9 April
Hanauer Anzeiger
Ehren voraussichtlich am Sonntag fiattfinbeii. Die Genehmigung des Kaisers, welcher sich besonders hierfür intcr essirt, wird zu den Einzelheiten des Programms seitens der Familie eiugeholr werden. Bestimmte Anordnungen sind hierüber noch nicht getroffen. Der Sonntag wurde für den
London, 8. April. „Standard" meldet aus Kanea, zuges, der nach der gegebenen Darstellung sicher den Gkanz- daß aut den englischen Admiral auf dem Wege nach Suda punkt der Feste bieten und dem Kunstsinn unserer Stadt alle von den Muhamedanern geschossen wurde. Der Admiral/
Ehre machen wird.
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Abendunterhalttmg. Wie aus dem Inseratenteil
blieb unverletzt.
London, 8. April. „Tailiy News" zufolge hielten unserer gestrigen Nunwer ersichtlich, veranstaliet die Zitherheute sämmtliche Admirale und Konsuln von Kauea an Bord Gesellschaft „Frohsinn" am 2. Osterfeiertag" in den Sälen zum „Deutschen Haus" eine Abendunterhaltvng mit Ball. Nach dem uns vorliegenden, äußerst reichhaltigen und abw.'chselungsreichen Programm, auf dem wir die neuesten Erzeugnisfe sowohl auf musikalischem wie humorisiiichen Gebiete verzeichnet finden, dürfte ein recht genußreicher Abend in Aussicht sieben Wir nehmen deshalb schon jetzt Veranlassung auf denselben hinzuweifen und wünschen dem fingen strebsamen Verein ein gutbeNtztes Haus.
Tag der Beisetzung in Aussicht genommen, weil die Mehrzahl der Postbeamten an diesem Tage dienstfrei ist und eine umfassende Betheiligung seitens der Untergebenen des General-1 mirals Canevaro eine Besprechung ab, um über den neuen Postmeisters als angezeigt empfunden wird. Als Nachfolger Text einer Proklamation an Griechenland und die Türkei zu des Verstorbenen wird in erster Linie Unterstaatssekretür berathen. Fischer genannt. Es wird jedoch auch mit der Möglichkeit! "-*'
gerechnet, daß ein Beamter, welcher in der Oeffentlichkeit noch wenig hervorgetreten ist, mit der Leitung des Reichspostwesens
des italienischen Admiralsschiffes unter dem Borsitz des Ad-
betraut wird.
Berlin, 8. April. Ein Rendant des Königl. Aichungs- amtes ist wegen mehrfacher Unterschlagungen im Amte in Untersuchungshaft genommen worden.
Berlin, 8. April. Gestern haben bei den sozialistischen Vertrauensleuten polizeiliche Haussuchungen stattgefunden. Es wurden vier Vertrauensleute verhaftet. Wie verlautet, soll es sich um die neue Auflage des sozialistischen Liederbuches handeln.
Berlin, 8. April. Das Abgeordnetenhaus erledigte heute Petitionen und vertagte sich bis zum 27. April. Auf ; der Tagesordnung der nächsten Sitzung steht der Antrag Hoensbroech und Genossen, betreffend Aufhebung der Zollkredite für Getreide.
Berlin, 8. April. Die Session des preußischen Landtages wird sich jedenfalls weit in den Sommer hinein erstrecken. Da der Etat noch bedeutend im Rückstände ist, so wird auch, wenn weder das Komptabilitätsgefetz noch eine Novelle zum Eisenbahugesetz kommt, noch nach Pfingsten für beide Häuser so viel Berathungsstoff vorliegen, daß mit einer Sessionstauer bis Ende Juni zu rechnen ist.
Brei lau, 8. April. Zu dem Unglück auf der Hedwig- wunschgrube in Zabrze meldet der „Bresl. Gen.-Anz." noch, daß nicht nur bei der Einfahrt, sondern sogar auch bei der Bergung der Leichen offene Grubenlampen anstatt Sicherheitslampen Verwendung gesunden haben, wodurch die Explosion der Gase herbeigeführt sein dürste. Das königliche Oberbergamt wird jetzt mit aller Energie auf schleunige Durchführung seiner wiederholt gestellten Forderung, nämlich einer besseren Wetterführung aus den schlesischen Gruben bestehen.
