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23. April

Hanauer Anzeiger

Seite 3

Berlin, 22. April. Reichskanzler Fürst Hohenlohe be­gibt sich, wie aus Paris gemeldet wird, von dort heute Abend ncch Straßburg i. E.

Berlin, 22. April. General-Major von ter Goltz- (Pascha), welcher aus Frankfurt a. O. hier eingetroffen ist, hatte heute mit dem türkischen Botschafter eine einstünkige Unterredung.

Berlin, 22. April. Dr. Peters, fressen Prozeß vor dem Disziplinar Gerichtshof für die Kolonien am Samstag stattfindet, ist gestern Abend, von Lonion kommend, hier eingetroffen.

Berlin, 22. April. Fürst Ferdinand von Bulgarien hat heute Vormittag abermals einen Besuch in der türkischen Botschaft abgestattet.

Berlin, 22. April. Der mit der Stellvertretung des Staatssekretärs Hollmann beauftragte Kontreadmiral Tirpitz hat von Nagasaki aus die Heimreise angetreten und wird

Mitte Moi hier eirtreffen, längere Seereise ontretkn.

Breslau, 22. April.

Herr Hollmann roirb eine

Finanzminister von Miquel

stattete heute dem Fürstbischof Dr. Kvsp, bei welchem abends Kultusminister Bosse dinirte, einen Besuch ob.

Berlin, 22. April. Der türkische Botschaften hatte im Laufe des heutigen VmmiNaes im auswärtigen Amte eines längere Unterredung mit dem Staatssekretär Freiherrn von j Marschall.

Wien, 22. April. In Anwestrheit Kaiser W-lhelms

und Kaiser Franz Josifs, sowie der Erzherzöge, der Minister, des diplomatischen Korps und anderer Würdenträger farb heute b«i schönem Wetter die Pcrade statt. Gegen 83/± Uhr

, , y korps. Amtsgericht Cassel: 3 Kanzleigehilfen. Süd-

erschien Kaiser Franz Jos'f. Derselbe rüt die Front ab und deutsche Eisenbahngeselffchaft Hochheim: Staticnswârter; 990 übernahm das Kommando. Bald darauf traf Kaiser Wil-^Mk. jährlich. Stadtgemeinde Runkel: Stadt-und Polizei

Helm in der Obeistunifoim seines Husoren-Reg'ments auf

dem Paradeselde ein. Kaistr Franz Jotef ritt Kaistr Wil­helm entgegen und erstattete den Rapport. Beide Kaiser ritten darauf die Fronten ab, worauf Kaiser Wilhelm Auf­stellung nahm, während sich Kaiser Franz Josef an die Spitze der Truppen fetzte und diese an dem Gaste vorbeisührte. Als das 7. Husaren Regiment in Sicht kam, ritt Kaiser Wilhelm demselben entgegen und fühlte es dem Kaiser Franz Josef vor, an dessen Seite er Platz nahm, bis der Vorbeimarsch beendet war. Unter begeisterten Kundgebungen des Publikums verließen die beiden Monarchen das Paradefeld.

Wien, 22. April. Heute Morgen ist der Professor an der technischen Hochschule, Dr. Karl von Lützow, ge­storben.

Rom, 22. April. Aus Athen wird gemeldet, daß man dort, nachdem Larissa eingenommen ist, einen allgemeinen Volksausstand befürchtet.

Rom, 22. April. Gestern fand vor der griechischen Ge­sandtschaft eine Demonstration, welche von Studenten inszenirt wurde, statt. Der Gesandte, welcher mit der griechischen Fahne auf dem Balkon erschien, wurde stürmisch begrüßt. Sodann zog die Menge vor das türkische Konsulat, woselbst ! gezischt und gepfiffen wurde.

London, 22. April. Aus Elassona wird telegraphirt, daß die entscheidende Schlacht vor Larissa allem Anschein nach ; heute erfolgen werde. Angesichts der numerischen Ueberlegen-; Heit der Türken sollen die griechischen Führer beabsichtigen,! im Innern Griechenlands jeden entscheidenden Kampf zu vermeiden und in den Gebirgen einen Guerillakrieg zu führen.

