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1897
Di« einzelne
Stemmet kostet
S»r auswärtige Stammten mit dem betreff enben Posraufschlag.
Nr. 130.
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Jährlich 9 </M
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Sicrteljährlich 2 ^ 25 ^.
Zugleich
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Samstag den 5. Juni
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ie Herzen auf! Schon wälzen sich die Wogen Des Jubelfestes durch den alten Ort Unb durch der Thore altersgraue Bogen Strömt Flut auf Flut zum großen Weere fort. Verklärten Auges blickt der Himmel nieder Auf das bewegte Treiben überall Unb durch die Straßen tönen Zubellieder Unb heller, feierlicher Glockenschall. Die Herzen auf! Der Weg soll offen sein. Die Göttin Freude ziehet heute ein.
Kennt ihr sie noch, die Göttin alter Zeiten, Die uns zu keiner Zeit im Stiche ließ? Die uns aus schweren Kämpfen, harten Leiden Den Weg zum alten Glanze wieder wies? Sie zeiget heute uns in goldnem Rahmen Wands altes Bild, das unvergessen blieb, Darin die Ewigkeit viel gute Damen Wit scharfem Griffe! für die Nachwelt schrieb; Es ist ein hètl'gcs, kostbares Bermächtniß Dergang’ner Zeiten freudiges Gedächtniß.
Hierzu „Amtliche Beilage" Nr. 41
ââHâ^srb ,^arui^» Zekauntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Nachdem die Umwandlung des deutschen Friedhofes in öffentliche Anlage erfolgt ist, wird derselbe hierdurch der
Nutzung des Publikums übergeben, zugleich aber auch Schutze desselben empfohlen.
Hanau am 3. Juni 1897.
Ter Oberbürgermeister.
V.: H^raens.
i Gebäude, welche Sprünge und Risse zeigten, geräumt. Der
Am 2. PstngNfeiertag ist das Standesamt für Eilsälle Hauptweg in Länge von 500 Meter ist abgesperrt. Die Be- vormittags von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Anzeigen werden im mohner kampiren auf dem Marktplatz.
unteren Rathhaussaal entgegengenommen. Eingang
zum Rathhaus nur ron der Langgosse aus. Hanau den 5. Juni 1897.
Der Stander beamte.
Koch.
Grasverkauf.
Das diesjährige Gras von den Wegen, Gräben der Hanauer Bruchwicsen srll Stelle öffiNtlich meifibietiub verlaust werd.n. ist auf
Termin hierzuj Schwierigkeiten macht, nochmals zusammeugttrcten, um das ; Protokoll drfinitiv zu bestimmen.
Dienstag den 8. dss. Mts
nachmittags 2 Uhr,
anberaumt. Zusammtukunft an der Bruchköbeler Landstraße.!
Bei ungünstiger Witterung wird der Verlauf in der Wirth- 3U schast „zur Patrontasche" abgebalteu.
Hanau am 2. Juni 1897.
Der Vorsteher ter Bruchwicsen Genossenschaft. Bell, Tomüncnrath.
8213 '
Politische und unpolitische Nachrichten.
(Depeschen-Bureau „Herold.")
iheilungen über die Glaubwürdigkeit des Dr. Levysohn machen
Berlin, 4. Juni. Das Staalsminisierium trat heute könne. Harden erklärt, er hätle sich dazu verpflichtet gehalten, Nachmittag 2 Uhr unter dem Vorsitz des Reichskanzlers da ein Menschenleben davon abhänge. Zeuge Harden berichte: Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. ! dann über ein Gespräch Lery'ohns mit seinem, des Zeugen,
Bcrliu, 4. Juni. Gras Schuwalow machte gestern Bruder, dem damaligen Assessor Witting, jetzigem Oberbürgcr- ncär 10 mnnnttidipr 'rs nvrrr KranUsslt seinen kl neu Svaricr- mrisirr rnn Vaitn. mobti Pernfobn nach seiner Aussaae den
JnserUonS' Preis :
D« Upalnge Garmond zeile
oder deren Raum 10 -4.
Die P/gjpaltige Zeit« 15 ^.
Die 2fpaltige Reik 20 -4.
Die 3fpaltige Zeit«
Mlâumsfâr
Erstaunt ist unser Geist auf leichten Schwingen Durch drei Jahrhunderte zurückgeschweift, Da Knospen nur an jungen Zweigen hingen, Die nun zu goldner Frucht herangereift. Sanft führt Erinn'rung uns an beiden Händen Dor manches Denkmal altvergang'ner Zeit Und läßt uns Blatt um Blatt bedachtsam wenden 3m großen, alten Buch der Ewigkeit! Wir lesen, schauen, staunen. Zst's denn wahr, Daß einst die Sonne schon so golden war? —
Unb huldreich lächelnd winket uns die Freude: Wie ihr die Stabt in altem Glanze seht, So blüht sie immerdar, so blüht sie heute, So lang der alte Geist nicht untergeht.
Willkommen drum zum frohen Jubelfeste, Reicht mir die Hand zürn großen Zubeltanz; Wer sorglos fröhlich ist, der reiht die beste, Die schönste Blüthe zu des Festes Kranz. Die Herzen auf! Erschließet alle Thüren, Die Göttin Freude wird das Scepter führen! C. Kohlhepp
gang in dem um die Villa „Ingelheim" gelegenen Park. Zeugen als Pampyletiften bezeichne: haben will. Zeuge legt Vormittags besuchte ihn der Reichskanzler Fürst Hohenlohe ! ein Telegramm seines Bruders -vor, in welchem dieser bekund nachmittags das Kaiserpaar. " streitet, daß Levysohn eine derartige Aeußerung gethan hat.
