Einzelbild herunterladen
 

Erstes Stott

AbonnementS- Preis:

Jährlich 9 ^ Halbjährl. 4 Jt 50 4.

Vierteljährlich

2 M 25 ^Z.

Für auswärtige Wtonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 ^.

Jnsertions.

Preis:

Die ispaltige Garmond- zeile oder deren Raum 10 ^. Die l V,spaltige Zeile l^. Die 2spaltige Zeile 20^.

Die Zspaltche Zelle

Die 4svaltige Zelle 40 ^.

Im Rcklamenthelle Ne Zelle 20 ^ nett».

M. 90. Samstag Den 17. April 1897.

■aaM^MMaBMHMHBBMPBOIWNWilWWmMBWWKMMBWWWMBWBMMMMOmW'riWfBiraHiMJIIMHBSKBfeSWgMaE^^

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 30/

S

Amtliches.

Dienftnodiriifittn aus dem Kreise.

Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.

Gefunden: Ein Kinder- und ein schwarzer Damen­handschuh (linker). Ein weißer Manschettenknopf. Eine lederne Pferdedecke. Ein goldner Ring. Ein desgl. mit Brillanten. Ein neuer Herddeckel (Schlußring).

Verloren: Am 13. ds. Mts. eine Hutnadel mit großer Perle, mit Rubinen umfaßt. Zwei Meter rothes Band. Uhrangehänge (4 Theile); dem Wiederbringer eine gute Be­lohnung. Ein Portemonnaie mit ca. 3 Mk.

Entflogen: Ein Paar schwarze Pfautaubcn.

Hanau am 17. April 1897.

MaMBww ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Am Dienstag ven 20. d. Mts., mittags 12 Uhr, soll ein von der Stadt wegen eines Unfalles übernommenes Pferd verkauft werden. Das Pferd ist bei dem Fuhrmann Heinrich Desch, Gärtnergasse Nr. 10, anzusehen. Kauf­lustige wollen sich am Dienstag, mittags 12 Uhr, im Rath­haus — Stidtkämmerei — einfinden.

Hanau am 17. April 1897.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

Bekanntmachung.

27 /10. 96

Die städtischen Körperschaften haben unterm Q’,.' beschlossen, den Baufluchtlinienplan nördlich und südlich der Lamboystraße, der am 4./8. 94 gesetzlich förmlich festgestellt wurde, in Folge der Anlage der Kleinbahn Hanau-Langen­selbold umzuändern. Durch diese Umänderung werden ge­troffen die Grundstücke

G. G. Nr. 11, 14, 256/15, 257/19, 212/19, 220/20, 259/29, 249/24, 33, 32, 31, 22, 23, 161/34, 238/35, 162/35, 160/30, 150/29, 157/27, 156/26, 154/25, 250/24, 196/59, 133/60, 237/25, 181/61, F.F. 47/32,

Feuilleton.

Das Osterei.

Von Otto von Maaß.

(Nachdruck verboten.)

Wie das Maienreis das Pfingstemblem und der Tannen­baum das weihnachtliche Wappen, so ist das Ei das altge­heiligte Abzeichen des Osterfestes. Und dies Abzeichen kehrt in mannigfachen Bräuchen und Sitten in allen germanischen und romanischen Ländern wieder, ja selbst der Russe begleitet seinen Ostergruß „Christ ist erstanden !" mit der Gabe eines Eies und erwarNt mit der Antwort „Er ist in Wahrh-it auferstanden!" die gleiche Gegengabe. So unbarmherzig auch unsere nivellirende moderne Zeit unter den alten Fest­bräuchen ciifgeräumt hat, das Osterei hat sich doch erhalten, und wir wissen jetzt auch, wohcr sich die zähe Beharrungs- kraft gerade dieses Symbols schreibt. Als eine uralte traum- haste Erinnirung aus den Tagen ihrer Kindheit ist es der Menschheit im Gedächtniß, und, kaum seiner Bedeutung noch bewußt, hält sie es doch als ein Vätererbe fest.

Denn das Osterei enistammt keineswegs der christlichen Legende und ihrem Anschauungskreise. Folgen wir seinen Spuren, so finden wir es bereits in der ältesten aller Kul­turen, in der egyptischen. In der egyptischen Theologie galt das Ei als das salromentale Symbol der Erneuerung der Menschheit nach der Sündfluth. Von den Egyptern haben vielleicht tie Hebräer die Heiligboltung des Eies übernommen. Bei Unen finden wir es mit der Feier des Passahfestes ver­bunden, bei der es angeblich den mythischen Vogel Ziz ver­sinnbildlichen soll; jedenfalls pflegen auch heute noch auf dem jüdischen Passablische einige harte Eier nicht zu fehlen. Bei den Persern begleitet es als allgemein übliches Geschenk das Neujahrsfest; da aber das persische Neujahrsfest um die Zeit der Frühlingsgleiche fällt, so spielt das Ei hier doch eine ätnliche Rolle, wie bei dem hebräischen Feste. Wunder-

122/32, 121/32, 124/32, 53/32, G. G. 191/66, F. F. 78/35, 123/32, 33.