London, 22. April. Ein Telegramm aus Konstan- : ______,_________ _______

tinopel an das hiesige auswärtige Amt meldet, daß Larissa jähre 1896/97 von 239 Schülern besucht. Nach Berufs- von den Türken nach heftigem Kampfe eingenommen wurde. Jarlen theilen sich die Schüler wie folgt ein: Ciseleure 59,

Athen, 22. April. Aus amtlicher Quelle wird ge- Silberschmiede 8, Graveure 10, Goldschmiede 94, Juweliere

meldet: Bekanntlich ist von der türkischen Regierung den 10, Modelleure 4, Maler 3, Zeichner 6, Lithographen 20, zahlreichen im osmanischen Gebiete wohnenden griechischen, Photographen 2, Lehrer 2, Gymnasiasten 1, Realschüler 6, Unterthanen eine ^rift von 14 Tagen freigelassen, um das Bürgerschüler 7, verschied. Handwerker 3, Kaufleute für

und in der langen Linie des Kanals, der die blühende Land­schaft vor dem Thore schnurgerade durchschneidet, spiegelt sich die Sonne, ein unaussprechlicher Frieden, eine ruhevolle At­mosphäre der Vergangenheit herrscht .... Aber im selben Belgien regiert und schafft anderwärts ein fieberhafter Geist, dem das Neueste nicht neu genug ist, der riesenhafte Werke der Technik ins Leben ruft, der im Brüsseler Justizpalast wohl die gewaltigste Schöpfung der modernen Architektur er­zeugt hat. Da draußen in den Industrie- und Kohlenstädten versinkt Alt-Belgien, da geht das Leben der Zeit brausend über die Reste des Alten hin und so mächtig ist sein Strom, daß selbst Brüssel trotz seines Rathhauses, trotz St. Gudule und zahlreicher anderer historischer Stätten und Winkel als eine ganz moderne Stadt erscheint. Und das spricht gewiß für die Kraft dieses belgischen Volkes, das nun seit 300 Jahren der Spielball so wechselnder Schicksale gewesen ift-

Kuntes Allerlei.

Von B. O. Bachter.

In dem Hast'gen Treiben Der geschâfr'gen Welt Haben Ofterstage Unsern Pfad erhellt. Stunden süßer Ruhe Und vergnügte Zeit Haben nun genossen All wir, wett und breit. Jetzt jedoch vorüber Ist dies und vorbei Wieder kam des Alltags Ewges Einerlei. Und Erinnerungen Bleiben nur als Rest An die Feier-Stunden Vom entschwundnen Fest. An das schlechte Wetter Das uns ward' bescheert, An den vielen Kuchen, Den man hat verzehrt, An die Fest­tagsgäste, So da trafen ein, In Civil und auch in Uniformen fein. An die luffgen Klänge Holder Musika Die man konnte hören Fern sowohl wie nah, An verliebter Seelen Noch verliebt'res Thun, Die sich als Verlobte Uns empfehlen nun, An das Ab schiednehmen, Als die Zeit vorbei, Und an noch manch

türkische Gebiet zu verlassen. Da diese Verbannungrmaßregel allen Prinzipien der modernen Zivilisation zuwider ist, hat sich die königliche griechische Regierung entschlossen, keine Re­pressalien zu üben., Sie gibt vielmehr bekannt, daß die be­sonders in Thessalien ebenfalls zahlreich wohnenden türkischen Unterthanen ungestört den Schutz der griechischen Behörden genießen werden, so lange sie selbst gegen die gewährte Gastfreundschaft durch Störung der öffentlichen Ruhe nicht verstoßen.

Aihen, 22. April. Einer neueren Meldung zufolge hat Edlem Pascha 40000 Mann Verstärkung verlangt.

Athen, 22. Apiil. Die hiesige Garnison, 2500 Mann stark, ist noch Volo abgerückt.