Wien, 8. April. Jüstizminister Graf Gleisbach ist an Influenza erkrankt.
Wien, 8. April. Dr. Lueger wurde heute mit 93 von 132 Stimmen zum ersten Bürgermeister ter Stadt Wien gewählt.
Wien, 8. April. In dem Befinden der Tragödin Charlotte Wolter ist eine derartige Verschlechterung eingetreten, daß die Aerzte jede Hoffnung aufgegeben haben.
Rom, 8. April. Die Verhängung der Blockade über die griechischen Häfen erleidet einen Aufschub, weil der non' den Admiralen vorgelegte Plan eine bestimmte proportionelle Mitwirkung eines jeden einzelnen Geschwaders voraussetzt' und die Mächte darüber noch keinen Beschluß gefaßt haben., Der „Italia" zufolge sind einige Kabinete der Ansicht, daß! Rußland, Oesterreich und insbesondere Deutschland ihren Schiffsbestand im Archipal vermehren sollten. Die Ver-! Mehrung des italienischen Geschwaders ist ausgeschlossen.
Brüssel, 8. April. Die Polizei fahndet eifrig auf ein Individuum deutscher Herkunft, welches unter dem Flamen eines Grafen v. Geldern-Kuehn zahlreiche Schwindeleien in Hotels verübt hat. j
London, 8. April. Der Pariser Korrespondent der „Times" meldet, daß der Sultan ein in herzlichen Worten gehaltenes Danktelegramm an den Zaren abgffaudt habe für die Energie, mit welcher dieser für die Integrität der Türken eingetreten ist.
London, 8. April. Die,,Times" melden aus Prätoria,' der Korrespondent eines dortigen Blattes sei verhaftet worden ! wegen einer falschen Nachricht, die dieser in verleumderischer! Absicht über den Eisenbahnminister von Transvaal gegeben hat. ’
Madrid, 8. April. Ein englisches Geschwader ist in;
0 Strafkammer. (Sitzung vom 8. April.) Am
25. Oktober v. I., dem Tage des Erntedankfestes, saß abends
Barcelona angekommen. Von hier begibt sich dasselbe nach
Mahon, wo es die Instruktionen der englischen Regierung ein junger verkrüppelter Mensch nichtsahnend in seiner Stube
erwartet. Die Abfahrt nach den tretensischen Gen ässern hängt
von dem Verlauf der dortigen Dinge ab.
zu Tahlherda hinter dem Fenster, vor ihm brannte die Lampe.
Witterungsbericht.
Voraussichtliche Witterung; Zunächst noch wenig Aenderung.
