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Hanauer Anzeiger

Seite 3

29. April__

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-BureauHerold.")

Berlin, 28. April. Der preußische Hof legt für den Prinzen Wilhelm von Baden Trauer auf acht Tage an.

Berlin, 28. April. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 3 Uhr im Reichstagsgebäude unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.

Berlin, 28. April. DieNat.-Ztg." schreibt: Die Meldung verschiedener Blätter, daß der Gesetzentwurf über die Reform der Militär-Prozeß-Ordnung das Plenum des Bundesraths verlassen habe und auf alle Fälle demnächst im Reichstage eingehen werde, wird als unzutreffend bezeichnet. Vielmehr darf angenommen werden, daß erst nach dem Ein­treffen des Kaisers in Berlin der Reichskanzler über die Angelegenheit Jmmediat-Vortrag halten wird. Von der Entscheidung des Kaisers wird es dann ablüngen, ob bezw. wann der Reichstag in der Lage fein wird, sich mit der geplanten Form zu befassen.

Berlin, 28. April. DieNordd. Allg. Ztg." be­stätigt, daß der Hauptmann Morgen vom Grenadier-Regiment Prinz Karl von Preußen der deutschen Botschaft in Kon­stantinopel beigegeben worden ist, um sich als militärischer Berichterstatter auf den türkischen Kriegsschauplatz zu begeben. Berlin, 28. April. Die von den Times aus Paris gemeldeten Angaben über eine Unterredung des Reichskanzlers mit dem französischen Minister des Aeußern in der Trans­vaal-Angelegenheit beruhen, derNordd. Allgem. Ztg." zu­folge, auf müßiger Erfindung. In dem Gespräch zwischen dem Fürsten Hohenlohe und Herrn Hanotaux sei die Trans­vaal-Frage überhaupt nicht berührt worden.

Karlsruhe, 28. April. Die Leiche des Prinzen Wil­helm von Baden wird am Freitag in der Schloßkirche aufge­bahrt, deren Besuch Jedermann gestattet ist. Am 1. Mai wird die Leiche vorläufig im Mausoleum beigesetzt. Tie end- giltige Beisetzung erfolgt in Salem.

Wien, 28. April. Eine Deputation der hiesigen Groß- Industriellen, welche um Schutz ihrer Interessen bei einem eventuellen Bombardement Salonikis nachsuchten, erhielten im auswärtigen Amt die Antwort, daß die griechische Regierung erklärt habe, daß das Bombardement von Saloniki unwahr­scheinlich sei. Sollte eine Beschießung aber doch stattfinden, so habe der Kommandant des österreichischen Stationsschiffes den Auftrag, den griechischen Flotten-Kommandanten vor den durch ein Bombardement Salonikis für Griechenland ent­stehenden nachtheiligen Folgen zu warnen.

London, 28. April. Es verlautet bestimmt, daß im Falle einer abermaligen Verletzung der Landes-Konvention seitens Tranè vaal England ein Ultimatum stellen wird.

London, 28. April. Gestern trat der Ministerrath auf Salisbury's telegraphische Weisung zusammen, um über die Lage im Orient zu berathen. Man sagt die Königin Viktoria wünsche dringend, daß König Georg Hilfe gebracht werde.

London, 28. April. Den Times zufolge glaubt man in Athen, daß ein Koalitions-Ministerium oder ein Ministerium der Vertheidigung gebildet werden wird.

Paris, 28. April. DerMatin" schreibt: Man darf es heute aussprechen, daß der König von Griechenland aus seiner letzten Reise durch Europa an verschiedenen Hösen seine dynastischen Befürchtungen kundgegeben und überall um Rath und Unterstützung gebeten habe. Nachdem er zwischen Krieg und Revolution gestellt worden, so babe er sich für ersteren entschieden, obgleich kein Krieg tollkühner sein konnte. Da der Krieg zur Niederlage der Griechen geführt hat, so dürfte dem Könige die Revolution nicht erspart bleiben.