Konstantinopel, 22. April. Von amtlicher Seite wird die B!ätteimelduno, wonach von türkischen Truppen des griechische Militärlazareth in Arta beschossen worden sei, als Erfindung bezeichnet. Ebenso unrichtig sei die aus London stammende und anscheinend zu bestimmten Zwecken in die Presse latente Meldung, daß türkische Soldaten Verwundete gemordet haben sollen.

Witterungsbericht.

Voraussichtliche Witterung: Besserung des Wetters nicht von Dauer. Neuerdings wolkiges und unbeständiges Wetter.

Aus Stadt und Landkreis Hanau.

* Erledigte Stellen im Bezirk des tt. Armee

diener; 800 Mk. Gehalt, freie Wohnung. Magistrat zu Wiesbaden: Hilfsarbeiter für verschiedene Verwaltungszweige der Stadt Wiesbaden.

* Kontrolversammluugen. Am Samstag den 24. April 1897, vormittags 8 Uhr, in Fechenheim (Linden- plotz), für Fechknbeim; vcrmittcgs 10 Va Mr, in Bergen (vor der schönen Aussicht), für Bergen, Cnkheim und Riede.- dorfeldcn; mittags 12^8 Uhr, in Bergen (vorder schönen Aussicht), für Dörnigheim, Hochstadt, Bischofsheim, Giorou, Wockenknchen, Gronauertof und Dotierst lderhof.

)( Schulfeier In der Pfingstwoche begeht die Stadt Hanau die 300jährige Jubelfeier der Gründung der Neu­stadt Hanau in festlicher Weise. Die Königliche Zeichen- akademie sieht dabei aus 125 Jahre ihres Bestehens zurück und wird eine öffentliche Schulfeier in das Programm der allgemeinen Festlichkeiten ausgenommen werden. Eine gleich­zeitige Ausstellung von Schülermbeiten aus den letzten Jahr­zehnten wird ein Bild von der Entwickelung der Anstalt geben; auch die Lehrer der Akademie, sowie die Mitglieder der Lokalkunstgenossenschast werden sich mit künstlerischen Ar­beiten an der Ausstellung betheiligen.

* Handelsschule. Die Leitung der städtischen Handels­schule wurde vom neuen Schuljahre ab dem Oberlehrer an der Oberrealschule Herrn Dr. Ankel übertragen, nachdem Herr Direktor Bungen st ab wegen anbei weiter dienstlicher Inanspruchnahme freiwillig zurückzetrenn ist.

* Neustadt-Jubelfeier. Auf besonderer Beilage zur heutigen Nummer bringen wir ein Verzeichniß der Mitglieder der für die Jubelfeier gebildeten Ausschüsse.

* Die Königs. Zeichenakademie wurde im Schul­

andres Ein- und Allerlei. Ja im alten Gleise Läuft jetzt Klein und Groß Wie zuvor begierig, Wo was neues los. Und die Zeitung wieder Nimmt man drum zur Hand, Wo auch gleich das Aller- Neueste drin stand. In dem Wetterwinkel, Wie man ihn be nennt, Es jetzt lichterlohe Qualmt und raucht und brennt. Was die Welt ja längst schon Konnt' im Voraus sehn, An den Feiertagen Ist es nun ge­schehn. . Grimmig hat der Türke Nun an Griechenland Seine Kriegserklärung Schwarz auf weiß gesandt. Und Kanonen donnern Jetzt in mancher Schlacht, Dies das Neueste, was uns Ostern hat gebracht. Doch darob die Ruhe Werd' uns nicht gestört, Bald vielleicht das Ende Von dem Lärm man hört. So lang noch die Mächte Diesem Tanz zuschaun: Möz' man meinethalben Gk üydlich sich verhaun!

Der All-Deutsche Verband, dessen Ziel bekanntlich die Belebung der deuisch-nationalen Gesinnung und die Zu­sammenfassung des gesammten Deutschthums ist, hat in den letzten Jahren folgende Entwicklung genommen:

Mitgliederzahl. Ortsgruppen.