Aus Stadt- und Landkreis Hanau
Auf einmal sprangen die Scheiben klirrend entzwei und ein faustdicker Stein flog ihm an dm Kops. Die Großmutter sprang nun rasch an das Fenster und gewährte den davon- eilenden Holzarbeiter M., welcher der Verüben des nichtswürdigen Streiches gewesen war, und zwar aus Rache darüber, weil er am Tage eine kleine Zurechtweisung von der alten Frau erfahren hatte. Das Schöffengericht verurtheilte den noch minderjährigen M. zu 2 Monaten Gefängniß, wo-
* Vom Rothen Kreuz. In der am 3. d. M^s. in gegen sein Vater Berufung einlegte. Dieselbe wird kosten- Berlin unter dem Bor sitz des Kammerherrn B. von dem fällig verworfen. — Ein seines Kleeblättchen, der Tagelöhner Knesebeck abgeholtenen Sitzung des Zentralkomitees der deut- B. von Klein-Steinheim, Tagelöhner G. von Groß Welz-
schen Vereine vom Rothen Kreuz, welcher auch der Kaiserliche Kommissar und Militär Inspekteur der freiwilligen Krankenpflege Graf zu Solms Baruth beiwohnte, wurde nach Erledigung geschäftlicher Mittheilung, n zunächst über die Erwerbung de? Terrains für die Niuanlage des Depots berichtet und der Vorstand zur rot ihren Ausführung eru ächtigt. Die Beschlußfassung über die Bewilligung eines Beitrages für ein von der Kaisir-Wilhelm-Stiftung zu gründendes Jnralideu- hnm wurde nach eingehender Debatte ausgesetzt. Der Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege, welche zur Zeit bereits 2081 Mitglieder praktisch ausgebildet hat und im Garzm über 5389 Mitglieder verfügt, wurde eine Jahres beihilfe von 14 000 Mk. zur Bestreitung der Kosten für die Ausbildung weiterer Krankenpfleger bewilligt. Dem fühlbaren Bedürfniß eines geeigneten Handbuchs über die gesammte Thätigkeit der Vereine vom Rothen Kreuz soll in Verbindung mit dem Ständigen Ausschuß des Verbandes der deutschen Frauen-Hilfs- und Pflezeoereine vom Rothen Kreuz durch Herausgabe eines entsprechenden, in Karl Hrymann's Verlag in Berlin herauszugebenden Werkes abgeholfen werden. Dem Vaterländischen Frauenverein in Straßburg i. E. wurde als Beitrag zu den Kosten für die Beschaffung von Bedarfsgegenständen für die freiwillige Kriegskrankenpflege die Summe von 500 Mk. und dem Vaterländischen Frauenverein zu Metz die gleiche Summe zur Beschaffung eines Sonnersegels für die dortige Lazareth Baracke des Mathildenstifts bewilligt.
* Der historische Festzug. Die Theilnehmer am historischen Festzuge waren gestern Abend zu einer Besprechung in das „Deutsche Haus" eingeladen. Der Vorsitzende des Festzugks, Herr Prof. Wiese, machte zunächst die erfreuliche Mittheilung, daß die über die Gestaltung des Zugrs gehegten Erwartungen weit übertroffen worden seien. Es haben sich neue Gruppen zusammengethan, sich selbst organisirt, während die vom Komitee in Aussicht genommenen Gruppen vollbesetzt sind, sodaß bei einmüthigem Zusammenhalten sich am zweiten Pfingsttage ein schönes Gemälde bieten wird. An dem Zuge werden theilnehmen 1490 Personen, eine Zahl, an die nicht gedacht worden ist. Sodann erläuterte Herr Prof. Wiese die einzelnen Gruppen bezw. die Zusammensetzung des Fest
heim und der Tagelöhner U. von Ostheim hatten am 14. März v. J. hierselbst Lumpen gesammelt und den Erlös hierfür sofort in Flüssigkeiten umcesetzt. Total berauscht traten sie abends den Weg nach ihrem Nachtquartier — einem Strohschober bei der Klein-Steinheimer Rusfensteinfabrik — an, wobei sie ihren Weg über die Steinheimer Landstraße nahmen. Ein von der Dammstr ße über den Feldweg gebender Metzger hörte nun von der Richtung, in der die Drei kamen, Stein würfe gegen die Laternen und sah auch nach jedem Wurf die Lichter verlöschen. Vier der Beleuchtungs- objekte wurden zertrümmert und auch an ihnen gerüttelt, wahrscheinlich sollten sie noch umgerissen werden. Als der Metzger dem Steinheimer Nachtwächter aus der Brücke begegnete, sagte er ihm, er