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Amtliches Organ für SiaöL- uuö LanöKreis Hanau.
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Rr. 117.
Donnerstag den 20. Mai
1897.
Hierzu
Amtliche Beilage" Nr. 38.
E DimstnaMMen ans dem Kreise.
Gefunden: Ein Kinderschuh. Ein silbernes Bröschchen.
Verloren: Zwei Hämmer (ein Maurerhammer) und leine Feile.
Hanau am 20. Mai 1897.
Tagesschau.
Laut telegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der {Marine hat S. M. S. „Condor", Kommandant Korvetten- Kapitän Meyer (Hans), am 19. d. M. Sansibar verlassen und eine Erholungsreise nach den Seychellen angetreten.
Für die Besoldungsaufbesterungen verlangt die Budgetkommission des Reichstags nach dem jetzt vorliegenden Bericht die Bewilligung von 8,591,015 Mk. statt der geforderten 9,330,473 Mk. Bei den Tarisklassen für die Offiziere hat die Kommission im Ganzen 1,422,743 Mk. abgesetzt. Davon entfallen auf die Klasse der Premierlieutenants und der diesen gleichgestellten Offiziere Streichungen im Betrage von 766,475 Mk., da eine Erhöhung der Besoldung der Premierlieutenants nur auf 1500 Mk. statt der verlangten 1680 Mk. bewilligt worden ist. Zu den 1500 Mk. 3 erholten die berittenen Premierlieutenants 180 Mk. nichtpensionsfähige Zulage. In der Tarifkiasse III der Offiziere sind abgesetzt 343,230 Mk., indem das Gehalt der Stabsoffiziere nicht auf 6000 Mk., sondern nur auf 5850 Mk. erhöht ist, exklusive von 300 Mk. nichtpensionssähiger Zulage für die Stabsoffiziere der Kavallerie. Außerdem ist das Verhältniß der Hauptleute und Rittmeister erster Klasse zu denjenigen der zweiten Klasse nicht auf 60, sondern auf 58 pCt. der Gesammtzahl normirt. In der Tarifklasse II der Offiziere find abgesetzt 313,038 Mk. infolge Ablehnung der Besoldungs- crhöhung für die Regimentskommandeure. Doch ist in einer Resolution für das nächste Jahr die Einführung von Pferdegeldern bezw. für Offiziere der Kavallerie von nichtpensionsfähigen Zulagen zugesi^ert worden. In der Tarisklasse V der Beamten sind im Ganzen 86,650 Mk. abgesetzt und 873,035 Mk. zugesetzt, sodaß insgesammt für Beamte die Besoldungsverbesserungen 2,846,248 Mk. statt der geforderten 2,059,863 Mk. betragen. Don den Zusetzungen in der Kommission entfallen 6300 Mk. aus die Stationskontrolleure der Zollverwaltung, 570,010 Mk. auf die Post- und Telegraphenverwaltung, 20,650 Mk. auf die Elementarlehrer an den Unteroffizier sschulen und Garnisonschulen, 278,775 Mk. auf die Unlerbeamten der Reichseisenbahnen in Elsaß Lothringen. Aus eigener Initiative hat die Kommission bei den i— i^— ■—i^^— ^— —■—■ feutUekn.
Die Ahnen der Turfsieger.
Von Leopold Werder.
(Nachdruck verboten.)