Athen, 28. April. In der Unterredung, welche der Oppositionsführer Balli gestern beim Könige hatte, erklärte ersterer, daß das Ministerium Delyannis nicht mehr das Vertrauen des Volkes habe.

Athen, 28. April. Die Türken, welche Volo und Velsotino angriffen, wurden nach empfindlichen Verlusten zu­rückgeschlagen.

Witterungsbericht.

Voraussichtliche Witterung: Im Allgemeinen heiteres und warmes Wetter; einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen.

Aus Stadt- und Landkreis Hanau.

(Nachdruck unserer Lokalnachrichten nur mit Quellenangabe gestattet.)

Beamtenpersonal-Nachrichten.

Ernannt: die Hülfspfarrer Schmidt in Großalmerode zum Pfarrer in Eschenstruth und Steinmetz in Bebra zum Pfarrer in Raboldshausen,

die Postassistenten Asp in Hofgeismar, Becker, Bley, Eskuche, Horn, Lieber, Sinning und Stein b a ch in Cassel, H o ch a p f e l in Hanau und Ruch in Mar­burg (Bez. Cassel) zu Ober-Postassistenten,

die Telegraphenchsistenten Kolbe in Marburg (Bez. Cassel), Reinhard und Scheibeler in Cassel zu Ober- Telegraphenassistenten.

Verliehen: dem Oekonomie-Kommissar Klostermann bei der Generalkommission in Cassel der Charakter als Oeko- nomiekommissions- Rath,

dem Generalkommissions-Sekretär Strothmann in Cassel der Charakter als Rechnugsrath,

dem Spezialkommissions-Sekretär Parther in Carls­hasen der Charakter als Kanzleirath.

Pafsirt. Se. Majestät der Kaiser passirte gestern Nachmittag kurz nach 5 Uhr> mittels Sonderzugls auf der Reise nach Schlitz den Ostbahnhof.

* Neustadt-Jubelfeier. Zu der 3. Centenarfeier der Gründung unserer N'ustadt find aus allen Kreisen unserer Bevö keiul'g reiche Spenden gegeben worden, um für die Kosten des Festes aufzukommen. Dank und Anerkennung ge­bührt dem opferfreudigen Geist unserer Bürger, der, wie bei sonstigen mildthätigen, patriotischen und anderen Anlässen, sich auch^ dieses Mal wieder so rühmlich bewährt hat. Groß ist die Summe der gesammelten Beiträge, aber auch groß, sehr groß sind die Ausgaben für die Vorbereitungen, bauliche Einrichtung, hfftorischtN Festzug, Ausschmückung der Stadt u. s. w. Verursacht dcch die prachtvolle Festhalle in dem Altstâdter Schloßpark allein einen Kostenaufwand von ca. 35 000 Mk. Wenn auch andtrseitig die Einnahmen aus dem Festplotze keine geringen sein werden, so körnen diese durch eintretende ungünstige Witterung doch sehr geschmälert wer­den, desbalb sind fortgesetzt Gaben von jedem, der sich Ha­nauer nennt, sehr willkommen. Unter diesen sind avch die­jenigen Söhne unserer geliebten Vaterstadt verstanden, die zerstreut über die ganze Erde leben und von denen viele aus Anhänglichkeit an die Heimath dieses Blart halten. Der Versitzende des Finanz Ausschusses, Herr Alex. Jung, von der Firma P. G. Hosse Wwe., Herr Rentner Adolf Gauff als Kossirer, sowie die Redaktion desHanauer Anzeiger" nehmen gerne Beiträge entgegen.