Auf Grund des § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 wird der geänderte Baufluchtlinienplan vom 20. ds. Mls. an während 4 Wochen auf dem Stadtbauamt II (Stadtschloß) zu Jedermanns Einsicht offen gelegt. Einwendungen gegen den Plan können dortselbst während der Offenlegung in den Vormittagsstunden von 10—12l/2 Uhr zu Protokoll gegeben beziehungsweise schriftlich an mich eingereicht werden.

Hanau am 12. April 1897.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 5630

In letzter Zeit sind wiederholt über die Hausfront vor­springende Treppenstufen erneuert worden, ohne daß hierzu die nach §§ 1 und 92 der Bauordnung vom 1. Juli 1885 erforderliche baupolizeiliche Genehmigung eingeholt ist. Un­beachtet bleibt ferner, daß auch bei Erneuerung vorhandener Stufen der § 12 a. a. O, wonach das Trottoir durch der­artige in dasselbe vorspringende Stufen nicht unter eine Breite von 2 Meter eingeengt werden darf. Ausnahmen von dieser Vorschrift werden entsprechend einem diesbezüglichen Wunsche des Stadtraths nur im äußersten Nothsall diesseits gestattet werden.

Ich bitte die Interessenten, um sich vor dem Nachtheil der Wiederbeseitigung erneuerter Stufen rc. und event, vor Straten zu schützen, die bestehenden Vorschriften genau zu beachten.

Städtische Polizeiverwaltung.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

Wird wiederholt veröffentlicht.

Hanau am 10. April 1897.

Städtische Polizeiverwaltung.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 5634

Die Neudeckltng einer Dachstäche über dem Schnür­boden des Stadttheaters soll vergeben werden.

Arbeitsauszug und Bedingungen liegen von heute an im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23 (Rathhaus), zur Einsicht für Bewerber aus und werden Angebote bis zum Dienstag den 20. April d. I., vormittags 11 Uhr, daselbst entgegengenommen.

Römern als ein heiliges Symbol, und zwar als das Symbol dadurch erhöht, daß die römische Kirche, ebenso wie die des Weltalls,° zu finden. Bei den Römern wurde es be- griechische, den Eiergenuß während der Fastenzeit untersagte, sonders zu Zähnungen verwandt; bei der Herbstgleiche opferte Ein Restchen von üblem Heidengeruche hastete zwar noch lange man 100 Eier, um sich vor den Stürmen der schlechten an dem Osterei und darum würd: oft eine eigene Eierweihe Jahreszeit zu schützen; Juvenal schildert uns eine Alte, wie | vorgeuommen, um die Eier vor allen bösen Gewalten zu sie mit zitternder Hand das Sühneopfer von Eiern und sichern, auch wurden gern heilige Bilder, das Jesuskindlein, Schwefel darbringt. ~

So haben, unabhängig von einander, die verschiedensten Nationen dem Ei das gleiche Gefühl der Verehrung entgegen­gebracht. Und dies Gefühl hat auch den gleichen Grund. Stets suchen die Völker in ihrer naiven Frühzeit nach Sym­bolen, die ihnen das Geheimniß der Well und des Lebens

versinnlichen und ihr Verhältniß dazu darstellen. Noch bis alten und die neuen Elemente. Die Eiergabe z. B., die an tief in unser Mittelalter hinein hat ja das Leben allgemein vielen Orten, besonder s in Frankreich, die Geistlichen erhalten, einen symbolischen Zug bei alten; wir erinnern nur an den ist nichis Anderes als das alte Opfer der Ostara; die Ritterschlag oder das Zerbrechen des Stabes über dem ver- Kinder aber vergaßen die Göttin bald und glaubten, die Eier urtheilten Verbrecher. Das Ei aber schloß das Geheimniß seien ein Geschenk der großen Wunderlhâier, der Kirchen- der Weltenschöpfung, das größte aller Geheimnisse, im kleinen glocken, das sie von ihrer geheimen Weihefahrt nach Rom gewissermaßen ganz in sich. Es ist, mir der schweizerische mitbrächten. Ein besseres Gedächtniß bewahrten sie dem an= Voltsschriftsteller Gotthelf treffend sagt, eine geheimmßvolle scheinend einst der Fiühtinqsgöltin heiligen Hasen, und dieser Kapsel, welche ein Werdendes birgt, ein raudes Grab, aus Erinnerung verdankt der Osterhase noch heutigen Tags das welchem, wenn die Schale bricht, ein neues feineres Leben zu ehrenvolle, aber zoologisch höchst anstößige Zutrauen, daß er Tage tritt. Darum war es ein besonders anschauliches die vielen schönen Ostereier bringe;