Wenn der Lenz die Erde in junges Grün kleidet, regt sich auch auf unseren Rennbahnen neues Leben, und es erscheinen all' jene wohlbekannten Gestalten wieder, die — bei uns wenigstens — während der kalten Jahreszeit feiern. Und vor allem die Könige der Bahn, die edlen Renner, die das Ziel der Hoffnung, der Freude, der Furcht, des Neides von Tausenden bilden und auf ihren Rücken ungezähltes Geld tragen. Adlig sind sie, fürwahr adeliger eigentlich, als die meisten ihrer Herren und Bewunderer, und jedenfalls ist ihr Adel augenfälliger, als der ihrer menschlichen Konkurrenten, da er sich in ihrem Körperbau so unzweideutig ausspricht, daß der Blick in das stud-book oder in das Säckchen, das die Araber ihren Rassepferden um den Hals hängen, oder auf das Zeichen, das in Süditalien früher den edelsten Gäulen ausgeprägt wurde, eigentlich nur den Zweck hat, ihren Stammbaum im Einzelnen kennen zu lernen. Nun ist es freilich mit Stammbäumen bei Mensch und Thier überhaupt insofern übel bestellt, als sie selten ganz ununterbrochen und einwandsfrei gefunden werden. Die Welfen sind eigentlich schon feit dem 11. Jahrhundert Este's und das erlauchte Haus Habsburg ist ja in Wahrheit die Familie Lothringen- Toskana. Dennoch ist der Stammbaum unserer edlen Zucht- und Rassepferde insofern sicher und feststehend, als er bekannt- ' lich in gerader Linie auf Arabiens unvergleichliche Stuten zurückgeht, und nur in Bezug auf die allerersten Mütter ist die Geschichte zweifelhaft. Denn im letzten Grade leiten die Araber ibre edelste äucbt auf die Gestüte des Königs Salomo
Postassistenten und Vorstehern von Postämtern dritter Klasse das gegenwärtige Maximalgehalt von 2700 Mk. aus 3000 Mk. erhöht und das Duichschnittsgehalt von 2100 Mk. auf 2250 Mk. Ebenso hat bei den Unterbeamten der Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen die Kommission bei den Portiers, Rottenführern, Weichenstellern zweiter Klasse, Schaffnern, Bremsern und Wagenwärtern das Moximalgehalt von 1320 Mk. auf 1520 Mk. und das Durchschnittsgehalt von 1120 Mk. auf 1220 Mk. erhöht. Bei den Portiers und Rottenführern, sowie den Weichenstellern zweiter Klasse wird das Maximalgehalt künftig erst nach 18 Jahren statt bisher nach 15 Jahren erreicht. Bei den Wagenwärtern ist das Maximalgehalt von 1020 Mk. auf 1170 Mk., das Durchschnittsgehalt von 920 Mk. auf 995 Mk. erhöht. Endlich ist bei den Telegraphisten der Zuschuß von Elsaß-Lothringen von 120 Mk. auf 240 Mk. erhöht. Die Abstriche an den Besoldungsverbesserungen in der fünften Klasse mit im Ganzen 86,650 Mk. vertheilen sich auf eine große Zahl von Beamten, zumeist der Militärverwaltung. In der dritten Tarisklasse der Beamten sind zugesetzt 3000 Mk. bei den Abtheilungsvorständen der Seewarte und abgesetzt 99,100 Mk. bei den Besoldungsverbesserungen. Die Absetzungen vertheilen sich ebenfalls auf eine große Zahl von Beamten zumeist der Militärverwaltung. In der ersten und zweiten Tarisklasse der Beamten sind nur abgesetzt 7000 Mk., und zwar 5000 Mk. für den Präsidenten des Reichseisenbahnamts und je 1000 Mk. bei den Besoldungsverbessungen der beiden Direktoren des Statistischen Amts und des Gesundheitsamts.