könne sich die Mühe des Auslöschens sparen, die Laternen seien schon ausgeworfen. Der Nachtwächler ersucht: dem Metzger, die Thäter ins Auge zu fassen und im Schein der Laterne erkannte derselbe den B., die beiden anderen waren ihm unbekannt. Alle drei auf der Anklagebank Sitzenden geben heute zu, an dem bezeichneten Tage die erwähnten Manöver ansgeführt zu haben, bezüglich des Laterneneinwerfens leugnen sie jedoch hartnäckig. Die Schuld des B., der gegenwärtig das Zuchthaus bewohnt zwecks Verbüßung einer wegen raffinirter Diebstähle und Einbrüche erkannten 5jährigen Zuchthausstrafe, wird als erwiesen era^tet und erhält er eine Zusatzstrafe von 1 Monat, die beiden anderen werden mangelnden Beweises halber frei- gesprochen. — Die Verhandlung gegen die Tagelöhner B. und G. sowie gegen den Weißbinder K. und dessen Ehefrau hier wegen Diebstahls und Hehlerei wird, da einer der Angeklagten erkrankt ist, vertagt. — Die Gemeinde Wallroth bei Schlüchtern hat mit der Betrauung des Ehrenamts eines Schiedsmannes an den Schuhmacher K. daselbst den Bock zum Gärtner gemacht, denn bei Demjenigen, der über andere Streittdeile zu Gericht sitzen soll, sitzt das Messer selbst sehr
lose, und
fache,
Am 25. Januar d. Js. saß er mit dem Bauer Kr. einigen anderen Einwohnern von dort in einer Wirtham Biertisch. Ein kleiner Wortwechsel war die Ur- daß der Bauer, um dem Streit aus dem Wege zu
gehen, sich von dem Tisch entfernte und in das daran stoßende
des sonstigen gewöhn, en Bcförderungsspstems". Eine Million — und später noch mehr — deutscher Krieger mit den ängstlich harrenden Liebenden in der Hümath in Verbindung zu Hallen, den schnell wechselnden Bewegungen der Armeen zu folgen, den ganzen Auslands» rkehr in neue Bahnen zu lenken — das war die Riesenaufgabe, die der neue General- Postnrektor zu lösen hatte, und so glänzend löste, daß er die Feldpostanstalken drei Tage früher, als nöth'g, mobil melden, daß er zwischen Berlin und Versailles eine regelmäßige Verbindur g in etwa 68 Stunden Herstellen, und von Berlin aus durchschnittlich 204 338 Feldpostsendungen am Tage unseren Kriegern zufertigen konnte. Diese geschichtlich unerhörte großartige Organisationsthat, diese nicht allein dienstlich in seltenen, Maße umsichtige, sondern auch menschlich freundliche und anziehende Fürsorge für den Feldpostdienst hat Heinrich Stephan ein für allemal das Herz des deutschen Volkes gewonnen. Seither zählt es auch ihn, len fit greisen Organisator der Feldpost, zu den Siegern von 1870 und unzertrennlich gehörten ihm fortab Stephan und die Post zusammen.
Das Deutsche Reich war gegründet, Stephan sein Gene- ralpostmeister. Großes war bereits geleistet, die Postkarte eingesührt, iaä Einheitsporto verwirklicht, viele Erleichterung! n vollendet. Aber weiter dachte Siephan: wie jetzt schon der Brief leicht und billig durch Deutschland ging, so sollte er durch b'e ganze Welt wandern. Einen Brief nach dem Ausland senden — das war damals noch ein großes und schwieriges Unternehmen. Galten doch zum Beispiel allein für die durch Preußen nach anderen deutschen Staaten durchgehenden Postsendungen nicht weniger als 33 verschiedene Portosätze; kostete doch ein Brief nach Südamerika 2V2 Mark! Ta war der Gedanke des Weltpostvereins das Ei des Columbus. Stephan hatte den Gedanken schon 1868 entwickelt, 1874 hatte er die Genugthuung, ihn im Vertrage
von Bein zu verwirklichen. Wie mit einem Schlage war die Welt geöffnet, — der Briefposttarif, der 1867 332 Druckseiten umfaßt hatte, schmolz auf — 2 Zeilen zusammen, und dem Verkehre boten sich geradezu ungeahnte neue Möglichkeiten. Ja, der Weltpostverein bildet in der Geschichte der neuesten Kultur einen Markstein und die 19 Milliarden Postsendungen, die ihn heut passiren, sprechen am beredtsten von seiner Bedeutung und von dem organisatorischen Genie seines Schöpfers.