Berlin, 4. Juni. Kultusminister Dr. Bosse hat sich ’ Dann erhält R-chtsanwalt Holz das Wort zu seinem Plai-
seit gestern entstandene Risse nt erkennen, daß von den ein- gestetiten Gruben „Lonisen-Flötz" und „Abendstern" die Erd
eine Be- dem
heute zu einem achttägigen Aufenthalt nach dem Harz begeben. doyer für Lützow, nach dessen Beendigung Dr. Levysoh-r noch- — Finanzminister Miquel ist nach Wiesbaden abgereist und 1 mals vernommen wird. Der Präsident ermahnt ihn in ein- bev Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat heute seine Reise nach dringlicher Form, die Wahrheit zu sagen. Der Präsident be- Podickar angetreten. ! fragt den Zeugen Levysohn über die Unterredung, welche er
jii Rosdzin gaben mit dem Oberbürgermeister Witting hatte. Levysohn bekundet, er habe Witling gesagt, sein Bruder Maximilian Harden habe ein großes Talent für Satire unb er traue ihm zu, daß er ein deutscher Kourier werde. Der Präsident bemerft, es liege ihm daran, den Wortlaut genau festzustellen. Es handle 'ich darum, ob Harden als Schriftsteller-Kourier ober als Pamphletist-Kourier bezeichnet werden sollte. Levysohn gibt an, er habe das letztere gemeint. Dr. Sello befragt den Zeugen, ob ihm von irgend einer Seite vorher im Gerichtsgebäude Mittheilung über das Beweisthema, über welches er befragt
Kattowètz, O -Schl., 4. Juni.
i oberstäche zu Bruche ging. Nachts l1^ Uhr gab ein donner- ; ähnliches Getöse die Kunde von neuen Zusammenbrüchen.
I An der Erdoberstäche entstanden Risse von 2 Meter Breite. 8386 I Verschiedene Kellergewölbe stürzten ein. Behördlich sind 300
zurückgezogen werden.
Lamis, 4. Juni. Die Delegirten der türkischen und aus unangebracht.
London, 4. Juni. Standard meldet, die Türkei habe werden sollte, gemacht worden sei. Als Dr. Levysohn mit den Mächten den Vorschlag gemacht, Kreta an Griechenland der Antwort zögert, bemerkt Rechtsanwalt Lubczynski, er habe abzutreten, wenn Griechenland dafür auf Thessalien verzichte.! ein Glas Wasser im Gerichtsgebäude getrunken und dabei 8391 In diesem Falle sollen innerhalb 24 Stunden die Truppen dem Levysohn eine kurze Mittheilung über die Beweisführung gemacht. Der Präsident bezeichnet dieses Verfahren als durch-
Als seitens der Vertheidigung von
griechischen Armee, welche ein provisorisches Protokoll über die neuem Beweisanträge gestellt werden, erklärt der Piändent, Dämmen und Verlängerung des Waffenstillstandes bis zum definitiven er werde, nachdem man nun seit zwei Wochen über die An- an Ort und ; Friedensschluß ausgearbeitet hatten, sind nun, da die Türkei '
Witteruugsbericht.
Voraussichtliche Witterung: Meist heiteres und warmes, Gewittern geneigtes Witter.
Prozeß v. Tausch-Lützow.
Hd. Berlin, 4. Juni.
ZuBegün der heriigin Sitzung wird zurächft Moxmulian Harden nochmals als Zeuge vernommen. Harden hatte dem PräsidlNtiN gestern sârifilich mitgetheilt, daß er nähere Mir-
gelegenbeit verhandle, keine weiteren Abschweifungen vom Hauptthema mehr dulden. Unter diesen Umständen wird allseitig aus weitere Beweisarmäge verzichte: und Rechtsanwalt Holz fühlt sein Plaidoyer zu Ende. Aus demselben ist her- vorzuheben: Nach der Ansicht des Vertheidigers habe ach des Geftändniß des Angeklagten v. Lützow, seines Klienten, in dieser Verhandlung voll bestätigt. Er wisse nicht, wie die Vertheidigung des v. Tausch dazu komme, zu behaupten, daß Lützow absolut nicht zu glauben sei. Herrn v. Lützow sei ebenfalls in seinem Vorleben nichts vorzuwerfen. Es fei wahr, er habe Schiffbruch gelitten. Er sei dann zu seinem Unglück in die Nitze des Tausch gerathen. Gewiß habe er schlecht gebandelt, als er Kukutsch in eine so schlimme Lage brechie, aber er habe schließlich sein Unrecht eingesehen. Er sei in sich gegangen und habe ein Gestândniß abgelegt. An diesem Geftändniß sei nichts zu deuteln. Die Verhandlung habe übrigens dargethan, daß Lützow viel glaubwürdiger sei, als Tausch. Gegen die Glaubwürdigkeit des Zeugen Krämer könne absolut nichts geltend gemacht werden. Dieser Hers bohe ücb hier als ein durchaus lauterer Charakter gezeigt.