AbonnemcntS- Prcis:
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Amtliches Gegan für HtaöL^ unS Lauökreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Insertions- Preis : Die ispaltige Garmond- zeile oder deren Raum 10 -4- Die IVajpaltige Zeile 15 -4- Die 2spaltige Zeile 20^. Die 3spaltige Zelle 30_J Die faltige Zelle Sm Rcklamenthellr Ma Zeile 20 ^ nette.
Nr. 98.
Mittwiich den 28. April
1897.
Amtliches.
LanöUveis ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen LandratKsamtes.
Landwirthschastlichcr Krcisvcrcin Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den L Mai, nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus 311m goldenen Löwen in Hanau.
Tagesordnung:
1) Geschäftliche Mittheilungen.
2) Gründung einer Kornhaus-Genossenschast (Getreideverkaufsstelle) in Hanau. Referent Herr Verbandsanwalt Rexerodt aus Cassel.
3) Empfangnahme der bestellten neuen Sorten Kartoffeln.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekannt nachung des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Hanau am 26. April 1897.
Der Königliche Landrath v. Schenck.
âustuallirilktm aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Paar braune getragene Glatzöhand- schuhe. Ein Taschenmesser. Ein Spazièrstock. Ein Kinderstrohhut. Eine schwarze Mütze ohne Schild. Ein kleiner schwarzer Sammtkinderkragen. Drei abgetragene Herrenbals- binden. Ein vierräderiger Handwagen. Ein Geldstück (von der Post). Eine Scheere. Eine Bescheinigung über die Endzahlen der Quittungskarte Nr. 6 für Friederike Menge. Verloren: Ein Portemonnaie mit 18 Mk. 51 Pf.
Hanau am 28. April 1897.
MaölRreie ^anau. Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Oefsentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschusses
Donnerstag den 29. April 1897, nachmittags 5 Uhr. Berath nngs-Gegen ftânde:
1. Mittheilungen.
2. Verwilligung von 1000 Mk. für Bohrversuche wegen 3 neuer Brunnen.
3. Ueberweisung des Una'schen Legats von 2000 Mk. an die Stiftung „Kinderkrippe".
4. Bericht über die Eisenbahnkonferenz am 30. Mär; in Frankfurt a/M.
Kleines Feuilleton.
Stadttheater in Hanau.
Lortzmg's komische Oper „Der Waffenschmied von Worms', welche am Montan als Volksvorstellung bei ermäßigten Preisen durch unsere Gäste zur Aufführung gelangte, zählt mit Recht zu einer der beliebtesten Schöpfungen in diesem musikalischen Genre. Ihre prächtigen Melodien haben sich die Herzen des Volkes erobert und dort eine Heimstätte gefunden, die das Anderten Lortzings nicht so bald der Vergessenheit anheim fallen läßt. Durch die in ihrer Einfachheit und Volksthümlichkeit eckt deutsche, so recht für sich selbst sprechende Oper geht der gesunde frische Hauch des wirklicken Lebens und des echten Empfindens, wenn auch ihre Handlung einer längst vergangenen Zeit angekört. Die mit so prächtigem Humor ausgestattete Handlung ist ebenso wie der ewschmeichemde Klang der Melodien geeignet, das Interesse der Zuhörer immer wieder zu fesseln, besonders wenn die Wiedergabe eine so zufriedenstellende ist, wie dies durch das Ensemble des Herrn Direktor Pollak am Montag der Fall war. Frl. Koch, welche schon als Carmen sich die lebhafteste Sympathie errungen, sang und spielte die Marie mit reizender Naivetät. Mit ihrer frischen lieblichen Stimme bot sie gesanglich Tadelloses. Aber auch ihr lebhaftes Spiel, in welchem holde Schelmerei und gewinnende Liebenswürdigkeit zum Ausdruck gelangten, entzückte die Anwesenden, die es sich nicht nehmen ließen, das liebliche Töchterchen des Wormser Waffenschmiedes nach dem Vortrag ihrer großen Arie am Schluffe des ersten Aktes durch mehrmaligen Hervorruf onszuzeichnen. Den Meister Stadingersang Herr Rapp recht wirkungsvoll. Der vor. Empfindung und anregender Wärme durchdrungene Vortrag d«s Liedes .Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar' brachte dem Sans er stürmischen Beifall, so daß er sich zu einer weiteren Verszugabe veranlaßt fühlte. Den Grafen von Liebenau gab Herr Drumm und auch diesem Künstler wurde die verdiente Anerkennung zu theil. Mil frischem natürlichen Humor spielte Herr Pallat den Georg und Frl. Steinberg fand sich mit ihrer dankbaren Aufgabe, die Jrmeutraud wiederzugeben, ebenfalls auf das Beste ab. Den schwäbischen Riltersmanu gab Herr Selzburg mit prächtiger Laune, wie denn überhaupt die Darstellung einen schönen Verlauf genommen.