Wohl hatte Stephan, als er die Geschickte der preußischen Post schrieb, eine neue Zeit ausdämmern sehen; rangen doch in ihm damals bereits die reformatorischen Ideen nach Licht. Daß sie aber so großartig, allem Vergangenen so unvergleichbar sein würde, hatte sich Stephan wohl selbst nicht vorgestellt. Der ganze Apparat der Post nahm riesenhafte Dimensionen an, die Zahl der Postanstalten in ^ eutschland verfünffachte sich: 15 000 Landbrieftrâger mehr als 1872 sorgten 1893 für den Dienst auf dem platten Lande; Berlin erhielt die eigenthümliche und segensreiche Einrichtung der Rohrpost, und gar die Zahl der Telegraphenanstalten flieg von 1700 i. J. 1872 um mehr als das Zehnfache, auf 19 500 i. J. 1893. Aber so gewaltig die Maschine auch geworden war, der General Postmeister — oder, wie er seit 1880 hieß, der Staatssekretär des Reichspostamtes — hielt die Leitung fest in der Hand, überwachte den Gang bis ins Einzelne und fand sogar noch Zeit, das Neue, das erst in langsamer Bildung begriffen war, auf seinen Werth schon vor der Vollendung zu prüfen. So fügte er seinem Ruhmeskranze durch die Einführung des Telephons ein neues Blatt zu. Schon im November 1877 berichtete er an den Reichskanzler : „Nach meiner Ueberzeugung steht der Erfindung eine große Zukunft im Bereiche des menschlichen Verkehrs bevor", und veranlaßte dadurch die Uebernahme des Fern- sprech-Verkehrs in die Reichsverwaltung. Während im Aus-
lande der Telephondienst zum Gegenstände wüster Privat- Spekulation gemacht wurde, erfreute sich Deutschland bald eines geregelten Fernsprechverkehrs/ der noch heut der größte der Welt ist. So konnte ein Engländer auf dem Elektro- techniker-Kengresse zu Frankfurt a. M. den Deutschen zurufen : „Sie können mit Stolz darauf hinweiün, daß, lange bevor die Regierung eines anderen Staates an die Verwendung des Fernsprechers dachte, Ihr Verwaltungschef das wunderbare neue Instrument für die Verwaltung durch den Staat in Anspruch nahm und seine ganze Energie daran setzte, es allgemein einzuführen."
So hat Heinrich Stephan die Erwartungen, die er durch seine klare geschichtliche Erkenntniß in den 50er Jahren bereits erregt hat, in posttechnischer Beziehung reichlich erfüllt. Aber auch in anderer Hinsicht hat er gehalten, was er damals versprach. In jenem Buche hatte er sich zugleich als ein Mann von Bildung und Geschmack, von Kunstsinn und schriftstellerischer Begabung gezeigt. Auch das hat er weiterhin bewährt. Seine schöne Arbeit über Aegypten (1872) zeigt ihn als einen guten Beobachter fremden Landes und Volkes und als einen lebendigen und anschaulichen Schriftsteller von Feinhüt und Geschmack des Stils. Seinen Kunstsinn aber hat der Chef der Reichspostverwaltung reichlich bethätigt. Wenn er 1871 von den Hauptpostzebâuden sagen mußte, die Beamten säßen darin, zwar nicht wie der Vogel auf dem Dache, doch dicht unter dem Dache — so sind seither in allen Theilen Deutschlands unter der speziellen Fürsorge und Aufsicht Stephans etwa 2000 neue Postgebäude entstanden, die, wie Lübke sagt, das Erbärmliche früherer Zustände energisch beseitigten und sich dadurch um Ehre und Wohlfahrt des neuen deutschen Reiches verdient machten." Das auszeichnende Charakteristikum all' dieser Bauten war, daß sie nicht, wie man so zu sagen pflegt, „nach Schema F" errichtet, sondern stets industriell durchgebildet und der