* Ministerial-Bersügung. Dem Kuratorium der gewerblichen Fortbildungsschulen des Regierungsbezirks Cassel rst von dem Herrn R'gierungspr äsidenten ncchstehende Mi- nisterialversügung zur Kenntnißnahme mitgetheilt:Es ist wiederholt der Wunsch ausgesprochen worden und hat auch in den Verhandlungen des Landtags Ausdruck gefunden, es möchte den Zöglingen der gewerblichen und ländlichen Fort­bildungsschulen eine Förderung ihrer religiösen Erziehung zu Theil werden. Dies kann, da die Ausnahme des Religions­unterrichts in den Lehr- und Stundenplan der Fortbildungs­schule nicht möglich ist, am besten dadurch erreicht werden, daß die Geistlichen beider Konfessionen durch Unterweisung und belehrende Vorträge, die womöglich in den Räumen der Fortbildungsschulen und im Anschluß an den Unterricht statt- finden, die religiöse Erkenntniß der Zögling zu vertiefen und ihren religiösen Sinn zu wecken und zu fördern suchen, Ew. 2C. ersuchen wir daher, die Vorstände der Fortbildungs­schulen dahin geneigt zu machen, daß sie den Geistlichen auf ihren bezüglichen Wunsch die Schulräume zur Verfügung stellen und ihnen auch sonst die Ausrichtung ihrer Arbeit aus jede Weise ermöglichen und erleichtern/'

* Auf den preußischen Staatsbahnen sollen fortan Arbeiterfahrkarten nur noch an Personen, die sich gehörig ausweisen, verabfolgt werden. Als Ausweis dient eine Karie, die vom Arbeitgeber unterschrieben werden muß. Die Polizeibehörde hat darauf durch Unterschrift und Siegel die Richtigkeit der Unterschrift des Arbeitgebers zu bescheinigen.

* Grimm-Museum. In der gestern abgehaltenen Jahresversammlung des Geschichtsvereins wurde bei Erstattung des Jahresberichts auch erwähnt, daß das Grimm-Museum bereits eine Reihe von zum Theil recht werthvollen Er­werbungen gemacht habe. An Büchern sind von mehreren Seiten Geschenke eingegangen, von der Teubner'schen Verlagsbuch­handlung in Leipzig, von einem holländ. Gelehrten eine Spezialschrift, von der Stadt Hanau, von Prof. Mauritius in Koburg das erste Lesebuch der Brüder Grimm (ein A-B-C-Buch vom Jahre 1777), von Kaufm. H. Heusohn, von Prof. Wackermann. Angekauft wurde namentlich ein seltenes wissenschaftliches Werk, das als Handexemplar der Brüder werthvolle Randbemerkungen von ihren Händen ent­hält. An Briefen der Brüder Grimm besitzt das Museum bereits eine ganze Anzahl, meist beziehen sie sich auf einzelne ihrer Werke, aber auch auf Vorgänge aus ihrem Leben. Einige sind durch Kauf erworben, mehrere geschenkt von Ritter von Cassian in Wien und Prof. Michaelis in Bonn. Außerdem sind einige Bildnisse (Photographien) der Brüder geschenkt worden. An sonstigen Gegenständen besitzt das Museum den Rock Jakob Grimms, das Medaillon von Wil­helms Gattin, von Eberles Hand gefertigt, sowie noch eine Reihe von Abbildungen. Geldspenden sind auch schon einge­gangen und stehen nach Beendigung der Jubiläumsseierlich- keiten hoffentlich weitere reichlich in Aussicht.

* Hanauer Geschichtsverein. Jm Rathhaussaale hielt gestern Abend der Hanauer Geschichtsverein seine Jah resversammlung ab. Der von dem Schriftführer des Ver­eins, Herrn Sanitätsrath Dr. Eisenach verfaßte Bericht über das Jahr 1896/97 kam infolge Verhinderung desselben durch Herrn Hch. H e u s o h n zum Vortrag. Der Bericht hebt hervor, daß die Thätigkeit, die volle Kraftentsaltung des Vereins immer noch zu sehr durch den Mangel an hinreichen­den Mitteln gehemmt wird. Das nächste Ziel des Vereins, die Schaustellung der Sammlungen, wird in den nächsten Jahren hoffentlich ermöglicht werden, wenn die König!. Re­gierung zu Cassel das Entgegenkommen zeigt, das für den Verein dringend noth ist. In Anerkennungdieses wunden Punktes hat die städtische Verwaltung dem Verein ein großes Entgegen­kommen gezeigt, denn sie glaubte die für das Museum abso­lut nothwendige Vergrößerung der Räume dadurch ermög­lichen zu können, daß sie den Katasterämtern andere Räume zur Verfügung stellen will, damit der Verein den rechten Seitenbau im alten Regierungsgebäude erlangen kann. Da­mit wäre dem Geschichtsverein bezüglich der Lokalsrage ge­holfen. Wegen der Raumfrage war es auch bisher unmög­lich, die dauernde Eröffnung des Museums zu bewirken; wie wünschenèwerth aber eine solche ist, ist bekannt: Bei der Grimmfeier war das Museum g< öffnet, Hunderte von In­ten ssenten besuchten es, staunten die Schätze an, von deren Existenz sie kaum eine Ahnung hatten. Obwohl der Plan, anläßlich der Jubelfeier eine Ausstellung historischer Gegen stände zu veranstalten, ausgegeben werden mußte, bleibt der