Die Verhandlungen über die Novelle zum Vereins- und Versammlungsgesetze sollen im Abgeordnetenhause thunlichst so gestaltet werden, daß die dritte Lesung in der ersten Hälfte der Woche vor Pfingsten zum Abschluß gelangt. Zu diesem Ende werden zunächst der Donnerstag und der Freitag für die Kommissionsberathung frei bleiben. Man hofft, in diesen beiden Tagen nöthigenfalls unter Zuhilfenahme von Abendsitzungen die Kommissionsberathung" zu beendigen. Der Bericht, dessen Erstattung voraussichtlich dem Abg. Oswalt übertragen werden wird, würde dann am Montag den 24. d. M. festgestellt und vertheilt werden können. Die zweite Lesung würde dann am Tage vor, spätestens am Tage nach Himmelfahrt beginnen und, die Dauer von zwei Tagen vorausgesetzt, jedenfalls im Verlaufe der Woche zum Abschluß kommen. Die dritte Lesung würde anfangs der Woche vor Pfingsten stattfinden können. Von deren Ergebniß hängt dann das Weitere ab. Erfolgt gänzliche Ablehnung, so ist die Sache für diese Session erledigt. Kommt ein Entwurf zur Annahme, welcher sich als Aenderung der Verfassung nicht darstellt, ^so geht die Vorlage direkt an das Herrenhaus. Muß die Lchlußabstimmung aber in der Form der Verfassungsänderung stattfinden, so würde zunächst in der vierten Juniwoche eine abermalige Abstimmung über das zurück, so daß also Ormonde sich der immerhin respektablen Verwandtschaft mit jenem Pferde, das die Königin von Saba dem Könige von Israel verehrte, und der von Hiob so gerühmten Rosse rühmen könnte. Im Allgemeinen aber bescheiden sich die Araber doch damit, die fünf Leibstuten des Propheten als die Mütter der Rasse anzusehen, und so können auch wir wohl auf ein und ein halbes Jahrhundert getrost verzichten und die El-Khans, die Mohammed in der Nacht der Hedschra, das will sagen: am 16. Juli 622, trugen, als die ersten Ahnen unserer Turfsieger betrachten.
Bei den Hippologen war es lange eine Streitfrage, ob die alte echte lied-, sagen- und sportberühmte Araberrasse auch in der Gegenwart noch in der Heimath des Propheten existire; die Frage ist aber endgültig im bejahenden Sinne entschieden und der Stolz der Söhne der Wüste aus ihre Rosse, der Werth, den sie ihnen beilegen, ist also in jeder Beziehung erklärlich und berechtigt. Nichts illustrirt diese ihre Gesinnung vielleicht besser, als eine wahre Geschichte, die in Mekka sich ereignet hat. In jener Straße, wo die Pilger ihre religiösen Parforceläufe vollbringen und sich dann von gewissenlosen Kaufleuten aus aller Herren Länder brandschatzen lassen, hatte sich auch ein persischer Pelzhändler niedergelassen, obgleich ihm das Klima der heiligen Stadt wenig Aussicht aus ein blühendes Geschäft eröffnete. Sein Laden war denn auch regelmäßig leer. Einmal aber trat ein ehrwürdiger Araberscheich ein und erstand nach stundenlangem Feilschen ein — Eisbärenfell. Seine Begleiter hielten den alten Mann ersichtlich für geisteskrank und fragten ihn, was er denn mit seinem Kaufe bezwecke. Der Scheich merkte, daß seine ganze Autorität auf dem Spiele stehe und erklärte: „Ihr wißt, daß ich eine herrliche Stute aus der Familie der Kohail besitze, die ganz Arabien als echt und makellos kennt. Für sie habe ich dies Fell gekauft, damit sie ihre edlen ßUtpbpr hnrmit rnÜp " 1tnh StP (St+ttrt+tnrt mnr Apvpffpf Sprits I
Ganze im Abgeordnetenhause stattsinden und dann erst das Herrenhaus mit der Sache besaßt werden. Selbst wenn das letztere den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses voll beitritt, würde alsdann der Sessionsschluß nicht vor Ende Juli stattfinden können.
Den österreichischen Kaisermanövern bei Totis (Ungarn) wird auf Einladung auch der russische Generalstabschef Obrutschew beiwohnen. Man wird darin, wie die ,,N. Fr. Pr." meint, eine neue Bekundung des freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Oesterreich-Ungarn, das während der Petersburger Kaisertage besiegelt wurde, und zugleich eine Erwiderung der Höflichkeit des Zaren zu erblicken haben, auf dessen besondere Einladung der österreichisch-ungarische Generalstabschef, Freiherr v. Beck, mit dem Kaiser Franz Joseph nach Petersburg reiste. — Obrutschew, der mit einer Französin verheirathet ist, gilt als Freund Frankreichs, und man hat auch seinerzeit in Paris behauptet, daß die vielgenannte Militär-Konvention, die zwischen Frankreich und Rußland als Ersatz für einen förmlichen Allianzvertrag abgeschlossen worden sein soll, die Unterschrift Obrutschews trägt. Seit der großen österreichisch-ungarischen Intimität, die nach dem Jahre 1849 den Ereignissen von Vilagos folgte und in der persönlichen Theilnahme des damaligen Thronsolgers, späteren Kaisers Alexander II. an den österreichischen Kavalleriemanövern bei Palota zum Ausdrucke kam, hat wohl kein höherer russischer General an den Uebungen der österreichisch-ungarischen Truppen theilgenommen.