5. Rechnung des städt. Gaswerks pro 1895/96.
6. „ der Kleinkinderschule.
7. Erhöhung der Remuneration für die Wartefrau bei der Armenkommission, Nachverwilligung von 110 Mk. auf Tit. II A. 5 Sp.-E. Armenkaffe pro 1897/98.
8. Uebertragung der öffentlichen Impfungen pro 1897.
9. Vertrag mit den Hebammen wegen Behandlung von mittellosen Wöchnerinnen.
10. Wahl von 3 Sachverständigen, das Gesetz wegen Abwehr von Seuchen betreffend.
11. Begräbnißkassen Rechnung pro 1895/96.
12. Nachverwilligung von 3402,82 M., E.-O. 8 pro 1896/97 für Verlegung von Gas- u. Wasserrohren v. b. Kinzigbr.
13. Verwilligung von 2500 Mk. für Einführung des Salis-, Krebs- und Fallbachâ an die Siele, E.-O. III 7 pto 1897/98.
14. Der gl. von 9000 Mk. für Entwässerung der Ramsaystraße, E.-O. Tit. III 7 pro 1897/98.
15. Nachverwilligung von 29 Mk. für photographische Aufnahmen des Grimm-Denkmals für die Festschrift, Tit. XII 3 pro 1896/97.
16. Nachverwilligung von 300 Mk. auf Tit. V 1 b pro 1897/98 für Kontrol- Einrichtungen bei Einbringung von Vieh auf die Märkte. 6156
Bekanntmachung.
Auf Grund § 82 des landwirthschaftlichen Unfallver- sichernngsgesetzes vom 5. Mai 1886 wird hiermit öffentlich bekannt gemacht, daß die Heberolle über die von den Unternehmern land- und forstwirthschaftlicher Betriebe in der Stadt Hanau zu zahlenden Beiträge für das Jahr 1896 in der Zeit vom 1. bis 15. Mai d. I. in der hiesigen Kämmereikasse zur Einsicht der Betheiligten ausgelegt ist.
Hanau am 27. April 1897.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 6190
Die Stelle des Verwalters des der. ed. Waisenhauses ist am 1. Juli a. c. anderweitig zu besetzen.
Die Funktionen dieses Beamten bestehen in Buchhaltung, Kassenverwaltung und Erledigung sonstiger vorkommender Geschäfte, sowie in der Oberaufsicht über das Bttreaupersonal.
Das Anfangsgehalt ist vorläufig auf mindestens Mk. 2400.— sestgestellt und steigt von
Aus Kunst und Leben.
Cd. Moderne Jugendschriften-Fabrikation. Auf keinem Gebiete der Lineatur gibt es so Diel minderwerthizes Gut und Schund als auf dem fo überaus wichtigen Gebiete der Jugendlitteratur. Die deutschen Lehrerveriine haben deshalb schon seit Jahren besonoere Jugendschristen Kommissionen gebildet, die das Schlechte bekämpfen und den Eltern mit gutem Rathe zur Seite stehen. Unterstützt werden diese in ihrem Bestreben auch von dem größten Theile der deutschen Buchhändler. Leider aber kommt nur etwa Vio der gesamm ten Produktion in den Buchhandel, volle 9/io des reinsten Schunds gehen durch den Betrüb ter Schreibmaterialienband- lungen, Buchbindereien, Spielwaarenhandluvg'-n, ja Kurz- waarengeschâfte. Ein angesehener Jugeudschriftenverbgcr Deutschlands hat es sich unsägliche Mühe und etwa 1000 Mk. Geld kosten lassen, um den mannigfachen Wegen Liest s dunkeln Betriebes nachzugehen. Dabei ist es ihm gelungen, festzustèllen, daß es nicht weniger als 500 Grossogeschäfte dieser Art gibt. Ueber die Grundsätze, nach denen die Fabrikation betrieben wird, äußern sich die Betheiligten einhellig: „Unser Publikum, das Volk, darunter viele gebildete, wohlhabende und angesehene Leute, legen auf den Inhalt, den Text fast gar nicht Werth, nur muß er nicht gar zu langweilig sein, Das Buch aber muß groß, dick, auffallend sein, die Bilder möglichst bunt, wenn auch r.m in 3—4 Farben zusammengedruckt, völlig werihlos. Das Papier kann das schlechteste, grau sein, wenn nur dick, damit es aufträgt." Nach diesen Grundsätzen, sagt unser Gewährsmann, wird überall sabrizirt. Den Vertrieb haben Grossogeschäfte in Händen, welche meist in großen Städten sitzen, zumal in Nürnberg, Furth, Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt a. M. Mit diesen Grossogeschäften der Papier- und Schreibwaaren- bravche, der Buchbindereien, Epielwaaren- und Kurzwaaren-
3 zu 3 Jahren um je 300 Mk. bis zum Höchstbetrag von 4500 Mk. — Pensionsbezug und Reliktenversorgung nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen wie für Staatsbeamte. Dreimonatliche Probedienstleistung.