31. Dezember 1895: 7715 46

31. Dezember 1896: 9443 66

1. April 1897; 10217 75

Die nicht in Ortsgruppen zusammen gefaßten Mitglieder stehen unter 145 Vertrauensmännern. Von den Ortsgruppen liegen 25 im Auslande, und zwar in Antwerpen, Asuncion, Bogota, Bukarest, Christiania, Coban (Guatemala), Concepcion, Hull, Jaffa, Jaluit (Marschall Inseln), Jerusalem, Johannes­burg (Transvaal), Joinville (Brasilien), Kaifa (Syrien), Kapstadt, La Tay (Bolivien), Lausanne, London, Monte­video, Apia (Samoa-Jnseln), San Jose de Costa Rica, San Juan-Portorico, Sarona (Syrien), Sydney, Zürich.

Bijouterie 4, zusammen 239, wovon 54 Tagesschüler Schülerinnen: 33, wovon 11 Tagesschülerinnen. Kopfzah der Besucher 272. Die Schüler vertheilen sich wieder in ;

2 selbstständ. Meister und Lehrer, 31 Gehilfen, 192 Lehr­linge, 14 Schüler, zusammen 239. Von den 239 Schülern

befanden sich:

im

Alte r

von 13 Jahren 7, im Alter von

14 Jahren 30

im

Alter

von 15 Jahren 49, im Alter von

16 Jahren 55

im Alter

von 17 Jahren 46, im Alter von

18 Jahren 19

im

Alter

von 19 Jahren 13, im Alter von

20 Jahren 5,

im

Alter

von 21 Jahren 4, im Alter von

22 Jahren 1,

im

Alter

von 23 Jahren 2, im Alter von

24 Jahren 2,

im

Alter

von 25 Jahren 2, im Alter von

26 Jahren 1,

im

Alt, r

von 27 Jahren 1, im Alter von

45 Jabren 1,

im

Alter

von ,49 Jahren 1. Von den 33

Schülerinnen

befanden

sich: im Alter von 14 Jahren 1

im Alter von

15

Jahren 2, im Alter von 16 Jahrm 4,/

im Aller von

17

Jahren 2, im Alter von 18 Jahren 6,

im Alter von

19

Jahren 4, im Alter von 20 Jahren 3,

im Alter von

21

Jahren 1, im Alter von 23 Jahren 1,

im Alflr von

24

Jahren 4, im Alter von 27 Jahren 1,

im Alter von

30

Jahren 1, im Alter von 31 Jahren 1,

im Alter von

37

Jahren 1, im Alter von 40 Jahren 1,

Der Staatszuschuß für die Unterhaltung der An-

fiolt betrug 1896/97 Mk. 69 740.. Die Einnahmen aus Schulgeldern ergaben in 1896/97 Mk. 10,700.. Die Ausgaben betrugen 1896/97: für Lehrer- und Be amtenbesolduncen und Rimuveiationen Mk. 60,700., für Stipendien Mk. 1300., für Unterhaltung des Gebäudes und sener Umgebung Mk. 5300., für Unterrichtsmittel, Heizung, Beleuchtung und sonstigeSächliche Ausgaben" Mk. 17,000..

* Die Verrohung unserer Jugend. In letzter Zeit haben sich in erschreckender Weise die zur Anzeige ge- tommcnen Fälle über die von der Jugend verübten Rohheiten vermehrt. Namentlich die Dächer und Fenster öffentlicher Gebäude bieten den Jungen mit Vorliebe benutzte Ziel­punkte, um sich im Steinwerfen zu üben. Die eingeworfenen zahlreichen Fenster des Marstalls, das Dach des Hauses der Kreiskesse u. a. m. zebln hiervon Zeugniß. Die polizeilichen Organe wie auch die Schule sind hier machtlos, denn die ersoffenen Strasmandaie bleiben, da die Eltern oft nicht in der Loge sind, die Strafe zahlen zu können, wirkungslos. Pfl-cht der Eltern ober ist es, ihre Kinder nachdrücklichst zu warnen, und auch die erwachsenen Personen, die Gelegenheit haben, derartige Rohheiten der unreifen Bengel zu beobachten, sollten energisch einschreiten. Leider bleibt in dieser Beziehung noch viel zu wünschen übrig, konnte doch gestern konstatirt werden, daß bie am Fenster einer Wirthschaft der Altstadt sitzenden Gäste höchst belustigt dem Treiben einer Anzahl Jungen, die mit großen Steinen ein Dach bombatbitten, zu- sahen und schließlich sogar noch den Schutzmann, der gegen die hoffnungsvolle Jugend einschritt, auslachten.

