdinand Christian Wilhelmi wurde am 24. November 1822 zu Wiesbaden als Sohn des damaligen Pfarrers, späteren Laud.sbischofs Dr. L. W. Wilhelmi geboren.

Kofi Heim, 18. Juni. Der Gendarmirie gelang es, in unse em Orte eineSpielhölle" zu entdecken. In dem Wirths- lokal, in welchem ein großes Plackat hing mit der Aufschrift: Hier wird kein Hazard gespielt", wurde diesem so gefröhnt, daß Arbeiter an Samstagen oft ihren ganzen Wochenlohn bei dem Spiele hängen lußer. Der Wirch und eine Ver­wandte halfen dann mit Darlehen aus. Um das Hazard- spiel recht den Augen der Polizei zu entziehen, wurden während des Spiels Posten ausgestellt, die dann die Heran­kunft der Polizei oder der Gendarmen melden mußten. Der Wirtb kam zur Anzeige.

Schlitz, 15. Juni. DerD. Z." zufolge hat «Deine Maje stät der Kaiser anläßlich des Jubiläums des Herrn Geh. Kn chenraths v. Dieffenbach an letzteren folgendes Telegramm gerichtet:Neues Palais, 8. Juni. Kirchenrath Dieffenbach, Schlitz. Sie feiern Ihr 50jähriges Amtsjubiläum in rüstigem Alter und drängt es Mich, Ihnen von ganzem Herzen den Zoll Meiner Verehrung in wärmsten Worten auszusprechen. Gott der Herr, der Sie so lange zum Wohle der Gemeinde Schlitz und Umgegend erhalten, damit sich das Wort erfülle: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein", möge Sie auch ferner bewahren zur Freude des Mir so theuren Gräflichen Hauses, und wenn Er dereinst in Gnaden Sie zu Sich nehmen wird, an Ihnen das Wort wahr machen: Du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen, gehe ein zu deines Herrn Freud". Wilhelm I.R."

Offenbach, 17. Juni. Das großherzogliche Paar ist beute Mittag lurz nach 12 Uhr von Isenburg kommend per Wagen hier eingetroffen und in der Wohnung des Herrn Obersten von Hanneken in der Bismarckstraße abgestregen. Kurz vor 1 Uhr fuhren die höchsten Herrsch rften auf dem bereits bekannt gegebinen Wege nach d<r Schloßkirche, woselbst die Trauung des Fräulein von Hanneken stattfand. Nach der Feierlichkeit begab sich kas hohe Paar nach der Wohnung des Kreisraths Herrn Geheimen Regierungsraths Haas in d-r Ludwigstraße, woselbst dasselbe zu kurzem Besuch ver­weilte. Von dort erfolgte kurz vor 2 Uhr die Abfahrt nach dem großen Colleg, von wo aus das großh^rzogliche Paar eiwa um 3/i5 die Rückreise die Rückreise antrat. Dieselbe erfolgte wiederum per Wagen und über Neu-Isenburg. Der Besuch des hohen Paares trug kernen offiziellen Charakter, es fand darum auch keine Begrüßung rc. seitens der Stadt statt. Trotzdem wiesen die Straßen Flaggenschmuck auf und die Spalier bildende Menge begrüßte die Herrschaften aus das Lebhafteste.

Gietzen, 15. Juni. Im Fernewald, an der sogen. 'Hauptschneise, fand gestern Mittag ein junger Mann von Steinbach einen umgestürzten, mit Reisig beladenen Wagen -mit Pferd. Unter dem Wagen lag der Besitzer desselben und war todt. Man machte der Bürgermeisterei Annerod Mittheilung und der Bürger meister begab sich mit einigen 'Leuten an Ort und Stelle und ließ den Wagen beseitigen. Der Verunglückte wurde als der 32jährige Landwirth Gg. Zörb von Lützellinden erkannt und nach Erledigung der amtlichen Formalitäten von den Angehörigen nach Lützel­linden abgeholt.

21 SâgenßtadL, 18. Juni. Seit vorgestern herrschte in unserem Stävtcheu militärisches Leben und Treiben. Das 27. Feld-ArtillerieregiWent zu Cassel hatte nämlich innerhalb der letzten 4 Wochen im Griesheimer Lager Schießübungen vollzogen und rüâe am Mittwoch daselbst zur Rückkehr nach feteer Garnison wieder aus. Ein Theil des Regimentes be­zog am Mittwoch um feie Mittagsstunde mit dem Stabe hier Quartier, während der -andere Theil in der Umgegend von j Offenbach untergebracht wurde. Die hiesigen Truppen hatten gestern wegen des Frohnleichnamsfestes Ruhetag und setzten heute früh die Rückreise fort. Gegen 12 Uhr trafen sie in Gelnhausen ein, wo sie abermals Quartier bezogen. Für den Rückmarsch nach Cassel sind 12 Tage vorgesehen.

r. Waldbroel (Rheinprovinz), 17. Juni. Hier ist dieser Tage ein großes, auf 600 Kranke berechnetes evang. Krankenhaus für unheilbare Kranke eröffnet. Leitender Arzt ist Dr. Scholf, Besitzerin der Anstalt ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Das Pflegepersonal stellt der evang. Diakonieverein in Herborn (Bez. Wiesbaden), der dort unter Leitung von Schwestern gebildeter Stände Mädchen mit Volks­schulbildung in der Krankenpflege ausbilden läßt. In Aerzte- kreisen sieht man diesem Versuche einer Weiterbildung der Pflegediakonie mit lebhaftem Interesse zu. Im Unterschiede von denSchwestern" des Vereius, die höhere Töchterschul­bildung haben und ihre Fachausbildung inDiakonieseminaren" in einjährigem Kursus ohne gegenseitige Vergütung erhalten, empfangen die den Schwestern unterstelltenPflegerinnen" von vornherein Gehalt und nach einigen Jahren, wenn sie sich bewährt haben, noch eine besondere Prämie. Die besten von ihnen sollen dann auf ihren Wunsch noch in der Ge­burtshilfe ausgebildet werden. (Meldungen um Ausbildung als Schwester wie als Pflegerin sind an den evang. Diakonie- verein in Herborn zu richten).

Vermischte Nachrichten.

Mordprozeß Brünig. (Fortsetzung, f. g. Unterhaltungs- blott.) Halberstadt, 17. Juni. Heute wurde mit der *