Militärfreie Bewerber, ev. Konfession, welche eine Kaution von Mk. 3000.— leisten können, Erfahrung im Verwaltungswesen besitzen, dabei gewandt im Verkehr mit dem Publikum sind, wollen unter Beifügung ihrer Personalien, der Zeugnisse und des Lebenslaufes sich schriftlich an unterzeichnete Stelle wenden.
Hanau, 24. April 1897.
Das Vorsteheramt des ver. ev. Waisenhauses.
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Der Reichstag
ist wieder zusammengetreten. Er findet noch eine stattliche Anzahl von unerledigten Gesetzentwürfen vor. Da ist zuerst das Auswanderungsgesetz zu nennen, welches unter so glücklichen Aussichten die erste Lesung überstand. Im Laufe der Zeit haben sich die Meinungen über dasselbe mehrfach geändert; man hat entdeckt, daß in ihm wichtige Volksinteressen nicht die genügende Berücksichtigung gefunden haben, und so wird sich die zweite und dritte Lesung kaum so schnell ab- spielen, wie die erste, wenn auch die Annahme des (^eie^eâ gesichert ist.
Der Reichstag hat sich ferner mit zwei Entwürfen am dem Gebiete der Arbeiterversicherung zu beschäftigen. Wahrscheinlich wird keiner eine zufriedenstellende Lösung finden. Bei der längst zur festen Gewohnheit gewordenen Abwesenheit der Mehrzahl der Abgeordneten hält es schon schwer, die nöthige Anzahl von Sachkennern für die Kommissionen zu- sammenmbringen. So ist denn auch der eine der beiden Entwürfe, die Reform des Jnvaliden-Versicherungsgesetzes, noch nicht einmal zur ersten Lesung gelangt, und wird auch, da er ein ungewöhnlich umfangreiches und schwieriges Gesetzgebungswerk bildet, in dieser Session ganz gewiß nicht über die erste Lesung hinauskommen.
Der andere Versickerungsentwurf, die Novelle zur Unfallversicherung, hat in der Kommission eine Gestalt erhalten, die ihn für die verbündeten Regierungen schlechterdings unannehmbar macht. Die Kommissionsbeschlüsse über die Karenrzeit stellen es außer Zweifel, daß nicht das sachliche
geschäfte werden Geschäfte abgeschlossen, wir) gehandelt bis auf halbe Pfennige. Diese Abmachungen sind oft bedeutend. Ich sah vor Kurzem, daß eine solche Firma 55 000 Exemplare eines völlig werthlosen Bilderbuches fest gekauft hatte von einer Breslauer Firma. Es gibt in Deutschland erwa 500 solcher Grossogeschäfte, die mit dem Buchhandel in keiner Berührung stehen. Diese 500 Grosfogeschäste haben fides 2—8 Reisende, welche vom Mai ab alle deutschen Gebiete durchziehen und die Bücher, Jugendschriften und Bilderbücher an die bezeichneten Landungen abßtzen und absetzen müssen, weil sie dieselben ja selbst fest gekauft haben. Hergestellt werden tie Bücher völlig fabrik:-äbig in ungeheueren Auflagen und können deshalb dem Zwischenhändler mit hohem Gewinn verkauft werden. Man kann leicht ausrechnen, daß sich tre Zahl der Schriften auf Millionen belaufen muß, die auf Diese Weise ins Volk gelangen, wenn 500 Grossogeschäfte mifietwa 3000 Reisenden tun Betrieb in der Hand hob.n. Gegen diese Zahlen verschwindet der Buchbandel vollständig.
Von der Brüsseler Weltausstellung. Da die Brüsseler Weltausstellung noch nicht fertig ist, wurde ihr offizieller Beginn auf den 8. Mai verlegt. Inzwischen ist die Souderausstellung Alt-Brüssel, Bruxelles-Kermesse genannt, eröffnet worden. Ist es auch noch nicht durchweg vollendet, so ist diese geistvolle Schöpfung aus dem alten Brüssel doch so weit gediehen, daß man sie voll würdigen und genießen kann. Ju einheitlich künstlerischer Beziehung steht sie, der „Voss. Ztg." zufolge, dem mit Recht bewunderten Alt-Antwerpen nach, aber in malerischer, genialer Anlage, Ausdehnung und Volksthümlichkeit ist sie von bedeutender Wirkung. Die alte Brüsseler Stadtmauer umschließt das Viertel; das alte Kanalthor, die porte du Rivage mit dem Wachtgebäude bildet das Eingangsthor mit der Ueberschrift „A tous la bienvenue“. An 70 malerisch und alterthüm- lich gebaute Häuser, Märkte, Brunnen, Spielplätze bilden das