* Besitzer alter Briefschaften weisen wir auf die Annorce des König!. Schauspielers Steinecke in Hannover hin. Mancher besitzt in alten Briefen u. s. w. ein hübsches Sümmchen, da für alte Postwerthzeichen, je nach Seltenheit, hohe Preise bezahlt werden; das Alter bedingt nicht den Preis, Herr St. gibt gratis Ankaufslisten aus, cs kann sich jeder selbst vom Werthe seiner Obj kte überzeugen. In Archiven, alten Geschäftsbriefen u. s. w. sind rciche Funde, weil früher meist die Marke auf die Adreßseite des Brietes ge­klebt wurde und mit dem Briefe aufgehoben wurde. Förderer von Wohlthätigkeits-Anstalten können auf diese Weise mehr als wie mit Kollekten erreichen.

* Bekämpfung desBlaumachsns". In der Wachsmutyffchen Schuhfabrik erhielten, wie dieVolksst." be­richtet, alle Arbeiter und Arbeiterinnen, die am mitten Oster- seie-toge nicht blau gemacht, ein Paar Schuhe geschenkt.

G Strafkammer. (Sitzung v o m 22. Apri l.) Die vom Reichsgericht zurückgewiesene Strafsache gegen den Bauunternehmer K. Hier wegen Beleidigung des Oberbürger­meisters bezw. dessen Stellvertreters wird vertagt. Die Verhandlung gegen den Maurer H. von Petersburg wegen Hausfriedensbruchs wird ebenfalls vertagt. Die feindlichen Nachbarn. Die Einwohner der Gemeinden Dahlherda und Kichelbach in der Rhön sind sich gegenseitig abhold gesinnt. Kommen die Dahlherdaer nach Kichelbach, so haben sie Prügel zu ge­wärtigen und umgekehrt, kommen die Kichelbacher nach Dahl­herda, dann geht es ihnen nicht besser. So auch am 18. Ok­tober v. I., wo einigen Dahlherdaern in Kichelbach das Mißgeschick widerfuhr, mit den Stöcken und Fäusten ihrer Nachbarn Bekanntschaft zu machen. Acht Tage darauf ging es dem Dahlherda besuchenden Vorsteher von Kichelbach und zwei Freunden von ihm nicht besser. Sie wurden, als sie in bekneiptem Zustand sich auf der Straße sehen ließen, sogleich von der Dahlherdaer Straßenjugend mit Steinen und Holz­stücken bombardirt, worüber sich die anderen Einwohner höch­lichst ergötzten. Einer von den Dreien bewaffnete sich nun mit einem Misthaken, um sich der Angreifer zu erwehren,, während die beiden Anderen das Gleiche mit ihren Stöcken versuchten. Beim Renkontre mit den Kichelbachern hatte der Holzarbeiter G. von Dahlherda seine Mütze verloren, und als er auf den Platz zurückkehrte, um seine Kopfbedeckung zu suchen, faßte ihn der Vorsteher von Kichelbach am Rock, um ihn sich näher zu betrachten bezw. seinen Namen festzustellen. Der Holzarbeiter glaubte nun, der Vorsteher wolle ihm auf den Leib rücken und schlug mit seinem Spazierstock seinem Angreifer über den Rücken. Für dieses Delikt hatte das Schöffengericht zu Weyers den noch gänzlich unbestraften Holzarbeiter zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt, wogegen dieser das Rechtsmittel der Berufung ergriff. Der Staats­anwalt hält eine Geldstrafe für genügend, das Gericht erkennt