Nach Wiener Berichten aus Konstantinopel schätzen Sachverständige die thatsächlichen türkischen Kriegskosten auf 35 Millionen Franken. Darüber, ob Thessalien der Türkei vorläufig als Faustpfand zu belassen sei, sind die Meinungen getheilt. Man erinnert daran, daß die Türkei selber an Rußland noch Kriegskosten schulde, ohne ein Faustpfand gegeben zu haben. Die Aufhebung der griechischen Kapitulation möchte man nicht zugestehen, weil dadurch ein Präzedenzfall für andere europäische Staaten geschaffen werde und weil man nicht die vielen angesehenen Griechen den brutalen Schröpfungen der türkischen Rechtspflege aussetzen mag. Für sehr berechtigt hält man dagegen die Einführung von bisher in Griechenland fehlenden Auslieserungsvertrâgen für gemeine Verbrecher.
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 19. Mai.)
Der Reichstag setzte heute die zweite Lesung der Vorlage, betreffend den Servistarif und die Klasseneintheilung der Orte fort. Die Abgg. Lieber (Ctr.) und Hammacher (natlib.) wiederholen ihren kürzlich von dem Hause abgelehnten Antrag, die Vorlage, beziehungsweise den von der Kommission gestrichenen § 2, der sich auf die dieser Kauf war für die Geisteskräfte und das Herz des Scheichs nur in hohem Grade ehrenvoll.
Die Kohail und die Saklawi sind nämlich unter den Geschlechtern, die sich von Mohammeds fünf Stufen ableiten, die berühmtesten, und ihre Namen haben für den Araber eine fast religiöse Bedeutung. Mag es um die historische Genauigkeit ihrer Abkunft stehen, wie es wolle, so unterliegt es jedenfalls keinem Zweifel, daß die vollendeten Pferde der Nedschid- Rasse Produkte der sorgfältigsten Zucht sind. Der Araber verabsäumt, wenn ein Fohlen von raffeedler Abkunft zur Welt kommt, nie, sofort durch Zeugen dies feststellen zu lassen; und genaue Dokumente, die, wie schon bemerkt, dem Thiere angehängt werden, nehmen den Stammbaum und alles damit in Zusammenhang Stehende auf, bestätigen, daß die „Abstammung rein und ungemischt wie Milch" sei, und sprechen den Wunsch aus: „Mögen tausend Zweige seinen Leib schützen vor der Hyäne, der Freundin der Gräber, und vor dem Wolfe, der in der Wüste heult!" Die Anhänglichkeit des Beduinen an sein Roß ist aber umso größer, als es bekanntlich nicht, wie die Rassenpferde bei uns gewöhnlich, nur ein Luxusthier ist sondern seinen praktischen Bedürfnissen dient; sind doch die unvergleichlichen Eigenschaften des Arabers zu einem erheblichen Theile den sehr hohen Anforderungen, die sein Herr an ihm stellt, und der frühzeitigen Dressur, die selbst dem edelsten Abkömmling n'cht erspart bleibt, zudankenl Das arabische Pferd wird in der brennendsten Sonnenhitze angebunden und erhält keinen Schatten, es wird ruhe- und rastlos eingeritten, bis cs raucht, vor Schweiß trieft und zittcrt, und dann in's Wasser gezwungen, es wird zeitig der Muttermilch entwöhnt und nur mäßig gefüttert. Die Heldenthaten der Nachkommen des El-Khans liegen denn auch nicht auf dem Turf, sondern im Kampf; sie trugen und tragen oft ihre Herren mit Windeseile vor ihren Verfolgern hin- wprt «tritt allein fhmbmlflnft. fnnbprtt. niie olaubbaft versickert