Symbol des Keimens und Werdens der jungen Frühlings- namr; und in diesem Sinne finden wir es, wie schon bei den Persern und Hebräern, auch bei unseren germanischen Vorvätern. Sie brachten ihrer Frühlingsgöttin Ostara nur unblutige Opfer, Fladen, Kränze und vor allem Eier, die mannigfach gemalt und gefärbt wurden, am liebsten, scheint es, roth, vielleicht in Anspielung auf den erstarkenden Sonnen­ball. Das Christenthum kam und sah mißmuthig auf die i Heidenfkier, die der Königin-Göttin Ostara dargebracht wurde. i Doch ohnmächtig, die heidnische Sitte aus dem Herzen des Volkes zu reifen, gab es auch ihr (wie dem Weihnachtsapfel, M........—.....m

der Osterpalme u. f. w.) eine Deutung in ihrem Sinne.! Belgien, Böhmen und England üblich; ja es findet sich selbst Das Osterei wurde jetzt, wie z. B. ein Gebet aus dem bei den mesopotamischen Christen. Wenn in England mit Rituale des Papstes Paul V. ausdrücklich sagt, das Sinn- den Eiern wie mit Kugeln geschoben wird, so pflegt auch der mix sov anis-äk^n ßbriftt und seine Bedeutuna wurde Schlesier die Ostereier zu „kullern", und auf dem Harz

Die Eröffnung der Angebote findet um vorgenannte Zeit im Zimmer Nr. 24 in Gegenwart etwa erschienener Bethei­ligten statt.

Hanau am 10. April 1897.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 5444

Bekanntmachung.

Um den alljährlich sich wiederholenden Ve- schädignngen der öffentlichen Anlagen entgegen- znwirken, wird daran erinnert, daß es verboten ist, die Wege zu verlassen, die Einfriedigungen zu überschreiten, den Raten zu betreten, Zweige, Blüthen oder Blätter von den Bäumen und Sträuchern zu pflücken, den Vögeln nachzu- stellen, wie überhaupt Unfug zu treiben.

Personen, welche die betreffenden polizeilichen Verbote selbst verletzen oder in dieser Beziehung die Aufsicht über ihre Pflegebefohlenen vernachlässigen, werden unnachsichtlich zur Bestrafung angezeigt.

Der polizeiliche Schutz allein wird aber zur vollständigen Sicherung der öffentlichen Anlagen nicht ausreichen. Dieselbe ist nur dann zu erlangen, wenn die Besucher selbst durch­drungen davon, daß die Anlagen dem allgemeinen Schutze anvertraut sind und jedem Einwohner ohne Ausnahme gleich­mäßig zu Gute kommen, auch ihrerseits jedem Frevel sofort entgegen treten.

An die Eltern, Vormünder, Lehrer, Erzieher und Dienst­herrschaften ergeht die Bitte, auf ihre Kinder und Pflegebe­fohlenen, auf Gesinde und Arbeiter durch angemessene Vor­haltungen einruwirken und auf diese Weise beizutragen, daß im Interesse Aller die Achtung fremden Eigen thums, der Sinn für die Natur und ihre Schön, Heiken in allen Kreisen der Einwohnerschaft immer mehr ausgebildet und befestigt werde.

Hanau am 10. April 1897.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 5628

Städtische Rleinhinderfchule.

Anträge um Aufnahme von Kindern sind bei der ersten Lehrerin Fräulein Heller Montag, Dienstag und Mittwoch jeder Woche zu stellen.

Hanau am 26. März 1897.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 4871

Engelchen oder das Lamm mit der Friedensfahne, darauf gemalt. Das bürgerte sich um so schneller ein, als ja das Frühlings-Opferei von je bunt bemalt worden war. Durch die Vermischung heidnischer und christlicher Vorstellungen und Gebräuche aber wurzelte nun die Beliebtheit des EieS vollends fest, und sehr wunderlich verwoben sich jetzt allmählich die

O OstkrhaS, o Osterhas,

Leg dyne Eier bald ins Gras, wie Ufteri fingt.

Bei dem so gekennzeichneten Ursprünge aus allgemeinen Ur-Traditionen der Menschheit kann es nidjt Wunder nehmen,

daß die an das Osterei anknüpfenden Sitten in den ver­schiedensten Theilen der christlichen Welt sich begegnen. Da haben wir das Spiel des Eiertippens oder Eierbickens, bei dem die Eier mit den Enden gegeneinander gestoßen werden; wessen Ei dabei zerbricht, der muß es dem Gegner überlassen. Dies Spiel ist in den mannigfachsten deutschen Gauen, in