Verein bei der Jubelfeier doch nickt zurück; durch die Schrift, welche aus Anlaß dieies Festes beraiiègegeben wird und welche lieMünzen und Münzmeister der Grafschaft Hanau" be­handelt, wird ein wissenschaftlich sehr werthvolles We,k der gelehrten Welt übergeben, welches ein Beweis sein wird, daß in Hanau nicht nur der Sinn für schöne Feste, sondern auch für schöne Festschriften vorhanden ist. Ueber die Zugänge zum Museum wird berichtet, daß der Verein auch im Erlangen von Fundstätten nicht saumselig war. Bei der Ausstellung von Ackerland in Kisselstadt wurde im Frühjahr der schon längst bekannte alte römische Friedhof angeschniiten und dieses Mal ergiebig ausgebeutet. Dem Zuwachs des Vereins von 4 Mitgliedern steht ein Verlust von 11 gegenüber (die Er­innerung an die verstorbenen 4 Mitglieder wurde seitens der Versammlung durch Erheben von den Sitzen geehrt.) Die Zahl der Vereinsmitglieder beträgt 217 (davon in Hanau 194 und auswärts 23) und 6 Ehrenmitglieder. Die Kasscn- abrechnung weist an Einnahmen 2179.19 Mk. und an Aus­gaben 1282.12 Mk. auf, mithin Kassenbestand 897.07 Mk. Der Bericht schloß wie folgt:Meine Herren: In kurzen Worten nur konnte ich Ihnen ein Bild unserer Vereins­thätigkeit geben. Sie werden daraus aber entnommen haben, daß wir getreu sind unserem Wahlspruch:Rast ich, so rost ich!" Meine Herren! Lassen Sie uns nicht rasten noch rosten, lassen Sie uns allezeit festhalten an dem, was uns auf Erden das höchste sein muß, an der Liebe zum Vaterlande; lassen Sie uns festhalten an der vaterländischen Geschichte und wenn uns ein Stück nach dem andern von unseren berechtigten Eigenthümlichkeiten durch den unerbittlichen Zeitgeist fortgeno»men wird, lassen Sie uns doch festholten an der Liebe zur vaterländischen Geschichte, reichen Sie nicht die Hand dazu, daß die Stammeseigen- thümlichkeit verloren geht, daß die so viel Liebgewordenes und Gewohntes zerstörende Zeit nicht so viel Macht über uns ge­winnt, daß wir nur denken und glauben lernenubi bene, ibi patria! Der Jahresbeitrag wurde wiederum auf 4 Mk. festgesetzt und der bisherige Vorstand durch Akklamation wiedergewählt. An die Mitgliederversammlung schloß sich eine öffentliche Versammlung, in welcher Herr Akademielehrer Dr. Winkler unter Vorlegung von Plä­nen 2C. über die Gründung und Erbauung von Neu-Hanau sprach. Dem Vortragenden wurde für die interessanten Aus­führungen zum Schluß lebhafter Beifall gespendet.

* Stadttheater. Infolge Erkrankung des Fräulein Valery kann heute Abend die OperMartha" nicht stallfinden, dafür wird auf VerlangenDer Zigeuner­baron" gegeben.

* Abonnementskonzerte im Kaiserhof. Unsere werthen Leser bezw. Konzertbesucher machen wir auch an dieser Stelle auf die im Jnseratentheile bekannt gegebenen Abonnements-Konzerte, welche in dem der Neuzeit entsprechend eingerichteten Konzertgarten zum Kaiserhof im Laufe der Sommermonate abgehalten werden sollen, aufmerksam. Herr Grebener, der neue Restaurateur, wird alles aufbieten, um diese Abende zu recht genußreichen zu gestalten. Außer den Militär-Kapellen ist auch mit dem berühmten Feuerwerker Herrn Dietrich zu Frankfurt verhandelt, welcher für einige Konzert-Abende gewonnen ist. Außerdem sollen in den Zwischen­pausen verschiedene Ueberraschungen durch auswärtige Künstler vorbereitet sein. Bei plötzlich eintretendem Unwetter bieten die neuen Konzert-Hallen ca. 600 Personen fassend genügenden Schutz. Ein Abonnement auf diese Konzerte ist somit ohne Frage sehr zu empfehlen. Nächsten Sonntag von nachmittags 4 Uhr ab findet großes Eröffnungs-Konzert von der gesummten Kapelle unseres Ulanen-Regiments statt.

* Marktpreise. Im Monat März 1897 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 15.27, Roggen Mk. 12.12, Gerste Mk. 14.43, Hafer Mk. 13.20, Erbsen zum Kochen Mk. 26.86, Speisebohnen (weiße) Mk. 24.88, Linsen Mk. 40.75, Eßkartoffeln Mk. 4.06, Richt­stroh Mk. 5.12, Krummstroh Mk. 3.47, Heu Mk. 7.27; für 1 kg Rindfleisch im Großhandel Mk. 1.22, im Kleinhandel von der Keule Mk. 1.40, vom Bauche Mk. 1.25, Schweine­fleisch Mk. 1.45, Kalbfleisch Mk. 1.20, Hammelfleisch Mk. 1.20, Speck (geräuchert) Mk. 1.85, Eßbutter Mk. 2.44.

* Jmmobilienverkehr. Das der Stadt gehörende Grundstück Bleichstraße Nr. 2 wurde in dem gestrigen Ver­steigerungstermin für den Preis von 14,050 Mk. von Herrn Metzgermeister F. W o h l l e b e gekauft.

* In Brand gerieth gestern Nachmittag gegen 6 Uhr eine auf dem Exerzierplatz stehende Eiche.

* Schett geworden. Ein vor demHessischen Hof" haltendes Pferd eines Einspänners wurde gestern scheu, ging durch und rannte durch die Hospitalstraße. Hier stieß es mit der Deichsel gegen das Gebäude des Landkrankenhauses und kam zu Fall, raffte sich jedoch wieder auf und stürmte, trotzdem die Deichsel infolge des Anstoßes abgebrochen war, weiter. In der Leimengasse wurde dann das Pferd durch dort beschäftigte Arbeiter aufgehalten.

* Einen harten Kampf hatte gestern Mittag ein Schutzmann gegen einen in der Marienkirchgasse wohnen­den Taglöhner zu bestehen. Die Frau des letzteren, die von diesem ausgesperrt und mißhandelt worden war, wie auch die Mitbewohner des Hauses baten um polizeilichen Schutz. Dem infolgedessen dort erscheinenden Schutzmann wurde jedoch ein heißer Empfang, indem der sich wie tobsüchtig geberdende Taglöhner sofort auf den Beamten stürzte und diesen, der unvorbereitet war, mißhandelte, sowie mit einem alten Kavallerie- säbel einen Stich durch die rechte Hand versetzte. Schließlich gelang es doch, als noch ein zweiter Polizeibeamter erschienen war, den Wütherich zu bewältigen und festzunehmen.

* Radsport. Wie uns mitgetheilt wird, hält der Rad- sahrervereinRadsport 1895" am Sonntag den 3. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf der Strecke Hanau-Neuenhaßlau und